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Ekzem auf der Kopfhaut: Ursachen, Behandlung und Pflege

Ekzem auf der Kopfhaut: Ursachen, Behandlung und Pflege

Fettige, gelblich-weisse Schuppen auf der Kopfhaut, dazu gerötete Stellen und manchmal Juckreiz – dahinter steckt häufig ein seborrhoisches Ekzem. Diese Form der Hautentzündung ist weit verbreitet, nicht ansteckend und in den meisten Fällen gut behandelbar. Heilbar ist sie bei Erwachsenen zwar selten, lässt sich mit den richtigen Massnahmen aber meist zuverlässig in den Griff bekommen. Dieser Ratgeber erklärt dir, woran du ein Ekzem auf der Kopfhaut erkennst, was die Beschwerden begünstigt, welche Behandlungen sinnvoll sind und wann eine dermatologische Abklärung ratsam ist.

Was ist ein seborrhoisches Ekzem auf der Kopfhaut?

Ein seborrhoisches Ekzem ist eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Haut, die sich vor allem an Stellen mit vielen Talgdrüsen zeigt. Die seborrhoische Dermatitis ist eine chronische Entzündung, die mit gelblicher und fettiger Schuppenbildung an Hautstellen mit vielen Talgdrüsen wie etwa auf der Kopfhaut, im Gesicht, am Haaransatz, um die Ohren herum und gelegentlich auch an anderen Körperpartien einhergeht. [1] Der Begriff „seborrhoisch“ verweist auf die Talgdrüsen, „Dermatitis“ bzw. „Ekzem“ auf die entzündliche Hautreaktion.

Betroffen sein können Menschen jeden Alters. Die seborrhoische Dermatitis tritt am häufigsten bei Kleinkindern, gewöhnlich in den ersten drei Lebensmonaten, und bei Menschen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren auf. [1] Bei Säuglingen verläuft die Erkrankung anders als bei Erwachsenen – darauf geht ein eigener Abschnitt weiter unten ein.

Gut zu wissen: Ein seborrhoisches Ekzem ist nicht ansteckend. [2] Die typischen Schuppen und Rötungen sind zwar sichtbar, übertragen sich aber nicht durch Kontakt – ein Grund, sich dafür nicht zu schämen.

Woran erkennst du ein Ekzem auf der Kopfhaut?

Typisch sind gelblich-fettige Schuppen auf geröteter Haut, vor allem auf der Kopfhaut, am Haaransatz und im Gesicht. Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind Hautflecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Auf heller Haut erscheinen die Flecken rot. Auf dunkler Haut sehen die schuppigen Stellen eher wie hellere Flecken aus. Sie jucken normalerweise nicht. [2] Wie stark der Juckreiz ausfällt, ist also individuell verschieden – manche Betroffene spüren ihn kaum, andere deutlich, am ehesten auf der Kopfhaut.

Häufig betroffene Körperstellen sind:

  • die behaarte Kopfhaut und der Haaransatz
  • die Augenbrauen und der Bereich um die Ohren
  • die Hautfalten zwischen Nasenflügeln und Mundwinkeln
  • der Bartbereich

Der Ausschlag kann sich auch auf andere Körperbereiche ausbreiten, häufig über dem Brustbein und auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule. [2] Weil andere Hauterkrankungen ähnlich aussehen können, ist die Einordnung nicht immer eindeutig – mehr dazu im Abschnitt zur ärztlichen Abklärung.

Welche Ursachen und Auslöser stecken dahinter?

