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Ringelröteln: Symptome erkennen, Verlauf und Behandlung

Ringelröteln: Symptome erkennen, Verlauf und Behandlung

Ringelröteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die meist Kinder betrifft und in der Regel harmlos verläuft. Häufig bleibt die Infektion sogar unbemerkt – und gerade das macht sie tückisch, etwa für nicht immune Schwangere. In diesem Ratgeber erfährst du, woran du Ringelröteln erkennst, wie der typische Ausschlag aussieht, was bei Juckreiz hilft, wie ansteckend die Krankheit ist und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die durch das Parvovirus B19 ausgelöst wird und vorwiegend Kinder betrifft [1][2][3]. In der medizinischen Fachsprache heisst die Erkrankung Erythema infectiosum, umgangssprachlich wird sie auch „fünfte Krankheit“ genannt [2][3]. Trotz des ähnlichen Namens haben Ringelröteln nichts mit den Röteln zu tun – es handelt sich um zwei verschiedene Viren [5].

Bei sonst gesunden Kindern verläuft die Krankheit meist ohne Komplikationen [4]. Wer einmal an Ringelröteln erkrankt war, ist anschliessend in der Regel lebenslang dagegen geschützt [3][5].

Gut zu wissen: Der Name „fünfte Krankheit“ stammt daher, dass Ringelröteln in einer historischen Aufzählung von Kinderkrankheiten mit Hautausschlag an fünfter Stelle stehen – nach Masern, Röteln, Windpocken und dem Dreitagefieber [2].

Wie erkennst du Ringelröteln im Anfangsstadium?

Ringelröteln beginnen häufig mit leichten, grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen – oft bevor der typische Ausschlag erscheint [2][3][4]. Viele Infektionen verlaufen ganz ohne Symptome; nach Angaben Schweizer Stellen entwickelt nur ein Teil der Infizierten den charakteristischen Hautausschlag [4].

Bei Jugendlichen und Erwachsenen, besonders bei jüngeren Frauen, können zusätzlich Gelenkschmerzen auftreten [6]. Da das Parvovirus B19 die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen angreift, kommt es vorübergehend zu einer leichten Blutarmut (Anämie), die sich bei gesunden Menschen meist innerhalb von etwa 10 bis 14 Tagen wieder normalisiert [3]. Folgen können kurzzeitig Blässe und Abgeschlagenheit sein.

Der typische Verlauf folgt meist mehreren Phasen, wobei längst nicht bei allen Betroffenen alle Anzeichen auftreten. Von der Ansteckung bis zu den ersten Anzeichen vergehen in der Regel etwa ein bis zwei Wochen; in dieser Zeit bestehen meist noch keine Beschwerden, die infizierte Person ist aber bereits ansteckend. Über wenige Tage folgen häufig erste, oft fehlende Beschwerden wie leichtes Fieber, Müdigkeit und grippeähnliche Symptome. Der Ausschlag tritt meist ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung auf: zunächst als rote Wangen, dann girlandenförmig an Armen, Beinen und Rumpf. In der Abklingphase verblasst der Ausschlag über Tage bis mehrere Wochen – und ab dem Auftreten des Ausschlags sind Betroffene in der Regel nicht mehr ansteckend.

Dieser Ablauf ist nur eine grobe Orientierung. Weil die Beschwerden so unspezifisch sind und oft fehlen, wird die Infektion häufig erst beim typischen Ausschlag erkannt [4].

Wie sieht der Ausschlag aus und was hilft gegen den Juckreiz?

Der typische Ausschlag beginnt mit grossen roten Flecken an den Wangen – dem sogenannten „Ohrfeigengesicht“ – und breitet sich dann girlandenförmig auf Arme, Beine, Rumpf und Gesäss aus [2][4]. Er erscheint meist etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung und kann mehrere Wochen anhalten [4][5].

In manchen Fällen kann der Ausschlag leicht jucken. Da Ringelröteln von selbst abheilen, ist keine ursächliche Behandlung nötig; gegen den Juckreiz können kühlende Umschläge oder beruhigende, rückfettende Mittel aus der Apotheke Linderung verschaffen [3]. Das Allgemeinbefinden wird durch den Ausschlag in der Regel nur wenig beeinträchtigt [4].

