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Hautkrebs erkennen: Worauf du bei Hautveränderungen achten solltest

Hautkrebs erkennen: Worauf du bei Hautveränderungen achten solltest

Ein neuer Fleck, ein verändertes Muttermal oder eine raue Stelle, die nicht abheilt: Solche Beobachtungen verunsichern, sind aber meist harmlos. Trotzdem lohnt es sich, die eigene Haut im Blick zu behalten, denn früh entdeckter Hautkrebs lässt sich in der Regel gut behandeln. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Formen von Hautkrebs es gibt, woran du verdächtige Veränderungen erkennen kannst und wann eine hautärztliche Abklärung sinnvoll ist. Wichtig vorab: Eine Selbstuntersuchung ersetzt keine ärztliche Beurteilung. Ob eine Hautveränderung harmlos ist, kann letztlich nur eine Hautärztin oder ein Hautarzt sicher einschätzen [1].

Was ist Hautkrebs und welche Formen gibt es?

Hautkrebs entsteht, wenn sich Zellen der Haut unkontrolliert vermehren. Fachleute unterscheiden vor allem zwischen schwarzem und weissem (hellem) Hautkrebs [3]. Beide Hauptgruppen unterscheiden sich in Häufigkeit, Aussehen und Verlauf deutlich. Im Überblick lassen sie sich so einordnen:

  • Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom): entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut und kann Metastasen bilden [2].
  • Weisser Hautkrebs, Typ 1 (Basaliom beziehungsweise Basalzellkarzinom): die häufigste Form von Hautkrebs; sie bildet nur sehr selten Metastasen [1][7].
  • Weisser Hautkrebs, Typ 2 (Spinaliom beziehungsweise Plattenepithelkarzinom): kann in seltenen Fällen streuen [6].
  • Vorstufen (aktinische Keratose, Morbus Bowen): können sich im Verlauf zu weissem Hautkrebs entwickeln und sollten deshalb beobachtet und behandelt werden [3][6].

Der weisse Hautkrebs ist deutlich häufiger als das Melanom: In der Schweiz wird er pro Jahr schätzungsweise bei 20'000 bis 25'000 Menschen festgestellt [7]. An einem Melanom erkranken jährlich rund 3'500 Personen, etwa 300 sterben daran – und fast ein Fünftel der Betroffenen ist bei der Diagnose jünger als 50 Jahre [2].

Wie erkenne ich schwarzen Hautkrebs (Melanom)?

Schwarzer Hautkrebs zeigt sich meist als neuer oder veränderter dunkler Fleck, der sich in Form, Farbe oder Grösse von anderen Pigmentmalen unterscheidet [2]. Das Melanom entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten). Etwa ein Drittel aller Melanome entwickelt sich aus bestehenden Pigmentmalen, viele entstehen aber neu [1].

Ein Melanom kann grundsätzlich überall am Körper auftreten – auch an Stellen, die selten Sonne abbekommen, etwa im Genitalbereich oder unter Finger- und Fussnägeln [1]. Unbehandelt können sich Krebszellen über die Lymph- und Blutbahnen ausbreiten und Metastasen bilden, beispielsweise in Lymphknoten, Lunge, Leber, Knochen oder Gehirn [2]. Genau deshalb ist die frühe Erkennung so wichtig: Wird ein Melanom in einem frühen Stadium entdeckt und entfernt, sind die Heilungschancen gut [7].

Was ist die ABCDE-Regel?

Die ABCDE-Regel ist eine einfache Faustregel, mit der du Pigmentmale bei der Selbstuntersuchung auf verdächtige Merkmale prüfen kannst [4]. Jeder Buchstabe steht für ein Warnzeichen. Je mehr Punkte auf einen Fleck zutreffen, desto eher solltest du ihn hautärztlich abklären lassen – die Regel ersetzt jedoch keine fachliche Beurteilung.

  • A – Asymmetrie: Der Fleck ist nicht gleichmässig rund oder oval, sondern unregelmässig geformt.
  • B – Begrenzung: Die Ränder sind unscharf, ausgefranst oder uneben.
  • C – Colour (Farbe): Der Fleck weist mehrere Farbtöne auf (z. B. braun, schwarz, rötlich).
  • D – Durchmesser: Der Fleck ist grösser als etwa 6 Millimeter oder hat sich vergrössert.
  • E – Erhabenheit und Entwicklung: Der Fleck erhebt sich über die Haut oder verändert sich über die Zeit.

Neben diesen Merkmalen können auch Juckreiz, Nässen oder Bluten Hinweise auf eine verdächtige Veränderung sein [2]. Entscheidend ist vor allem die Veränderung: Ein Mal, das sich in kurzer Zeit auffällig wandelt, gehört in ärztliche Beurteilung [4].

Wie zeigt sich weisser Hautkrebs?

