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Anzeichen für Hautkrebs: Symptome erkennen und richtig einordnen

Anzeichen für Hautkrebs: Symptome erkennen und richtig einordnen

Hautkrebs ist in der Schweiz häufig – und je früher er entdeckt wird, desto besser sind in der Regel die Heilungschancen [1][4]. Die gute Nachricht: Viele Hautveränderungen sind mit blossem Auge sichtbar, und du kannst deine Haut selbst regelmässig beobachten. Dieser Ratgeber erklärt dir die wichtigsten Anzeichen für Hautkrebs, wie die ABCDE-Regel bei der Selbstuntersuchung hilft und woran du erkennst, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Eine Selbstuntersuchung ersetzt dabei keine fachliche Beurteilung – sie hilft dir aber, Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken.

Welche Formen von Hautkrebs gibt es?

Man unterscheidet grob zwischen weissem (hellem) und schwarzem Hautkrebs. Der weisse Hautkrebs ist deutlich häufiger, aber meist weniger gefährlich; der schwarze Hautkrebs (das maligne Melanom) ist seltener, kann aber rascher Ableger bilden [4][16].

Das Melanom entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten). Diese Zellen vermehren sich unkontrolliert, können in gesundes Gewebe einwachsen und sich über Lymph- und Blutbahnen im Körper ausbreiten – sogenannte Metastasen können sich dann etwa in Lunge, Leber, Knochen oder Gehirn bilden [1]. Beim weissen Hautkrebs werden zwei Hauptformen unterschieden:

  • Basalzellkarzinom (Basaliom): die häufigste Form von Hautkrebs. Es wächst langsam, bildet fast nie Metastasen, kann unbehandelt aber in tiefere Gewebeschichten einwachsen und dort Gewebe zerstören [16].
  • Spinalzellkarzinom (Plattenepithelkarzinom, Spinaliom): seltener als das Basaliom. Es kann in fortgeschrittenen Stadien selten Metastasen bilden, meist in den Lymphknoten [16].

Die drei Formen lassen sich an Ausgangszellen, Häufigkeit, Metastasierungsneigung und typischen Stellen unterscheiden:

  • Schwarzer Hautkrebs (Melanom): geht von den Pigmentzellen (Melanozyten) aus und ist seltener als der weisse Hautkrebs. Es kann Metastasen bilden, vor allem bei grösserer Eindringtiefe, und kann am ganzen Körper auftreten.
  • Basalzellkarzinom: entsteht aus der Basalzellschicht der Oberhaut und ist die häufigste Hautkrebsform. Es bildet sehr selten Metastasen und zeigt sich vor allem an sonnenexponierten Stellen wie dem Gesicht.
  • Spinalzellkarzinom: geht von der Stachelzellschicht der Oberhaut aus und ist seltener als das Basaliom. Es bildet selten Metastasen, dann eher in den Lymphknoten, und tritt ebenfalls an sonnenexponierten Stellen auf.

Die Einordnung dient der Orientierung. Welche Form vorliegt, lässt sich nur ärztlich – häufig erst mit einer Gewebeprobe – sicher bestimmen [4][6].

Was sind die wichtigsten Anzeichen für Hautkrebs?

Das wichtigste Anzeichen ist eine Hautveränderung, die neu auftritt oder sich verändert – in Grösse, Form, Farbe oder Dicke [1][4]. Ein gesunder Pigmentfleck bleibt über lange Zeit weitgehend gleich, während sich ein Melanom verändern kann; diese Veränderungen verlaufen oft langsam über Monate oder Jahre [16].

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Pigmentmale, die jucken, bei kleinen Verletzungen bluten oder die sich deutlich von den übrigen Malen derselben Person unterscheiden [1]. Beim weissen Hautkrebs zeigen sich die ersten Anzeichen oft anders: als kleine, glasig-weissliche bis rötliche Knötchen mit feinen Äderchen oder als schuppige, krustige Stellen, die schlecht abheilen [4][16].

Gut zu wissen: Bei der Selbstuntersuchung kann das sogenannte «Hässliche-Entlein-Prinzip» helfen: Ein Pigmentmal, das offensichtlich anders aussieht als alle anderen Male, sollte ärztlich abgeklärt werden – auch wenn die ABCDE-Kriterien nicht eindeutig zutreffen [16].

Wie funktioniert die ABCDE-Regel zur Selbstuntersuchung?

