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Ein Ekzem ist eine Entzündung der oberen Hautschichten, die typischerweise mit Rötung, Juckreiz und Schuppung einhergeht. Fachleute verwenden „Ekzem“ und „Dermatitis“ weitgehend gleichbedeutend für solche Hautentzündungen [3]. Im Gesicht ist die Haut besonders empfindlich, weil sie dünner ist und ständig Umweltreizen, Pflegeprodukten und Sonne ausgesetzt wird.
Ekzeme sind keine einheitliche Krankheit, sondern ein Sammelbegriff. Manche Formen betreffen nur bestimmte Körperstellen – etwa das Kontaktekzem an der Berührungsstelle –, andere können am ganzen Körper auftreten, wie das atopische Ekzem (Neurodermitis) [3]. Wichtig vorweg: Ein Ekzem im Gesicht ist in aller Regel nicht ansteckend.
Wichtig: Dieser Ratgeber gibt eine allgemeine Orientierung. Welche Form vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist, lässt sich nur individuell beurteilen – im Zweifel durch eine ärztliche Untersuchung.
Typisch für ein Ekzem im Gesicht sind gerötete, oft schuppende Hautstellen, die jucken oder brennen können. Je nach Form und Phase kommen trockene, rissige Areale, Bläschen, nässende Stellen oder später Krusten hinzu [5]. Der Juckreiz ist für viele Betroffene das belastendste Symptom.
In der akuten Phase kann die Haut gerötet, geschwollen und warm wirken; bei länger bestehender Entzündung verdickt sie sich durch wiederholtes Kratzen und Reiben mitunter und bekommt ein vergröbertes Relief [3]. Bläschen solltest du nicht aufkratzen, da offene Stellen leichter nässen und sich entzünden können. Bei einem Kontaktekzem klingen die Beschwerden nach dem Meiden des Auslösers oft innerhalb einiger Tage bis hin zu rund drei Wochen ab [3].
Die häufigste Ursache im Gesicht ist der Kontakt mit reizenden oder allergieauslösenden Stoffen – das sogenannte Kontaktekzem. Daneben spielen das atopische Ekzem (Neurodermitis) und die periorale Dermatitis eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Formen lassen sich so einordnen:
Beim Kontaktekzem unterscheidet man zwei Mechanismen. Beim allergischen Kontaktekzem reagiert das Immunsystem nach vorheriger Sensibilisierung auf einen Stoff; die Hautreaktion tritt verzögert auf, oft erst Stunden bis Tage nach dem erneuten Kontakt [6]. Häufige Allergene sind Nickel, Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika [1]. Das irritative Kontaktekzem entsteht dagegen durch die direkte Reizwirkung von Substanzen wie Seifen oder Reinigungsmitteln, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist [5]. In der Schweiz ist das Kontaktekzem weit verbreitet: Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind irgendwann im Leben davon betroffen [6].
Das atopische Ekzem (Neurodermitis) beruht auf einer erblichen Veranlagung und einer gestörten Hautbarriere, verläuft in Schüben und ist nicht ansteckend [2]. Bei Säuglingen sind oft das Gesicht und der Oberkörper betroffen [5].
Die periorale Dermatitis ist ein akneähnlicher Ausschlag mit kleinen Knötchen und Pusteln, der typischerweise um den Mund herum beginnt und auf Kinn, Nase oder Wangen übergreifen kann [4]. Umgangssprachlich wird sie auch „Stewardessenkrankheit“ oder „Mundrose“ genannt. Trotz ihres Namens handelt es sich streng genommen nicht um eine klassische Dermatitis [4].
Die genaue Ursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden verschiedene Auslöser, darunter die intensive Verwendung von Pflegeprodukten, fluoridhaltige Zahnpasta sowie die Anwendung kortisonhaltiger Cremes im Gesicht [4]. Charakteristisch ist, dass die Beschwerden oft über Wochen bis Monate bestehen und damit deutlich langwieriger verlaufen als ein einfaches Kontaktekzem.
Sicherheitshinweis: Kortisonhaltige Cremes können eine periorale Dermatitis auslösen oder verschlimmern. Wende solche Präparate im Gesicht deshalb nicht eigenmächtig und nicht über längere Zeit an, sondern nur nach ärztlicher Anweisung [4].
