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Nicht jede Hornhautverkrümmung muss korrigiert werden. Eine sehr leichte Verkrümmung ist bei fast allen Menschen vorhanden und beeinträchtigt das Sehen kaum [2]. Ob eine Korrektur sinnvoll ist, hängt von der Ausprägung und vom persönlichen Sehempfinden ab: Treten Beschwerden wie unscharfes Sehen, Kopfschmerzen oder müde Augen auf, kann eine Sehhilfe sinnvoll sein [2]. Diese Einschätzung trifft eine augenärztliche oder augenoptische Fachperson individuell.
Die Korrekturwerte ergeben sich aus einer Refraktion, der Bestimmung der Sehschärfe [3]. Für eine Hornhautverkrümmung sind zwei Angaben entscheidend:
Ein Brillenrezept enthält typischerweise drei Zahlen: die sphärische Korrektur (für Kurz- oder Weitsichtigkeit), den zylindrischen Wert (für den Astigmatismus) und die Achse [4]. Weil eine Hornhautverkrümmung häufig zusammen mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auftritt, lassen sich beide Fehlsichtigkeiten meist mit einer einzigen Sehhilfe ausgleichen [2].
Die häufigste und unkomplizierteste Korrektur ist die Brille mit speziell geschliffenen Zylindergläsern. Im Gegensatz zu normalen, gleichmässig gewölbten (sphärischen) Gläsern haben Zylindergläser unterschiedlich stark gekrümmte Bereiche, die die Unregelmässigkeit der Hornhaut ausgleichen [1]. So treffen die Lichtstrahlen wieder gebündelt auf der Netzhaut auf. Bei einem regulären Astigmatismus gelingt das in der Regel sehr gut.
Auch Kontaktlinsen können eine Hornhautverkrümmung ausgleichen, benötigen dafür aber einen besonderen Schliff. Solche Linsen heissen torische Kontaktlinsen [1]. Bei stärkerem oder unregelmässigem Astigmatismus können formstabile (harte) Kontaktlinsen eine höhere Sehschärfe bieten als weiche torische Linsen [1]. Für ausgeprägte Unregelmässigkeiten – etwa bei fortgeschrittenem Keratokonus – kommen spezielle Sklerallinsen infrage [1]. In jedem Fall ist eine fachgerechte Anpassung wichtig, damit die Linsen sitzen und das Auge nicht reizen.
Die gängigen Korrekturmöglichkeiten lassen sich kurz so einordnen – welche im Einzelfall passt, klärt eine fachliche Beratung:
Bei geeigneten Voraussetzungen kann ein Astigmatismus auch mit einem refraktiv-chirurgischen Eingriff korrigiert werden. Dabei wird die Hornhaut mit einem Laser umgeformt, sodass sie die Lichtstrahlen besser bündelt [6]. Verfahren wie die LASIK werden zur Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus eingesetzt [5].
Wichtig zur Einordnung: Fachgesellschaften haben Anwendungsgrenzen definiert. Reguläre Hornhautverkrümmungen lassen sich mit etablierten Laserverfahren bis zu einem bestimmten Dioptrienbereich korrigieren; bei sehr starker oder irregulärer Ausprägung gelten andere Voraussetzungen [6]. Ein solcher Eingriff ist nicht umkehrbar und – wie jede Operation – mit Risiken verbunden. Ob und welches Verfahren geeignet ist, lässt sich nur nach einer gründlichen Untersuchung und ausführlichen Aufklärung im Einzelfall beurteilen [5]. Mehr dazu liest du im Ratgeber zum Augenlasern.
Eine angeborene Hornhautverkrümmung verschwindet nicht von selbst und lässt sich nicht «wegtrainieren» oder mit Medikamenten behandeln [2]. Brille und Kontaktlinsen gleichen die Fehlsichtigkeit aus, solange sie getragen werden; ein refraktiver Eingriff verändert die Hornhaut dauerhaft. Welche Lösung am besten passt, hängt von den Werten, einer möglichen zusätzlichen Fehlsichtigkeit und deinen Bedürfnissen ab.
Wenn du wissen möchtest, welche Korrektur für dich infrage kommt, kann eine augenärztliche, optometrische oder augenoptische Beratung weiterhelfen. Auf truVuna kannst du augenärztliche Praxen und augenoptische Fachgeschäfte in deiner Region vergleichen und kontaktieren.
Was bedeutet der Zylinderwert auf meinem Brillenpass?
Der Zylinderwert (Zyl oder cyl) gibt die Stärke der Hornhautverkrümmung in Dioptrien an, die Achse die Richtung in Grad. Zusammen mit dem sphärischen Wert beschreiben sie, wie die Sehhilfe geschliffen sein muss [4].
Brauche ich bei Hornhautverkrümmung eine Brille oder Kontaktlinsen?
Beides ist möglich. Eine Brille mit Zylindergläsern ist die unkomplizierteste Lösung. Für Kontaktlinsen werden spezielle torische Linsen verwendet, die fachgerecht angepasst werden müssen. Was besser passt, hängt von der Ausprägung und deinen Bedürfnissen ab [1].
Kann man eine Hornhautverkrümmung lasern?
Bei geeigneten Voraussetzungen ja. Laserverfahren formen die Hornhaut um und können einen regulären Astigmatismus in einem bestimmten Bereich korrigieren. Der Eingriff ist nicht umkehrbar und erfordert eine gründliche Eignungsprüfung [5][6].
Wird eine leichte Hornhautverkrümmung immer korrigiert?
Nein. Sehr leichte Verkrümmungen verursachen oft keine Beschwerden und müssen nicht zwingend korrigiert werden. Ob eine Sehhilfe sinnvoll ist, entscheidet sich anhand der Beschwerden und des persönlichen Sehempfindens [2].
[1] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2026, Korrekturlinsen, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/korrekturlinsen
[2] Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG, 2024, Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), gesund.bund.de, https://gesund.bund.de/hornhautverkruemmung-astigmatismus
[3] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Die Augenuntersuchung (Refraktion), https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/diagnose-von-augenerkrankungen/die-augenuntersuchung
[4] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Übersicht über Refraktionsfehler, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/refraktionsfehler/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-refraktionsfehler
[5] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2024, Chirurgische Eingriffe bei Refraktionsfehlern, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/chirurgische-eingriffe-bei-refraktionsfehlern
[6] Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und BVA, Bewertung und Qualitätssicherung refraktiv-chirurgischer Eingriffe, augeninfo.de, https://www.bva.dog/krc/qualit.pdf
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