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Ringelblumensalbe selber machen: Anleitung in 7 Schritten

Ringelblumensalbe selber machen: Anleitung in 7 Schritten

Ein sonniger Balkon, ein paar leuchtend orange Blüten und etwas Öl – mehr braucht es im Grunde nicht, um Ringelblumensalbe selbst herzustellen. Die Ringelblume (Calendula officinalis) gehört zu den bekanntesten Pflanzen der traditionellen Hautpflege und lässt sich mit überschaubarem Aufwand zu einer streichfähigen Salbe verarbeiten. In dieser Anleitung erfährst du in sieben Schritten, wie du aus den Blüten zuerst ein Ringelblumenöl und daraus eine fertige Salbe machst – und worauf du bei Zutaten, Hygiene, Haltbarkeit und Verträglichkeit achten solltest. So weisst du am Ende genau, was in deinem Tiegel steckt.

Was ist Ringelblumensalbe – und wofür wird sie verwendet?

Ringelblumensalbe ist ein öl- und wachsbasiertes Pflegeprodukt aus einem Auszug der Ringelblumenblüten, das traditionell äusserlich zur Pflege beanspruchter Haut verwendet wird. Für Zubereitungen aus Ringelblumenblüten ist die äusserliche Anwendung anerkannt – nämlich zur symptomatischen Behandlung leichter Hautentzündungen (etwa nach Sonnenbrand) und zur unterstützenden Heilung kleiner, oberflächlicher Wunden. Diese Einstufung als traditionelles pflanzliches Mittel beruht auf der langjährigen Verwendung und nicht auf grossen klinischen Studien [1]. Arzneilich genutzt werden ausschliesslich die Blüten; die innerliche Anwendung beruht auf Erfahrungswerten und ist wissenschaftlich nicht belegt [4].

Wichtig zur Einordnung: Eine selbst gemachte Salbe ist kein Arzneimittel. Anders als ein geprüftes Fertigprodukt hat sie keinen standardisierten Wirkstoffgehalt, und ihre Qualität hängt stark von Rohstoffen und Sauberkeit ab. Als Pflege für normale, gesunde Haut ist sie gut geeignet – tiefe, grössere, stark verschmutzte oder entzündete Wunden gehören dagegen nicht in Eigenbehandlung.

Schritt 1: Zutaten und Materialien zusammenstellen

Für eine einfache Ringelblumensalbe brauchst du nur wenige Grundzutaten. Bewährt hat sich folgende Basis:

  • Ringelblumenblüten: idealerweise gut getrocknete Blütenblätter (dazu unten mehr). Als Richtwert etwa zwei locker gefüllte Hände voll.
  • Pflanzliches Öl bzw. Fett: rund 250 ml. Kokosöl ist beliebt, weil es bei Raumtemperatur fest ist und der Salbe Stand gibt. Ebenso eignen sich Olivenöl, Mandelöl oder Jojobaöl, die der Haut zusätzlich Pflege geben.
  • Wachs zum Festigen: Bienenwachs als klassische Variante. Wer die Salbe vegan herstellen möchte, kann pflanzliche Wachse wie Carnauba-, Candelilla- oder Sonnenblumenwachs verwenden – diese sind meist härter und sollten sparsamer dosiert werden. Als grobe Faustregel gilt etwa ein Teil Wachs auf zehn Teile Öl; über die Menge steuerst du, wie fest die Salbe wird.

An Zubehör benötigst du: zwei Töpfe für ein Wasserbad, ein feines Sieb, ein sauberes Mull- oder Leinentuch, einen sauberen Spatel sowie dunkle, gut gereinigte Schraubgläser zum Abfüllen. Für den Kaltauszug zusätzlich ein grösseres Schraubglas. Tipp: Fülle die fertige Salbe lieber in mehrere kleine Gläser statt in ein grosses – so kommst du seltener mit den Fingern hinein und hältst die Keimbelastung gering [3].

Schritt 2: Ringelblüten ernten oder getrocknete Blüten verwenden

Die Ringelblume lässt sich ab Juni ernten und blüht über den Sommer hinweg immer wieder nach [4]. Schneide die Blüten am besten an einem trockenen Tag direkt unter dem Blütenkopf ab. Eigene, ungespritzte Blüten aus Garten oder Balkonkasten sind eine gute Wahl, weil du weisst, womit sie behandelt wurden.

Entscheidend für die Haltbarkeit: Lass die Blüten vor dem Öl-Auszug gut durchtrocknen. Frische, feuchte Pflanzenteile bringen Wasser in das Öl ein, und Wasser ist ein idealer Nährboden für Keime und Schimmel [3]. Getrocknete Blüten senken dieses Risiko deutlich. Wer keine eigenen Pflanzen hat, kann getrocknete Ringelblumenblüten (Calendulae flos) in Apotheke oder Drogerie kaufen.

Schritt 3: Das Ringelblumenöl ansetzen

Der erste Teil deiner Salbe ist das Ringelblumenöl, bei dem die Blüten ihre fettlöslichen Inhaltsstoffe an das Öl abgeben. Zupfe die getrockneten Blüten in kleinere Stücke, damit sie eine möglichst grosse Oberfläche haben, und gib sie in dein Öl. Für die eigentliche Auszugsmethode gibt es zwei Wege – den Kalt- und den Warmauszug.

