Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Augenentzündungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Augenentzündungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Augenentzündung zeigt sich meist durch ein gerötetes, juckendes, brennendes oder tränendes Auge. Dahinter können ganz unterschiedliche Ursachen stehen – von Infektionen über Allergien bis hin zu Reizungen. Am häufigsten ist die Bindehautentzündung (Konjunktivitis), die Entzündung der dünnen Schleimhaut, die den weissen Teil des Auges und die Innenseite der Lider überzieht. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Formen es gibt, woran du sie erkennst, was du selbst tun kannst und – besonders wichtig – wann eine ärztliche Abklärung nötig ist. Viele Augenentzündungen verlaufen harmlos und heilen von selbst ab. Das auffälligste Anzeichen, das „rote Auge", kann aber auch ein Warnzeichen für andere, ernstere Augenerkrankungen sein [4]. Deshalb gilt: Bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden gehört das Auge in fachliche Hände.

Was ist eine Augenentzündung?

Eine Augenentzündung ist eine entzündliche Reaktion an oder im Auge, am häufigsten an der Bindehaut. Umgangssprachlich ist mit „Augenentzündung" meist eine Bindehautentzündung gemeint; medizinisch können aber auch andere Strukturen des Auges entzündet sein, etwa die Hornhaut, der Lidrand oder tiefere Augenabschnitte. Bei einer Bindehautentzündung reagiert die Bindehaut auf einen Reiz, indem sich die Gefässe stärker mit Blut füllen – das Auge wird rot. Dabei können Eiweissstoffe und weisse Blutkörperchen austreten, was zu Sekret und verklebten Lidern führen kann [1][4].

Wichtig zu verstehen: Die sichtbaren Symptome sind bei den verschiedenen Formen oft sehr ähnlich und geben für sich allein noch keinen sicheren Aufschluss über die Ursache [4]. Genau das macht eine fachliche Beurteilung wertvoll.

Wichtig: Das „rote Auge" ist nicht immer eine harmlose Bindehautentzündung. Es kann auch ein Hinweis auf eine andere, schwerwiegendere Augenerkrankung sein. Treten plötzlich starke Schmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung oder heftige Kopfschmerzen auf, ist das ein Grund für eine sofortige augenärztliche Abklärung [4].

Welche Formen und Ursachen gibt es?

Augenentzündungen werden grob in infektiöse und nicht infektiöse Formen unterteilt. Die häufigsten Formen mit ihren typischen Merkmalen sind [1][2]:

  • Virale Bindehautentzündung: durch Viren ausgelöst – die häufigste infektiöse Ursache bei Erwachsenen. Typisch sind wässriges Sekret, oft begleitet von einer Erkältung; sie ist ansteckend.
  • Bakterielle Bindehautentzündung: durch Bakterien verursacht und häufig bei Kindern. Typisch sind gelblich-eitriges Sekret und morgens verklebte Lider; sie ist ansteckend.
  • Allergische Bindehautentzündung: ausgelöst durch Allergene wie Pollen oder Hausstaub. Typisch sind starkes Jucken an meist beiden Augen, oft zusammen mit Schnupfen; sie ist nicht ansteckend.
  • Reizbedingte Entzündung: ausgelöst durch Staub, Rauch, Zugluft, Fremdkörper oder trockene Augen. Typisch sind ein Reizgefühl und Rötung; sie ist nicht ansteckend.

Zur Einordnung: Die infektiösen Formen (viral und bakteriell) sind ansteckend, die allergischen und reizbedingten nicht [1][2]. Daneben kann eine Augenrötung auch Begleiterscheinung anderer Augen- oder Allgemeinerkrankungen sein – ein weiterer Grund, die Ursache fachlich klären zu lassen [1][4].

Welche Symptome treten auf?

Typische Anzeichen einer Augenentzündung sind ein gerötetes Auge, Jucken, Brennen, ein Fremdkörpergefühl sowie vermehrter Tränenfluss oder Sekret. Je nach Ursache können die Beschwerden leicht unterschiedlich ausfallen [2][4]:

  • gerötete Augen und geschwollene Lider
  • Jucken, Brennen oder Fremdkörpergefühl („Sandkorn im Auge")
  • wässriges, schleimiges oder eitriges Sekret, morgens oft verklebte Lider
  • Lichtempfindlichkeit
  • bei allergischer Form: starkes Jucken, meist beide Augen, oft mit Schnupfen

Ein eitriges Sekret deutet eher auf eine bakterielle, ein wässriges eher auf eine virale oder allergische Ursache hin – diese Zuordnung ist jedoch nicht eindeutig und ersetzt keine Untersuchung [1][2].

Was kann man bei einer Augenentzündung selbst tun?

