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Hautpilz (Dermatomykose): Ursachen, Formen und Behandlung

Hautpilz (Dermatomykose): Ursachen, Formen und Behandlung

Ein Hautpilz beginnt oft harmlos – mit etwas Juckreiz zwischen den Zehen oder einer schuppenden Stelle, die nicht abheilen will. Hinter solchen Beschwerden steckt häufig eine Dermatomykose: der medizinische Sammelbegriff für Pilzinfektionen von Haut, Haaren und Nägeln. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Pilze einen Hautpilz auslösen, woran du die wichtigsten Formen erkennst, wie die Behandlung abläuft und wann du die Beschwerden ärztlich abklären lassen solltest.

Was ist eine Dermatomykose?

Eine Dermatomykose ist eine Pilzinfektion der Haut, der Haare oder der Nägel. Der Begriff fasst verschiedene Krankheitsbilder zusammen, die je nach Erreger und betroffener Körperstelle unterschiedlich benannt werden [1]. Die häufigste Gruppe sind die sogenannten Dermatophytosen – Infektionen, die ausschliesslich das verhornte Gewebe (Haut, Haare, Nägel) befallen und nur sehr selten in tiefere Schichten oder den Blutkreislauf vordringen [1].

Davon abzugrenzen sind Infektionen mit Hefepilzen, etwa Candida. Sogenannte systemische Mykosen, die innere Organe betreffen, sind seltener und treten vor allem bei stark geschwächtem Immunsystem auf – sie gehören in jedem Fall in ärztliche Behandlung [1].

Welche Pilze lösen einen Hautpilz aus?

Für Hautpilzinfektionen sind drei Gruppen von Pilzen verantwortlich, die in der Dermatologie als DHS-System zusammengefasst werden: Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze [1].

  • Dermatophyten (Fadenpilze): Sie ernähren sich von Keratin, einem Eiweiss in Haut, Haaren und Nägeln, und sind die mit Abstand häufigsten Verursacher. Zu ihnen gehören die Gattungen Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton [1].
  • Hefen: Einzellige Pilze wie Candida albicans besiedeln die Haut und Schleimhäute auch bei gesunden Menschen. Erst unter bestimmten Bedingungen – etwa bei geschwächtem Immunsystem – können sie eine Infektion auslösen [1].
  • Schimmelpilze: Sie spielen als Auslöser von Hautinfektionen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, kommen aber gelegentlich als Erreger vor [1].

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, vom Tier auf den Menschen sowie über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Schuhe oder Böden [1].

Welche Formen von Hautpilz gibt es?

Hautpilzerkrankungen werden vor allem nach Erreger und betroffener Körperstelle unterschieden. Infektionen mit Dermatophyten werden als Tinea bezeichnet und nach Lokalisation benannt; Erkrankungen durch Hefen nennt man Candidosen [2]. Zu den wichtigsten Formen gehören:

  • Tinea pedis (Fusspilz): betrifft Zehenzwischenräume und Fusssohlen und ist die häufigste Form, oft mit Juckreiz, Schuppung und eingerissener Haut [7].
  • Tinea manuum (Handpilz): betrifft die Hände und wird häufig vom selben Erreger von den Füssen übertragen [2].
  • Tinea corporis: zeigt sich an freier Körperhaut und im Gesicht als ringförmige, randbetonte gerötete Herde [2].
  • Tinea inguinalis: betrifft Leistenregion und Hautfalten und wird durch Wärme und Feuchtigkeit begünstigt [2].
  • Tinea capitis (Kopfpilz): befällt die behaarte Kopfhaut mit Schuppung und Haarverlust und tritt vor allem bei Kindern auf [4].
  • Tinea unguium / Onychomykose: betrifft die Nägel, die verdickt, verfärbt und brüchig werden [3].
  • Candidosen: treten an Hautfalten, Händen und Füssen auf, werden durch Hefen ausgelöst und sind oft mit Diabetes assoziiert [1].
  • Pityriasis versicolor: betrifft den oberen Rumpf, wird durch Hefen (Malassezia) verursacht und zeigt helle oder dunkle Flecken [1].

Die Formen können ineinander übergehen: So lässt sich etwa ein unbehandelter Fusspilz über kontaminierte Hände oder Handtücher auf andere Körperstellen oder die Nägel übertragen [3][7].

Wie äussert sich ein Hautpilz?

Typische Anzeichen eines Hautpilzes sind Juckreiz, Rötungen, Schuppung und – besonders zwischen den Zehen – eingerissene oder aufgeweichte Haut [7]. Je nach Form und Stelle können die Beschwerden aber sehr unterschiedlich ausfallen.