Schritt 4: Kaltauszug oder Warmauszug wählen

Beide Methoden führen zum Ziel, unterscheiden sich aber in Dauer und Aufwand. Die beiden Verfahren im Überblick:

  • Kaltauszug: Dauer rund 3 bis 6 Wochen. Vorgehen: Blüten im Schraubglas mit Öl bedecken, warm/hell stellen, täglich schütteln. Besonderheiten: schonend; getrocknete Blüten verwenden, um Schimmel vorzubeugen.
  • Warmauszug: Dauer etwa 30 bis 60 Minuten. Vorgehen: Öl im Wasserbad sanft erwärmen, Blüten bei niedriger Hitze ziehen lassen. Besonderheiten: schneller; Öl nicht überhitzen, damit empfindliche Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Beim Kaltauszug füllst du die zerkleinerten Blüten in ein sauberes Schraubglas und übergiesst sie vollständig mit Öl. Das Glas steht dann einige Wochen an einem warmen Platz; tägliches Schütteln verteilt die Inhaltsstoffe und verringert das Risiko, dass sich Schimmel bildet. Beim Warmauszug erwärmst du das Öl mit den Blüten im Wasserbad bei sanfter, niedriger Hitze. Achte darauf, das Öl nicht zu stark zu erhitzen – zu viel Hitze kann wertvolle Inhaltsstoffe schädigen. Welche Methode besser passt, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit du investieren möchtest.

Schritt 5: Das Ringelblumenöl absieben

Nach dem Auszug trennst du die Blüten vom Öl. Lege ein feines Sieb mit einem sauberen Mull- oder Leinentuch aus und giesse das Öl-Blüten-Gemisch hindurch in einen sauberen Topf. Drücke das Tuch zum Schluss gut aus, um möglichst viel Öl aufzufangen. Übrig bleibt dein fertiges, klares Ringelblumenöl – das ist bereits für sich als Hautöl verwendbar oder die Grundlage für die Salbe.

Schritt 6: Öl und Wachs zur Salbe verarbeiten

Um aus dem Öl eine streichfähige Salbe zu machen, schmilzt du das Wachs und verbindest es mit dem Öl. Wachs schmilzt erst bei deutlich höherer Temperatur als die meisten Öle, deshalb erwärmst du es behutsam im Wasserbad, bis es flüssig ist. Rühre dann das Ringelblumenöl unter und vermische beides gründlich, damit eine gleichmässige Masse entsteht. Eine Probe hilft bei der Konsistenz: Gib einen kleinen Tropfen auf einen kalten Teller. Wird er zu fest, rühre etwas mehr Öl unter; ist er zu weich, ergänze etwas Wachs.

Schritt 7: Salbe abfüllen und richtig lagern

Fülle die noch warme, flüssige Salbe zügig in die vorbereiteten, sauberen Gläser. Beim Abkühlen wird sie fester. Lass die Gläser offen stehen, bis die Salbe vollständig ausgekühlt ist, und lege zum Schutz vor Staub ein sauberes Tuch darüber. Anschliessend verschliessen und kühl sowie dunkel aufbewahren – am besten in dunklem Glas. Entnimm die Salbe immer mit einem sauberen Spatel statt mit den Fingern, damit möglichst wenige Keime hineingelangen [3].

Wie lange ist selbst gemachte Ringelblumensalbe haltbar?

Eine rein öl- und wachsbasierte Ringelblumensalbe hält sich bei sauberer Herstellung und kühler, dunkler Lagerung mehrere Monate. Weil sie kein Wasser enthält, braucht sie keine zusätzlichen Konservierungsmittel gegen Keime – wasserfreie Produkte wie Öle oder Körperbutter müssen im Gegensatz zu wasserhaltigen Cremes (eine Körperlotion enthält etwa 70 bis 80 Prozent Wasser) nicht konserviert werden [3].

Das Hauptproblem öliger Produkte ist nicht Verkeimung, sondern das Ranzigwerden: Öle reagieren mit Sauerstoff, Licht und Wärme beschleunigen diesen Vorgang [3]. Wie lange deine Salbe gut bleibt, richtet sich daher nach dem am kürzesten haltbaren Öl. Riecht die Salbe ranzig oder verändert sie Geruch, Farbe oder Konsistenz deutlich, solltest du sie nicht mehr verwenden. Verzichte ausserdem auf frische, feuchte Zusätze – sie verkürzen die Haltbarkeit stark [3].

Was sagt die Forschung zur Wirkung der Ringelblume?

Die äusserliche Anwendung der Ringelblume ist als traditionelles pflanzliches Mittel anerkannt, beruht aber überwiegend auf langjähriger Erfahrung und nicht auf grossen klinischen Studien. Anerkannt sind die äusserliche Anwendung bei leichten Hautentzündungen wie Sonnenbrand und die unterstützende Heilung kleiner, oberflächlicher Wunden [1]. Die innerliche Anwendung gilt dagegen als nicht wissenschaftlich belegt [4].

