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Das Sanskrit-Wort Bhakti (भक्ति, bhakti) wird meist mit «Hingabe» oder «liebende Verehrung» übersetzt. Die Wurzel bhaj bedeutet «teilen», «teilhaben», «sich zugehörig fühlen». Bhakti beschreibt also weniger eine passive Zuneigung als eine aktive Hinwendung – ein Sich-Einbringen in eine Beziehung, die über das eigene Ego hinausgeht.
In der klassischen indischen Tradition richtet sich Bhakti üblicherweise auf eine göttliche Figur – etwa Krishna, Rama, Shiva, Devi oder andere Erscheinungsformen des Göttlichen. In der modernen, oft interkulturell ausgelegten Praxis kann sich Bhakti auf vieles richten: eine Idee, die Natur, eine spirituelle Vorstellung oder einfach auf das, was den eigenen Horizont erweitert.
In der Bhagavad Gita – einer der zentralen Schriften der hinduistischen Tradition – werden vier Hauptwege des Yoga unterschieden:
Diese Wege werden in der Tradition nicht als sich ausschliessende Optionen verstanden, sondern als vier Akzente auf demselben grösseren Pfad. Eine Person kann mehrere Wege gleichzeitig praktizieren – im Alltag, in der Meditation und in der Beziehung zu anderen [3].
Bhakti hat tiefe Wurzeln in der indischen Tradition. Erste deutliche Hinweise auf eine Bhakti-Praxis finden sich in der Bhagavad Gita (zwischen ca. 5. Jh. v. Chr. und 2. Jh. n. Chr. entstanden). Dort wird Bhakti von Krishna als einer der Wege zur Vereinigung mit dem Göttlichen beschrieben.
Eine grosse Blütezeit erlebte Bhakti im Mittelalter Indiens (etwa 7. bis 17. Jahrhundert) durch die sogenannte Bhakti-Bewegung. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Dichter-Heilige – etwa Mirabai, Tulsidas, Kabir, Surdas, Chaitanya, Tukaram, Andal, Nammalvar –, die Hingabe in Lieder, Gedichte und Volkssprachen brachten. Die Bhakti-Bewegung machte spirituelle Praxis breiter zugänglich, jenseits ritualisierter Brahmanen-Tradition und Sanskrit-Gelehrsamkeit. Bis heute prägen Lieder, Mantren und Texte aus dieser Zeit die hindu-religiöse Praxis Indiens [3].
In der klassischen indischen Tradition – besonders im Bhagavata Purana – werden neun Formen der Bhakti (Navavidha Bhakti) beschrieben. Sie geben einen Eindruck, wie vielfältig der Weg der Hingabe gestaltet sein kann:
Diese neun Formen sind keine Stufen-Hierarchie, sondern unterschiedliche Geschmacksrichtungen der Hingabe. Praktizierende finden meist eine oder mehrere Formen, die zu ihrer Persönlichkeit passen [3].
In der modernen Yoga-Welt – insbesondere im Westen – zeigt sich Bhakti in mehreren Praxis-Formen:
Im Vergleich zur körperlich orientierten Yoga-Praxis steht beim Bhakti Yoga die Beziehung im Zentrum – die Aufmerksamkeit, die Stimme, der Atem werden in einer Geste der Hingabe ausgerichtet. Praktizierende beschreiben oft, dass diese Praxis emotional zugänglich und gemeinschaftsstiftend sei.
Spezifische Studien zu «Bhakti Yoga» sind selten. Was zu Praxis-Elementen, die im Bhakti Yoga zentral sind, belegt ist:
Einordnung: Bhakti Yoga ist kein medizinisches Verfahren. Was in der Praxis erlebt wird – Sammlung, emotionale Bewegtheit, Gemeinschaftsgefühl – hat plausible Mechanismen in der Atmungs- und Aufmerksamkeitsforschung. Spezifische «Heilversprechen» sollten kritisch betrachtet werden.