Beim Fusspilz reicht das Spektrum von leichter Schuppung bis zu nässenden Rissen und Bläschen; manche Verläufe verursachen kaum spürbare Beschwerden und fallen vor allem durch trockene Schuppung an den Fusssohlen auf [8]. Bei der Tinea corporis zeigen sich oft ringförmige Herde mit einem geröteten, leicht erhabenen Rand. Wichtig zu wissen: Ein Hautpilz heilt in der Regel nicht von selbst ab und kann ohne Behandlung über lange Zeit bestehen bleiben oder sich ausweiten [8].

Was begünstigt eine Ansteckung mit Hautpilz?

Pilze gedeihen besonders gut in einem warmen, feuchten Milieu – deshalb begünstigen Schwitzen, enges oder luftundurchlässiges Schuhwerk und feuchte Umgebungen eine Infektion [8]. Daneben spielen individuelle Faktoren eine wichtige Rolle.

Zu den bekannten Risikofaktoren gehören eine familiäre Veranlagung, Fussfehlstellungen, die Nutzung öffentlicher Bäder, kleine Hautverletzungen sowie männliches Geschlecht [2]. Hefepilzinfektionen (Candidosen) werden zusätzlich durch Erkrankungen und Umstände begünstigt, die das Immunsystem oder den Stoffwechsel beeinflussen – etwa Diabetes mellitus, eine Immunschwäche oder bestimmte Medikamente [1]. Fusspilz zählt zu den häufigsten Infektionen überhaupt: Schätzungen zufolge ist bis zu rund ein Viertel der Erwachsenen im Lauf des Lebens betroffen [7].

Wie wird ein Hautpilz diagnostiziert?

Die Diagnose stützt sich auf das klinische Erscheinungsbild und – bei Bedarf – auf eine Untersuchung von Haut-, Nagel- oder Haarproben [1]. In vielen Fällen lässt sich ein Hautpilz bereits am typischen Aussehen erkennen.

Ist die Diagnose nicht eindeutig oder eine Tablettenbehandlung geplant, wird Material von der betroffenen Stelle entnommen und im Labor untersucht: mikroskopisch im sogenannten Nativpräparat, durch Anlegen einer Kultur und – wo verfügbar – über einen molekularen Nachweis der Pilz-DNA (PCR) [3]. Gerade vor einer systemischen (innerlichen) Therapie ist der Erregernachweis wichtig, weil sich die Wahl des Wirkstoffs danach richtet und innerlich eingenommene Mittel Nebenwirkungen haben können [3].

Wie wird ein Hautpilz behandelt?

Hautpilz wird mit Antimykotika behandelt – also Wirkstoffen, die Pilze hemmen oder abtöten; sie werden je nach Form äusserlich (topisch) auf die Haut aufgetragen oder als Tabletten eingenommen [1]. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Erreger, Ausdehnung und Lokalisation ab.

Bei unkomplizierten Infektionen der Haut genügt meist eine äusserliche Behandlung. Übersichtsarbeiten, darunter Cochrane-Reviews, zeigen für topische Wirkstoffe wie Allylamine (z. B. Terbinafin) und Azole konsistent höhere Heilungsraten als ein Scheinmedikament; sie sind in der Regel gut verträglich [5]. Wichtig ist, die Behandlung wie verordnet fortzusetzen – auch über das sichtbare Abheilen hinaus, um Rückfälle zu vermeiden [5].

Bei ausgedehntem Befall, Nagel- oder Kopfpilz oder wenn die äusserliche Behandlung nicht anschlägt, kommen Tabletten zum Einsatz. Bei Fusspilz weisen Studien darauf hin, dass Terbinafin wirksamer ist als Griseofulvin; alle innerlichen Mittel können jedoch Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden verursachen [6]. Tinea capitis (Kopfpilz) wird in der Regel kombiniert behandelt – innerlich und ergänzend äusserlich [4].

Gut zu wissen: Ein bei Fusspilz auftretender, juckender Ausschlag an anderen Körperstellen – etwa an den Fingern – ist nicht zwingend eine zweite Infektion, sondern kann eine allergische Fernreaktion auf den Pilz sein. Sie ist nicht ansteckend und klingt meist ab, sobald die eigentliche Pilzinfektion behandelt wird [1].

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden trotz frei verkäuflicher Mittel nicht abheilen, sich ausbreiten, immer wiederkehren oder Nägel und behaarte Kopfhaut betroffen sind [1][4]. In diesen Fällen sind oft ein Erregernachweis und eine gezielte, teils innerliche Therapie nötig.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei geschwächtem Immunsystem und bei Diabetes mellitus angebracht: Hier können Pilzinfektionen schwerer verlaufen und werden – etwa die trockene Mokassin-Form an den Fusssohlen – leicht mit trockener Haut verwechselt [8]. Reisst die Haut durch den Pilz ein, können zusätzlich Bakterien eindringen; das erhöht das Risiko für Folgeinfektionen, vor allem bei schlecht durchbluteten Füssen [7]. Im Zweifel hilft eine dermatologische Untersuchung, die richtige Ursache zu klären und eine passende Behandlung festzulegen.

