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Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Wie du deine Schilddrüse unterstützen kannst

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Wie du deine Schilddrüse unterstützen kannst

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenige Hormone – und viele Betroffene fragen sich, ob sie mit der richtigen Ernährung etwas dazu beitragen können. Die kurze Antwort: Eine ausgewogene, nährstoffbewusste Ernährung kann die Schilddrüse unterstützen und das Wohlbefinden fördern, sie ersetzt aber keine ärztlich verordnete Hormontherapie. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Nährstoffe für die Schilddrüse wichtig sind, welche Lebensmittel sie liefern und worauf du achten solltest, wenn du Schilddrüsenhormone einnimmst.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion (medizinisch Hypothyreose) bedeutet, dass die Schilddrüse zu wenige Hormone bildet, wodurch sich viele Stoffwechselprozesse im Körper verlangsamen. [3] Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfes. Ihre Hormone steuern unter anderem den Energieverbrauch, die Körpertemperatur, Herz und Kreislauf, die Verdauung sowie das seelische Wohlbefinden – läuft sie auf Sparflamme, läuft auch der Stoffwechsel verlangsamt ab.

Die mit Abstand häufigste Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der sich das körpereigene Immunsystem gegen das Organ richtet und nach und nach Gewebe schädigt. [3] Weitere Ursachen können eine Operation oder Bestrahlung der Schilddrüse, bestimmte Medikamente, eine angeborene Störung oder ein ausgeprägter Jodmangel sein. [3] Zu den körpereigenen Bausteinen der Schilddrüsenhormone gehört das Spurenelement Jod. [1]

Welche Symptome können auf eine Hypothyreose hindeuten?

Typische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung und eine Tendenz zur Gewichtszunahme. [3] Weil sich der Stoffwechsel verlangsamt, können viele Körperfunktionen betroffen sein. Häufig beschriebene Beschwerden sind:

  • anhaltende Müdigkeit und rasche Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen
  • Frieren und Kälteempfindlichkeit
  • trockene Haut
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme ohne veränderte Essgewohnheiten

Wichtig zu wissen: Viele dieser Beschwerden sind unspezifisch und können auch ganz andere Ursachen haben. [3] Deshalb lässt sich aus den Symptomen allein keine Diagnose ableiten.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald mehrere der genannten Beschwerden länger anhalten oder dich im Alltag belasten. Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt sich über eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte vergleichsweise einfach feststellen oder ausschliessen. [3] Die ärztliche Praxis kann zudem die Ursache klären und gemeinsam mit dir die passende Behandlung festlegen. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt dieses Gespräch nicht.

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Die Standardbehandlung besteht darin, die fehlenden Hormone als Tablette zu ersetzen – meist in Form von Levothyroxin (L-Thyroxin), einem dem körpereigenen Schilddrüsenhormon nachgebildeten Wirkstoff. [3] Wie hoch die Dosis ausfallen muss, ist individuell verschieden und wird anhand der Blutwerte eingestellt. Auch im Verlauf kann eine Anpassung nötig werden, etwa in einer Schwangerschaft oder bei anderen Erkrankungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine medizinische Erkrankung, die in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes gehört und sich nicht mit Hausmitteln, Homöopathie oder Heilpflanzen behandeln lässt. [3]

Kann die Ernährung eine Schilddrüsenunterfunktion beeinflussen?

Die Ernährung wirkt bei einer Schilddrüsenunterfunktion unterstützend, aber nicht ursächlich heilend. Sie kann der Schilddrüse die nötigen Bausteine für die Hormonbildung liefern und typische Begleitfolgen wie ungünstige Blutfettwerte abmildern – produziert die Schilddrüse jedoch dauerhaft zu wenige Hormone, lässt sich dieser Mangel durch Lebensmittel nicht ausgleichen. [1] Besonders deutlich wird das, wenn die Schilddrüse operativ entfernt wurde oder von Geburt an fehlt: Dann bringt eine «schilddrüsenfreundliche» Ernährung in Bezug auf die Hormonproduktion wenig, weil schlicht kein Gewebe vorhanden ist, das die Nährstoffe nutzen könnte.

Sicherheitshinweis: Eine angepasste Ernährung kann eine ärztlich verordnete Hormontherapie nicht ersetzen. Setze verordnete Medikamente nie eigenmächtig ab oder reduziere sie, und bespreche grössere Ernährungsumstellungen – etwa eine vegane oder stark sojabasierte Kost – mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt, da sie den Hormonbedarf verändern können. [8]

Welche Nährstoffe sind für die Schilddrüse wichtig?

