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Nagelkleber ist ein auf Cyanoacrylat basierender Klebstoff – genau wie klassischer Sekundenkleber. Der häufig verwendete Wirkstoff in kosmetischen Nagelklebern ist Ethylcyanoacrylat, ein schnell härtender Klebstoff. Die Substanz härtet durch Kontakt mit Feuchtigkeit aus – in der Luft, auf der Haut oder auf der Nagelplatte [1]. Deshalb ist Nagelkleber so schnell: Schon geringe Feuchtigkeit genügt, damit die Polymerisation einsetzt und der Kleber in Sekunden fest wird.
Wichtiger Hinweis für Kinder und Jugendliche: Nagelkleber muss gesetzlich den Warnhinweis „Cyanoacrylat – Gefahr. Klebt innerhalb von Sekunden Haut und Augenlider zusammen" tragen und darf nicht in Kinderhände gelangen [2].
Nagelkleber und Sekundenkleber basieren chemisch auf dem gleichen Wirkprinzip (Cyanoacrylat), unterscheiden sich aber in der Zusammensetzung und damit in ihrer Eignung für unterschiedliche Zwecke [1]. Nagelkleber (Tipkleber) setzt meist auf Ethylcyanoacrylat, während Haushalts-Sekundenkleber in der Regel Isobutyl- oder Methylcyanoacrylat enthält. Nach dem Aushärten bleibt Nagelkleber etwas flexibler, Sekundenkleber dagegen eher hart und spröde. Das macht den Unterschied in der Anwendung: Nagelkleber ist für Kunstnägel und die Nagelreparatur optimiert und etwas hautfreundlicher formuliert, Sekundenkleber ist für Nägel nicht geeignet, wirkt stärker reizend und ist nicht für den Hautkontakt gedacht. Entfernen lassen sich beide mit Aceton; Nagelkleber zusätzlich mit Nagellackentferner, Sekundenkleber notfalls auch mechanisch.
Sekundenkleber aus dem Haushalt sollte nicht als Ersatz für Nagelkleber verwendet werden – er ist für die Nagelsubstanz aggressiver und kann zu Beschädigungen der Nagelplatte führen.
Nagelkleber im flüssigen Zustand kann Haut, Augen und Atemwege reizen. In ausgehärtetem Zustand gilt Cyanoacrylat als ungiftig [1]. Was konkret zu beachten ist:
Im flüssigen Zustand:
Im ausgehärteten Zustand:
Bei Unsicherheiten oder wenn der Kleber in grösseren Mengen in Kontakt mit Haut oder Augen kam: Tox Info Suisse ist rund um die Uhr erreichbar (Notfallnummer 145) [3].
Nagelkleber verzeiht wenig Fehler – er haftet sofort. Mit der richtigen Vorbereitung klappt es aber gut:
Wusstest du schon? Cyanoacrylat-Kleber härten durch Feuchtigkeit aus. Darum kleben sie auf Haut besonders schnell – und darum ist Ruhe wichtiger als Kraft, wenn versehentlich Finger zusammenkleben.
Das passiert häufig: Der Deckel des Tipklebers ist am Flaschenhals festgeklebt. Gewalt hilft dabei nicht – das erhöht nur das Verletzungsrisiko.
Die einfachste Lösung: Einen kleinen Tropfen Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, Rapsöl oder auch Olivenöl) direkt in den Verschluss träufeln. Das Öl kann helfen, den festgeklebten Rand zu lösen. Lass es kurz einwirken und versuche dann, den Deckel ohne Gewalt zu drehen. Das gleiche Prinzip funktioniert, wenn der Kunstnagel beim Aufkleben verrutscht ist und noch nicht vollständig ausgehärtet ist.
Vom Naturnagel lässt sich der Kleber am einfachsten mit einer feinen Nagelfeile abtragen. Nagellackentferner auf Acetonbasis kann helfen, Rückstände anzulösen – Vorsicht: Aceton trocknet die Nagelsubstanz aus. Danach Nagelöl oder Handcreme auftragen.
Von der Haut gilt laut Tox Info Suisse: Nicht abschaben, nicht mit Lösungsmitteln bearbeiten. Stattdessen wiederholt Pflanzenöl einmassieren oder die Stelle in warmem Seifenwasser einweichen. Der ausgehärtete Kleber löst sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen durch natürliche Hautabschilferung von selbst ab [1].
Von Oberflächen (Glas, Metall) hilft Aceton oder ein spezieller Klebstofflöser.
Das Wichtigste zuerst: Nicht ziehen – das kann die Haut einreissen und zu Verletzungen führen.
Stattdessen:
Bei Augenkontakt: Auge sofort zehn bis fünfzehn Minuten mit lauwarmem Wasser spülen und ärztliche Hilfe aufsuchen [3].
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Ist Nagelkleber dasselbe wie Sekundenkleber?
Nagelkleber und Sekundenkleber basieren beide auf Cyanoacrylat, unterscheiden sich aber in der spezifischen Zusammensetzung. Nagelkleber enthält in der Regel Ethylcyanoacrylat und ist für die Anwendung auf Nägeln formuliert – etwas flexibler nach dem Aushärten und etwas hautfreundlicher. Haushalt-Sekundenkleber ist nicht als Ersatz für Nagelkleber geeignet und kann die Nagelsubstanz beschädigen.
Was tun, wenn der Tipkleber festgeklebt ist und sich nicht öffnen lässt?
Einen kleinen Tropfen Pflanzenöl in den Verschluss träufeln und kurz einwirken lassen. Das Öl schwächt die Cyanoacrylat-Verbindung, sodass sich der Deckel öffnen lässt. Kraftanwendung oder Messer sind keine gute Idee – sie erhöhen das Verletzungsrisiko.
Wie lange hält Nagelkleber auf Kunstnägeln?
Das hängt von der Vorbereitung, der Klebermenge und dem Alltagsgebrauch ab. Gut aufgetragener Nagelkleber hält in der Regel ein bis zwei Wochen, bei häufigem Wasserkontakt kürzer. Eine saubere, fettfreie Nagelplatte vor dem Aufkleben ist der grösste Einflussfaktor.
Ist ausgehärteter Nagelkleber giftig, wenn er geschluckt wird?
Ausgehärtetes Cyanoacrylat gilt laut Tox Info Suisse als ungiftig. Bei grösseren Mengen oder Unsicherheiten ist es trotzdem ratsam, die Notfallnummer 145 zu kontaktieren. Nagelkleber im flüssigen Zustand sollte natürlich nie in den Mund geraten.
Kann ich Nagelkleber auch für eingerissene Naturnägel verwenden?
Ja, in kleinen Mengen ist das möglich. Für einen kleinen Riss genügt ein winziger Tropfen. Alternativ gibt es spezielle Nagelreparaturkits mit Seidenpapier und Kleber, die das Ergebnis stabiler machen. Auf gereizte oder entzündete Haut um den Nagel herum sollte kein Kleber aufgetragen werden.
[1] Tox Info Suisse, 2017, Kleber – Sekundenkleber und Alleskleber, https://www.toxinfo.ch/650/archiv
[2] Europäische Kommission, 2008, Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung), EUR-Lex, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32008R1272
[3] Tox Info Suisse, Erste Hilfe bei Vergiftungen, https://www.toxinfo.ch/erste_hilfe
[4] National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH), Nail Salons – Control of Ethyl Methacrylate Exposures During Artificial Nail Application, https://www.cdc.gov/niosh/engcontrols/ecd/detail167.html
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