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Die Sirtfood-Diät ist eine Ernährungsform, die gezielt auf Lebensmittel mit bestimmten sekundären Pflanzenstoffen setzt, um körpereigene Proteine – die sogenannten Sirtuine – zu aktivieren. Entwickelt wurde das Konzept von den beiden Autoren Aidan Goggins und Glen Matten, die es in einem Buch vorgestellt haben [6]. Bekannt wurde die Diät vor allem dadurch, dass auch Genussmittel wie dunkle Schokolade und Rotwein ausdrücklich erlaubt sind, weil sie zu den Sirtfoods gezählt werden [6].
Das Programm gliedert sich klassischerweise in eine kurze, stark kalorienreduzierte Einstiegsphase und eine anschliessende Aufbauphase. Im Kern verbindet es also zwei Elemente: eine bestimmte Lebensmittelauswahl und eine zeitweise deutlich verringerte Kalorienzufuhr.
Sirtuine sind eine Gruppe körpereigener Proteine, die an Prozessen wie Energiestoffwechsel, Zellschutz und der Anpassung an Energiemangel beteiligt sind [2]. Beim Menschen sind bislang sieben dieser Proteine bekannt (SIRT1 bis SIRT7). Untersucht wurden sie vor allem im Zusammenhang mit Kalorienrestriktion und überwiegend in Zell- und Tiermodellen [2].
Die Grundannahme der Sirtfood-Diät ist, dass bestimmte Pflanzenstoffe – etwa Resveratrol aus Trauben oder Wirkstoffe aus grünem Tee – die Aktivität der Sirtuine fördern und so den Stoffwechsel anregen sollen. Ob sich diese im Labor beobachteten Effekte auf den menschlichen Körper übertragen lassen und ob die Aufnahme über Lebensmittel dafür ausreicht, ist nach aktueller Studienlage offen [1][2].
Zu den typischen Sirtfoods zählen vor allem pflanzliche Lebensmittel mit hohem Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen [6]. Eine gezielte Suche nach einer Sirtfood-Lebensmittel-Liste führt meist zu einer Auswahl wie dieser:
Viele dieser Lebensmittel sind nährstoffreich und Teil einer ausgewogenen Ernährung. Das macht die Auswahl an sich grundsätzlich sinnvoll – unabhängig davon, ob sie Sirtuine messbar aktiviert oder nicht.
Die Sirtfood-Diät ist klassischerweise in zwei Phasen aufgebaut: eine dreitägige, stark kalorienreduzierte Einstiegsphase und eine anschliessende Aufbauphase über rund zwei Wochen [6]. In der ersten Phase liegt die Energiezufuhr nach dem Konzept bei etwa 1.000 Kilokalorien pro Tag, kombiniert aus mehreren grünen Sirtfood-Säften und einer festen Mahlzeit. In der zweiten Phase steigt die Kalorienmenge etwas an, und es werden mehr feste Mahlzeiten gegessen.
Für die Zeit danach gibt es keinen festen Plan – die Idee ist, dauerhaft mehr Sirtfoods in den Alltag einzubauen. Wichtig zur Einordnung: Die Kalorienzufuhr der Einstiegsphase liegt deutlich unter dem, was Fachstellen für eine sinnvolle, dauerhafte Ernährung empfehlen [3].
Belastbare wissenschaftliche Belege dafür, dass die Sirtfood-Diät beim Menschen mehr bewirkt als andere kalorienreduzierte Ernährungsformen, fehlen bislang [1][6]. Ein grosser Teil der Forschung zu Sirtuinen stammt aus Zell- und Tiermodellen; Untersuchungen am Menschen sind selten und widersprüchlich.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von randomisiert-kontrollierten Studien fand für gewichtsreduzierende Massnahmen insgesamt keinen eindeutigen Effekt auf die Regulation von SIRT1 – also auf jenes Sirtuin, dem in der Diskussion die grösste Rolle zugeschrieben wird [1]. Auch unabhängige Fachleute bewerten das Prinzip, mit einzelnen Lebensmitteln gezielt Sirtuine zum Abnehmen anzuregen, als wissenschaftlich nicht gesichert [6]. Eine schnelle Gewichtsabnahme zu Beginn lässt sich vor allem mit der stark reduzierten Kalorienzufuhr erklären – nicht spezifisch mit den Sirtfoods.
Gut zu wissen: Der rasche Gewichtsverlust in den ersten Tagen einer stark kalorienarmen Diät beruht zu einem grossen Teil auf dem Verlust von Wasser und Muskelmasse, nicht auf Fettabbau [4][5].
In der kalorienarmen Einstiegsphase können Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder ein unangenehmes Hungergefühl auftreten [5]. Diese Symptome hängen vor allem mit der geringen Energiezufuhr zusammen, an die sich der Körper erst anpassen muss.
Einseitige und sehr kalorienarme Ernährungsformen erhöhen zudem – besonders über längere Zeit – das Risiko für eine unzureichende Nährstoffversorgung [5]. Ein weiteres Thema ist der Jo-Jo-Effekt: Bei einem starken Kaloriendefizit senkt der Körper seinen Energieverbrauch. Kehrt man danach zu den alten Essgewohnheiten zurück, kommt das verlorene Gewicht häufig schnell wieder – teils sogar mehr als zuvor [4][5].