Bhakti Yoga ist körperlich meist eine sehr sanfte Praxis (Singen, Sitzen, Visualisieren) und hat daher wenige körperliche Risiken. Einige Hinweise zur ehrlichen Einordnung:
In der Schweiz finden Kirtan- und Bhakti-orientierte Veranstaltungen vor allem in grösseren Städten statt. Typische Kosten im Überblick:
Wer dem Bhakti-Yoga in der Schweiz begegnen möchte, findet Angebote bei Jivamukti- und Sivananda-Studios, bei Kundalini-Yoga-Schulen sowie auf eigenen Kirtan-Plattformen.
Wenn dich Bhakti-Elemente interessieren – etwa ein Kirtan-Abend oder eine Yogastunde mit Mantra-Praxis –, findest du auf truVuna Yogastudios und Lehrer:innen, die Mantra- und Hingabe-Praxis in ihre Klassen integrieren. Vergleiche Profile, Stilrichtungen und Bewertungen, um ein Angebot zu finden, das zu deinem Interesse passt.
Bhakti Yoga ist der «Yoga-Weg der Hingabe» – einer der vier klassischen Yoga-Wege der indischen Tradition. Im Zentrum steht die liebevolle Hinwendung zu etwas, das das eigene Ego überschreitet – traditionell zu einer göttlichen Figur, in moderner Auslegung auch zu einer Idee oder spirituellen Vorstellung. Praktiziert wird Bhakti vor allem durch Mantra-Singen (Kirtan), ruhige Sitzpraxis mit Mantra, Lesungen aus klassischen Schriften und ritualisierte Geste der Verehrung.
Hatha Yoga ist der körperlich-energetische Weg mit Schwerpunkt auf Asanas (Stellungen), Pranayama (Atmung) und Reinigungstechniken. Bhakti Yoga ist hingegen der Weg der Hingabe – mit Schwerpunkt auf Singen, Sitzen, Visualisieren und einer emotional-spirituellen Beziehung. Beide Wege können sich ergänzen: In vielen modernen Yoga-Stilen finden sich Hatha- und Bhakti-Elemente in einer Stunde.
Nein – Bhakti Yoga ist offen für unterschiedliche Hintergründe. In der modernen Praxis im Westen wird Bhakti oft inklusiv ausgelegt: Hingabe kann sich auf eine göttliche Figur, eine spirituelle Idee, die Natur oder einfach auf etwas richten, das den eigenen Horizont erweitert. Wichtig ist allerdings, die kulturellen Wurzeln zu respektieren und nicht in oberflächliche Aneignung zu verfallen. Wer mit der hinduistischen Tradition vertraut werden möchte, findet in Bhakti einen sehr emotional zugänglichen Einstieg.
Sehr verbreitet sind: «Om Namah Shivaya» (an Shiva gerichtet), «Hare Krishna Hare Rama» (an Krishna und Rama), «Lokah Samastah Sukhino Bhavantu» (für das Wohl aller Wesen) und das «Gayatri-Mantra». Daneben gibt es zahlreiche regionale Lieder aus der Bhakti-Bewegung. Welche Mantren in einer Kirtan-Stunde gesungen werden, hängt von der Lehrperson und Tradition ab.
Spezifische Studien zu Bhakti Yoga sind selten. Studien zeigen, dass Mantra-Singen die Atmung auf rund sechs Atemzüge pro Minute synchronisiert und Effekte auf das vegetative Nervensystem hat. Hingabe-orientierte Meditation (etwa Loving-Kindness-Meditation) zeigt Effekte auf Empathie und subjektives Wohlbefinden. Gemeinschaftliche Praxis kann das Gefühl von Verbundenheit stärken. Bhakti Yoga ist allerdings kein medizinisches Behandlungsverfahren – bei körperlichen oder psychischen Beschwerden ist sie kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe.
