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Booster Pilates: Was steckt hinter dem Lagree-Workout am Megaformer?

Booster Pilates: Was steckt hinter dem Lagree-Workout am Megaformer?

Hollywood, kleine Studios, Glasfronten und ein langes, zuggewichtähnliches Fitnessgerät, auf dem sich Trainierende langsam und konzentriert bewegen: So sieht eine typische Booster-Pilates-Stunde aus. Booster Pilates – auch bekannt als Lagree Fitness Method™ – ist eine Workout-Methode, die das klassische Pilates-Prinzip mit intensiver Krafttrainings-Logik kombiniert und ausschliesslich an einem speziellen Gerät praktiziert wird, dem Megaformer. Wer in der Schweiz davon hört, denkt meist an die Studios von Booster Transform in Zürich, die diese Methode hierzulande bekannt gemacht haben. Aber was genau steckt dahinter? Wie unterscheidet sich Booster Pilates vom klassischen Pilates und vom Reformer-Pilates? Was sagt die Forschung – und was ist eher Marketing? In diesem Ratgeber erfährst du, was dich erwartet, was die Methode realistisch leisten kann und worauf du bei der Wahl eines Studios achten solltest.

Was ist Booster Pilates?

Booster Pilates ist eine Workout-Methode, die in den frühen 2000er-Jahren in den USA entwickelt wurde und auf einem speziellen Trainingsgerät – dem Megaformer – durchgeführt wird. Sie verbindet langsame, kontrollierte Bewegungen mit hoher Muskelspannung und kontinuierlichem Übungsfluss ohne Pausen. Im Vordergrund stehen Kraftaufbau in der Tiefenmuskulatur, Stabilität, Körperhaltung und muskuläre Ausdauer.

Drei Merkmale machen Booster Pilates aus:

  • Megaformer als zentrales Gerät: Eine in der Mitte gleitende Plattform mit verstellbarem Federwiderstand, an der du dich gegen oder mit deinem eigenen Körpergewicht stützt.
  • Pausenloser Übungsablauf: Eine Kursstunde besteht aus aneinandergereihten Übungen ohne längere Pausen, was den Eindruck eines hochintensiven, aber gelenkschonenden («low-impact») Trainings erzeugt.
  • Lizenzierte Studio-Methode: Die Methode wird ausschliesslich in zertifizierten Studios mit speziell ausgebildeten Trainer:innen angeboten und ist als Lagree Fitness Method™ markenrechtlich geschützt.

Booster Pilates ist also nicht «Pilates plus», sondern eine eigenständige Methode mit eigener Marke, eigenem Gerät und eigenem Trainingskonzept – auch wenn sie sich konzeptionell aus dem Pilates-Erbe speist.

Gut zu wissen: Booster Pilates ist keine allgemeine Pilates-Form, sondern eine markenrechtlich geschützte Methode (Lagree Fitness Method™). Beschreibungen zu Ablauf, Geräten und Studiokonzept beziehen sich auf die offizielle Methode und ihre lizenzierten Studios. Klassisches Pilates und andere Pilates-Varianten funktionieren teils deutlich anders.

Wo liegen die Wurzeln der Methode?

Booster Pilates beziehungsweise die Lagree Fitness Method™ wurde vom französisch-amerikanischen Trainer Sébastien Lagree entwickelt. Er begann seine Arbeit in Hollywood mit Schauspieler:innen und Fitness-Klient:innen und führte das System ab den frühen 2000er-Jahren ein. Über die Jahre folgten verschiedene Geräteversionen, darunter der heute verbreitete Megaformer.

In der Schweiz ist die Methode insbesondere durch die Studios von Booster Transform in Zürich bekannt geworden. Die dort angebotenen Kurse heissen «Booster Pilates», basieren aber auf der lizenzierten Lagree Fitness Method™.

Wichtig zur historischen Einordnung: Während das klassische Pilates-System auf den deutschen Anatomielehrer Joseph Hubertus Pilates (1883–1967) zurückgeht, der seine Methode im frühen 20. Jahrhundert entwickelte und später in New York als «Contrology» unterrichtete, ist Booster Pilates eine moderne, eigenständige Weiterentwicklung – nicht zu verwechseln mit dem klassischen Pilates oder dem Reformer-Pilates.

Wie unterscheidet sich Booster Pilates vom klassischen Pilates?

