Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist die mit dem Alter nachlassende Fähigkeit des Auges, auf nahe Objekte scharfzustellen [1][3]. Damit das Auge sowohl in die Ferne als auch in die Nähe scharf sehen kann, verändert die Augenlinse ihre Form: Für die Ferne ist sie flach, für die Nähe wölbt sie sich stärker und erhöht so ihre Brechkraft. Diese Anpassung an unterschiedliche Entfernungen heisst Akkommodation [1][3].
Gesteuert wird die Akkommodation durch den Ziliarmuskel, einen ringförmigen Muskel im Auge, der über feine Fasern mit der Linse verbunden ist. Bei der Presbyopie funktioniert nicht etwa der Muskel nicht mehr, sondern die Linse selbst wird mit den Jahren starrer und lässt sich nicht mehr ausreichend wölben [1][3].
Wichtig zur Einordnung: Im Volksmund wird die Alterssichtigkeit oft «Altersweitsichtigkeit» genannt. Mit der klassischen Weitsichtigkeit (Hyperopie), die durch die Form des Augapfels entsteht, hat sie aber nichts zu tun. Presbyopie betrifft Menschen mit und ohne andere Fehlsichtigkeit gleichermassen [1].
Die Augenlinse wächst ein Leben lang: Von aussen lagern sich fortlaufend neue Linsenfasern an. Dadurch wird die Linse mit der Zeit dicker, dichter und weniger elastisch [1]. Genau diese abnehmende Elastizität ist die zentrale Ursache der Alterssichtigkeit: Die Linse kann ihre Form nicht mehr so stark verändern, und das scharfe Sehen in der Nähe wird zunehmend schwieriger [1][3].
Dieser Prozess ist physiologisch, also eine normale Folge des Alterns – vergleichbar damit, dass auch andere Gewebe im Körper an Spannkraft verlieren. Eine Heilung im eigentlichen Sinn gibt es deshalb nicht, und auch durch Medikamente lässt sich die Presbyopie nicht behandeln [2]. Was hilft, ist das Ausgleichen der fehlenden Brechkraft, etwa durch eine Brille.
Die Akkommodationsfähigkeit nimmt streng genommen schon ab der Kindheit langsam ab. Spürbar wird das aber erst viel später: Bei den meisten Menschen macht sich die Presbyopie zwischen Anfang und Mitte 40 bemerkbar [1][4]. Als normale Leseentfernung gelten bei Erwachsenen etwa 35 Zentimeter; ab Anfang 40 vergrössert sich dieser Abstand allmählich, und um das 45. Lebensjahr brauchen viele eine Lesebrille [1].
Zwischen etwa 45 und 55 Jahren schreitet die Alterssichtigkeit typischerweise weiter fort. Ab ungefähr 65 bis 70 Jahren stabilisiert sich der Prozess in der Regel, weil die Linse dann kaum noch Akkommodationsfähigkeit besitzt [1].
Der Zeitpunkt ist individuell verschieden. Kurzsichtige Menschen bemerken die Alterssichtigkeit häufig später oder schwächer, weil ihr Auge in der Nähe ohnehin besser scharfstellt – manche können dann in der Nähe sogar ohne Brille lesen, indem sie die Fernbrille kurz absetzen [1][4].
Das erste und häufigste Anzeichen ist, dass das Lesen in der Nähe anstrengender wird – besonders bei schwachem Licht oder wenn du müde bist. Viele Betroffene halten Texte unbewusst weiter von den Augen weg, um sie scharf zu sehen [4]. Bei schlechten Lichtverhältnissen fällt die Nahsicht zusätzlich schwerer, weil sich die Pupille weitet und die Schärfentiefe abnimmt [1].
Wenn dir solche Veränderungen auffallen, ist eine augenärztliche oder optometrische Abklärung sinnvoll. Dabei wird die Sehstärke im Nahbereich überprüft. Eine Untersuchung dient auch dazu, andere Ursachen für nachlassendes Sehen auszuschliessen – etwa eine bislang unbemerkte Fehlsichtigkeit oder eine Augenerkrankung wie den Grauen Star, bei dem sich die Linse zusätzlich eintrübt [1].
Die fehlende Brechkraft lässt sich auf verschiedene Weise ausgleichen. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der Ausprägung, von einer eventuell zusätzlichen Fehlsichtigkeit und von den persönlichen Bedürfnissen ab. Im Überblick kommen vor allem diese Ansätze infrage; eine fachliche Beratung klärt, was im Einzelfall sinnvoll ist:
Die bekannteste Möglichkeit ist die Lesebrille. Sie gleicht die fehlende Brechkraft mit sogenannten Plus-Gläsern aus, deren Stärke in Dioptrien gemessen wird [1][2]. Weil die Alterssichtigkeit über die Jahre zunimmt, steigt auch der benötigte Wert allmählich an. Regelmässige Kontrollen sind deshalb sinnvoll – spätestens, wenn das Lesen mit der bisherigen Brille wieder schwerer fällt. Wer zusätzlich in der Ferne eine Korrektur braucht, kann auf eine Gleitsichtbrille zurückgreifen, die mehrere Sehbereiche kombiniert.