Cramer H, et al. (2018). The safety of yoga: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Epidemiology. PMID: 28958637. — zur Sicherheitsbelegung der Yoga-Praxis
Sivaramakrishnan D, et al. (2019). The effects of yoga compared to active and inactive controls. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity. PMC6451238. — zur Wirkungsbelegung Yoga allgemein
Flood G. (1996). An Introduction to Hinduism. Cambridge University Press. — zur historisch-philologischen Einordnung der Bhakti-Bewegung, der Bhagavad Gita und der Navavidha Bhakti
Bernardi L, et al. (2001). Effect of rosary prayer and yoga mantras on autonomic cardiovascular rhythms. British Medical Journal, 323(7327): 1446-1449. — zur Wirkungsbelegung Mantra-Singen auf Atmung und vegetatives Nervensystem
Hofmann SG, et al. (2011). Loving-kindness and compassion meditation: Potential for psychological interventions. Clinical Psychology Review, 31(7): 1126-1132. PMC3176989. — zur Wirkungsbelegung Hingabe-orientierter Meditationspraxis (Metta/Loving-Kindness) auf Empathie und Wohlbefinden
Wer nach Elektroakupunktur sucht, stösst schnell auf zwei sehr unterschiedliche Verfahren, die oft im selben Atemzug genannt werden. Gemeint sein kann einerseits eine therapeutische Form der Akupunktur, bei der gesetzte Nadeln mit schwachem Strom stimuliert werden – andererseits die Elektroakupunktur nach Voll (EAV), ein Mess- und Diagnoseverfahren aus der Naturheilkunde. Beide gehören zum Umfeld der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und Komplementärmedizin, verfolgen aber ganz verschiedene Ziele. Dieser Ratgeber erklärt, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie die Verfahren ablaufen, wie die Studienlage einzuordnen ist und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
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Bestimmte Therapieformen sind uralt und bleiben auch in modernen Zeiten eine hilfreiche Massnahme, um Beschwerden und Schmerzen zu lindern. Dazu gehört auch das Schröpfen, das eine bessere Durchblutung fördert. Moderne Geräte gestatten heute eine vielseitige Anwendung und die Kombination des Schröpfens mit einer Massage. Vor der Anwendung ist beim Heilpraktiker jedoch immer eine eingehende körperliche Untersuchung notwendig. Übrigens: Das Schröpfen ist auch im Gesicht möglich. Alles zum Thema gibt es hier.
Das Auge und die Netzhaut werden mit zunehmendem Alter empfindlicher. Ab dem 50. Lebensjahr verändern sich die Sehschärfe und die Augenfeuchtigkeit. Auch Sehstörungen treten auf, wenn es sich um eine Glaskörperabhebung oder Glaskörpertrübung handelt. Diese sind normale Alterserscheinungen, die auch mit kleineren Blutungen oder Lichtblitzen im Auge einhergehen können. Eine Behandlung beim Augenarzt ist notwendig, um Risse zu verhindern oder der Gefahr einer Netzhautablösung vorzubeugen. Ein Grund zur Besorgnis ist die Glaskörperabhebung aber nicht.
Schmerzen an der Innenseite des Knies sind häufig – beim Beugen, Strecken, unter Belastung oder nach einer Verdrehung. An dieser Stelle des Knies treffen mehrere Strukturen aufeinander, weshalb ganz unterschiedliche Ursachen infrage kommen. Dieser Ratgeber hilft dir, die Beschwerden grob einzuordnen: Du erfährst, welche Strukturen betroffen sein können, welche Ursachen häufig sind, woran du Warnzeichen erkennst und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Eine Ferndiagnose ersetzt das nicht.
AcroYoga ist eine Bewegungsform für mindestens zwei Personen, die Yoga-Asanas, akrobatische Elemente und Thai-Massage zu einer eigenständigen Partner-Praxis verbindet. Eine Person trägt am Boden (die «Basis»), eine andere wird darüber balanciert (der «Flyer») und idealerweise gibt es eine dritte Person, die absichert (der «Spotter»). Die Praxis lebt von Vertrauen, klarer Kommunikation und gegenseitiger Aufmerksamkeit. In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung: Was AcroYoga ist, woher der Stil stammt, welche Rollen und Disziplinen es gibt, wie eine typische Stunde abläuft und worauf du achten kannst, wenn du in der Schweiz einsteigen möchtest.