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Nägelkauen: Lästige Angewohnheit oder Gesundheitsrisiko?

Nägelkauen: Lästige Angewohnheit oder Gesundheitsrisiko?

Nägelkauen ist eine schlechte Angewohnheit, die viele Menschen verfolgt. Manche kauen in Stresssituationen auf den Nägeln herum, andere aus purer Langeweile. Die Fingernägel sehen dann häufig sehr mitgenommen aus, wodurch Betroffene sich noch unwohler fühlen. Doch woher kommt dieses Verhalten eigentlich, ist das Knabbern an den Nägeln gefährlich für die Gesundheit und wie kannst du das Problem in den Griff bekommen?

Wie häufig kommt Nägelkauen bei Kindern und Erwachsenen vor?

Bei der Häufigkeit scheint es zunächst keine geschlechterspezifischen Unterschiede zu geben, denn Frauen und Männer sind gleich oft betroffen. Das Alter scheint hingegen wichtig zu sein, denn nur etwa jeder zehnte Erwachsene kaut oder knabbert seine Fingernägel ab. Deutlich häufiger tritt dieses Problem bei Kindern auf. Im Durchschnitt sind etwa 30 Prozent der Kinder vom Nägelkauen betroffen. Bei den Jugendlichen liegt die Häufigkeit sogar noch etwas höher: Etwa jeder zweite Jugendliche kaut auf den Nägeln. Meist zeigt sich dieses Verhalten frühestens bei Kindern im Alter von vier Jahren.

Was sind typische Ursachen für Nägelkauen?

Weshalb das Nägelkauen besonders bei Kindern und Jugendlichen so häufig vorkommt, verdeutlichen die möglichen Ursachen des Problems. Häufig handelt es sich um ein Kompensations- oder Ersatzverhalten. Durch das Knabbern sollen Stress, Anspannung und aufgestaute Gefühle wie Angst, Frust oder Aggression abgebaut werden. Besonders Kinder und Jugendliche, die sich noch in ihrer emotionalen Entwicklung befinden, haben manchmal Schwierigkeiten, Konflikte zu bewältigen. Stehen sie mit ihren Gefühlen alleine da oder sind sie einer zu einengenden Erziehung ausgesetzt, kann das Nägelkauen zu einer Ersatzbefriedigung werden. Eine weitere mögliche Ursache kann überschüssige Energie oder Unterforderung sein. Besonders aktive Kinder und Erwachsene, die sich nicht ausreichend abreagieren können, neigen dazu, auf den Fingernägeln zu kauen. Oft kommen in diesen Fällen auch Zähneknirschen oder nervöses Zappeln als begleitende Symptome hinzu. Bei den meisten Erwachsenen begann das Nägelkauen im Kindesalter und wurde dann später einfach zur Gewohnheit.

Welche Krankheiten können das Fingernägelkauen als Symptom zeigen?

Entgegen der allgemeinen Meinung, ist das Nägelkauen nur in sehr seltenen Fällen ein Hinweis auf psychische Erkrankungen. Dennoch gibt es einige wenige Krankheiten und Störungen, bei denen es zu den typischen Symptomen zählen kann. Dazu gehören:

  • Depressionen
  • Phobien wie Höhenangst, Flugangst oder ähnliches
  • Herzneurosen
  • Autoaggression

Wenn das Verhalten wirklich auf eine tiefer liegende psychologische Störung zurückzuführen ist, wird das Knabbern an den Fingernägeln sehr exzessiv ausgelebt und ist zwanghaft.

Welche gesundheitlichen Risiken kann das Nägelkauen mit sich bringen?

Die Nagelplatte dient als Schutz für das darunterliegende Nagelbett. Hier verlaufen die zahlreichen Nerven, die deine Hände durchziehen zusammen – nur so funtkioniert das sprichwörtliche Fingerspitzengefühl. Wer an der Nagelplatte kaut, diese abbeisst oder abreisst, zerstört diese Schutzbarriere. Häufig beissen Betroffene dabei nicht nur die Nagelplatte ab, sondern auch die Nagelhaut. Die Folge sind schmerzempfindliche, blutige Fingerspitzen. Durch die offenen Wunden können leicht Bakterien und andere Krankheitserreger eindringen. Die Folgen können Entzündungen des Nagelbetts und Fehlbildungen der Nagelplatte sein.

Wann ist ein Besuch beim Arzt nötig?

In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen. Wenn Eltern dieses Verhalten plötzlich bei ihren Kindern beobachten, sollten sie aber aufmerksam bleiben. Es empfiehlt sich hier zunächst bei einer passenden Gelegenheit das Gespräch mit dem Kind zu suchen, bevor ein Psychologe hinzugezogen wird. Wenn das Nägelkauen zu stark ausgeprägt ist und es zu ernsthaften Verletzungen kommt, sollte die Ursache durch einen Arzt geklärt werden.

Wie kann Hypnose helfen, die schlechte Angewohnheit loszuwerden?

Hypnose hat sich schon bei vielen schlechten Angewohnheiten und Umstellungen in der Lebensweise als erfolgsversprechend erwiesen. Mithilfe der Hypnose können tiefsitzende emotionale Anspannungen und Ängste gelöst werden. Darüber hinaus ist die Behandlung sinnvoll, um dem Ursprung von Störungen auf den Grund zu gehen. Denn nur durch die bewusste Wahrnehmung des Problems können Betroffene eingeschliffene Muster durchbrechen.

Welche Tipps können noch gegen das Nägelkauen helfen?

Neben der Hypnosetherapie gibt es noch zahlreiche andere Methoden und Hausmittel, die dir helfen können, die schlechte Angewohnheit abzulegen. Dazu gehören:

  • Autogenes Training: Es vermittelt dir Entspannungstechniken, die dir in Stresssituationen helfen können.
  • Habit Reversal Training: Bei dieser Methode aus der Verhaltenstherapie wird zunächst ermittelt, in welchen Situationen das Nägelkauen auftritt. Im zweiten Schritt wird dann ein alternative Angewohnheit eingeführt, die nach und nach das unerwünschte Verhalten ersetzen soll.
  • Sport: Wenn das Nägelkauen auf mangelnde körperliche Auslastung zurückzuführen ist, kann dir eine intensive Sporteinheit helfen. Dabei werden ausserdem Stresshormone abgebaut, die Anspannung fällt ab und es werden Glückshormone freigesetzt.
  • Künstliche Fingernägel: Frauen, die gerne an den Nägeln kauen, kann eine schöne Maniküre oder künstlichen Fingernägeln helfen. Sind die Nägel schön hergerichtet, kann es die Knabberattacken hemmen. Künstliche Fingernägel haben ausserdem den Vorteil, dass Betroffene mit den Zähnen erst gar nicht mehr an die Naturnägel herankommen. Zu oft sollten künstliche Nägel jedoch nicht genutzt werden, da sie auf Dauer ebenfalls schädlich für die Naturnägel sind.
  • Bittertinkturen: Auf dieses altbewährte Hausmittel setzen viele Eltern, die ihren Kindern das Nägelkauen abgewöhnen möchten. Doch auch bei Erwachsenen, die aus reiner Gewohnheit knabbern, kann es helfen. Die Tinkturen sind in der Apotheke erhältlich und werden auf die Nägel aufgetragen. Der unangenehme Geschmack sorgt schnell dafür, dass die Lust am Nägelknabbern vergeht.

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