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Resorption ist die Aufnahme verdauter Nahrungsbestandteile durch die Darmschleimhaut hindurch in Blut oder Lymphe [3]. Damit das funktioniert, müssen grössere Moleküle aus der Nahrung zuvor in kleinere, aufnahmefähige Bausteine zerlegt werden – diese Zerlegung nennt man Verdauung. Resorption und Verdauung greifen also ineinander: Erst wird die Nahrung aufgespalten, dann werden die Endprodukte aufgenommen [3]. Erst nachdem die Nährstoffe die Darmwand passiert haben, stehen sie dem Körper für seine Funktionen zur Verfügung [5].
Der grösste Teil der Nährstoffaufnahme findet im Dünndarm statt [1]. Er ist mengenmässig der wichtigste Abschnitt für die Aufnahme von Fetten, Proteinen, Kohlenhydraten sowie von Vitaminen und Mineralstoffen [1, 3]. Ein kleinerer Teil bestimmter Stoffe wird bereits an anderer Stelle aufgenommen: Auch über die Magenschleimhaut können einzelne Substanzen wie Alkohol oder manche Medikamente in geringem Umfang resorbiert werden, und auch im Dickdarm werden noch Wasser und Elektrolyte aufgenommen [2, 3]. Im Zentrum der Ernährung steht aber der Dünndarm.
Die Nährstoffe gelangen über die Zellen der Darmschleimhaut in feine Blut- und Lymphgefässe und werden von dort weitertransportiert [3]. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Wege. Bei der passiven Resorption wandern Stoffe entlang eines Konzentrationsgefälles durch die Darmwand – vom Bereich höherer zu niedrigerer Konzentration, ohne dass der Körper dafür eigene Energie aufwenden muss [2]. Bei der aktiven Resorption werden bestimmte Bausteine dagegen mithilfe von Transportmolekülen oder unter Einsatz von Energie aufgenommen; so kann der Körper Nährstoffe auch gegen ein Konzentrationsgefälle ins Innere holen [2]. Welcher Weg genutzt wird, hängt vom jeweiligen Nährstoff ab.
Darmzotten und Mikrovilli vergrössern die innere Oberfläche des Dünndarms enorm und ermöglichen so eine bessere Nährstoffaufnahme [1]. Die Schleimhaut des Dünndarms ist nicht glatt, sondern in zahlreiche fingerförmige Erhebungen – die Zotten – aufgefaltet. Deren Oberflächenzellen tragen zusätzlich winzige Fortsätze, die Mikrovilli [1]. Durch diese mehrfach gestaffelte Struktur entsteht eine sehr grosse Kontaktfläche zwischen Nahrungsbrei und Schleimhaut. Über feinste Gefässe in den Zotten gelangen die aufgenommenen Nährstoffe anschliessend in den Blut- und Lymphkreislauf und werden im Körper verteilt [3].
Gut zu wissen: Die starke Auffaltung in Falten, Zotten und Mikrovilli vergrössert die aufnehmende Oberfläche des Dünndarms um ein Vielfaches. Genau diese grosse Fläche ist der Grund, warum der Dünndarm so leistungsfähig Nährstoffe aufnehmen kann [1].
Im Dünndarm werden vor allem die drei grossen Nährstoffgruppen aufgenommen: Fette, Proteine und Kohlenhydrate [3]. Zuvor werden die grossen Moleküle mithilfe von Verdauungsenzymen in ihre Bausteine zerlegt – etwa in Fettsäuren, Aminosäuren und Einfachzucker wie Glukose [3]. Diese Enzyme stammen unter anderem aus Speicheldrüsen, Magen- und Darmschleimhaut sowie der Bauchspeicheldrüse [3]. Auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Calcium und Eisen werden im Dünndarm resorbiert [1]. Wasser und Elektrolyte werden ebenfalls im Verlauf des Darms aufgenommen [3].
Grob lassen sich die wichtigsten Gruppen so einordnen:
Diese Einteilung ist eine vereinfachte Orientierung; im Detail unterscheiden sich die Aufnahmewege je nach einzelnem Nährstoff.
Fette nehmen einen Sonderweg: Sie werden nicht direkt ins Blut, sondern zunächst über das Lymphsystem abtransportiert [4]. Der Grund ist, dass Fette wasserunlöslich sind und im wässrigen Blut nicht ohne Weiteres transportiert werden können. In den Darmzellen werden die aufgenommenen Fettbausteine deshalb in transportfähige Partikel – sogenannte Chylomikronen – verpackt und über die Lymphgefässe der Darmzotten abgegeben [4]. Erst auf einem Umweg über das Lymphsystem gelangen sie schliesslich in den Blutkreislauf. Deshalb besitzen die Darmzotten neben Blutgefässen auch eigene Lymphgefässe.