Die Unterschiede zwischen Booster Pilates und dem klassischen Pilates sind grösser, als der gemeinsame Name vermuten lässt. Die wichtigsten Merkmale im Vergleich:

  • Gerät: Klassisches Pilates (Mat) nutzt eine Matte, Reformer-Pilates den Reformer (Schlitten + Federn), Booster Pilates / Lagree den Megaformer (breitere, modifizierte Reformer-Variante).
  • Tempo: Klassisches Pilates (Mat) und Reformer-Pilates sind ruhig und kontrolliert, Booster Pilates / Lagree ist langsam, aber pausenlos und intensiv.
  • Schwerpunkt: Klassisches Pilates (Mat) setzt auf Körperwahrnehmung, Atmung und Tiefenmuskulatur, Reformer-Pilates auf Mobilität, Stabilität und Tiefenmuskulatur, Booster Pilates / Lagree auf maximale Muskelspannung, Ausdauer und Stabilität.
  • Pausen zwischen Übungen: Beim klassischen Pilates (Mat) und beim Reformer-Pilates sind sie Standard im Übungsablauf, beim Booster Pilates / Lagree kaum oder gar nicht.
  • Verbreitung: Klassisches Pilates (Mat) ist weltweit sehr breit verbreitet, Reformer-Pilates weit verbreitet in Studios, Booster Pilates / Lagree in lizenzierten Studios mit Megaformer.

Wichtigste Erkenntnis: Booster Pilates teilt mit dem klassischen Pilates die Prinzipien der Konzentration, Kontrolle und Atmung — unterscheidet sich aber durch das spezielle Gerät, die deutlich höhere Trainingsintensität und das pausenlose Übungsformat. Wer eine ruhige, mobilisierende Pilates-Erfahrung sucht, findet sie eher im klassischen Pilates oder im Reformer-Pilates. Wer ein intensives, koordinatives Workout will, ist beim Booster Pilates richtiger.

Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit?

Zur Lagree Fitness Method™ selbst ist die Studienlage sehr begrenzt. Es gibt nur einzelne Studien, die spezifisch das Megaformer-Training untersuchen. Eine direkte wissenschaftliche Vergleichsstudie zwischen klassischem Pilates und Lagree Fitness ist nach aktuellem Stand nicht publiziert.

Deutlich besser untersucht ist das klassische Pilates – insbesondere im Zusammenhang mit chronischen Rückenschmerzen. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 19 randomisierten kontrollierten Studien zeigt: Pilates kann bei Erwachsenen mit chronischen Kreuzschmerzen Schmerzintensität und funktionelle Beeinträchtigung verringern – mit Effekten, die über jene von «no exercise»-Vergleichsgruppen hinausgehen [1]. Eine weitere Metaanalyse aus dem Jahr 2023 weist Pilates ebenfalls einen positiven Effekt auf Schmerz und funktionelle Einschränkung zu, mit weniger deutlichem Effekt auf die Lebensqualität [2].

Wichtig zur Einordnung:

  • Die Ergebnisse beziehen sich auf klassisches Pilates, nicht auf die Lagree Fitness Method™.
  • Studien zeigen Pilates anderen Bewegungsformen vergleichbar wirksam, nicht prinzipiell überlegen [1, 2].
  • Die berichteten Effekte sind vielversprechend, sollten aber vorsichtig interpretiert werden — die Heterogenität der Studien ist hoch, und nicht jede Variante des Trainings entfaltet die gleiche Wirkung.

Konkrete Aussagen über Booster Pilates lassen sich aus dieser Pilates-Forschung nicht direkt ableiten. Wer Booster Pilates als hochintensives Krafttraining wahrnimmt, kann sich an der allgemeinen Forschung zu funktionellem Krafttraining orientieren – auch hier gibt es solide Belege für positive Effekte auf Muskelkraft, Körperhaltung und Stabilität bei regelmässiger Praxis.

Wie läuft eine Booster-Pilates-Stunde ab?

Eine typische Stunde dauert ca. 50 bis 60 Minuten und folgt – soweit das die offiziellen Beschreibungen lizenzierter Studios zeigen [3] – einem ähnlichen Aufbau:

  1. Aufwärmen am Megaformer. Direkt am Gerät, oft mit grundlegenden Mobilisations- und Stabilisationsübungen.
  2. Hauptteil – pausenlose Übungsabfolge. Eine Kette aus Übungen für Beine, Gesäss, Bauch, Rücken und Arme. Jede Übung dauert typischerweise 60 bis 120 Sekunden, oft direkt gefolgt von der nächsten.
  3. Wechsel zwischen Muskelgruppen. Der Megaformer wird durch verstellbare Federn und beweglichen Schlitten so genutzt, dass im Wechsel unterschiedliche Muskelgruppen unter Spannung stehen.
  4. Cool-down. Kürzere Mobilisations- oder Dehnphasen am Ende.

