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Beim Grauen Star trübt sich die natürliche Augenlinse ein. Das Licht wird dadurch nicht mehr klar gebündelt, und das Sehen wird unscharf – viele beschreiben es wie einen Blick durch einen grauen Schleier [1][4]. Häufigste Ursache ist der natürliche Alterungsprozess; seltener entsteht ein Katarakt durch Verletzungen, bestimmte Medikamente (etwa Kortison), Begleiterkrankungen oder ist angeboren [1].
Typische Anzeichen sind eine nachlassende Sehschärfe, Schleiersehen, eine zunehmende Blendempfindlichkeit und das Gefühl, mehr Licht zum Lesen zu brauchen [1][4]. Unbehandelt schreitet die Trübung fort.
Die Operation gehört zu den häufigsten medizinischen Eingriffen überhaupt und wird in der Regel ambulant durchgeführt – meist in örtlicher Betäubung [1][4]. Beim Standardverfahren, der Phakoemulsifikation, wird über einen sehr kleinen Schnitt die getrübte Linse mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt. Der feine Kapselsack bleibt erhalten und dient als Halt für die neue Kunstlinse, die gefaltet eingeführt wird und sich im Auge entfaltet [1].
Die eingesetzte künstliche Linse (Intraokularlinse) verbleibt dauerhaft im Auge und muss später nicht ausgetauscht werden. Der Eingriff dauert in der Regel nur kurz, und viele Betroffene können noch am selben Tag nach Hause [1][4]. Wie genau Ablauf und Betäubung gestaltet werden, kann je nach Praxis und Befund variieren.
Neben dem Standardverfahren mit Ultraschall gibt es die femtosekundenlaser-assistierte Methode. Dabei übernimmt ein Laser einzelne Schritte des Eingriffs, etwa Schnitte oder das Eröffnen der Linsenkapsel. Beide Verfahren sind etabliert. Welche Methode sich eignet, hängt vom individuellen Befund ab und wird augenärztlich besprochen.
Für die Kostenfrage ist der Unterschied relevant: Das Standardverfahren ist die von der Grundversicherung gedeckte Methode, während der Femtosekundenlaser häufig als Zusatzleistung gilt und nicht automatisch übernommen wird (siehe Abschnitt zu den Kosten).
Grundsätzlich wird zwischen der Standardlinse und sogenannten Premiumlinsen unterschieden:
Welche Linse zu dir passt, hängt von deinen Augen, deinem Alltag und deinen Sehbedürfnissen ab. Premiumlinsen sind nicht für alle geeignet und mit Zusatzkosten verbunden – eine ausführliche Beratung vorab ist daher sinnvoll.
Ein fester Zeitpunkt lässt sich nicht pauschal nennen. Entscheidend ist, wie stark die Sehverschlechterung den Alltag beeinträchtigt [1][4]. Solange du gut zurechtkommst, besteht kein Zwang zur Operation; nimmt die Einschränkung zu – etwa beim Lesen, Autofahren oder im Beruf –, kann der Eingriff sinnvoll werden. Die Entscheidung triffst du gemeinsam mit deiner Augenärztin oder deinem Augenarzt nach einer Untersuchung.
Die Kataraktoperation gilt als sehr sicher, und die allermeisten Eingriffe verlaufen ohne Komplikationen [1]. Wie bei jedem Eingriff sind Komplikationen aber nicht völlig ausgeschlossen. Möglich sind in seltenen Fällen etwa Entzündungen, ein vorübergehend erhöhter Augeninnendruck, eine Schwellung der Netzhautmitte (Makula) oder – sehr selten – eine Infektion im Augeninneren [1].
Ein häufigerer Spätbefund ist der Nachstar: eine erneute Eintrübung der hinteren Linsenkapsel hinter der künstlichen Linse, die sich ambulant mit einem kurzen Lasereingriff unkompliziert behandeln lässt [1]. Der Graue Star selbst kehrt nach der Operation nicht zurück.
Nach dem Eingriff wird das Auge zum Schutz abgedeckt. In den ersten Wochen werden Augentropfen angewendet, die einer Infektion vorbeugen und die Heilung unterstützen [1]. In den ersten Tagen solltest du zudem Wasser, Shampoo und das Reiben am Auge vermeiden, solange deine behandelnde Fachperson nichts anderes empfiehlt. Die vereinbarten Nachkontrollen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu beurteilen.
Solltest du nach der Operation zunehmende Schmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung oder eine starke Rötung bemerken, setze dich umgehend mit deiner Augenarztpraxis oder einer augenärztlichen Notfallstelle in Verbindung [1]. Die genauen Verhaltensregeln legt deine behandelnde Fachperson individuell fest.
Eine medizinisch notwendige Kataraktoperation ist in der Schweiz eine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) [5][6]. Die Standardbehandlung – also die Operation mit Ultraschall (Phakoemulsifikation) und einer monofokalen Standardlinse – wird abzüglich der gesetzlichen Kostenbeteiligung von der Grundversicherung übernommen. Es gibt deshalb keinen frei vergleichbaren „Komplettpreis", den du als Selbstzahler:in tragen müsstest.
