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Augenherpes ist eine Infektion des Auges mit dem Herpes-simplex-Virus, die am häufigsten die Hornhaut betrifft. Das Virus bleibt nach einer ersten Infektion dauerhaft im Körper und kann immer wieder aktiv werden [1]. Bei einer Reaktivierung kann es die Hornhaut – die klare Schicht an der Vorderseite des Auges – entzünden; man spricht dann von einer Herpes-simplex-Keratitis.
Auslöser für eine Reaktivierung können unter anderem Stress, eine Schwächung des Immunsystems, Fieber, starke UV-Belastung oder körperliche Belastungen sein [2]. Häufig ist nur ein Auge betroffen [2].
Typische Anzeichen sind ein gerötetes Auge, Schmerzen, Tränenfluss, ein Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit [1]. Anders als beim Lippenherpes treten dabei oft keine sichtbaren Bläschen auf, was die Erkennung erschwert.
Mögliche Anzeichen sind:
Weil die Symptome – besonders bei einer ersten Infektion – denen einer gewöhnlichen Bindehautentzündung ähneln, wird Augenherpes nicht immer sofort erkannt [1]. Genau hier liegt die Gefahr: Eine als harmlos eingeschätzte Rötung kann eine behandlungsbedürftige Hornhautinfektion sein.
Wichtig: Augenherpes lässt sich von aussen nicht sicher von anderen Augenentzündungen unterscheiden. Die Diagnose stellt eine augenärztliche Fachperson, unter anderem mit der Spaltlampe und bei Bedarf einem Abstrich. Bei einem geröteten, schmerzenden Auge mit Lichtempfindlichkeit – besonders einseitig – solltest du daher ärztlichen Rat suchen [1][2].
Augenherpes kann die Hornhaut schädigen, und wiederkehrende oder tiefe Entzündungen können zu bleibenden Narben und Sehverschlechterung führen. Je häufiger die Infektion wiederkehrt, desto höher ist das Risiko einer dauerhaften Schädigung der Hornhaut [1]. Die Herpes-simplex-Keratitis zählt weltweit zu den wichtigen Ursachen für eine infektionsbedingte Hornhauttrübung mit Sehverlust [1].
Bleiben tiefere Schichten der Hornhaut betroffen oder treten Narben auf, kann die Sicht dauerhaft beeinträchtigt bleiben. Eine unbehandelte Hornhautentzündung kann zu Hornhauttrübungen und ernsthaften Augenschäden führen [5]. Eine frühzeitige, fachgerechte Behandlung ist deshalb wichtig, um Komplikationen vorzubeugen.
Die Behandlung erfolgt mit antiviralen Medikamenten und gehört in augenärztliche Hände. Je nach Form und Schwere kommen antivirale Wirkstoffe als Augentropfen, Augensalbe oder Tabletten zum Einsatz [1][3][4]. Die Auswahl und Steuerung der Therapie übernimmt die augenärztliche Fachperson nach der Untersuchung.
Bei wiederkehrenden Verläufen kann ärztlich eine vorbeugende, längerfristige antivirale Behandlung erwogen werden, um die Häufigkeit der Schübe zu senken [3]. In seltenen, schweren Fällen mit ausgeprägter Hornhautschädigung kann ein operativer Eingriff nötig werden.
Sicherheitshinweis: Wende bei einem Verdacht auf Augenherpes keine kortison- oder steroidhaltigen Augentropfen in Eigenregie an. Steroide können eine Herpesinfektion am Auge verschlimmern und sollten nur unter strenger augenärztlicher Kontrolle und in Kombination mit einer antiviralen Behandlung eingesetzt werden [2][3]. Auch frei verkäufliche Augenmittel solltest du bei Verdacht auf Augenherpes nicht eigenmächtig anwenden, wenn unklar ist, ob sie geeignet sind. Besonders kortisonhaltige oder reizende Präparate können problematisch sein. Kläre die Anwendung deshalb augenärztlich ab.
Da Herpesviren durch Kontakt übertragen werden, hilft gute Hygiene, eine Verschleppung ins Auge oder auf andere Personen zu vermeiden. Wer einen aktiven Lippenherpes hat, sollte die Augen nicht mit ungewaschenen Händen berühren, um die Viren nicht zu verschleppen [1].
Sinnvolle Massnahmen sind:
Wenn du den Verdacht auf Augenherpes hast oder zu wiederkehrenden Augenentzündungen neigst, ist eine fachliche Abklärung wichtig. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.
Wie erkenne ich Augenherpes?
Typisch sind ein gerötetes, schmerzendes Auge, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit, meist einseitig. Sichtbare Bläschen fehlen oft. Da die Anzeichen einer Bindehautentzündung ähneln, lässt sich Augenherpes von aussen nicht sicher erkennen – eine augenärztliche Untersuchung schafft Klarheit.
Ist Augenherpes ansteckend?
Das Herpes-simplex-Virus ist übertragbar, vor allem über direkten Kontakt mit infektiösem Sekret, etwa bei aktivem Lippenherpes. Bei Augenherpes geht es vor allem darum, eine Verschleppung der Viren über die Hände zu vermeiden. Deshalb sind Händehygiene, keine gemeinsam genutzten Handtücher und kein Teilen von Kosmetik oder Augentropfen wichtig.
Darf ich bei Augenherpes Kortison-Augentropfen verwenden?
Nicht in Eigenregie. Steroide können eine Herpesinfektion am Auge verschlimmern. Sie dürfen nur unter strenger augenärztlicher Kontrolle und zusammen mit einer antiviralen Behandlung eingesetzt werden. Auch andere Augenmittel solltest du bei Augenherpes vorab ärztlich abklären.
Kann Augenherpes die Sehkraft dauerhaft schädigen?
Ja, das ist möglich. Wiederkehrende oder tiefe Hornhautentzündungen können Narben hinterlassen und die Sicht dauerhaft beeinträchtigen. Je häufiger die Infektion wiederkehrt, desto höher das Risiko. Eine frühzeitige, fachgerechte Behandlung hilft, Komplikationen vorzubeugen.
[1] MSD Manual (Ausgabe für Patienten). Herpes-simplex-Keratitis. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/erkrankungen-der-hornhaut/herpes-simplex-keratitis
[2] MSD Manual (Profi-Ausgabe) (2025). Herpes-simplex-Keratitis. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/hornhauterkrankungen/herpes-simplex-keratitis
[3] American Academy of Ophthalmology (AAO) (2025). Herpes Keratitis. aao.org. https://www.aao.org/eye-health/diseases/herpes-keratitis
[4] AWMF / Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berufsverband der Augenärzte (BVA) (2025). S1-Leitlinie Herpes-simplex-Virus-Keratitis (Reg.-Nr. 045-020). register.awmf.org. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/045-020
[5] Kantonsspital Winterthur (KSW) (2024). Hornhautentzündung / Keratitis. ksw.ch. https://www.ksw.ch/gesundheitsthemen/hornhautentzuendung-keratitis/
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