Für Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder und Jugendliche ist eine stark kalorienreduzierte Diät wie die Sirtfood-Diät nicht geeignet [5][3]. Auch wer regelmässig Medikamente einnimmt oder sehr aktiv ist, sollte vorsichtig sein, da sich die niedrige Kalorienzufuhr unter anderem auf den Blutzuckerspiegel auswirken kann.
Sicherheitshinweis: Bei Diabetes, anderen chronischen Erkrankungen, bei der Einnahme von Medikamenten, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen solltest du auf stark kalorienreduzierte Diäten verzichten und eine Ernährungsumstellung vorab ärztlich oder in einer Ernährungsberatung besprechen [5].
Nachhaltiges Abnehmen gelingt nach heutigem Wissensstand am ehesten über eine langfristige, ausgewogene Ernährungsumstellung in Kombination mit regelmässiger Bewegung – nicht über kurze, stark einschränkende Diäten [3][4][5]. Genau hier liegt die Schwäche der Sirtfood-Diät: Die enthaltenen Lebensmittel sind überwiegend gesund, der restriktive Diätrahmen mit sehr niedriger Kalorienzufuhr ist es jedoch nicht.
Wer Lust hat, kann die typischen Sirtfoods problemlos in eine vielseitige Ernährung integrieren. Der entscheidende Faktor für das Gewicht bleibt aber die gesamte Energiebilanz über die Zeit – und eine Ernährungsweise, die sich dauerhaft in den Alltag einbauen lässt.
Wenn du unsicher bist, ob und wie du dein Gewicht verändern möchtest, kann eine individuelle Begleitung sinnvoll sein. Eine Ernährungsberatung schaut sich deine Situation, deine Gewohnheiten und allfällige Vorerkrankungen an und entwickelt mit dir einen Plan, der zu deinem Leben passt – statt auf einen kurzfristigen Trend zu setzen.
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Kann man mit der Sirtfood-Diät dauerhaft abnehmen?
Ein dauerhafter Gewichtsverlust ist allein durch die Sirtfood-Diät unwahrscheinlich, weil sie auf eine kurze, stark kalorienarme Phase setzt. Belege, dass sie besser wirkt als andere kalorienreduzierte Ernährungsformen, fehlen [1][6]. Für ein stabiles Gewicht ist eine langfristige Ernährungsumstellung mit Bewegung entscheidend [3][4].
Sind Rotwein und Schokolade bei der Sirtfood-Diät wirklich erlaubt?
Ja, dunkle Schokolade und Rotwein gelten im Konzept als Sirtfoods und sind in kleinen Mengen vorgesehen [6]. Das macht die Diät jedoch nicht automatisch gesünder: Die Mengen sind begrenzt, und ein hoher Alkoholkonsum bringt eigene gesundheitliche Risiken mit sich.
Was sind typische Sirtfood-Lebensmittel?
Zu den typischen Sirtfoods gehören Grünkohl, rote Zwiebeln, Petersilie, Rucola, Beeren, Äpfel, Buchweizen, Walnüsse, Kurkuma, grüner Tee, Kaffee, natives Olivenöl sowie dunkle Schokolade [6]. Es handelt sich überwiegend um pflanzliche, nährstoffreiche Lebensmittel, die ohnehin Teil einer ausgewogenen Ernährung sein können.
Ist die Sirtfood-Diät gesund?
Die ausgewählten Lebensmittel sind grösstenteils gesund, die stark kalorienreduzierte Einstiegsphase ist es jedoch nicht. Sie kann zu Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen führen und ist für Menschen mit Vorerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder ungeeignet [5][3]. Im Zweifel lohnt sich eine fachliche Beratung.
[1] Hosseini Adarmanabadi A. et al., 2024, The effect of weight loss therapies on sirtuin 1 regulation: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials, BMC Nutrition, https://bmcnutr.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40795-024-00921-2
[2] Mercken E. M. et al. (Hrsg.), 2018, Sirtuins as Mediator of the Anti-Ageing Effects of Calorie Restriction in Skeletal and Cardiac Muscle, International Journal of Molecular Sciences / PMC, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5979282/
[3] Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE), 2024, Offizielle Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene, https://www.sge-ssn.ch/de/
[4] feel-ok.ch (Schweizerische Gesundheitsstiftung RADIX), Diäten: Jojo-Effekt, Essstörungen, langfristig und gesund abnehmen, https://www.feel-ok.ch/de_CH/jugendliche/themen/ich_und_mein_gewicht/rund_ums_thema_koerpergewicht/diaeten/diaeten/jojo-effekt.cfm
[5] Verbraucherzentrale, Von Stoffwechsel-Diäten bis Trennkost: Erfolgsaussichten und Gefahren, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/schlankheitsmittel-und-diaeten/crashdiaeten-6530
[6] ÖKO-TEST, 2026, Sirtfood-Diät: Wie funktioniert der Abnehmtrend?, https://www.oekotest.de/essen-trinken/Sirtfood-Diaet-Wie-funktioniert-der-Abnehmtrend_12472_1.html
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