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Blut im Auge: Was dahinterstecken kann und wann eine Abklärung sinnvoll ist

Blut im Auge: Was dahinterstecken kann und wann eine Abklärung sinnvoll ist

Ein Blick in den Spiegel, und plötzlich leuchtet ein knallroter Fleck im weissen Teil des Auges – das wirkt im ersten Moment beunruhigend. In den meisten Fällen steckt hinter «Blut im Auge» jedoch eine harmlose Bindehautblutung, die von selbst wieder abheilt. Dieser Ratgeber gibt einen breiten Überblick: welche Arten von Blut im Auge es gibt, wann eine Blutung unbedenklich ist und bei welchen Warnzeichen eine ärztliche Abklärung sinnvoll oder sogar dringend ist. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen einer oberflächlichen Bindehautblutung und einer ernsteren Blutung im Augeninneren.

Was ist eine Bindehautblutung (Hyposphagma)?

Eine Bindehautblutung ist eine kleine Einblutung unterhalb der Bindehaut, der durchsichtigen Gewebeschicht über dem weissen Teil des Auges [1]. Das Blut stammt aus einem winzigen geplatzten Gefäss an der Augenoberfläche. Charakteristisch ist, dass das gesamte Augenweiss oder nur ein Teil davon hellrot erscheint, während das Sehvermögen nicht eingeschränkt ist [1].

Auch wenn der Anblick erschrecken kann: Eine Bindehautblutung ist in aller Regel harmlos, solange keine anderen Teile des Auges betroffen sind [1]. Üblicherweise klingt sie innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst ab [1]. Ähnlich wie ein blauer Fleck auf der Haut durchläuft sie dabei oft einen Farbwechsel, bis das Blut vollständig abgebaut ist. Wenn dich vor allem der genaue Verlauf, die Dauer und die Behandlung einer subkonjunktivalen Blutung interessieren, findest du das ausführlich im Ratgeber «Hyposphagma». Geht es dir um einen kleinen, klar umrissenen roten Punkt im Auge, hilft der Ratgeber «Roter Punkt im Auge» bei der Einordnung. Dieser Artikel bleibt bewusst beim breiten Überblick.

Wie entsteht Blut im Auge?

Eine Bindehautblutung entsteht, wenn ein feines Gefäss unter der Bindehaut reisst. Häufig geschieht das durch einen kurzzeitig erhöhten Druck im Kopfbereich – etwa bei kräftigem Husten, Niesen, Pressen oder bei körperlicher Anstrengung [1][2]. Auch ein leichtes lokales Trauma, etwa kräftiges Reiben des Auges, kann eine solche Blutung auslösen. Manchmal tritt eine Bindehautblutung auch scheinbar spontan auf, ohne dass ein klarer Auslöser erkennbar ist [2].

Daneben gibt es Faktoren, welche die Gefässe «verletzlicher» machen oder eine Blutung medizinisch bedeutsamer werden lassen. Laut MSD Manual ist eine einfache Bindehautblutung medizinisch meist unbedenklich – ausser wenn sie im Zusammenhang mit einer Blutgerinnungsstörung oder mit Gesichts- bzw. Augenverletzungen auftritt [2]. Eine wiederholt oder ohne erkennbaren Auslöser auftretende Blutung ist deshalb ein Grund, die Ursache ärztlich abklären zu lassen – nicht wegen der Blutung selbst, sondern um eine mögliche zugrunde liegende Störung zu erkennen [2].

Gut zu wissen: Eine harmlose Bindehautblutung lässt sich nicht «wegtropfen». Abschwellende «Weissmacher»-Augentropfen helfen nicht, das bereits ausgetretene Blut abzubauen. Der Körper baut es innerhalb von ein bis zwei Wochen selbst ab; eine Behandlung beschleunigt die Heilung nicht [1].

Welche Ursachen sind ernster?

Nicht jede sichtbare Blutung im Auge ist eine oberflächliche Bindehautblutung. Eine deutlich ernstere Situation ist das sogenannte Hyphäma – eine Blutung in die vordere Augenkammer, also den flüssigkeitsgefüllten Raum zwischen der klaren Hornhaut und der farbigen Iris [3]. Ein Hyphäma entsteht meist durch eine Verletzung des Auges und zeigt sich oft durch unscharfe Sicht und Schmerzen bei hellem Licht [3].

Ein Hyphäma muss so rasch wie möglich augenärztlich untersucht werden, da es überwacht werden muss und unbehandelt zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Sehvermögens führen kann – etwa durch einen erhöhten Druck im Auge [3]. Diese Form der Blutung ist also klar von der harmlosen Bindehautblutung abzugrenzen.

Die beiden Situationen lassen sich an mehreren Merkmalen voneinander unterscheiden – das ersetzt keine Untersuchung, hilft aber bei der Einordnung. Bei der Bindehautblutung (Hyposphagma) liegt das Blut unter der Bindehaut, also sichtbar auf dem Augenweiss; sie verursacht meist keine Schmerzen, schränkt das Sehvermögen nicht ein und wird typischerweise durch Husten, Niesen, Pressen, ein leichtes Trauma oder ganz ohne erkennbaren Anlass ausgelöst – in aller Regel ist sie harmlos.