Die ABCDE-Regel ist eine einfache Merkhilfe aus der Dermatologie, mit der du Pigmentmale auf verdächtige Merkmale prüfen kannst [1]. Jeder Buchstabe steht für ein Merkmal, das auf eine mögliche Auffälligkeit hinweist. Triff ein oder mehrere Punkte zu, solltest du das Mal ärztlich beurteilen lassen:

  • A – Asymmetrie: Das Mal ist nicht gleichmässig rund oder oval, sondern ungleichmässig geformt.
  • B – Begrenzung: Der Rand ist unscharf, gezackt, ausgefranst oder verwischt.
  • C – Colour (Farbe): Das Mal weist mehrere oder ungleichmässige Farbtöne auf.
  • D – Durchmesser: Der Durchmesser ist grösser als etwa 5 Millimeter oder nimmt zu.
  • E – Erhabenheit / Entwicklung: Das Mal erhebt sich über das Hautniveau oder verändert sich mit der Zeit.

Die ABCDE-Regel ist ein Orientierungshilfe, kein Diagnoseinstrument. Nicht jedes auffällige Mal ist Hautkrebs, und nicht bei jedem Hautkrebs sind alle Merkmale erfüllt [16]. Sie ersetzt deshalb weder die regelmässige Beobachtung deiner Haut noch die ärztliche Untersuchung [3].

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald ein Hautmal sich verändert, neu auftritt, juckt, blutet oder sich deutlich von den übrigen Malen unterscheidet [1][3]. Auch Hautstellen, die schlecht oder gar nicht abheilen, schuppen oder immer wieder verkrusten, gehören untersucht – das können Anzeichen für weissen Hautkrebs sein [4].

Grundsätzlich gilt: Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann beurteilen, ob eine Veränderung gutartig ist oder möglicherweise auf Hautkrebs hinweist [1]. Personen mit erhöhtem Risiko wird empfohlen, ihre Haut regelmässig fachärztlich kontrollieren zu lassen [1].

Sicherheitshinweis: Verändert ein Pigmentmal rasch seine Grösse, Form oder Farbe, oder beginnt es zu jucken oder zu bluten, solltest du es zeitnah ärztlich abklären lassen [1]. Beim schwarzen Hautkrebs gilt: Je früher er entdeckt und entfernt wird, desto besser sind die Heilungschancen [1][4].

Welche Risikofaktoren erhöhen das Hautkrebs-Risiko?

Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist UV-Strahlung – durch die Sonne ebenso wie durch Solarien [5]. Daneben gibt es persönliche Merkmale, die das Risiko erhöhen [1]:

  • helle Haut, die sich nur langsam oder kaum bräunt
  • eine grosse Zahl an Pigmentmalen (mehr als rund 100 am Körper)
  • auffällige Pigmentmale in Form oder Farbe
  • Melanome in der nahen Familie (z. B. Eltern oder Geschwister)
  • ein geschwächtes Immunsystem oder eine frühere Hautkrebs-Erkrankung [3]

Wer mehrere dieser Merkmale aufweist, sollte besonders aufmerksam auf Hautveränderungen achten und die individuelle Vorsorge ärztlich besprechen [1]. Wichtig ist: UV-Strahlung kann die Haut bereits ohne sichtbaren Sonnenbrand schädigen, und Schäden aus Kindheit und Jugend wirken sich oft erst Jahrzehnte später aus [5].

Wie häufig ist Hautkrebs in der Schweiz?

In der Schweiz erkranken jährlich rund 3'500 Menschen an einem Melanom, und etwa 300 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen [1][2]. Das Melanom macht damit rund sieben Prozent aller Krebserkrankungen aus [2]. Auffällig ist, dass fast ein Fünftel der Betroffenen bei der Diagnose jünger als 50 Jahre ist – der schwarze Hautkrebs betrifft also auch jüngere Menschen [1].

Der weisse Hautkrebs ist deutlich häufiger, wird in den Krebsregistern aber nicht vollständig erfasst. Fachleute schätzen die Zahl der Neuerkrankungen in der Schweiz auf rund 20'000 bis 25'000 pro Jahr [3][16]. Über die letzten Jahrzehnte sind die Melanomzahlen in der Schweiz deutlich gestiegen; als ein Grund gilt das veränderte Freizeitverhalten mit mehr UV-Belastung [5].

Wie läuft eine Untersuchung zur Früherkennung ab?

Bei der Früherkennung untersucht eine Ärztin oder ein Arzt die gesamte Haut systematisch auf verdächtige Veränderungen. Zunächst werden mögliche Vorerkrankungen und Risikofaktoren erfragt, danach wird der ganze Körper inklusive Kopfhaut und schwer einsehbarer Stellen abgesucht [1].