Für deine selbst gemachte Salbe heisst das: Sie kann beanspruchte Haut pflegen, ist aber kein Heilmittel und ersetzt bei Beschwerden keine medizinische Behandlung. Erwarte keine schnellen oder garantierten Effekte – wie stark sich eine Pflege bemerkbar macht, ist individuell unterschiedlich.

Worauf solltest du bei Allergien und empfindlicher Haut achten?

Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Ringelblumenprodukte meiden. Die Ringelblume gehört wie Kamille und Löwenzahn zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), die zu den typischen Auslösern einer Kontaktallergie zählen; mögliche Beschwerden sind Rötungen, Juckreiz und Bläschen [2]. Auch für Zubereitungen aus Ringelblumenblüten sind Hautsensibilisierungen beschrieben, wobei die Häufigkeit nicht genau bekannt ist [1].

Sicherheitshinweis: Trage die Salbe vor der ersten grossflächigen Anwendung testweise auf eine kleine Hautstelle auf und warte ab, ob es zu Rötung oder Juckreiz kommt. Verwende sie nicht auf tiefen, grösseren, stark verschmutzten oder entzündeten Wunden. Halten Hautbeschwerden an, treten Anzeichen einer Infektion auf oder klingt eine Reaktion nicht ab, lass die Ursache dermatologisch abklären [2].

Bei anhaltenden oder entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea sowie bei starkem Juckreiz, Ekzemen oder unklaren Hautveränderungen ist eine ärztliche bzw. dermatologische Abklärung der richtige Weg – eine Pflegesalbe ist hier keine Lösung. In Schwangerschaft und Stillzeit liegen für die Anwendung keine ausreichenden Daten vor; im Zweifel klärst du die Eignung am besten vorab ärztlich ab.

Für gesunde Haut und als pflegendes Hautprodukt ist die selbst gemachte Ringelblumensalbe dagegen eine schöne, unkomplizierte Möglichkeit, die Pflege selbst in die Hand zu nehmen. Wenn du Unterstützung bei der Auswahl passender Pflege oder beim Aufbau einer Hautroutine möchtest, kann eine Hautberatung in einem Kosmetikstudio weiterhelfen. Auf truVuna findest du Anbieter:innen in deiner Nähe – vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.

Häufige Fragen zur Ringelblumensalbe

Welches Öl eignet sich am besten für Ringelblumensalbe?

Gut geeignet sind hautfreundliche Pflanzenöle wie Olivenöl, Mandelöl oder Jojobaöl sowie Kokosöl. Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest und gibt der Salbe Stand, während Mandel- oder Jojobaöl der Haut zusätzlich Pflege bieten. Welches Öl du wählst, ist auch Geschmackssache. Achte vor allem auf frische, gut gelagerte Öle, da das am kürzesten haltbare Öl die Haltbarkeit der ganzen Salbe bestimmt.

Kann ich Ringelblumensalbe vegan herstellen?

Ja, statt Bienenwachs kannst du pflanzliche Wachse wie Carnauba-, Candelilla- oder Sonnenblumenwachs verwenden. Diese sind oft härter als Bienenwachs, weshalb du sie sparsamer dosieren solltest. Taste dich über kleine Mengen an die gewünschte Festigkeit heran und mache eine Konsistenzprobe auf einem kalten Teller, bevor du die ganze Menge abfüllst.

Wie lange ist die selbst gemachte Salbe haltbar?

Bei sauberer Herstellung und kühler, dunkler Lagerung hält eine öl- und wachsbasierte Salbe meist mehrere Monate. Da sie kein Wasser enthält, braucht sie keine Konservierung gegen Keime [3]. Das Hauptrisiko ist Ranzigwerden der Öle. Riecht die Salbe ranzig oder verändert sie Geruch, Farbe oder Konsistenz, verwende sie nicht mehr.

Für wen ist Ringelblumensalbe nicht geeignet?

Menschen mit einer Korbblütler-Allergie sollten Ringelblumenprodukte meiden, da die Pflanze eine Kontaktallergie auslösen kann [2]. Auch auf tiefen, entzündeten oder schlecht heilenden Wunden ist die selbst gemachte Salbe nicht geeignet. Bei anhaltenden Hautbeschwerden ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.

Quellen

[1] European Medicines Agency (HMPC), 2018, European Union herbal monograph on Calendula officinalis L., flos (Revision 1), https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-calendula-officinalis-l-flos-revision-1_en.pdf

[2] aha! Allergiezentrum Schweiz, Wenn Pflanzen die Haut reizen, https://www.aha.ch/aktuelles/wenn-pflanzen-haut-reizen

[3] Verbraucherzentrale NRW, 2026, Warum man besser nicht den Finger in die Gesichtscreme taucht – Tipps zur Haltbarkeit von Kosmetikprodukten, Presseportal, https://www.presseportal.de/pm/121716/6212980

[4] AOK Gesundheitsmagazin, Ringelblume: Heilwirkung und Anwendungsmöglichkeiten, https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/ringelblume-heilwirkung-und-anwendungsmoeglichkeiten/

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