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Typisch ist ein Schmerz, der vor allem in Ruhe auftritt – also dann, wenn du im Bett liegst und der Körper sich nicht bewegt. Betroffene beschreiben ihn meist als ziehend, stechend, dumpf oder pochend im Bereich der Hüfte. Die Beschwerden können in den Oberschenkel, ins Gesäss oder in den unteren Rücken ausstrahlen. Bei einer Hüftarthrose etwa ziehen die Schmerzen häufig in die Leiste und können bis ins Gesäss oder in die Knie ausstrahlen [1].
Kommen Schwellung, Überwärmung oder Rötung hinzu, deutet das auf einen entzündlichen Reizzustand hin. Gelenkschmerzen können grundsätzlich nur bei Belastung oder auch in Ruhe auftreten; eine entzündliche Komponente zeigt sich oft durch Überwärmung und Schwellung [2]. Wichtig für die Einordnung ist, ob der Schmerz ausschliesslich im Liegen besteht oder auch beim Gehen, Aufstehen und Treppensteigen – das gibt einen ersten Hinweis auf die mögliche Ursache.
Treten die Schmerzen nur beim Liegen auf und bist du sonst beschwerdefrei, liegt die Ursache häufig in der Schlafposition oder im Schlafplatz. Wer auf der Seite mit stark angewinkelten Beinen schläft, belastet die seitliche Hüfte und die dort liegenden Weichteile besonders. Auch eine Matratze, die nicht zum Körpergewicht passt, kann Druckstellen begünstigen.
Ein grosser Teil der Beschwerden, die wir umgangssprachlich als «Hüftschmerzen» bezeichnen, stammt gar nicht aus dem Gelenk selbst, sondern aus den umliegenden Muskeln, Sehnen und Schleimbeuteln.
Gut zu wissen: Nach Einschätzung der Rheumaliga Schweiz werden längst nicht alle Hüftschmerzen durch das Gelenk verursacht – in rund drei Vierteln der Fälle stecken Weichteile in Hüftnähe dahinter. Das ist meist unangenehm, aber nicht gefährlich [1].
Häufige Auslöser für Hüftschmerzen beim Liegen sind:
Schmerzen an der Aussenseite der Hüfte, die sich beim Liegen auf der betroffenen Seite verstärken, sind ein klassisches Zeichen für das sogenannte Grosse-Rollhügel-Schmerzsyndrom (Greater Trochanteric Pain Syndrome, GTPS). Dabei handelt es sich um eine häufige Ursache für seitlichen Hüftschmerz, von der vor allem Frauen im mittleren Lebensalter betroffen sind [4]. Lange wurde dafür allein eine Schleimbeutelentzündung verantwortlich gemacht. Heute geht die Forschung davon aus, dass meist eine Reizung der Gesässsehnen (Glutealsehnen) im Vordergrund steht, teils zusammen mit einem gereizten Schleimbeutel [4].
Der Druck des Körpergewichts auf die gereizten Sehnen und den Schleimbeutel erklärt, warum das Liegen auf der betroffenen Seite besonders schmerzhaft sein kann. Auch eine Druckempfindlichkeit über dem tastbaren Knochenvorsprung an der Hüftaussenseite (Trochanter major) spricht eher für eine solche Sehnen- oder Schleimbeutelreizung als für ein Problem im Gelenk selbst [2].
Eine Hüftarthrose macht sich anfangs vor allem durch Anlauf- und Belastungsschmerzen bemerkbar, in fortgeschrittenen Stadien aber auch durch Ruhe- und Nachtschmerzen. Bei einer Arthrose baut sich der Gelenkknorpel nach und nach ab; das Gelenk wird steifer und schmerzhafter [1]. Typisch ist eine Start- oder Anlaufsteifheit nach Ruhephasen, die sich durch Bewegung wieder bessert [1]. Bei fortgeschrittener Arthrose kann sich ein Dauerschmerz in Bewegungs- und Ruhephasen entwickeln [1].
Die Hüftarthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und nimmt mit dem Alter zu. Zu den Risikofaktoren zählen neben dem Lebensalter unter anderem Übergewicht, frühere Verletzungen, Fehlstellungen und rheumatische Erkrankungen [3]. Eine eingeschränkte Innendrehung der Hüfte gilt als eines der frühen Zeichen [2]. Anders als bei reinen Schlafpositions-Beschwerden zeigen sich die Schmerzen bei einer Arthrose in der Regel nicht nur nachts, sondern auch bei Bewegung im Alltag.