Was du selbst trägst, ist die gesetzliche Kostenbeteiligung. Sie ist bei allen Krankenversicherern gleich und setzt sich zusammen aus [6]:
Zusatz- oder Komfortleistungen können dagegen selbst zu bezahlen sein. Der Femtosekundenlaser gilt häufig als Zusatzleistung und wird nicht automatisch von der Grundversicherung übernommen; auch Premiumlinsen (multifokale oder torische Linsen) sind in der Regel mit Zusatzkosten verbunden [5]. Wie hoch diese ausfallen und was im Einzelfall gedeckt ist, hängt vom Anbieter, der gewählten Leistung und einer allfälligen Zusatzversicherung ab. Es lohnt sich daher, vor dem Eingriff eine Kostengutsprache bei der Krankenkasse einzuholen und die Kosten mit der behandelnden Praxis zu klären [5][6].
Kann man den Grauen Star ohne Operation behandeln?
Nein. Es gibt keine Medikamente oder Augentropfen, die eine getrübte Linse wieder klar machen. Die einzige wirksame Behandlung ist die Operation, bei der die Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird [1][4].
Kommt der Graue Star nach der Operation zurück?
Der Graue Star selbst kehrt nicht zurück, da die getrübte Linse entfernt wird. Es kann jedoch ein sogenannter Nachstar entstehen – eine Eintrübung hinter der Kunstlinse –, der sich mit einem kurzen, ambulanten Lasereingriff gut behandeln lässt [1].
Brauche ich nach der Operation noch eine Brille?
Das hängt von der gewählten Linse ab. Mit einer monofokalen Standardlinse ist für manche Entfernungen weiterhin eine Brille nötig. Premiumlinsen können den Brillenbedarf verringern, sind aber nicht für alle geeignet und mit Zusatzkosten verbunden [1].
Zahlt die Krankenkasse die Kataraktoperation?
Die medizinisch notwendige Standardoperation ist eine Pflichtleistung der Grundversicherung; selbst zu tragen sind die gesetzliche Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt) sowie Zusatzleistungen wie Femtosekundenlaser oder Premiumlinsen. Eine Kostengutsprache vorab schafft Klarheit [5][6].
[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Katarakt (grauer Star), https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/katarakt-grauer-star/katarakt-grauer-star
[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Kurzinformationen: Katarakt (grauer Star), https://www.msdmanuals.com/de/heim/kurzinformationen-augenkrankheiten/katarakt-grauer-star/katarakt-grauer-star
[3] UniversitätsSpital Zürich (USZ), Augenklinik, Kataraktoperation, https://www.usz.ch/fachbereich/augenklinik/angebot/kataraktoperation/
[4] UniversitätsSpital Zürich (USZ), Grauer Star, https://www.usz.ch/krankheit/grauer-star/
[5] Beobachter, Grauer Star – was zahlt die Krankenkasse?, https://www.beobachter.ch/geld/krankenkasse/was-zahlt-die-krankenkasse-13718
[6] Bundesamt für Gesundheit (BAG), Krankenversicherung: Prämien und Kostenbeteiligung, https://www.bag.admin.ch/de/krankenversicherung-praemien-und-kostenbeteiligung
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Herpes simplex ist eine der häufigsten Virusinfektionen weltweit – und doch ranken sich viele Unsicherheiten um Ansteckung, Verlauf und Behandlung. Bei den meisten Menschen zeigt sich das Virus als gelegentliches «Fieberbläschen» an der Lippe, bei manchen als Genitalherpes, bei vielen bleibt es ganz unbemerkt. In diesem Ratgeber erfährst du, wie sich Herpes simplex überträgt, welche Symptome typisch sind, wie eine Behandlung aussieht und wann eine ärztliche Abklärung wirklich wichtig ist.
Finger- und Zehennägel werden wie die Haut selbst aus Hautzellen gebildet. Sie werden daher den Hautanhangsgebilden zugeordnet. Das, was wir als Fingernägel beziehungsweise Zehennägel kennen, wird von Fachleuten als Nagelplatte bezeichnet. Die Nagelplatte besteht vor allem aus Keratin. Sie beginnt an der Nagelwurzel und ist fest mit dem Nagelbett darunter verwachsen. An den Kuppen der Finger und Zehen trennen sich Nagelbett und Nagelplatte jedoch, sodass wir diese als Werkzeug benutzen können. Zudem sind die Nägel Teil des Tastsinns. An den Seiten der Nagelplatte gibt es Hautränder. Diese Hautränder schützen den Nagel und werden auch als Nagelwall bezeichnet.
Eine osteopathische Behandlung ist eine Form der manuellen Therapie: Untersuchung und Behandlung erfolgen ausschliesslich mit den Händen, ohne Geräte und ohne Medikamente. Wenn du überlegst, einen Termin zu vereinbaren, möchtest du wahrscheinlich wissen, was in einer Sitzung konkret passiert, welche Handgriffe eingesetzt werden, wie viele Termine üblich sind und worauf du dich einstellen kannst. Genau darum geht es in diesem Ratgeber – vom Erstgespräch über die Tastuntersuchung bis zu den Grenzen der Methode.