Die Bewegungsausführung bleibt dabei stets langsam und kontrolliert – das Tempo wird von der Trainerin oder dem Trainer vorgegeben, und die Spannung in der Muskulatur wird über lange Phasen aufrechterhalten. Das macht das Training sowohl mental als auch körperlich anspruchsvoll.

Für wen eignet sich Booster Pilates?

Booster Pilates richtet sich an Menschen, die ein intensives, gelenkschonendes Workout suchen und Spass an konzentrierten, kontrollierten Bewegungen haben. Geeignet ist die Methode für viele, aber nicht für alle:

  • Geeignet: Erwachsene jeden Alters, die in einem zertifizierten Studio mit Anleitung trainieren wollen. Auch Anfänger:innen, da der Widerstand individuell angepasst wird.
  • Vorerfahrung hilfreich, aber nicht zwingend: Wer bereits klassisches Pilates oder Krafttraining kennt, findet meist schneller in die Übungsausführung hinein.
  • Mit Vorsicht / nach ärztlicher Abklärung: Bei akuten Rückenbeschwerden, Bandscheibenproblemen, frischen Operationen, Schwangerschaft oder Bluthochdruck sollte vor Trainingsbeginn fachlich abgeklärt werden, ob die Methode geeignet ist und ob Anpassungen sinnvoll sind.
  • Eher weniger geeignet: Wer eine ruhige, meditative oder mobilisierende Pilates-Erfahrung sucht – dafür ist klassisches Mat-Pilates oder Reformer-Pilates die bessere Wahl.

Die meisten Studios bieten Schnupperstunden oder Probetrainings an. Diese sind ideal, um die Intensität selbst auszuprobieren, bevor du dich für ein Abonnement entscheidest.

Was kostet Booster Pilates in der Schweiz?

Booster Pilates wird in der Schweiz primär in lizenzierten Studios mit Megaformer-Ausstattung angeboten. Die Kosten liegen je nach Studio, Stadt und Abonnement-Modell unterschiedlich [3]:

  • Probestunde / Drop-in: typische Spanne (Schweiz) CHF 30–55 – oft mit Einführungsrabatt.
  • 10er-Abo: typische Spanne (Schweiz) CHF 350–500 – je günstiger pro Stunde, je mehr Einheiten.
  • Monats-Abo (Flatrate): typische Spanne (Schweiz) CHF 250–390 – oft mit Mindestlaufzeit.
  • Personal Training (1:1): ab CHF 100 / Stunde – für Einsteiger:innen oder spezifische Ziele.

Die genannten Spannen sind Orientierungswerte, basieren auf öffentlich verfügbaren Studio-Angeboten und können je nach Standort und Anbieter variieren. Derzeit gibt es lizenzierte Studios primär in Zürich; andere Schweizer Städte folgen langsam.

Booster Pilates ist damit deutlich teurer als ein klassisches Pilates-Studio (typischerweise CHF 25–35 pro Mat-Stunde) – was vor allem mit den Anschaffungskosten für die Megaformer-Geräte und der Zertifizierung der Trainer:innen zusammenhängt.

Worauf solltest du achten?

Auch wenn Booster Pilates allgemein als gelenkschonend gilt, gibt es Punkte, die du im Hinterkopf behalten solltest:

  • Marketing-Versprechen kritisch hinterfragen: Aussagen wie «800 Kalorien in einer Stunde verbrennen» oder «schnelle Resultate für die Traumfigur» sind oft Marketing, nicht wissenschaftlich belegt. Realistische Erwartungen sind: spürbare muskuläre Beanspruchung, mit der Zeit Verbesserungen in Kraft, Stabilität und Körperhaltung – wenn du regelmässig trainierst.
  • Erste Stunden sind anspruchsvoll: Viele Einsteiger:innen unterschätzen, wie intensiv das Training ist. Muskelkater in den ersten Wochen ist normal. Bei starken Schmerzen, Schwindel oder Überforderung Trainerin oder Trainer ansprechen und Pausen einlegen.
  • Bei körperlichen Vorbelastungen ärztlich abklären: Bei chronischen Rückenleiden, Knieproblemen, Bandscheibenvorfällen, Bluthochdruck oder Schwangerschaft sollte die Eignung mit der behandelnden Ärzt:in oder Physiotherapeut:in besprochen werden.
  • Studio-Qualität prüfen: Achte auf zertifizierte Trainer:innen (Lagree-zertifiziert), gut gewartete Geräte und kleine Gruppen – idealerweise nicht mehr als 8 bis 10 Personen pro Stunde, damit individuelle Korrekturen möglich sind.
  • Booster Pilates ersetzt keine Therapie: Bei medizinisch relevanten Beschwerden ist es kein Ersatz für Physiotherapie oder ärztliche Behandlung, sondern bestenfalls eine Ergänzung.