Neben Arthrose und Sehnenreizungen kommen seltener weitere Ursachen infrage, etwa rheumatisch-entzündliche Erkrankungen, eine bakterielle Gelenkentzündung, ein Knochenbruch nach Sturz oder eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. Bei Kindern und Jugendlichen können Wachstums- und Hüfterkrankungen hinter Hüft- oder Knieschmerzen mit Hinken stecken, die ärztlich abgeklärt werden sollten [1].
In der Schwangerschaft kann sich der Beckenring lockern, weil sich die knorpelige Verbindung der Schambeine und die stabilisierenden Strukturen auf die Geburt vorbereiten. Bei einer schwangerschaftsbedingten Symphysenlockerung wird die vordere Beckenringverbindung weniger stabil, was Schmerzen im Becken-, Leisten- oder Hüftbereich begünstigen kann [6]. Zusammen mit der Gewichtszunahme und der Verlagerung des Körperschwerpunkts erhöht das die Belastung von Hüfte und Becken – Schmerzen im Liegen und Sitzen können die Folge sein.
Solche schwangerschaftsbedingten Gelenk- und Beckenbeschwerden sind in der Regel ungefährlich, können aber spürbar belasten. Ein Kissen zwischen den Knien, ein Stillkissen zur Stabilisierung der Seitenlage und gezielte Bewegung können entlasten. Halten die Schmerzen an oder werden sie stark, ist ein Gespräch mit der gynäkologischen oder hausärztlichen Praxis sinnvoll, um andere Ursachen auszuschliessen.
Wenn die Schmerzen rund um die Uhr bestehen, ohne dass du eine entlastende Position findest, oder wenn sie immer wiederkehren, gehören sie ärztlich abgeklärt. Grundsätzlich gilt: Lassen sich Schmerzen in einer entspannten Ruheposition kaum lindern, sind weitere Abklärungen angezeigt [1]. Bei der Untersuchung werden meist die Beweglichkeit und der Gang beurteilt; ergänzend kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz [2].
Sicherheitshinweis: Suche zeitnah ärztliche Hilfe, wenn die Hüftschmerzen nach einem Sturz oder Unfall auftreten, du das Bein kaum belasten oder gehen kannst, das Gelenk gerötet, überwärmt und geschwollen ist oder Fieber hinzukommt. Auch ein anhaltender Nacht- und Ruheschmerz ohne erkennbaren Auslöser sowie Hüft- oder Knieschmerzen mit Hinken bei Kindern und Jugendlichen sollten rasch abgeklärt werden [1][2].
Liegt die Ursache in der Schlafposition oder im Schlafplatz, helfen oft schon einfache Anpassungen. Bewährt haben sich folgende Punkte:
Unabhängig von der Schlafposition ist regelmässige, gelenkschonende Bewegung einer der wichtigsten Bausteine für eine gesunde Hüfte. Bei einer Hüftarthrose gilt die Faustregel «viel bewegen, wenig belasten»; geeignet sind etwa Velofahren, Wassergymnastik, Aquajogging oder Spaziergänge auf weichem Untergrund [1]. Während eines akuten, entzündlichen Schubs darf das Bewegungspensum dagegen vorübergehend reduziert werden [1].
Bei einer Sehnenreizung an der Hüftaussenseite (GTPS) gelten gezielte Bewegung und ein angepasstes Belastungsmanagement als zentrale Behandlungsbausteine. Studien deuten darauf hin, dass individuell abgestimmte Physiotherapie langfristig hilfreich sein kann; andere Verfahren wie die Stosswellentherapie sind dagegen nur begrenzt und uneinheitlich belegt [4]. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt stark vom Befund ab und sollte fachlich angeleitet werden – falsche oder zu intensive Belastung kann die gereizten Sehnen zusätzlich reizen.
Manuelle Verfahren wie die Osteopathie werden bei Beschwerden im Bewegungsapparat häufig nachgefragt. Die Evidenz ist je nach Körperregion unterschiedlich: Am besten untersucht ist osteopathische Behandlung bei Nacken- und Kreuzschmerzen, wo sie kurz- und mittelfristig Beschwerden lindern kann; für andere Körperregionen ist die Wirksamkeit weniger klar belegt [5]. Für Beschwerden direkt im Hüftbereich ist die Studienlage entsprechend zurückhaltend zu bewerten. Manuelle Behandlungen können ergänzend zu Bewegung und gezieltem Training eine Rolle spielen, ersetzen aber keine Abklärung der eigentlichen Ursache.