Wie werden Ringelröteln übertragen?

Ringelröteln werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen – etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen –, seltener über Hände oder Gegenstände (Schmierinfektion) [4][5]. Das Virus ist sehr ansteckend, weshalb es besonders in Kindergärten und Schulen sowie bevorzugt in den Frühjahrsmonaten zu Häufungen kommen kann [1].

Besonders heikel: Die Ansteckungsgefahr ist am grössten, bevor die ersten sichtbaren Anzeichen auftreten. Sobald der typische Ausschlag sichtbar ist, sind Betroffene in der Regel nicht mehr ansteckend, und Kinder können den Kindergarten oder die Schule wieder besuchen [3][4].

Wie werden Ringelröteln behandelt?

Eine spezielle Behandlung gegen Ringelröteln gibt es nicht – bei gesunden Kindern heilt die Infektion in der Regel von selbst aus [2][3][5]. Die Massnahmen zielen daher auf die Linderung der Beschwerden ab: ausreichend Ruhe, genügend Flüssigkeit und bei Bedarf fieber- oder schmerzlindernde Mittel nach ärztlicher Rücksprache [3].

Eine Impfung gegen das Parvovirus B19 steht bislang nicht zur Verfügung [3][5]. Auch ein spezifisches antivirales Medikament gibt es nicht.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn der Ausschlag unklar bleibt, hohes Fieber oder starke Beschwerden auftreten, das Immunsystem geschwächt ist, eine Blutkrankheit vorliegt oder eine Schwangerschaft besteht [3]. In diesen Fällen kann die sonst harmlose Infektion schwerer verlaufen.

Bei Menschen mit einer Erkrankung der roten Blutkörperchen – etwa Sichelzellkrankheit oder Thalassämie – oder mit geschwächtem Immunsystem kann das Virus eine schwere Blutarmut auslösen. Dann ist mitunter eine engmaschige Kontrolle und in seltenen Fällen eine Bluttransfusion nötig [3]. Ringelröteln lassen sich meist anhand des charakteristischen Ausschlags erkennen; ist die Diagnose unklar, gibt eine Blutuntersuchung mit Antikörper- oder Virusnachweis Aufschluss [2].

Wenn du einen unklaren Hautausschlag abklären lassen möchtest oder unsicher bist, ob es sich um Ringelröteln oder eine andere Hauterkrankung handelt, ist eine ärztliche Einschätzung der sicherste Weg. Auf truVuna findest du Hautärzt:innen und Praxen in deiner Nähe – du kannst Profile, Leistungen und Bewertungen vergleichen und passende Anbieter:innen direkt kontaktieren.

Warum sind Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich?

In der Schwangerschaft können Ringelröteln gefährlich werden, weil das Virus über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen und dort eine schwere Blutarmut auslösen kann [3][6]. Das Risiko für das Kind ist am grössten bei einer Ansteckung im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel, vor allem vor etwa der 20. Schwangerschaftswoche [3][6].

Im ungünstigsten Fall kann es zu einer ausgeprägten Flüssigkeitsansammlung beim Fötus (Hydrops fetalis) oder zu einer Fehlgeburt kommen [3][6]. Viele Erwachsene haben die Infektion bereits in der Kindheit durchgemacht und sind lebenslang geschützt; gefährdet sind vor allem nicht immune Schwangere [3]. Ob ein Schutz besteht, lässt sich über einen Antikörpertest im Blut feststellen. Wird eine frische Infektion festgestellt, sind engmaschige Ultraschall- und Dopplerkontrollen üblich, um eine Anämie des Kindes frühzeitig zu erkennen; in schweren Fällen ist eine Bluttransfusion im Mutterleib möglich [6].

Sicherheitshinweis: Wenn du schwanger bist und Kontakt zu einer an Ringelröteln erkrankten Person hattest oder verdächtige Symptome bemerkst, solltest du dies zeitnah ärztlich abklären lassen – auch dann, wenn du dich gesund fühlst, da die Infektion oft ohne Symptome verläuft [3][6].

Wie kannst du Ringelröteln vorbeugen?