Bei leichten Beschwerden ohne Warnzeichen kann man kurzzeitig abwarten und das Auge schonen; eine ungeklärte Augenentzündung sollte man jedoch nicht eigenmächtig mit Medikamenten behandeln. Da die Ursachen so unterschiedlich sind und jedes Mittel – auch ein rezeptfreies – bei falscher Anwendung schaden kann, ist Zurückhaltung wichtig [3][4].

Unterstützend und vorbeugend sinnvoll sind vor allem Hygiene-Massnahmen, besonders bei infektiösen Formen [1]:

  • gründliche Händehygiene und die Augen möglichst nicht berühren
  • Handtücher, Waschlappen und Kosmetik nicht mit anderen teilen
  • bei trockenheits- oder reizbedingten Beschwerden ggf. befeuchtende Augentropfen zur Linderung
  • auf Kontaktlinsen vorübergehend verzichten, bis die Ursache geklärt ist

Sicherheitshinweis: Eine ungeklärte Augenentzündung solltest du nicht auf eigene Faust mit Augentropfen, Salben oder Hausmitteln behandeln. Treten Schmerzen, eitriges Sekret, eine Sehverschlechterung oder Bläschen im Augenbereich auf, gehört das umgehend ärztlich abgeklärt – Bläschen können etwa auf eine Herpes-Infektion hindeuten, die einer gezielten Behandlung bedarf [3].

Wie wird eine Augenentzündung behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache – deshalb steht am Anfang immer deren Klärung. Eine virale Bindehautentzündung klingt häufig innerhalb einiger Tage bis Wochen von selbst ab, wobei vor allem die Symptome gelindert werden [1]. Bei einer bakteriellen Form können antibiotische Augentropfen oder -salben zum Einsatz kommen, bei einer allergischen Form antiallergische Präparate [1][2].

Welche Behandlung im Einzelfall passt, entscheidet die behandelnde Fachperson nach der Untersuchung – unter anderem mit der Spaltlampe, die eine vergrösserte Betrachtung des Auges erlaubt [1]. Eine Überweisung zur Augenärztin oder zum Augenarzt ist insbesondere bei Sehverschlechterung, starken Schmerzen oder ausbleibender Besserung über mehrere Tage angezeigt [1].

Wichtig: Ablauf und Behandlung können je nach Ursache, Befund und Praxis unterschiedlich ausfallen. Die hier genannten Möglichkeiten sind ein allgemeiner Überblick und ersetzen keine persönliche Untersuchung und Beratung.

Wann solltest du ärztlichen Rat suchen?

Ärztlichen Rat solltest du suchen, wenn die Beschwerden stark sind, sich verschlechtern, nicht innerhalb weniger Tage bessern oder wenn Schmerzen, Sehstörungen oder eitriges Sekret auftreten. Auch wenn eine Augenentzündung zum ersten Mal auftritt, ist eine Abklärung sinnvoll, um die Ursache sicher zu bestimmen [2][4].

Besondere Eile ist geboten bei plötzlichen starken Schmerzen, rascher Sehverschlechterung oder einer Augenrötung mit heftigen Kopfschmerzen – Letzteres kann auf einen akuten Glaukomanfall hindeuten, der ein augenärztlicher Notfall ist [4]. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh abklären lassen als zu spät.

Wenn du deine Beschwerden abklären lassen möchtest, findest du auf truVuna Augenärzt:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu Augenentzündungen

Ist eine Augenentzündung ansteckend?

Das hängt von der Ursache ab. Virale und bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend und werden vor allem über die Hände und gemeinsam genutzte Gegenstände übertragen. Allergische und reizbedingte Entzündungen sind nicht ansteckend. Gute Händehygiene hilft, eine Übertragung zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Augenentzündung?

Eine Bindehautentzündung heilt häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Der genaue Verlauf hängt von der Ursache ab. Bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage oder verschlechtern sie sich, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Welche Hausmittel helfen bei einer Augenentzündung?

Bei leichten, reizbedingten Beschwerden können Schonung und gute Hygiene unterstützen. Von eigenständigen Hausmitteln direkt am Auge ist jedoch abzuraten, solange die Ursache nicht geklärt ist, da sie schaden können. Sinnvoller ist eine ärztliche Abklärung, die die passende Behandlung bestimmt.

Wann muss ich mit einer Augenentzündung zum Arzt?

Bei starken oder zunehmenden Beschwerden, Schmerzen, Sehverschlechterung, eitrigem Sekret oder wenn keine Besserung eintritt, solltest du ärztlichen Rat suchen. Sofort abklären lassen solltest du plötzliche starke Schmerzen oder eine Augenrötung mit heftigen Kopfschmerzen.