Weisser Hautkrebs zeigt sich meist als hautfarbene bis rötliche, raue, schuppende oder knotige Stelle, die nicht abheilt – häufig an Körperstellen, die oft der Sonne ausgesetzt sind [3][6]. Weil er sich farblich kaum von der normalen Haut abhebt und langsam wächst, wird er oft erst spät bemerkt.

Die häufigere Form ist das Basaliom (Basalzellkarzinom). Es wächst meist langsam, oft über Jahre, und bildet nur sehr selten Metastasen; früh entfernt sind die Heilungschancen gut [1][7]. Das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) entsteht häufig auf dem Boden einer Vorstufe und kann in seltenen Fällen streuen [6]. Als Vorstufen gelten vor allem die aktinische Keratose – eine raue, gerötete Stelle auf sonnengeschädigter Haut – sowie der Morbus Bowen; werden sie rechtzeitig behandelt, lässt sich die Entstehung von Hautkrebs oft verhindern [6].

Gut zu wissen: Weisser Hautkrebs entsteht typischerweise an den sogenannten Sonnenterrassen – also an Gesicht, Ohren, Nase, Lippen, Nacken, Handrücken und an einer unbehaarten Kopfhaut [3][6]. Genau diese Stellen lohnt es sich, regelmässig zu kontrollieren.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs?

Ein erhöhtes Risiko haben vor allem Menschen mit heller Haut, vielen oder auffälligen Pigmentmalen sowie einer hohen UV-Belastung im Laufe des Lebens [1]. UV-Strahlung gilt als wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor: Sie schädigt das Erbgut der Hautzellen und erhöht so das Hautkrebsrisiko [4][5].

Als Personen mit erhöhtem Risiko gelten laut Krebsliga Schweiz insbesondere [1]:

  • Menschen mit mehr als 100 Pigmentmalen am Körper
  • Menschen mit heller, kaum bräunender Haut
  • Personen mit auffälligen Pigmentmalen (Form, Farbe)
  • Personen, in deren Familie Melanome gehäuft vorkommen
  • Personen, die früher bereits an Hautkrebs erkrankt waren
  • Menschen mit Albinismus
  • Personen mit häufigen Sonnenbränden, besonders in der Kindheit
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem (krankheits- oder medikamentenbedingt)

Besonders bedeutsam sind Sonnenbrände in der Kindheit: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Zahl der Sonnenbrände in jungen Jahren und dem späteren Hautkrebsrisiko [4]. UV-Schutz von klein auf ist deshalb eine der wirksamsten Vorbeugemassnahmen.

Wann ist eine hautärztliche Abklärung sinnvoll?

Lass eine Hautveränderung abklären, wenn sie neu auftritt, sich verändert, blutet, juckt oder nach etwa vier Wochen nicht abheilt [5]. Auch Flecken, die mehrere Merkmale der ABCDE-Regel erfüllen, gehören in fachliche Beurteilung [4]. Nicht jede Veränderung verschwindet von selbst, und einige können Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein [5].

Sicherheitshinweis: Suche zeitnah eine hautärztliche Praxis auf, wenn ein Pigmentmal sich rasch verändert, ungewöhnlich aussieht, blutet oder nässt, oder wenn eine Hautstelle über Wochen nicht abheilt. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel abklären lassen als zu spät [4][5].

Die erste Anlaufstelle kann die Hausarztpraxis sein, die dich bei Verdacht an eine dermatologische Fachperson weiterverweist. Für die Beurteilung von Hautkrebs ist die Dermatologie zuständig [1].

Wie läuft die Untersuchung und Behandlung von Hautveränderungen ab?

Bei der Untersuchung begutachtet die Hautärztin oder der Hautarzt verdächtige Stellen, häufig mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) [4]. Besteht ein Verdacht, wird die auffällige Hautveränderung in der Regel in örtlicher Betäubung vollständig entfernt und anschliessend unter dem Mikroskop untersucht (Histologie) [7].

Wie es danach weitergeht, hängt von der Art und vom Stadium ab. Beim weissen Hautkrebs ist die vollständige Entfernung des Tumors die wichtigste Behandlung; bei kleinen Basalzellkarzinomen kommen je nach Befund auch Cremes, Kälte- oder Lichttherapie infrage, beim Plattenepithelkarzinom werden diese Verfahren nicht empfohlen [6]. Beim Melanom richtet sich das weitere Vorgehen nach der Eindringtiefe; bei fortgeschrittenen Stadien stehen zusätzlich zielgerichtete Therapien und Immuntherapien zur Verfügung, die die Behandlungsaussichten verbessert haben [7]. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab und wird ärztlich entschieden.

Wie kann ich Hautkrebs vorbeugen?