Ein zentraler Behandlungsschritt ist, mögliche Auslöser konsequent wegzulassen – also Pflegeprodukte und Make-up für eine Zeit zu reduzieren und die Haut nur mit Wasser zu reinigen. Bei Bedarf verordnen Ärztinnen und Ärzte zusätzlich wirkstoffhaltige Präparate, etwa bestimmte topische Antibiotika [4]. Wichtig ist Geduld, da sich eine Besserung meist erst über einige Wochen einstellt.
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache – ein einheitliches Standardrezept gibt es nicht. Der erste und wichtigste Schritt besteht beim Kontaktekzem darin, den auslösenden Stoff zu meiden; oft bessert sich die Haut dann von selbst [3].
Zur Linderung von Juckreiz und Entzündung kommen in der akuten Phase je nach Befund äusserliche Massnahmen zum Einsatz. Feuchte Umschläge können den Juckreiz mildern, und entzündungshemmende Präparate wie topische Glukokortikoide (Kortisonpräparate) spielen in der akuten Ekzemphase eine wichtige Rolle [1]. Solche Wirkstoffe gehören jedoch in ärztliche Hand, weil Stärke, Anwendungsdauer und Hautregion sorgfältig abgestimmt werden müssen – im Gesicht ist hier besondere Zurückhaltung geboten.
Beim atopischen Ekzem ist eine konsequente, an den Hautzustand angepasste Basispflege die Grundlage der Behandlung; Entzündungsschübe werden zusätzlich behandelt [2]. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, kann ein Allergietest (Epikutantest) helfen, den Auslöser zu finden. Dabei werden Teststoffe auf die Rückenhaut aufgebracht und die Reaktion über mehrere Tage kontrolliert [6].
Kühlende, feuchte Umschläge sind die am besten abgesicherte Selbsthilfemassnahme, um Juckreiz bei einem akuten Ekzem zu lindern [1]. Beliebt sind Umschläge mit abgekühltem schwarzem oder grünem Tee, dessen Gerbstoffe leicht zusammenziehend wirken; ein über die Linderung hinausgehender, heilungsbeschleunigender Effekt ist allerdings wissenschaftlich nicht gut belegt.
Generell gilt: Hausmittel können bei leichten Beschwerden unterstützen, ersetzen bei stärkeren oder anhaltenden Ekzemen aber keine ärztliche Behandlung. Vor allem bei trockener Haut und Neurodermitis ist es wichtig, die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen und auf milde, reizarme Pflege zu setzen [2]. Reagiert die Haut auf ein Mittel mit zunehmender Rötung oder Reizung, solltest du es absetzen.
Die wichtigste vorbeugende Massnahme ist eine milde, reizarme Hautpflege, die möglichst wenige allergieauslösende und reizende Inhaltsstoffe enthält [5]. Gerade bei empfindlicher Haut belasten aggressive Reinigungs- und Pflegeprodukte die Hautbarriere zusätzlich und können Ekzeme begünstigen.
Wenn bereits ein Auslöser bekannt ist – etwa Nickel oder ein bestimmter Duftstoff –, hilft konsequentes Meiden am meisten [1]. Bei der perioralen Dermatitis lautet die zentrale Empfehlung, die Haut nicht zu überpflegen und auf zu viele Produkte gleichzeitig zu verzichten [4]. Auch häufiges Waschen mit Seife kann die Haut strapazieren und sollte bei Neigung zu Ekzemen reduziert werden [5].
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden länger anhalten, sich verschlimmern, immer wiederkehren oder sich Anzeichen einer Infektion wie zunehmende Rötung, Schwellung, Nässen oder Eiterbildung zeigen. Auch wenn unklar ist, was das Ekzem auslöst, hilft eine fachliche Einschätzung weiter – etwa um eine Neurodermitis, eine Kontaktallergie oder eine periorale Dermatitis voneinander abzugrenzen [4][6].
Gerade weil im Gesicht viele Hauterkrankungen ähnlich aussehen und die falsche Selbstbehandlung – zum Beispiel mit Kortisoncreme bei perioraler Dermatitis – den Verlauf verschlechtern kann, lohnt sich eine dermatologische Beurteilung. Eine fachliche Begleitung hilft, die richtige Diagnose zu stellen und eine auf dich abgestimmte Behandlung zu finden.
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Ist ein Ekzem im Gesicht ansteckend?
Nein. Ekzeme wie das Kontaktekzem, die Neurodermitis oder die periorale Dermatitis sind nicht ansteckend [2][4]. Sie entstehen durch Reizstoffe, Allergene oder eine veranlagungsbedingt gestörte Hautbarriere, nicht durch Erreger, die von Mensch zu Mensch übertragen werden. Nässende Stellen können sich allerdings zusätzlich mit Bakterien infizieren – dann ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll.