Eine gute Nährstoffaufnahme setzt einen intakten Darm voraus; ist die Aufnahme gestört, spricht man von Malabsorption [5]. Dabei kann der Körper eine oder mehrere Nährstoffarten nicht richtig aufnehmen [5]. Mögliche Ursachen sind unter anderem eine geschädigte Darmschleimhaut (etwa bei Zöliakie), fehlende Verdauungsenzyme (etwa bei Laktoseintoleranz) oder eine unzureichende Produktion von Verdauungssäften der Bauchspeicheldrüse [5]. Anzeichen können je nach Ursache Gewichtsverlust, Durchfall oder über längere Zeit ein Nährstoffmangel sein [5]. Halten solche Beschwerden an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um die Ursache zu finden.
Die Aufnahme unterstützen lässt sich vor allem durch eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung ist vielfältig zusammengesetzt und berücksichtigt verschiedene Lebensmittelgruppen sowie die Vielfalt innerhalb der Gruppen [6]. Sie versorgt den Körper mit Energie, Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsfasern und trägt dazu bei, der Entstehung verschiedener Krankheiten vorzubeugen [6]. Die Schweizer Lebensmittelpyramide veranschaulicht, wie sich das im Alltag umsetzen lässt [6].
Wenn du wegen einer Unverträglichkeit, anhaltender Verdauungsbeschwerden oder einer bestehenden Erkrankung unsicher bist, wie du deine Ernährung gestalten sollst, kann eine fachliche Begleitung durch eine Ernährungsberatung helfen. Auf truVuna findest du Ernährungsberatungen in deiner Region – vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.
Was ist Resorption einfach erklärt?
Resorption ist die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm in Blut und Lymphe [3]. Damit das gelingt, wird die Nahrung zuerst in kleine Bausteine zerlegt (Verdauung), die dann durch die Darmschleimhaut hindurch in den Körper gelangen. Erst nach diesem Schritt stehen die Nährstoffe für Energiegewinnung und Körperfunktionen zur Verfügung [5].
In welchem Organ findet die Resorption hauptsächlich statt?
Die Resorption findet überwiegend im Dünndarm statt [1]. Er ist für die Aufnahme von Fetten, Proteinen, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen der wichtigste Abschnitt. Kleinere Mengen einzelner Stoffe werden auch über die Magenschleimhaut aufgenommen, und im Dickdarm werden zusätzlich Wasser und Elektrolyte resorbiert [2, 3].
Was ist der Unterschied zwischen aktiver und passiver Resorption?
Bei der passiven Resorption wandern Stoffe ohne Energieaufwand entlang eines Konzentrationsgefälles durch die Darmwand [2]. Bei der aktiven Resorption werden Nährstoffe mithilfe von Transportmolekülen oder unter Einsatz von Energie aufgenommen – auch gegen ein Konzentrationsgefälle [2]. Welcher Weg genutzt wird, hängt vom jeweiligen Nährstoff ab.
Warum werden Fette anders aufgenommen als andere Nährstoffe?
Fette werden zunächst über das Lymphsystem statt direkt ins Blut transportiert [4]. Weil Fette wasserunlöslich sind, verpackt der Körper sie in den Darmzellen in transportfähige Partikel (Chylomikronen), die über die Lymphgefässe der Darmzotten abtransportiert werden und erst später in den Blutkreislauf gelangen [4].
Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Beschwerden wie anhaltender Durchfall, ungewollter Gewichtsverlust oder Anzeichen eines Nährstoffmangels auftreten [5]. Solche Symptome können auf eine gestörte Nährstoffaufnahme (Malabsorption) hinweisen, deren Ursachen ärztlich untersucht werden sollten [5]. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Der Dünndarm, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/verdauungsst%C3%B6rungen/die-biologie-des-verdauungssystems/der-d%C3%BCnndarm
[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2024, Resorption des Arzneimittels (Pharmakokinetik), msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/profi/klinische-pharmakologie/pharmakokinetik/resorption-des-arzneimittels
[3] Springer Nature, Verdauung und Resorption (Lehrbuchkapitel), link.springer.com, https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-08638-4_25
[4] Spektrum Akademischer Verlag, Lexikon der Ernährung, Fettresorption / Fetttransport, spektrum.de, https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/fettresorption/2971
[5] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Übersicht über Malabsorption, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/kurzinformationen-verdauungsst%C3%B6rungen/malabsorption/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-malabsorption
[6] Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE / Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, 2024, Schweizer Ernährungsempfehlungen und Lebensmittelpyramide, sge-ssn.ch, https://www.sge-ssn.ch/de/empfehlungen/offizielle-empfehlungen/ernaehrungsempfehlungen/
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