Auch mit Kontaktlinsen lässt sich die Presbyopie korrigieren. Verbreitet ist die Monovision, bei der ein Auge eher auf die Ferne und das andere eher auf die Nähe eingestellt wird. Daneben gibt es multifokale Kontaktlinsen, die mehrere Sehbereiche abdecken [2]. An die Monovision müssen sich manche Menschen erst gewöhnen, und nicht alle kommen gut damit zurecht. Wichtig ist in jedem Fall eine fachgerechte Anpassung, da Linsen, die nicht passen, die Hornhaut reizen können [2].
Bei starker Beeinträchtigung sind operative Korrekturen möglich – etwa der Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse oder Eingriffe an der Hornhaut. Häufig wird eine solche Operation mit der ohnehin anstehenden Behandlung des Grauen Stars kombiniert [4].
Wichtig zur Einordnung: Die natürliche Akkommodation lässt sich mit heutigen Verfahren nicht vollständig wiederherstellen – ein operatives Ergebnis ist immer ein Kompromiss zwischen Nah- und Fernsicht [2]. Von einer alleinigen Laserbehandlung der Hornhaut zur Presbyopiekorrektur («Presbylaser») raten Fachgesellschaften wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft ab: Das Verfahren gilt als noch nicht etabliert, ist nicht umkehrbar und kann spätere Behandlungsoptionen einschränken [5]. Ob und welcher Eingriff sinnvoll ist, lässt sich nur nach einer gründlichen Untersuchung und ausführlichen Aufklärung im Einzelfall beurteilen.
Dem natürlichen Elastizitätsverlust der Linse lässt sich nicht vorbeugen – er gehört zum Älterwerden dazu [1]. Sinnvoll ist es jedoch, die Augengesundheit insgesamt im Blick zu behalten. Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck können das Sehen beeinträchtigen, und Rauchen gilt als Risikofaktor für andere Augenerkrankungen wie den Grauen Star oder die altersbedingte Makuladegeneration [1]. Ein insgesamt gesunder Lebensstil und regelmässige Augenkontrollen helfen, Veränderungen früh zu erkennen – auch wenn sie die Alterssichtigkeit selbst nicht aufhalten.
Wenn du unsicher bist, welche Korrektur für dich passt, kann eine augenärztliche, optometrische oder augenoptische Beratung sinnvoll sein. Eine entsprechende Fachperson kann die Nahsicht genau ausmessen und gemeinsam mit dir die passende Korrektur besprechen. Auf truVuna findest du passende Anbieter:innen in deiner Region und kannst sie direkt kontaktieren.
Ist Alterssichtigkeit eine Krankheit?
Nein. Die Presbyopie ist ein normaler Alterungsprozess der Augenlinse und betrifft früher oder später fast jeden Menschen. Sie entsteht, weil die Linse mit den Jahren an Elastizität verliert und sich nicht mehr ausreichend auf die Nähe einstellen kann [1].
Ab welchem Alter beginnt die Alterssichtigkeit?
Bei den meisten Menschen macht sie sich zwischen Anfang und Mitte 40 bemerkbar. Etwa ab 45 brauchen viele eine Lesebrille. Ab ungefähr 65 bis 70 Jahren schreitet die Veränderung in der Regel nicht weiter fort [1].
Kann man Alterssichtigkeit vorbeugen oder wegtrainieren?
Den natürlichen Elastizitätsverlust der Linse kann man nicht verhindern und auch nicht durch Training aufhalten. Ein gesunder Lebensstil und regelmässige Augenkontrollen unterstützen aber die allgemeine Augengesundheit [1].
Kann man Alterssichtigkeit lasern lassen?
Operative und Laserverfahren sind grundsätzlich möglich, aber immer ein Kompromiss, da die natürliche Akkommodation nicht vollständig wiederhergestellt werden kann. Von einer alleinigen Laserbehandlung der Hornhaut raten Fachgesellschaften ab. Eine individuelle Eignung sollte fachärztlich abgeklärt werden [2][5].
Was tun bei ersten Anzeichen?
Wenn das Lesen in der Nähe zunehmend anstrengend wird, ist eine augenärztliche oder optometrische Abklärung sinnvoll. Dabei wird die Nahsicht überprüft und es lassen sich andere Ursachen ausschliessen [1].