Beim Hyphäma sammelt sich das Blut dagegen in der vorderen Augenkammer, also vor der Iris. Diese Form geht häufig mit Schmerzen und Lichtempfindlichkeit einher, das Sehen ist oft unscharf oder beeinträchtigt, und als Auslöser steht meist eine Verletzung des Auges im Vordergrund. Ein Hyphäma erfordert deshalb eine rasche augenärztliche Abklärung.

Welche Warnzeichen sprechen für eine Abklärung?

Solange eine Bindehautblutung allein auftritt und keine weiteren Beschwerden bestehen, sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen nötig [1]. Anders sieht es aus, wenn zusätzliche Symptome hinzukommen. Eine augenärztliche Abklärung ist sinnvoll oder dringend, wenn eines der folgenden Zeichen vorliegt [1]:

  • Schmerzen im Auge oder Gesicht
  • Sehstörungen oder eine Verschlechterung der Sicht
  • ein geschwollenes Auge
  • Blut sichtbar im Augapfel selbst (nicht nur auf dem Weiss)
  • eine vorausgegangene Verletzung des Auges

Auch wenn Bindehautblutungen wiederholt oder ohne erkennbaren Auslöser auftreten, ist eine Abklärung der Ursache ratsam, um eine seltene Blutgerinnungsstörung auszuschliessen [2]. Bei einer vorausgegangenen Augenverletzung gilt grundsätzlich: zeitnah ärztlich abklären lassen, da äusserlich harmlos wirkende Blutungen ernstere, nicht sichtbare Schäden begleiten können [3].

Was kannst du selbst tun?

Bei einer einfachen, schmerzfreien Bindehautblutung ohne Sehstörung ist meist keine Behandlung nötig – das Abwarten ist die wichtigste «Massnahme», da das Blut von selbst abgebaut wird [1]. Reibe nicht am Auge, um eine erneute Blutung nicht zu begünstigen. Treten solche Blutungen wiederholt oder ohne erkennbaren Grund auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll [2].

Die Grenze der Selbsthilfe ist klar: Sobald Schmerzen, Sehstörungen, eine Verletzung oder andere Begleitsymptome dazukommen, gehört das Auge fachlich untersucht. Nur eine augenärztliche Untersuchung kann zuverlässig zwischen einer harmlosen Bindehautblutung und einer ernsteren Ursache unterscheiden.

Wenn du unsicher bist, ob dein «Blut im Auge» harmlos ist, oder wenn Begleitbeschwerden auftreten, ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll. Auf truVuna findest du Augenärztinnen und Augenärzte in deiner Nähe und kannst passende Profile vergleichen.

Häufige Fragen zu Blut im Auge

Ist Blut im Auge gefährlich?

Meistens nicht. Eine Bindehautblutung sieht dramatisch aus, ist aber in der Regel harmlos, schmerzfrei und heilt innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst. Ernster ist eine Blutung in die vordere Augenkammer (Hyphäma), die meist nach einer Verletzung auftritt und rasch augenärztlich abgeklärt werden muss. Begleitende Schmerzen oder Sehstörungen sind immer ein Warnzeichen.

Wie lange dauert es, bis Blut im Auge verschwindet?

Eine Bindehautblutung bildet sich in der Regel innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst zurück. Während der Heilung kann sich die Farbe verändern, ähnlich wie bei einem blauen Fleck auf der Haut. Eine Behandlung kann diesen Prozess nicht beschleunigen.

Was hilft gegen ein geplatztes Äderchen im Auge?

In den meisten Fällen ist keine Behandlung nötig, da der Körper das Blut selbst abbaut. Abschwellende «Weissmacher»-Tropfen helfen nicht und können das Auge austrocknen. Nicht am Auge reiben. Bei Trockenheitsgefühl können befeuchtende Tränenersatzmittel angenehm sein; bei Schmerzen oder Sehstörungen gehört das Auge untersucht.

Sollte ich wiederkehrendes Blut im Auge abklären lassen?

Ja. Eine einzelne, schmerzfreie Bindehautblutung ist meist harmlos. Treten solche Blutungen jedoch wiederholt oder ohne erkennbaren Auslöser auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um eine seltene zugrunde liegende Störung der Blutgerinnung auszuschliessen – nicht wegen der Blutung selbst, sondern um die Ursache zu klären.

Wann muss ich mit Blut im Auge sofort zum Arzt?

Wenn die Blutung nach einer Augenverletzung auftritt oder zusammen mit Schmerzen, Sehstörungen, einem geschwollenen Auge oder sichtbarem Blut im Augapfel, sollte das Auge zeitnah augenärztlich untersucht werden. Diese Zeichen können auf eine ernstere Ursache hinweisen, die eine Behandlung erfordert.

Quellen

[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Subkonjunktivale Blutung, https://www.msdmanuals.com/de/heim/kurzinformationen-augenkrankheiten/erkrankungen-der-bindehaut-und-sklera/subkonjunktivale-blutung

[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2025, Subkonjunktivale Blutungen, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/krankheiten-der-binde-und-lederhaut/subkonjunktivale-blutungen

[3] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Hyphaema, https://www.msdmanuals.com/de/heim/verletzungen-und-vergiftung/augenverletzungen/hyphaema

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