Die genaue Ursache ist nicht abschliessend geklärt, doch mehrere Faktoren spielen zusammen. Fachleute gehen davon aus, dass unter anderem eine verstärkte Talgbildung (Seborrhoe), Hautkeime wie Pilze und eine geschwächte Abwehr zur Entstehung des Ekzems beitragen. [2] Eine zentrale Rolle spielen dabei Hefepilze der Gattung Malassezia, die normalerweise auf jeder Haut vorkommen. Die Ursache ist unbekannt, aber Arten von Malassezia, einem normalen Hautpilz, spielen eine wichtige Rolle. [1] Dass eine pilzhemmende Behandlung die Beschwerden bessert und vor einem Rückfall oft eine erneute Besiedelung mit Malassezia auftritt, gilt als wichtiger Hinweis auf diese Rolle. [6]

Begünstigt werden die Schübe durch verschiedene innere und äussere Einflüsse. Das Risiko und der Schweregrad der Störung scheinen von genetischen Faktoren beeinflusst zu sein, die Störung kommt oft familiär gehäuft vor und ist bei kaltem Wetter schlimmer. [1] Auch Stress kann Schübe begünstigen. Zudem tritt das seborrhoische Ekzem häufiger bei bestimmten Vorerkrankungen auf: Die seborrhoische Dermatitis tritt häufiger bei HIV-Patienten und bei Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen auf. [1] Dazu zählt unter anderem die Parkinson-Erkrankung.

Wie wird ein Ekzem auf der Kopfhaut behandelt?

Im Mittelpunkt der Behandlung stehen pilzhemmende (antimykotische) Shampoos, die direkt auf der Kopfhaut wirken. Bei Erwachsenen und älteren Kindern kann die Kopfhaut mit einem Shampoo behandelt werden, welches das Antimykotikum Ketoconazol enthält. Ketoconazol hilft bei der Kontrolle von Hefepilzen der Gattung Malassezia. Ein Ketoconazol-Shampoo sollte zweimal wöchentlich angewendet werden, bis die Symptome unter Kontrolle sind, und anschließend noch einmal pro Woche. [1] Für Ketoconazol ist die Wirksamkeit am besten untersucht: Eine systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration kam zu dem Ergebnis, dass topische Antimykotika – insbesondere Ketoconazol – die Beschwerden im Vergleich zu einer wirkstofffreien Grundlage verbessern. [4]

Gegen die Schuppenbildung kommen weitere medizinische Shampoos infrage. Shampoos mit Zink-Pyrithion, Selendisulfid, Salizylsäure und Schwefel oder Teer sind auch wirksam bei der Kontrolle von Schuppen und sollten täglich oder jeden zweiten Tag angewendet werden, bis die Schuppen unter Kontrolle gebracht sind, und anschließend zweimal wöchentlich. [1] Viele dieser Shampoos sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und eignen sich auch zur längerfristigen Anwendung.

Bei stärkeren Entzündungen können kurzfristig weitere Wirkstoffe ergänzt werden. Dazu gehören entzündungshemmende kortisonhaltige Lösungen sowie sogenannte Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus. [1] Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu entzündungshemmenden Mitteln fand für solche Wirkstoffe Hinweise auf eine kurzfristige Wirksamkeit; für eine abschliessende Bewertung der verschiedenen Optionen ist die Datenlage jedoch begrenzt. [5] Kortisonhaltige Mittel werden in der Regel nur für kurze Zeit eingesetzt, da bei längerer Anwendung Nebenwirkungen wie eine Verdünnung der Haut auftreten können – im Gesicht ist hier besondere Zurückhaltung sinnvoll. [1]

Welche Kombination im Einzelfall passt, hängt von Ausprägung, Lokalisation und Verträglichkeit ab. Zur Orientierung hilft es, das seborrhoische Ekzem von ähnlich aussehenden Hauterkrankungen abzugrenzen – die genaue Einordnung gehört in fachärztliche Hände:

  • Seborrhoisches Ekzem: fettige, gelbliche Schuppen auf geröteter Haut, vor allem an Kopfhaut, Haaransatz und im Gesicht.
  • Atopische Dermatitis (Neurodermitis): eher feine, weisse, trockene Schuppung, oft mit starkem Juckreiz.
  • Schuppenflechte (Psoriasis): scharf begrenzte, gerötete Plaques mit silbrig-weissen Schuppen.
  • Rosazea: Rötung, Papeln und Pusteln im Gesicht, meist ohne Schuppung.