Wie lange dauert ein Ekzem im Gesicht?
Das hängt von der Form ab. Ein Kontaktekzem bessert sich nach dem Meiden des Auslösers oft innerhalb einiger Tage, kann aber bis zu rund drei Wochen brauchen [3]. Eine periorale Dermatitis verläuft deutlich langwieriger und kann über Wochen bis Monate bestehen [4]. Die Neurodermitis ist chronisch und verläuft in Schüben [2].
Darf ich bei einem Ekzem im Gesicht eine Kortisoncreme selbst anwenden?
Nein, nicht eigenmächtig. Kortisonpräparate sind bei akuten Ekzemen zwar wirksam, gehören im empfindlichen Gesicht aber in ärztliche Hand [1]. Bei einer perioralen Dermatitis können kortisonhaltige Cremes die Beschwerden sogar auslösen oder verschlimmern [4]. Lass die Ursache deshalb abklären, bevor du solche Mittel verwendest.
Hilft schwarzer Tee gegen ein Ekzem im Gesicht?
Feuchte, kühlende Umschläge können den Juckreiz in der akuten Phase lindern [1]. Die Gerbstoffe in schwarzem oder grünem Tee wirken leicht zusammenziehend, ein darüber hinausgehender heilungsbeschleunigender Effekt ist jedoch nicht gut belegt. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden ersetzt ein Hausmittel keine ärztliche Behandlung.
[1] Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) u. a., 2021, S1-Leitlinie Kontaktekzem (AWMF-Register-Nr. 013-055), AWMF, https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-055l_S1_Kontaktekzem_2021-11.pdf
[2] Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) u. a., 2023, S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem) (AWMF-Register-Nr. 013-027), AWMF, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027
[3] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Kontaktdermatitis bzw. Dermatitis – ein Überblick, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/kontaktdermatitis
[4] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Periorale Dermatitis, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/akne-und-verwandte-erkrankungen/periorale-dermatitis
[5] aha! Allergiezentrum Schweiz, 2025, Pflege für sensible Haut / Kontaktekzem, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/haut/pflege-fuer-sensible-haut
[6] UniversitätsSpital Zürich (USZ), 2020, Kontaktekzeme, https://www.usz.ch/krankheit/kontaktekzeme/
Das Angioödem ist eine Schwellung der Haut. Es kommt durch Flüssigkeitsansammlung zustande und kann sich auf weitere Gewebe ausbreiten. Das Angioödem wird auch Quincke-Ödem genannt, nach dem Internisten Heinrich Quincke, der es im späten 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Es entwickelt sich rasch und kann ein bis sieben Tage anhalten. Im Gesicht betrifft die Schwellung vorwiegend Augenlider, Stirn, Wangen oder Lippen. Schmerzen oder Juckreiz kommen nur selten vor. Sind die Zunge oder die Schleimhaut des Kehlkopfes betroffen, kann das die Atemwege blockieren. Ebenso besteht die Möglichkeit einer Ausbreitung auf die Darmwand. Ursache für das Angioödem ist eine erhöhte Durchlässigkeit der Gefässwände.
Wenn plötzlich ein Augenlid herabhängt, die Pupille eines Auges deutlich grösser ist als die des anderen oder Doppelbilder auftreten, kann das verunsichern. Eine mögliche Ursache ist die Okulomotoriusparese – eine Lähmung des dritten Hirnnervs, der einen Grossteil der Augenbewegungen steuert. Sie ist selten, aber wichtig: Hinter ihr können harmlose wie auch ernste Ursachen stecken. Dieser Beitrag erklärt, was bei einer Okulomotoriusparese im Auge passiert, welche Anzeichen typisch sind und warum gerade die Pupille darüber entscheidet, wie dringend eine Abklärung ist.
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Besonders im unteren Rückenbereich treten verstärkt Verspannungen und Schmerzen auf. Das ist nicht nur bei Menschen der Fall, die sich wenig bewegen, sondern auch bei vielen Ausdauersportlern, die mit einem Ziehen im Lendenwirbelbereich zu kämpfen haben, wenn ein ausgiebiges Training stattfand. Schuld ist oft der Rückenstrecker. Er dient als wichtiger Stabilisator für die Wirbelsäule, wobei die Bezeichnung auch für das dazugehörige Fitnessgerät steht, das einen Aufbau der Rückenmuskulatur gestattet. Wie du den Muskel trainierst und wie das Gerät funktioniert, sagen wir dir hier.