Wie kannst du einem Hautpilz vorbeugen?

Vorbeugen lässt sich vor allem, indem du der Haut ein warm-feuchtes Pilzmilieu entziehst und Übertragungswege meidest. Wirksame Alltagsmassnahmen sind:

  • Füsse nach dem Waschen gründlich abtrocknen, besonders die Zehenzwischenräume [8].
  • In öffentlichen Bädern, Saunen und Umkleiden nicht barfuss gehen [8].
  • Handtücher, Socken und Schuhe nicht mit anderen teilen und regelmässig wechseln [8].
  • Atmungsaktives Schuhwerk tragen und Schweissbildung reduzieren [2].

Da Fusspilz häufig die Eintrittspforte für weitere Infektionen ist, lohnt es sich, ihn früh und konsequent zu behandeln, statt ihn auszusitzen [3].

Frei verkäufliche Mittel aus Apotheke oder Drogerie reichen bei leichten Verläufen oft aus. Wenn ein Hautpilz aber hartnäckig bleibt, wiederkehrt oder Nägel und Kopfhaut betrifft, ist eine fachliche Abklärung der nächste sinnvolle Schritt – denn dann braucht es meist einen Erregernachweis und eine gezielte Behandlung. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.

Häufige Fragen zu Hautpilz

Ist Hautpilz ansteckend?

Ja, Hautpilz ist ansteckend. Die Erreger werden von Mensch zu Mensch, vom Tier auf den Menschen sowie über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Schuhe oder Böden übertragen [1]. Besonders in feuchtwarmen Umgebungen wie Schwimmbädern, Saunen oder Umkleideräumen ist das Ansteckungsrisiko erhöht [8]. Gemeinsam genutzte Handtücher oder Schuhe sollten deshalb vermieden werden.

Heilt ein Hautpilz von allein?

Nein, ein Hautpilz heilt in der Regel nicht von selbst ab. Ohne Behandlung kann er über lange Zeit bestehen bleiben, sich ausweiten oder auf andere Körperstellen und Personen übertragen [8]. Bei leichten Verläufen genügen oft äusserlich angewendete Mittel; halten die Beschwerden an, kehren wieder oder betreffen Nägel und Kopfhaut, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll [1].

Wie lange dauert die Behandlung eines Hautpilzes?

Die Behandlungsdauer hängt von Form und Erreger ab und reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Topische Mittel werden häufig über ein bis drei Wochen angewendet und sollten über das sichtbare Abheilen hinaus fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden [5]. Innerliche Therapien bei Nagel- oder Kopfpilz dauern deutlich länger und werden ärztlich begleitet [3][4].

Welche Pilze lösen einen Hautpilz aus?

Die meisten Hautpilzinfektionen werden durch Dermatophyten (Fadenpilze) der Gattungen Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton verursacht, die sich von Keratin ernähren [1]. Daneben können Hefen wie Candida sowie – seltener – Schimmelpilze eine Rolle spielen. Diese drei Gruppen werden in der Dermatologie als DHS-System zusammengefasst [1].

Quellen

[1] Aaron, D. M., 2025, Übersicht zu Dermatophytien, MSD Manual Profi-Ausgabe, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/hautinfektionen-durch-pilze/übersicht-zu-dermatophytien

[2] Deutsche Dermatologische Gesellschaft, AWMF S1-Leitlinie 013-002, Tinea der freien Haut, AWMF-Leitlinienregister, https://register.awmf.org/de/leitlinien/aktuelle-leitlinien/fachgesellschaft/013

[3] Nenoff P. et al., 2022, S1-Leitlinie Onychomykose (AWMF-Register-Nr. 013-003), AWMF, https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-003k_S1_Onychomykose_2022-09_1.pdf

[4] AWMF, 2026, S1-Leitlinie Tinea capitis (AWMF-Register-Nr. 013-033), AWMF, https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-033k_S1_Tinea_capitis_2026-02.pdf

[5] El-Gohary M. et al., 2014, Topical antifungal treatments for tinea cruris and tinea corporis, Cochrane Database of Systematic Reviews, https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD009992.pub2/full

[6] Bell-Syer S. et al., Oral antifungal drugs for treating athlete's foot (tinea pedis), Cochrane, https://www.cochrane.org/evidence/CD003584_oral-antifungal-drugs-treating-athletes-foot-tinea-pedis

[7] Aaron, D. M., 2025, Tinea pedis (Fußpilz), MSD Manual Profi-Ausgabe, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/hautinfektionen-durch-pilze/tinea-pedis-fußpilz

[8] Gesundheitsportal Österreich (Bundesministerium), Fußpilz, gesundheit.gv.at, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/haut-haare-naegel/hautpilz/fusspilz.html

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