[1] Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG, 2024, Alterssichtigkeit (Presbyopie), gesund.bund.de, https://gesund.bund.de/alterssichtigkeit-presbyopie
[2] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2026, Korrekturlinsen / Überblick über Refraktionsstörungen, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/korrekturlinsen
[3] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Übersicht über Refraktionsfehler, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/refraktionsfehler/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-refraktionsfehler
[4] Berufsverband der Augenärzte / Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, Alterssichtigkeit (Presbyopie), augeninfo.de, https://www.augeninfo.de/offen/index.php?thema=149
[5] Deutsches Ärzteblatt, 2022, Ophthalmologen raten von alleiniger Laserbehandlung zur Presbyopiekorrektur ab, https://www.aerzteblatt.de/news/ophthalmologen-raten-von-alleiniger-laserbehandlung-zur-presbyopiekorrektur-ab-c11fb4ae-beb0-4de4-8c50-2c7dc0391618
Wenn der Hund sehr ängstlich ist, ständig bellt oder ein besonders aggressives Verhalten an den Tag legt, ist das für die Hundebesitzer meist sehr anstrengend. Die gute Nachricht: Verhaltensauffälligkeiten und seelische Beschwerden kannst du bei deinem geliebten Vierbeiner mit Bachblüten behandeln. Die homöopathische Blütentherapie hat sich nicht nur bei Menschen bewährt, sondern kann auch bei Hunden gute Erfolge erzielen. Welche Symptome mit Bachblüten behandelt werden und welche Wirkung sie erzielen, erklären wir dir in unserem Ratgeber. Ausserdem erhältst du wichtige Infos zur richtigen Verabreichung, Dosierung sowie zur Dauer der Therapie.
Körper und Seele, Geist und Umwelt bilden in der Vorstellung der altindischen Heilkunst eine Einheit. Die Medizin des indischen Subkontinents ist traditionell ebenso sehr Lebensanschauung wie Gesundheitslehre. Was es mit der ayurvedischen Medizin auf sich hat, wie sie wirkt, welche Therapeuten die alternative Behandlung in der Schweiz anbieten – diese und andere Fragen beantworten wir dir in unseren FAQ.
Plötzliche, blitzartig einschiessende Schmerzen im Gesicht, manchmal schon durch eine leichte Berührung oder das Zähneputzen ausgelöst – dahinter kann eine Reizung des Trigeminusnervs stecken. Dieser Nerv versorgt grosse Teile des Gesichts und spielt bei Empfindung und Bewegung eine zentrale Rolle. In diesem Ratgeber liest du, welche Aufgaben der Trigeminusnerv übernimmt, welche Beschwerden auf ihn hinweisen können, was hinter einer Trigeminusneuralgie steckt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt – von der medizinischen Therapie bis hin zur ergänzenden Akupunktur.
Geschwollene Augenlider sind meist harmlos und verschwinden oft von selbst – etwa nach einer kurzen Nacht oder bei einer leichten Reizung. Weil die Haut der Lider sehr dünn ist, fallen schon kleine Flüssigkeitseinlagerungen rasch auf. In manchen Fällen steckt jedoch eine Entzündung, eine Allergie oder – seltener – eine Erkrankung ausserhalb des Auges dahinter. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ursachen häufig sind, was bei geschwollenen Ober- und Unterlidern hilft und an welchen Anzeichen du erkennst, dass eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Rasieren, Waxen, Epilieren – und dann doch wieder Stoppeln, Rötungen, eingewachsene Haare. Wenn du das kennst, hast du dich vielleicht schon mehr als einmal gefragt, ob es da nicht etwas Dauerhafteres gibt. Das Lasern der Bikinizone ist eine Methode, die langfristig den Haarwuchs stark reduzieren kann – aber sie ist nicht für alle gleich geeignet und erfordert einige Überlegungen vorab.
Die Hornhaut entfernen, egal ob an Händen oder Füssen, ist für gewöhnlich eine der ungeliebten Tätigkeiten bei der Körperpflege. Der Körper bildet diese dicken Schichten aus Haut dort, wo Teile der Gliedmassen intensiv beansprucht werden. An den Füssen sind dies in der Regel die Ballen und die Fersen. Aber auch die Handballen und sogar die Fingerspitzen können von mehreren harten, trockenen Hautschichten überzogen sein, die teils sogar Risse aufweisen. Um derartigen Schwielen beizukommen und schonend Hornhaut entfernen zu können, stehen dir Hausmittel ebenso zur Auswahl wie eine Reihe von technischen Hilfsmitteln – vom Hornhauthobel über die Fusscreme bis zum Bimsstein.