Für die Schilddrüse besonders relevant sind die Spurenelemente Jod, Selen, Zink und Eisen. Jod ist der zentrale Baustein der Schilddrüsenhormone: Ohne ausreichend Jod kann die Schilddrüse nicht genügend Hormone bilden. [1] Selen ist an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons in seine aktivere Form beteiligt, Zink und Eisen sind an weiteren Schritten des Schilddrüsenstoffwechsels beteiligt.

In der Schweiz ist ein Jodmangel als Ursache einer Unterfunktion heute eher selten – nicht zuletzt, weil dem Speisesalz seit rund hundert Jahren Jod zugesetzt wird und damit Kropf und schwere Mangelerscheinungen weitgehend verschwunden sind. [2] Die Schweizer Böden sind von Natur aus jodarm, weshalb jodiertes Speisesalz die wichtigste Jodquelle der Bevölkerung ist, ergänzt durch Milchprodukte sowie Fisch und Meeresfrüchte. [1] Als Orientierung für die tägliche Jodzufuhr nennen Fachgesellschaften für Erwachsene einen Referenzwert von rund 150 Mikrogramm. [4] Für Selen liegt der Referenzwert für Erwachsene bei etwa 60 bis 70 Mikrogramm pro Tag, für Zink je nach Geschlecht und Ernährung bei rund 7 bis 16 Milligramm. [5]

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist die Versorgung mit diesen Nährstoffen meist gut abgedeckt. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sind nur bei einem nachgewiesenen Mangel und nach ärztlicher Rücksprache sinnvoll, denn auch eine Überversorgung – etwa mit Jod – kann der Schilddrüse schaden. [3]

Welche Lebensmittel liefern diese Nährstoffe?

Jod, Selen und Zink lassen sich über eine abwechslungsreiche Alltagskost gut abdecken. Zu den wichtigsten Quellen zählen die folgenden Lebensmittel:

  • Jod: jodiertes Speisesalz, Seefisch sowie Milch und Milchprodukte. In der Schweiz ist jodiertes Salz die wichtigste Jodquelle [1].
  • Selen: Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse (z. B. Paranüsse) und Hülsenfrüchte. Bereits kleine Mengen Paranüsse sind sehr selenreich [5].
  • Zink: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Bei pflanzlicher Kost lohnt es sich, die Quellen gezielt zu kombinieren [5].
  • Eisen: Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und Vollkorn. Die Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln verbessert die Aufnahme.

Wenn du im Haushalt jodiertes Speisesalz verwendest, deckst du einen wesentlichen Teil deines Jodbedarfs bereits ab; in der Schweiz ist es überall erhältlich. [1] Bei einer rein pflanzlichen Ernährung lohnt sich ein besonderer Blick auf Jod, Selen, Zink und Eisen, da diese Nährstoffe teils vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommen. [5]

Gut zu wissen: Getrocknete Algen und Seetang können extrem hohe und stark schwankende Jodmengen enthalten. Ein regelmässiger, unkontrollierter Verzehr kann zu einer Überversorgung führen und ist deshalb keine empfehlenswerte «natürliche» Jodquelle. [4]

Worauf solltest du bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen achten?

Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin werden am besten morgens nüchtern und mit etwas Abstand zum Frühstück eingenommen, üblicherweise rund 30 Minuten vorher mit einem Glas Wasser. [7] Der Grund: Bestimmte Lebensmittel und Getränke können die Aufnahme des Hormons in den Körper verzögern oder verringern. Besonders relevant sind:

  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke: Sie können die Aufnahme des Hormons herabsetzen, wenn sie zeitnah zur Tablette getrunken werden. [7]
  • Milch und Milchprodukte: Das enthaltene Kalzium kann die Aufnahme stören. [6]
  • Kalzium- und Eisenpräparate: Sie sollten mit zeitlichem Abstand eingenommen werden. [7]

In der Praxis bedeutet das vor allem ein bewusstes Timing: Hormon nüchtern einnehmen und mit Frühstück, Kaffee oder entsprechenden Präparaten etwas warten. Werden regelmässig kleine Mengen – etwa ein Schluck Milch im Kaffee – konsumiert, ist das in der Regel unproblematisch, weil die Dosis anhand der Blutwerte auf deine Gewohnheiten eingestellt wird. [6] Wichtig ist Beständigkeit: Grössere Veränderungen bei diesen Gewohnheiten solltest du mit deiner ärztlichen Praxis besprechen.