Der wirksamste Schutz ist es, übermässige UV-Belastung zu vermeiden – durch Schatten, Kleidung und Sonnenschutzmittel [4][5]. Da UV-Strahlung der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist, steht konsequenter Sonnenschutz im Mittelpunkt der Vorbeugung.

Empfohlen werden unter anderem [5]:

  • sich zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten aufhalten, wenn die Sonne am stärksten ist
  • Kleidung, eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen
  • unbedeckte Haut grosszügig mit Sonnencreme eincremen, die vor UVA- und UVB-Strahlen schützt (mindestens Lichtschutzfaktor 30) und wiederholt nachcremen
  • Kinder besonders gut schützen und Babys nicht der direkten Sonne aussetzen
  • auf das Solarium verzichten

Von Solarienbesuchen wird ausdrücklich abgeraten: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO stuft die UV-Strahlung von Solarien als krebserregend ein, und das Risiko steigt besonders bei einer Nutzung vor dem 35. Lebensjahr; für Minderjährige ist die Nutzung in der Schweiz gesetzlich verboten [5].

Neben dem Sonnenschutz ist die regelmässige Selbstkontrolle der Haut sinnvoll, damit dir Veränderungen früh auffallen [4]. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen für alle Personen ohne erhöhtes Risiko werden in der Schweiz derzeit nicht generell empfohlen, da dafür noch zu wenig gesicherte Studien vorliegen [1]. Gehörst du zu einer Risikogruppe, besprich am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob und wie oft eine hautärztliche Kontrolle für dich sinnvoll ist [1].

Wenn du eine Hautveränderung beobachtest, die dich verunsichert, oder zu einer Risikogruppe gehörst, ist eine persönliche Beurteilung der richtige nächste Schritt. Auf truVuna findest du dermatologische Praxen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu Hautkrebs und Hautveränderungen

Ab wann sollte ich ein Muttermal abklären lassen?

Lass ein Muttermal abklären, wenn es sich in Form, Farbe oder Grösse verändert, asymmetrisch oder unscharf begrenzt ist, juckt, blutet oder neu auftritt. Die ABCDE-Regel hilft dir bei der Einschätzung. Bei mehreren auffälligen Merkmalen oder bei Unsicherheit ist eine hautärztliche Beurteilung der sicherste Weg [4].

Ist weisser oder schwarzer Hautkrebs gefährlicher?

Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) gilt als gefährlicher, weil es eher Metastasen bildet als der weisse Hautkrebs. Weisser Hautkrebs ist deutlich häufiger, wächst meist langsam und metastasiert selten; das Basaliom praktisch nie, das Spinaliom nur in seltenen Fällen [1][6]. Beide Formen sind bei früher Erkennung in der Regel gut behandelbar [7].

Kann ich Hautkrebs selbst erkennen?

Du kannst verdächtige Veränderungen selbst bemerken, aber nicht sicher diagnostizieren. Die regelmässige Selbstkontrolle mit der ABCDE-Regel hilft, Auffälligkeiten früh zu entdecken [4]. Ob eine Hautveränderung tatsächlich Hautkrebs ist, kann letztlich nur eine hautärztliche Untersuchung klären, oft ergänzt durch eine Gewebeuntersuchung [7].

Übernimmt die Krankenkasse ein Hautkrebs-Screening?

Das hängt von deiner Situation und deinem individuellen Risiko ab. Eine generelle Reihenuntersuchung für Personen ohne erhöhtes Risiko wird in der Schweiz derzeit nicht empfohlen [1]. Bei erhöhtem Risiko solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt klären, ob Kontrollen sinnvoll sind, und die Kostenübernahme vorab mit deiner Krankenkasse abklären.

Quellen

[1] Krebsliga Schweiz, 2024, Hautkrebs früh erkennen – Risiko und Vorsorge, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/frueherkennung/hautkrebs

[2] Krebsliga Schweiz, 2024, Was ist ein Melanom?, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/melanom-schwarzer-hautkrebs/was-ist-ein-melanom

[3] Krebsliga Schweiz, 2024, Hautkrebs – Arten und Hautveränderungen, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs

[4] Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV), 2026, Prävention von Hautkrebs / FAQ Hautkrebs und Sonnenschutz, derma.swiss, https://www.derma.swiss/patienten/hautkrebspraevention/

[5] Bundesamt für Gesundheit (BAG), 2024, Sonne und UV-Strahlung sowie Solarien, bag.admin.ch, https://www.bag.admin.ch/de/sonne-und-uv-strahlung

[6] Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2024, Therapie weisser Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom), krebsinformationsdienst.de, https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/behandlung-weisser-hautkrebs

[7] UniversitätsSpital Zürich (USZ), 2026, Schwarzer Hautkrebs (Melanom) und Basalzellkarzinom, usz.ch, https://www.usz.ch/krankheit/melanom/

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