Zur genaueren Beurteilung kommt häufig ein Dermatoskop zum Einsatz – ein Auflichtmikroskop, das Hautveränderungen vergrössert und Merkmale sichtbar macht, die mit blossem Auge nicht erkennbar sind [6]. Lässt sich eine Veränderung dadurch nicht eindeutig einordnen, wird eine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht (Biopsie) [4][6]. Bestätigt sich ein bösartiger Befund, erfolgt die weitere Abklärung und Behandlung – häufig wird der verdächtige Bereich mit einem Sicherheitsabstand entfernt; das weitere Vorgehen richtet sich nach Art und Stadium des Hautkrebses [4][6]. Welche Schritte im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund ab und wird ärztlich entschieden.

Wie kannst du Hautkrebs vorbeugen?

Der wirksamste Schutz ist, übermässige UV-Belastung zu vermeiden und die Haut konsequent zu schützen [4]. Die folgenden Massnahmen werden von Fachstellen empfohlen [3][4]:

  • in den Mittagsstunden (etwa 11 bis 15 Uhr) den Schatten suchen, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist
  • Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen
  • unbedeckte Haut mit Sonnencreme schützen, die vor UVA- und UVB-Strahlung schützt – auch an bewölkten Tagen
  • auf Solarien verzichten
  • die Haut regelmässig selbst beobachten und Auffälligkeiten ärztlich abklären lassen

Sonnencreme ist dabei eine Ergänzung zu Schatten und Kleidung, kein Freipass für unbegrenzten Aufenthalt in der Sonne [3]. Gerade bei Kindern ist konsequenter Sonnenschutz wichtig, da sich UV-Schäden über das Leben summieren [5].

Die regelmässige Selbstuntersuchung und der konsequente Sonnenschutz sind ein guter Anfang. Bei auffälligen oder sich verändernden Hautstellen, bei erhöhtem Risiko oder einfach für eine fachliche Einschätzung ist eine dermatologische Untersuchung der nächste Schritt. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu Anzeichen für Hautkrebs

Wie sieht Hautkrebs am Anfang aus?

Im Frühstadium zeigt sich Hautkrebs meist als unscheinbare Veränderung. Ein Melanom kann wie ein neues oder verändertes Muttermal aussehen – unregelmässig geformt, mehrfarbig oder mit unscharfem Rand [4]. Weisser Hautkrebs beginnt oft als kleines glasig-weissliches Knötchen oder als schuppige, schlecht heilende Stelle [4][16]. Da die Anzeichen vielfältig sind, sollten verdächtige Veränderungen ärztlich beurteilt werden.

Juckt Hautkrebs?

Hautkrebs kann jucken, muss aber nicht. Juckreiz an einem Pigmentmal gilt als mögliches Warnzeichen, ebenso wie Bluten bei kleinen Verletzungen [1]. Juckreiz allein bedeutet nicht zwingend Hautkrebs – viele harmlose Hautveränderungen jucken ebenfalls. Verändert sich ein juckendes Mal zusätzlich in Grösse, Form oder Farbe, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll [1].

Wie oft sollte man zur Hautkrebs-Vorsorge?

Wie oft eine fachärztliche Kontrolle sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Risiko ab. Personen mit erhöhtem Risiko – etwa mit heller Haut, vielen Pigmentmalen oder familiärer Vorbelastung – wird zu regelmässigen Kontrollen geraten [1]. Den passenden Rhythmus legst du am besten gemeinsam mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt fest. Unabhängig davon ist die regelmässige Selbstbeobachtung der Haut empfehlenswert [3].

Ist weisser Hautkrebs gefährlich?

Weisser Hautkrebs ist meist weniger gefährlich als der schwarze Hautkrebs, sollte aber ernst genommen werden. Das Basalzellkarzinom bildet fast nie Metastasen, kann unbehandelt jedoch in tiefere Gewebeschichten einwachsen [16]. Das Spinalzellkarzinom kann selten Metastasen bilden [16]. Bei frühzeitiger Entdeckung und Behandlung sind die Heilungschancen in der Regel gut [4][16].

Quellen

[1] Krebsliga Schweiz, Was ist ein Melanom? Ursachen, Symptome und Früherkennung, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/melanom-schwarzer-hautkrebs/was-ist-ein-melanom

[2] Krebsliga Schweiz, 2025, Krebs in der Schweiz: wichtige Zahlen, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/zahlen-fakten

[3] Krebsliga Schweiz, Hellen (weissen) Hautkrebs erkennen und die Haut schützen, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs-helle-hautkrebsarten

[4] Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV), Hautkrebs, derma.swiss, https://www.derma.swiss/patienten/die-wichtigsten-krankheitsbilder/hautkrebs/

[5] Bundesamt für Gesundheit (BAG) / Obsan, Monitoring-System MonAM: Krebs – Inzidenz, obsan.admin.ch, https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/krebs-inzidenz

[6] Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe), 2020, S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, AWMF-Nr. 032/024OL, register.awmf.org, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/032-024OL

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