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Hautkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Haut, bei der man grob zwei Gruppen unterscheidet: den häufigeren hellen (weissen) Hautkrebs und das seltenere, aber aggressivere Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt [1][3]. Der Unterschied liegt vor allem im Verhalten der Erkrankung: Während heller Hautkrebs meist langsam wächst und nur selten Ableger bildet, kann das Melanom über Lymph- und Blutbahnen Metastasen in andere Organe streuen [4][1].
Zum hellen Hautkrebs zählen zwei Formen. Das Basalzellkarzinom (Basaliom) ist die häufigste und am wenigsten gefährliche Hautkrebsart, das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) die zweithäufigste [1]. Eine Vorstufe des hellen Hautkrebses ist die aktinische Keratose, eine raue, oft schuppige Hautveränderung, aus der sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln kann [1][5]. Das Melanom dagegen entsteht aus den Pigmentzellen der Haut und kann sich aus einem bestehenden Muttermal entwickeln oder neu auftreten [1].
Die drei häufigsten Formen lassen sich wie folgt einordnen:
Welche Art vorliegt, lässt sich nur ärztlich klären. Die Einteilung ist wichtig, weil die Formen unterschiedlich behandelt werden.
Die wichtigste Ursache für Hautkrebs ist UV-Strahlung aus Sonne und Solarium, die das Erbgut der Hautzellen schädigen kann [1]. Besonders Sonnenbrände – vor allem in der Kindheit – erhöhen das Risiko, und auch das Solarium gilt als zusätzliche Belastung, von dessen Nutzung dringend abgeraten wird [1][2].
Neben der UV-Belastung spielen weitere Faktoren eine Rolle. Ein erhöhtes Risiko haben unter anderem Menschen mit hellem Hauttyp, mit vielen oder auffälligen Pigmentmalen, mit einer familiären Häufung von Melanomen, mit einer früheren Hautkrebserkrankung sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem [1]. Grundsätzlich gilt: Erkranken kann jede Person, und niemand trägt eine Schuld, wenn Krebs auftritt [1]. Die Risikofaktoren helfen aber einzuschätzen, wer besonders aufmerksam sein und ärztliche Kontrollen in Anspruch nehmen sollte.
Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind in der Regel die Heilungschancen [3][1]. Heller Hautkrebs wächst meist langsam und lässt sich gut behandeln – oft genügt ein kleiner Eingriff [4]. Auch beim Melanom steigen die Heilungschancen deutlich, wenn der Tumor frühzeitig erkannt wird [3]; wird er hingegen erst spät entdeckt und hat bereits Metastasen gebildet, ist die Behandlung schwieriger [1].
In der Schweiz erkranken jährlich rund 3000 bis 3500 Menschen an einem Melanom und über 25 000 an hellem Hautkrebs; etwa 300 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen eines Melanoms [1][6]. Auffällig ist, dass fast ein Fünftel der am Melanom Erkrankten bei der Diagnose jünger als 50 Jahre ist [1]. Ein systematisches Früherkennungsprogramm wie bei manchen anderen Krebsarten gibt es in der Schweiz nicht [6] – umso wichtiger sind die eigene Aufmerksamkeit und ärztliche Kontrollen bei erhöhtem Risiko.
Verdächtige Hautveränderungen erkennst du am besten, indem du deine Haut regelmässig – etwa einmal im Monat – selbst untersuchst und dabei die ABCDE-Regel als Orientierung nutzt [3]. Diese Faustregel hilft, ein auffälliges Pigmentmal von einem harmlosen Muttermal zu unterscheiden [3]. Untersuche dabei den ganzen Körper, auch schwer einsehbare Stellen wie Rücken, Kopfhaut, Zehenzwischenräume oder den Bereich unter den Nägeln, und nutze bei Bedarf einen Spiegel oder die Hilfe einer anderen Person [3].
Die fünf Buchstaben stehen für:
Hilfreich ist auch das «Ugly-Duckling-Zeichen»: Fällt ein Mal auf, weil es nicht zu den übrigen passt, lohnt sich besondere Aufmerksamkeit [3]. Die ABCDE-Regel ersetzt allerdings keine ärztliche Untersuchung – sie ist eine Orientierungshilfe für den Alltag [3].
Sicherheitshinweis: Lass eine Hautstelle zeitnah ärztlich abklären, wenn ein Muttermal seine Grösse, Form oder Farbe verändert, juckt, blutet oder nässt, oder wenn eine Stelle wie eine Wunde aussieht, die nicht heilt [1]. Solche Veränderungen sind nicht zwingend Hautkrebs, gehören aber untersucht.
In der Hautarztpraxis wird die Haut mit einem Dermatoskop untersucht – einer speziellen beleuchteten Lupe, die eine genauere Beurteilung von Hautveränderungen ermöglicht [1]. Stuft die Hautärztin oder der Hautarzt eine Stelle als verdächtig ein, wird sie meist unter örtlicher Betäubung entfernt oder eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen [1].
Die Gewebeprobe wird anschliessend im Labor untersucht. Erst dieses Ergebnis gibt Aufschluss darüber, ob tatsächlich Hautkrebs vorliegt und um welche Art es sich handelt [1]. Bei einem Melanom können je nach Befund weitere Untersuchungen folgen, etwa bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie, um zu prüfen, ob Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind [1]. Welche Untersuchungen nötig sind, ist von Person zu Person unterschiedlich [1].
