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Bei der Bindehaut handelt es sich um eine dünne, durchsichtige Schleimhaut. Sie bedeckt sowohl den vorderen Teil des Augapfels als auch die Innenseiten der Augen – und bildet damit den sogenannten Bindehautsack. Der spielt eine wichtige Rolle für die Immunabwehr: Er ist für die Befeuchtung des Auges zuständig und schützt so vor dem Eindringen von Krankheitserregern. Die Bindehaut ist von winzigen Blutgefässen durchzogen, die im Normalfall kaum zu sehen sind. Kommt es zu einer Überreizung durch äussere Einflüsse oder bestimmte Erreger, füllen sie sich vermehrt mit Blut. Das Ergebnis ist eine deutlich sichtbare Rötung. Aus dieser anfänglichen Bindehautreizung entwickelt sich schnell eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die im Volksmund häufig auch als „Matschauge“ bezeichnete Erkrankung gilt als eines der häufigsten Augenleiden in ganz Europa. Sie tritt nicht nur im Kleinkindalter auf, sondern betrifft auch Jugendliche und Erwachsene.
Es sind verschiedene Ursachen, die eine Bindehautentzündung beim Kind hervorrufen können. In der von etwa April bis Juni andauernden Heuschnupfenzeit lässt sich das Augenleiden oft auf eine Allergie zurückführen. Typische Auslöser für diese Frühjahrskonjunktivitis sind zum Beispiel Hausstaub, Pollen oder Tierhaare. Auch chemische Reize, Fremdkörper, grelles Licht, Kälte oder Zugluft lassen gerade Kleinkinder empfindlich reagieren und können eine Bindehautentzündung nach sich ziehen. Das ist zwar unangenehm, aber wenigstens nicht ansteckend: Übertragbar ist ausschliesslich die durch Bakterien oder Viren verursachte Konjunktivitis. Hier reicht schon ein Händedruck aus, um den Erreger weiterzugeben. Das in den ersten Lebenstagen eines Babys häufig auftretende Schmierauge ist harmlos und verschwindet in der Regel von selbst. Ein Sonderfall der Bindehautentzündung beim Kind ist die Neugeborenenkonjunktivitis: Hier kommt es im Rahmen der Geburt zur Übertragung von Bakterien wie Chlamydien oder Gonokokken von der Mutter auf das Kind.
Die Bindehautentzündung beim Kind zeichnet sich durch die gleichen Symptome aus wie die Konjunktivitis bei Erwachsenen. Typische Merkmale sind demnach:
Der Verlauf einer Bindehautentzündung beim Kind hängt davon ab, um welche Form der Erkrankung es sich handelt. In diesem Zusammenhang ist zwischen der akuten und der chronischen – also wiederkehrenden – Konjunktivitis zu unterscheiden. Bei einer akuten Bindehautentzündung verstärken sich die Symptome in den ersten Tagen, klingen dann aber zunehmend ab. Insgesamt ist mit einer Krankheitsdauer von zwei bis vierzehn Tagen zu rechnen. Die chronische Bindehautentzündung hingegen zieht sich typischerweise über mehr als drei oder vier Wochen hin. Eine Immunität gegen neue Erkrankungen kann in beiden Fällen nicht erreicht werden.
Die Behandlung einer Bindehautentzündung beim Kind kann sehr unterschiedlich aussehen. Sie richtet sich immer nach dem Auslöser des Augenleidens. Haben andere Krankheiten die Konjunktivitis hervorgerufen, sind erst einmal diese zu behandeln. Bei durch Allergien verursachten Bindehautentzündungen kann sich eine Hyposensibilisierung als sinnvoll erweisen. Bakterielle Bindehautentzündungen erfordern oftmals eine Therapie mit antibiotikahaltigen Augentropfen. Um die passenden Medikamente ausfindig zu machen, bestimmt der Arzt in schweren Fällen den zugrundeliegenden Erreger. Im Falle einer viralen Konjunktivitis ist zumeist keine gezielte Behandlung möglich. Anders sieht es aus, wenn Herpesviren an der Erkrankung beteiligt sind: Hier kann die Verabreichung einer Augensalbe mit Aciclovir den Verlauf der Krankheit mildern.
Bevor du deinem Kind Medikamente gibst, solltest du dir grundsätzlich die Hände waschen. Viele Babys und Kleinkinder akzeptieren eine Augensalbe, wehren sich aber gegen die Verabreichung von Augentropfen. Sie kneifen die Augen fest zusammen, fangen an zu weinen oder werfen ihren Kopf hin und her. Doch ein Kampf ist kein Muss – es geht auch anders. Bleibe ruhig und bestimmt, lenke dein Kind während der Behandlung ab. Eine Bewegung des Kopfes kannst du verhindern, indem du deinen Nachwuchs bittest, sich auf den Rücken zu legen. Bette den Kopf auf einem kleinen Kissen und sorge dafür, dass der Nacken leicht überstreckt ist. Lege eine Hand auf die Stirn und gib die Augentropfen direkt in den inneren Winkel des Auges. Dann ziehe das untere Lid leicht ab. Wasche dir nach der Behandlung wieder die Hände. So stellst du sicher, dass du keine Keime verschleppst.
Trotz aller Hygiene und gewissenhafter Vorbeugung kann es schnell zu einer Infektion im Auge des Kindes kommen. Stellst du bei deinem Kind Symptome fest, die auf eine Bindehautentzündung hinweisen, ist das Aufsuchen eines Arzt nicht zwingend erforderlich. Erst dann, wenn die Beschwerden auch am dritten Tag nicht komplett verschwunden sind, ist der Besuch in der Praxis dringend anzuraten. Selbsthilfe in Form von Augenbädern oder Teespülungen können gefährlich sein: Sie können zu weiteren Infektionen führen. Achte während der gesamten Erkrankung penibel auf die Hygiene. Verzichte darauf, Handtücher oder Waschlappen gemeinsam zu nutzen. Versuche, häufig benutzte Gegenstände wie Türklinken oder Wasserhähne nicht mit den Händen anzufassen. Hilfreich ist es auch, wenn du ein Reiben oder Wischen der Augen deines Kindes vermeiden kannst. Das lindert den Juckreiz – wenn überhaupt – nur kurzzeitig, kann dazu aber zu einer Verschlimmerung der Konjunktivitis führen.
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