Eine Impfung gegen Ringelröteln gibt es nicht; vorbeugen lässt sich vor allem durch konsequente Hygiene wie regelmässiges Händewaschen [3][5]. Vollständig schützen lässt sich eine Ansteckung damit allerdings kaum, weil Betroffene bereits ansteckend sind, bevor sie überhaupt Symptome zeigen [3].

Folgende Hygieneregeln können das Risiko senken:

  • mehrmals täglich gründlich die Hände waschen
  • nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen
  • in ein Taschentuch oder die Armbeuge husten und niesen

Nicht immune Schwangere sollten Kontakt zu Erkrankten möglichst meiden – insbesondere, wenn es in Kindergärten oder Schulen im Umfeld zu Häufungen kommt [1][6].

Häufige Fragen zu Ringelröteln

Sind Ringelröteln gefährlich?

Bei sonst gesunden Kindern verlaufen Ringelröteln meist harmlos und heilen von selbst aus [4]. Gefährlich werden können sie vor allem für nicht immune Schwangere sowie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer Erkrankung der roten Blutkörperchen, bei denen es zu einer schweren Blutarmut kommen kann [3][6].

Wie lange sind Ringelröteln ansteckend?

Die Ansteckungsgefahr ist am grössten, bevor der Ausschlag auftritt. Sobald der typische Hautausschlag sichtbar ist, sind Betroffene in der Regel nicht mehr ansteckend [3][4]. Deshalb können Kinder mit Ausschlag, denen es ansonsten gut geht, den Kindergarten oder die Schule meist wieder besuchen [4].

Jucken Ringelröteln?

Der Ausschlag kann in manchen Fällen leicht jucken, beeinträchtigt das Allgemeinbefinden aber meist nur wenig [4]. Da die Infektion von selbst abklingt, ist keine ursächliche Behandlung nötig; kühlende Umschläge oder beruhigende Mittel aus der Apotheke können den Juckreiz lindern [3].

Kann man Ringelröteln zweimal bekommen?

Nein, in der Regel nicht. Nach einer durchgemachten Infektion besteht ein lebenslanger Schutz gegen das Parvovirus B19 [3][5]. Wer als Kind erkrankt war, steckt sich daher als Erwachsener normalerweise nicht erneut an.

Darf mein Kind mit Ringelröteln in die Kita?

Sobald der typische Ausschlag aufgetreten ist und es dem Kind gut geht, gilt es meist als nicht mehr ansteckend und kann die Einrichtung wieder besuchen [3][4]. Solange Fieber oder andere Krankheitszeichen bestehen, sollte das Kind zu Hause bleiben. Im Zweifel hilft eine ärztliche Einschätzung.

Quellen

[1] Robert Koch-Institut (RKI), 2024, RKI-Ratgeber Ringelröteln (Parvovirus B19) sowie Epidemiologisches Bulletin 24/2024 „Parvovirus B19-Infektion und Schwangerschaft“, https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/R/Ringelroeteln-Parvovirus-B19/ringelroeteln-node.html

[2] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2023, Erythema infectiosum (Parvovirus-B19-Infektion), https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-kindern/virusinfektionen-bei-saeuglingen-und-kindern/erythema-infectiosum

[3] gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG), 2025, Ringelröteln (Erythema infectiosum), https://gesund.bund.de/ringelroeteln

[4] Schulärztlicher Dienst der Stadt Zürich, Infoblatt Ringelröteln (Erythema infectiosum), https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/web/de/gesundheit/kinder-und-jugend/dokumente/krankheiten-kindesalter/ansteckende-krankheiten/infoblatt-ringelroeteln.pdf

[5] Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern, Merkblatt Ringelröteln (Erythema infectiosum), https://www.gsi.be.ch/content/dam/gsi/dokumente-bilder/de/themen/gesundheit/krankheiten-impfungen/schulaerztlicher-dienst/merkblatt-ringelroeteln-de.pdf

[6] Deutsches Ärzteblatt, Parvovirus-B19-Infektion in der Schwangerschaft, https://www.aerzteblatt.de/archiv/parvovirus-b19-infektion-in-der-schwangerschaft-01f20050-c9cb-47cd-8a91-38fb8d5766a2

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