Diese Merkmale sind Anhaltspunkte, keine Diagnose. [1] Da sich die Bilder überlappen können und mehrere Erkrankungen gleichzeitig bestehen können, ist im Zweifel eine dermatologische Beurteilung sinnvoll.

Was hilft gegen den Juckreiz und bei der Pflege?

Eine sanfte, regelmässige Hautpflege ist die wichtigste begleitende Massnahme. Bei der Behandlung der seborrhoischen Dermatitis der Kopfhaut sollte mindestens zweimal wöchentlich eine Haarwäsche durchgeführt werden, da eine weniger häufige Haarwäsche die Vermehrung des Pilzes begünstigt. [1] Wasche die Kopfhaut mit lauwarmem Wasser und milden Produkten und vermeide aggressives Rubbeln oder heisses Wasser, das die Haut zusätzlich reizen kann.

Von Hausmitteln wie Teebaumöl, Apfelessig, Knoblauch oder Zimt ist hingegen Zurückhaltung angebracht. Für solche Anwendungen fehlt ein verlässlicher Wirknachweis, und gerade ätherische Öle, unverdünnte Säuren oder scharfe Substanzen können die ohnehin gereizte Haut zusätzlich belasten oder allergische Reaktionen auslösen. Wenn der Juckreiz stark ist oder die Haut nässt, ist eine fachliche Beratung der bessere Weg als das Experimentieren mit reizenden Mitteln.

Wie lange dauert die Behandlung?

Bei Erwachsenen ist das seborrhoische Ekzem in der Regel nicht heilbar, lässt sich aber gut kontrollieren. Bei Erwachsenen kann ein seborrhoisches Ekzem chronisch verlaufen. Das bedeutet: Die schuppigen Flecken treten immer wieder auf. [3] Eine sichtbare Besserung stellt sich unter konsequenter Behandlung meist innerhalb einiger Wochen ein. Danach geht es darum, mit einer reduzierten Erhaltungspflege – etwa einem Shampoo ein- bis zweimal pro Woche – neuen Schüben vorzubeugen. [1] Da die Erkrankung in Schüben verläuft, kann es sinnvoll sein, die Pflege auch in beschwerdefreien Phasen beizubehalten.

Wie unterscheidet sich Kopfgneis bei Säuglingen?

Bei Säuglingen ist das seborrhoische Ekzem meist harmlos und heilt von selbst – eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Das Ekzem verschwindet dann von allein wieder – eine Behandlung ist nicht notwendig. Nur selten bleibt es bis zum zweiten Geburtstag bestehen. Bei den meisten Babys heilt es bereits bis zum ersten Geburtstag vollständig und folgenlos ab. [3] Auf der Kopfhaut zeigt sich diese Form als sogenannter Kopfgneis. Vor allem bei Säuglingen mit heller Haut sind fest haftende, gelblich-fettige Schuppen auf der Kopfhaut typisch für das seborrhoische Ekzem. [3]

Wichtig ist die Abgrenzung zu einer anderen Hautveränderung: Dieses Erscheinungsbild wird auch als Gneis bezeichnet – nicht zu verwechseln mit Milchschorf, den entzündlichen, stark juckenden Hautveränderungen bei einer beginnenden Neurodermitis im Kindesalter. [3] Wer unsicher ist, ob es sich um harmlosen Kopfgneis oder um Milchschorf handelt, klärt das am besten kinderärztlich ab. Die festen Schuppen sollten nicht mit den Fingernägeln abgekratzt werden; sanftes Einölen und vorsichtiges Auskämmen ist schonender für die zarte Kopfhaut.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine dermatologische Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden immer wiederkehren, ausgeprägt sind oder sich mit Hausmitteln und rezeptfreien Shampoos nicht bessern. Hintergrund ist, dass mehrere Hauterkrankungen ähnlich aussehen. Die Diagnose einer seborrhoischen Dermatitis wird anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. [1] In unklaren Fällen lässt sich so ein seborrhoisches Ekzem zuverlässig von einer Schuppenflechte, einer Neurodermitis, einer Rosazea oder einer Pilzinfektion abgrenzen und die Behandlung gezielt anpassen.