Quellen

[1] Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung. akdae.de. https://www.akdae.de/arzneimitteltherapie/arzneiverordnung-in-der-praxis/ausgaben-archiv/ausgaben-ab-2015/ausgabe/artikel/2015/2015-02/konjunktivitis-ursachen-und-behandlung

[2] MSD Manual (Ausgabe für Patienten) (2025). Infektiöse Bindehautentzündung. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/erkrankungen-der-bindehaut-und-sklera/infekti%C3%B6se-bindehautentz%C3%BCndung

[3] Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Augenklinik Lübeck. Bindehautentzündung – Konjunktivitis. uksh.de. https://www.uksh.de/augenklinik-luebeck/F%C3%BCr+Patient_innen/Augenerkrankungen/Bindehautentz%C3%BCndung+_+Konjunktivitis.html

[4] Universitätsspital Zürich (USZ) (2026). Bindehautentzündung (Konjunktivitis). usz.ch. https://www.usz.ch/krankheit/bindehautentzuendung/

Das könnte dich auch interessieren

Stoffwechselkur: Ablauf, Wirkung und Risiken des 21-Tage-Programms

Die Stoffwechselkur verspricht einen schnellen Gewichtsverlust in rund 21 Tagen – kombiniert mit dem Schwangerschaftshormon HCG und einer stark eingeschraenkten Ernaehrung. Das klingt verlockend, wirft aber wichtige Fragen auf: Steckt hinter dem Versprechen mehr als eine sehr strenge Diaet? Was sagt die Wissenschaft zu HCG? Und welche Risiken bringt ein Programm mit sich, das die taegliche Kalorienzufuhr drastisch senkt? Dieser Ratgeber ordnet die 21-Tage-Stoffwechselkur sachlich ein, erklaert den Ablauf und zeigt, worauf du achten solltest, bevor du eine solche Kur in Betracht ziehst.

Hautanalyse: Hauttyp erkennen und die Hautpflege gezielt anpassen

Welche Pflege passt eigentlich zu meiner Haut – und ab wann sollte ich einen Fleck lieber ärztlich abklären lassen? Genau hier setzt eine Hautanalyse an. Sie hilft dir, deinen Hauttyp und den aktuellen Hautzustand besser einzuschätzen, die richtige Pflege auszuwählen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. In diesem Ratgeber erfährst du, was eine Hautanalyse leistet, wie eine dermatologische Hautuntersuchung abläuft, welche Pflege Fachleute empfehlen und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Muttermal juckt: Ursachen, Warnzeichen und ärztliche Abklärung

Ein Muttermal, das plötzlich juckt – oder wie man in der Schweiz auch sagt: «beisst» –, verunsichert viele Menschen. In den allermeisten Fällen steckt nichts Ernsthaftes dahinter, oft sind trockene Haut oder eine Reizung die Ursache. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Anhaltender Juckreiz an einem Pigmentmal kann in seltenen Fällen ein Hinweis auf eine Hautveränderung sein, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Dieser Ratgeber erklärt dir, warum Muttermale jucken können, woran du auffällige Veränderungen erkennst und wann ein Besuch in der dermatologischen Praxis sinnvoll ist.

Fussmassagegeräte: Arten, Nutzen und worauf du beim Kauf achtest

Nach einem langen Tag auf den Beinen einfach die Füsse irgendwo reinstellen und durchkneten lassen, ohne dass jemand mitmassieren muss – genau dieses Versprechen macht ein Fussmassagegerät. Aber halten die Geräte, was die Werbung verspricht? Lohnt sich die Anschaffung, oder ist das hübsch verpacktes Geld zum Fenster hinaus? Hier bekommst du eine ehrliche Übersicht: welche Arten es gibt, was sie können (und was nicht), worauf du beim Kauf achten solltest und was du in der Schweiz dafür einplanen musst.

Knochenhautentzündung – schmerzhafte Erkrankung durch übermässige Aktivität

Sportliche Aktivitäten sind sehr wichtig, um sich fit und gesund zu halten. Doch nicht immer führt regelmässige Bewegung zu einer Verbesserung des Wohlbefindens. Wer sich zu sehr anstrengt, belastet Knochen und Gelenke. Vor allem die schützende Knochenhaut, die unser Skelett umgibt, reagiert auf übermässige Belastung sehr empfindlich. Schmerzhafte Entzündungen sind die Folge. In den nächsten Abschnitten erfährst du, wie Knochenhautentzündungen entstehen, welche Symptome auftreten und wie du die Schmerzen linderst. Zudem findest du zahlreiche Tipps zum Umgang mit der Erkrankung.

Akupressurmatten als gute Alternative zur professionellen Massage

Das Wohlbefinden des Menschen hängt stark mit der Ernährung, körperlichen Fitness und der Stressbewältigung zusammen. Wenn nach dem hektischen Alltag keine Entspannung möglich ist, kommt es zu Beschwerden, die von einfachen Verspannungen und Rückenschmerzen bis zu schwerwiegenderen Erkrankungen führen können. Stress hat eine sehr starke Auswirkung auf Geist, Körper und Psyche, die sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht. Abhilfe schaffen Massagen, die Meditation oder die Verwendung einer Akupressurmatte, die beide Elemente vereint.