Die wichtigste Behandlung von Hautkrebs ist in den meisten Fällen die operative Entfernung des betroffenen Gewebes [1][4]. Bei hellem Hautkrebs ist dies oft ein kleiner Eingriff, der sich in der Hautarztpraxis durchführen lässt; gut abgrenzbare oder kleine Tumoren können teils schon bei der Gewebeentnahme vollständig entfernt werden [4]. Nach der Operation wird das Gewebe unter dem Mikroskop begutachtet, und bei Bedarf wird nachoperiert [4].
Neben der Operation kommen je nach Art, Lage und Ausbreitung weitere Verfahren infrage. Bei oberflächlichem hellem Hautkrebs und Vorstufen können medikamentöse Cremes wie Imiquimod, das die körpereigene Immunabwehr aktiviert, eine Alternative sein, ausserdem Kältetherapie (Kryotherapie), Lasertherapie, photodynamische Therapie oder eine Strahlentherapie [4][5]. Beim Melanom steht ebenfalls die Operation im Vordergrund; in fortgeschrittenen Stadien kommen medikamentöse Therapien wie die Immuntherapie und zielgerichtete Therapien sowie die Strahlentherapie zum Einsatz [1].
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Hautkrebsart, vom Stadium sowie vom Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person ab und wird gemeinsam mit der behandelnden Fachperson entschieden [5][1]. Die hier genannten Möglichkeiten sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen.
Nach der Behandlung sind regelmässige Nachkontrollen wichtig, weil Hautkrebs erneut auftreten oder ein neuer Tumor entstehen kann [1]. Wie engmaschig diese Kontrollen sind und wie lange sie fortgeführt werden, wird individuell festgelegt und richtet sich nach der Hautkrebsart und dem Verlauf.
Ergänzend dazu bleibt die regelmässige Selbstuntersuchung sinnvoll: Achte weiterhin auf Veränderungen deiner Muttermale in Grösse, Form und Farbe und nimm vereinbarte ärztliche Termine konsequent wahr [1][3].
Vorbeugen kannst du vor allem, indem du deine Haut konsequent vor UV-Strahlung schützt [2]. Da UV-Strahlung als wichtigster Risikofaktor gilt, ist ein bewusster Sonnenschutz die wirksamste Massnahme [1][2].
Dazu gehören mehrere Bausteine:
Wichtig zu wissen: Ein hoher Lichtschutzfaktor ist kein Freipass für unbegrenzten Aufenthalt in der Sonne [2]. Zur Vorbeugung gehört zudem, die eigene Haut regelmässig zu beobachten und Auffälligkeiten ärztlich abklären zu lassen.
Wenn du unsicher bist, ob ein Muttermal harmlos ist, oder wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, ist eine ärztliche Kontrolle der sicherste Weg zu einer verlässlichen Einschätzung. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann verdächtige Stellen mit dem Dermatoskop beurteilen und im Zweifel weitere Schritte einleiten.
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Ist Hautkrebs heilbar?
Hautkrebs ist in vielen Fällen gut behandelbar, wenn er früh erkannt wird. Heller Hautkrebs wächst meist langsam und lässt sich oft mit einem kleinen Eingriff entfernen [4]. Auch beim Melanom sind die Heilungschancen deutlich besser, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird [3]. Hat der Krebs hingegen bereits gestreut, wird die Behandlung schwieriger [1]. Eine verlässliche Einschätzung ist nur ärztlich möglich.
Wie oft sollte ich meine Haut selbst untersuchen?
Eine Selbstuntersuchung der Haut etwa einmal im Monat wird empfohlen [3]. Betrachte dabei den ganzen Körper bei Tageslicht, auch schwer einsehbare Stellen wie Rücken, Kopfhaut oder die Bereiche unter den Nägeln, und nutze einen Spiegel oder die Hilfe einer anderen Person [3]. Die ABCDE-Regel hilft dir, auffällige Muttermale einzuschätzen, ersetzt aber keine ärztliche Kontrolle [3].
Ab wie vielen Muttermalen ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll?
Eine regelmässige ärztliche Hautkontrolle ist vor allem bei erhöhtem Risiko sinnvoll – etwa bei vielen oder auffälligen Pigmentmalen, hellem Hauttyp, früheren Sonnenbränden oder einer familiären Häufung von Melanomen [1]. Ob und wie oft eine Kontrolle durch eine Fachperson nötig ist, besprichst du am besten direkt mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt [1].
Übernimmt die Krankenkasse die Hautkrebs-Kontrolle in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es kein systematisches Früherkennungsprogramm für Hautkrebs [6]. Ob und in welchem Umfang eine Hautkontrolle von der Krankenkasse übernommen wird, hängt vom Einzelfall ab. Am besten klärst du die Kostenfrage vor einem Termin mit deiner Krankenkasse und der jeweiligen Praxis.
[1] Krebsliga Schweiz, abgerufen 2026, Melanom (Schwarzer Hautkrebs): Was ist ein Melanom, Ursachen, Diagnose und Behandlung, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/melanom-schwarzer-hautkrebs
[2] Krebsliga Schweiz, abgerufen 2026, Hautkrebs früh erkennen und Sonnenschutz, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/frueherkennung/hautkrebs
[3] Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), abgerufen 2026, Hautkrebs erkennen – ABCDE-Regel und Selbstuntersuchung, krebsinformationsdienst.de, https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/symptome
[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), abgerufen 2026, Weisser Hautkrebs und seine Behandlung, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/weisser-hautkrebs.html
[5] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF), 2022, S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, AWMF-Registernummer 032/022OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/aktinische-keratosen-und-plattenepithelkarzinom-der-haut
[6] Bundesamt für Gesundheit, Krebsliga Schweiz, Suva und Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, 2025, Medienmitteilung: Schütze dich vor Hautkrebs, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/medien/medienmitteilungen/vier-partner-eine-botschaft-schuetze-dich-vor-hautkrebs
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