Wenn du unsicher bist, ob die Methode für dich passt, sprich vor dem Trainingsbeginn offen mit dem Studio über deine Voraussetzungen, eventuelle Beschwerden und Ziele. Seriöse Studios reagieren darauf mit ehrlicher Beratung – nicht mit Verkaufsdruck.

Auf truVuna findest du Yoga- und Pilates-Studios in deiner Nähe, darunter auch Anbieter:innen mit Reformer- oder Megaformer-Ausstattung. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen, um einen Einstieg zu finden, der zu deinen Bedürfnissen passt – und kontaktiere die Anbieter:innen direkt für ein Erstgespräch oder eine Probestunde.

Häufig gestellte Fragen zu Booster Pilates

Ist Booster Pilates dasselbe wie Reformer-Pilates?

Nein. Auch wenn beide Methoden auf reformerähnlichen Geräten stattfinden, unterscheiden sie sich klar: Reformer-Pilates folgt den klassischen Pilates-Prinzipien mit ruhigem Tempo und Übungspausen. Booster Pilates beziehungsweise die Lagree Fitness Method™ nutzt einen modifizierten Megaformer und arbeitet mit pausenlosen, hochintensiven Übungsabfolgen. Es ist eine eigenständige Methode mit eigener Marke und Lizenzstruktur.

Kann ich Booster Pilates zuhause machen?

In der Regel nein. Die Methode ist eng an den Megaformer gebunden, der für den Heimgebrauch zu gross und teuer ist. Es gibt zwar kleinere Heim-Versionen, doch das offizielle Lagree-Training findet ausschliesslich in lizenzierten Studios statt. Wer zuhause trainieren möchte, ist mit klassischen Pilates-Übungen auf der Matte oder einem kleineren Reformer besser bedient.

Wie schnell sehe ich Ergebnisse?

Erste muskuläre Effekte – mehr Kraft, bessere Körperwahrnehmung, festere Mitte – berichten viele nach 4 bis 8 Wochen bei zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. Sichtbare Veränderungen der Körperform brauchen länger und hängen stark von Ernährung, Schlaf, Alltagsbewegung und individuellen Voraussetzungen ab. Konkrete Versprechen wie «X Wochen bis zur Traumfigur» sind unseriös.

Ist Booster Pilates für Männer geeignet?

Ja. Auch wenn die Methode in den Anfangszeiten primär eine weibliche Klientel ansprach, ist sie geschlechtsunabhängig konzipiert und in den Schweizer Studios besuchen heute Frauen und Männer die Kurse. Krafttraining-erfahrene Männer empfinden die Belastung oft als überraschend hoch – langsame Bewegungen mit konstanter Spannung sind eine andere Herausforderung als klassisches Hanteltraining.

Quellen

  1. Hofstetter L, Häusler M, Rotzler S, et al. (2023). Effectiveness of Pilates exercise on low back pain: a systematic review with meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 46(16). PubMed: 37632387

  2. Yu Z, Yin Y, Wang J, et al. (2023). Efficacy of Pilates on Pain, Functional Disorders and Quality of Life in Patients with Chronic Low Back Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis. International Journal of Environmental Research and Public Health. PMC9956295

  3. Lagree Fitness (Hrsg.) (2026). Lagree Method – Official Information on Method, Equipment and Studio Standards. lagreefitness.com. https://www.lagreefitness.com/

  4. Wells C, Kolt GS, Bialocerkowski A. (2012). Defining Pilates exercise: A systematic review. Complementary Therapies in Medicine, 20(4):253–262. PubMed: 22579438

  5. Cruz-Ferreira A, Fernandes J, Laranjo L, et al. (2011). A Systematic Review of the Effects of Pilates Method of Exercise in Healthy People. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 92(12):2071–2081. PubMed: 22133255

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