Besonders ratsam ist eine fachliche Beurteilung, wenn Vorerkrankungen bestehen, die Haut nässt oder sich entzündet, oder wenn die Beschwerden den Alltag belasten. Eine dermatologische Praxis kann verschreibungspflichtige Wirkstoffe einsetzen und einen passenden Behandlungs- und Pflegeplan zusammenstellen.

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Häufige Fragen zum Ekzem auf der Kopfhaut

Ist ein seborrhoisches Ekzem auf der Kopfhaut ansteckend?

Nein, ein seborrhoisches Ekzem ist nicht ansteckend. [2] Auch wenn Hefepilze der Gattung Malassezia bei der Entstehung eine Rolle spielen, kommen diese Pilze normalerweise auf jeder Haut vor und übertragen sich nicht durch Kontakt. Die sichtbaren Schuppen und Rötungen stellen also kein Risiko für andere Menschen dar.

Welches Shampoo hilft bei einem Ekzem auf der Kopfhaut?

Geeignet sind medizinische Shampoos mit pilzhemmenden Wirkstoffen wie Ketoconazol sowie Shampoos mit Zink-Pyrithion, Selendisulfid, Salicylsäure oder Teer. [1] Ein Ketoconazol-Shampoo wird in der akuten Phase typischerweise zweimal wöchentlich angewendet und danach seltener fortgeführt. Für Ketoconazol ist die Wirksamkeit am besten belegt. [4]

Kann man ein Ekzem auf der Kopfhaut heilen?

Bei Erwachsenen ist das seborrhoische Ekzem meist nicht heilbar, lässt sich aber gut kontrollieren. [3] Es verläuft chronisch und in Schüben, weshalb eine fortlaufende Pflege sinnvoll ist. Bei Säuglingen heilt der sogenannte Kopfgneis dagegen in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres von allein und folgenlos ab. [3]

Helfen Hausmittel wie Teebaumöl oder Apfelessig?

Für Hausmittel wie Teebaumöl, Apfelessig, Knoblauch oder Zimt gibt es keinen verlässlichen Wirknachweis. Ätherische Öle und säurehaltige Mittel können die gereizte Haut zusätzlich belasten oder allergische Reaktionen auslösen. Sinnvoller sind eine sanfte Pflege mit milden Produkten und bei Bedarf medizinische Shampoos sowie eine dermatologische Beratung.

Quellen

[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Seborrhoische Dermatitis, msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/seborrhoische-dermatitis

[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gesundheitsinformation.de, Seborrhoisches Ekzem. https://www.gesundheitsinformation.de/seborrhoisches-ekzem.html

[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gesundheitsinformation.de, Seborrhoisches Ekzem bei Säuglingen. https://www.gesundheitsinformation.de/seborrhoisches-ekzem-bei-saeuglingen.html

[4] Okokon EO et al., 2015, Topical antifungals for seborrhoeic dermatitis, Cochrane Database of Systematic Reviews. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008138.pub3/full

[5] Kastarinen H et al., 2019, Topical anti-inflammatory agents for seborrhoeic dermatitis of the face or scalp, Cochrane Database of Systematic Reviews / PMC. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6483543/

[6] Rosenfluh Publikationen, Dermatologie & Ästhetische Medizin, Seborrhoische Dermatitis bei Jugendlichen und Erwachsenen. https://www.rosenfluh.ch/media/dermatologie-aesthetische-medizin/2016/02/Seborrhoische-Dermatitis-bei-Jugendlichen-und-Erwachsenen.pdf

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