Welche Massnahme im Einzelfall die richtige ist, hängt von der Ursache und vom individuellen Befund ab. Die hier genannten Möglichkeiten sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen und ersetzen keine persönliche Untersuchung.
Wenn Hausmittel und Anpassungen der Schlafsituation nicht ausreichen oder die Beschwerden immer wiederkehren, ist eine fachliche Einschätzung sinnvoll – zunächst zur Einordnung der Ursache und anschliessend, falls passend, zur Begleitung mit gezielter Bewegung oder manueller Therapie. Auf truVuna findest du osteopathische Praxen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um offene Fragen vor einem Ersttermin zu klären.
Auf welcher Seite sollte ich bei Hüftschmerzen schlafen?
Wenn nur eine Hüfte betroffen ist, empfinden viele Menschen das Liegen auf der schmerzfreien Seite als angenehmer. Ein Kissen zwischen den Knien hält Becken und Hüfte in einer neutraleren Position und kann den Druck verringern. Auch die Rückenlage entlastet die Hüfte. Da die ideale Position von der Ursache abhängt, lohnt sich bei anhaltenden Beschwerden eine fachliche Einschätzung.
Warum tut die Hüfte oft nur nachts und nicht tagsüber weh?
Im Liegen wirkt das Körpergewicht über längere Zeit punktuell auf die seitliche Hüfte und die dort liegenden Sehnen und Schleimbeutel, was eine bestehende Reizung spürbar machen kann. Zudem fehlt nachts die Ablenkung durch Bewegung und Alltag. Bestehen die Schmerzen ausschliesslich im Liegen, steckt häufig die Schlafposition dahinter; treten sie auch tagsüber bei Bewegung auf, kommen andere Ursachen infrage.
Welche Matratze ist bei Hüftschmerzen sinnvoll?
Wichtig ist, dass die Matratze zu deinem Körpergewicht und deiner Statur passt und die Wirbelsäule in Seiten- und Rückenlage neutral lagert. Eine zu harte Matratze erzeugt Druckstellen an der Hüfte, eine zu weiche lässt das Becken durchhängen. Lass dich beim Kauf in Ruhe beraten und probiere verschiedene Härtegrade aus. Eine Matratze allein behebt allerdings keine zugrunde liegende Erkrankung.
Wann sollte ich mit Hüftschmerzen ärztliche Hilfe suchen?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn die Schmerzen stark sind, nach einem Sturz auftreten, immer wiederkehren oder rund um die Uhr bestehen, ohne dass eine entlastende Position hilft. Auch Fieber, eine gerötete und überwärmte Hüfte oder die Unfähigkeit, das Bein zu belasten, sind Warnzeichen. Bei Kindern und Jugendlichen mit Hüft- oder Knieschmerzen und Hinken sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden.
Hilft Osteopathie bei Hüftschmerzen?
Die wissenschaftliche Evidenz für osteopathische Behandlung ist bei Nacken- und Kreuzschmerzen am besten belegt, dort kann sie kurz- und mittelfristig Beschwerden lindern. Für Beschwerden direkt im Hüftbereich ist die Studienlage weniger eindeutig. Manuelle Verfahren können ergänzend sinnvoll sein, sollten eine Abklärung der Ursache aber nicht ersetzen.
[1] Rheumaliga Schweiz, Arthrose und Hüftarthrose / «Die Hüfte bewegt», https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/arthrose
[2] MSD Manual, Ausgabe für medizinische Fachkreise, Untersuchung der Hüfte, überprüft Feb. 2024 / geändert Jan. 2025, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/diagnostischer-zugang-bei-patienten-mit-gelenksymptomen/untersuchung-der-h%C3%BCfte; sowie MSD Manual, Ausgabe für medizinische Fachkreise, Schmerzen in mehreren Gelenken, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/schmerzen-in-und-an-den-gelenken/schmerzen-in-mehreren-gelenken
[3] AWMF, S2k-Leitlinie Koxarthrose, Registernummer 033-001, 2019, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/033-001
[4] Management of Greater Trochanteric Pain Syndrome: A Narrative Review, 2025, PMC, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12255468/
[5] AIHTA (Austrian Institute for Health Technology Assessment), Osteopathie: Wirksamkeit und Sicherheit bei Schmerzen des Bewegungs- und Stützapparates, 2023, https://aihta.at/page/osteopathy-effectiveness-and-safety-for-musculoskeletal-pain-and-overview-of-training-and-quality-requirements/de
[6] Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Radiologie, Symphysenlockerung, https://radiologie.charite.de/diagnostik/gelenkerkrankungen_muskuloskelettale_diagnostik/symphysenlockerung
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