Solltest du bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf bestimmte Lebensmittel verzichten?

Einen generellen Verzicht braucht es meist nicht – entscheidend ist vor allem der zeitliche Abstand zur Tablette. Häufig diskutiert wird Soja: Sojaprodukte können die Aufnahme von Levothyroxin im Darm beeinträchtigen und so den Hormonbedarf erhöhen. [8] Bei Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion und ausreichender Jodversorgung gibt es dagegen keine Hinweise, dass Sojaisoflavone die Schilddrüse selbst stören. [8] Wenn du Soja magst, musst du also nicht zwingend darauf verzichten – sinnvoll sind ein klarer Abstand zur Hormoneinnahme und, falls du deinen Sojakonsum deutlich änderst, eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte. [8]

Eine Sonderrolle spielt die Hashimoto-Thyreoiditis: Bei dieser Form wird häufig geraten, auf zusätzliche hochdosierte Jodpräparate und sehr jodreiche Lebensmittel wie Algen zu verzichten, während jodiertes Speisesalz, Seefisch und Milchprodukte in üblichen Mengen unkritisch sind. [4] Welche Empfehlungen für dich gelten, hängt von der Ursache und vom individuellen Befund ab und wird am besten ärztlich oder im Rahmen einer Ernährungsberatung geklärt.

Wie findest du Unterstützung für deine Ernährung?

Gerade wenn du deine Ernährung umstellen, Gewicht reduzieren oder die Besonderheiten rund um die Hormoneinnahme im Alltag berücksichtigen möchtest, kann eine individuelle Ernährungsberatung hilfreich sein. Sie kann deine Ernährung auf deine Werte, deine Medikation und deine Lebenssituation abstimmen – etwas, das ein allgemeiner Ratgeber nicht leisten kann.

Auf truVuna findest du Angebote zur Ernährungsberatung in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Häufige Fragen zur Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Kann ich eine Schilddrüsenunterfunktion allein mit Ernährung behandeln?

Nein. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine Erkrankung, die in der Regel mit Schilddrüsenhormonen behandelt wird. [3] Die Ernährung kann die Schilddrüse unterstützen und das Wohlbefinden fördern, sie kann eine ärztlich verordnete Hormontherapie aber nicht ersetzen. Setze Medikamente nie eigenmächtig ab.

Welches Salz sollte ich verwenden?

Jodiertes Speisesalz ist in der Schweiz die wichtigste Jodquelle und deckt einen wesentlichen Teil des Jodbedarfs. [1] Da die Schweizer Böden jodarm sind, enthalten viele heimische Lebensmittel von Natur aus wenig Jod. [2] Spezialsalze wie Himalaya- oder Meersalz tragen dagegen kaum zur Jodversorgung bei.

Muss ich bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf Soja verzichten?

Meist nicht vollständig. Soja kann jedoch die Aufnahme von Levothyroxin beeinträchtigen, weshalb ein zeitlicher Abstand zur Tablette sinnvoll ist. [8] Wenn du deinen Sojakonsum deutlich veränderst, ist eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte ratsam, da sich der Hormonbedarf ändern kann.

Wann nehme ich Schilddrüsenhormone am besten ein?

Morgens nüchtern, rund 30 Minuten vor dem Frühstück, mit einem Glas Wasser. [7] Mit Kaffee, Milch sowie Kalzium- oder Eisenpräparaten solltest du danach etwas warten, da sie die Aufnahme des Hormons verringern können. [6][7] Halte die Einnahme möglichst konstant.

Quellen

[1] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Jod, https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/empfehlungen-informationen/naehrstoffe/hauptnaehrstoffe/jod.html

[2] Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), Salzjodierung / 100 Jahre Salzjodierung in der Schweiz, https://www.samw.ch/de/Projekte/Uebersicht-der-Projekte/Salzjodierung.html

[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/schilddruesenunterfunktion-hypothyreose.html

[4] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), 2025, Jod – Häufige Fragen und Referenzwert, https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/jod/

[5] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

[6] Pharmazeutische Zeitung, Interaktionen: Schilddrüsenhormone und polyvalente Kationen, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-452007/schilddruesenhormone-und-polyvalente-kationen/

[7] Ärzte Zeitung, Kein Kaffee zum Schilddrüsenhormon, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Kein-Kaffee-zum-Schilddruesenhormon-366368.html

[8] Ernährungs Umschau, 2019, Soja (Special), https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2019/06_19/M354_M362_EU06_2019_getrennt.pdf

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