Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Die Ernährung ist neben Bewegung und gegebenenfalls Medikamenten eine der zentralen Säulen der Diabetes-Behandlung. [1] Über das, was du isst und trinkst, beeinflusst du deinen Blutzuckerspiegel unmittelbar. Ziel einer angepassten Ernährung ist es, den Blutzucker und die Blutfettwerte zu verbessern, den Blutdruck günstig zu beeinflussen, bei Übergewicht das Gewicht zu senken und so das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern. [1]
Wichtig ist dabei: Es geht nicht um Verzicht und Verbote, sondern um eine bewusste Auswahl und um die richtige Menge. Viele Lebensmittel sind in Massen problemlos möglich. Welche Schwerpunkte sinnvoll sind, hängt stark von der Diabetesform, der Therapie und den persönlichen Vorlieben ab. [1]
Bei Typ-1-Diabetes steht das Abstimmen der Insulinmenge auf die Kohlenhydrate im Vordergrund, bei Typ-2-Diabetes vor allem der Lebensstil. Beim Typ 1 produziert der Körper kein eigenes Insulin mehr und muss es lebenslang von aussen zuführen; die Ernährung wird hier eng mit der Insulintherapie abgestimmt. [1][4]
Typ-2-Diabetes entsteht dagegen meist schleichend, häufig in Verbindung mit Übergewicht und Bewegungsmangel. Hier sind eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und – bei Übergewicht – eine Gewichtsreduktion die Basis der Behandlung. [1] Reichen diese Massnahmen nicht aus, kommen Medikamente und gegebenenfalls Insulin hinzu. [1] Weil sich die Therapieformen unterscheiden, lässt sich keine pauschale «Diabetes-Ernährung» für alle festlegen.
Es gibt nicht die eine ideale Diät – mehrere Ernährungsmuster gelten als geeignet. Für das Diabetesmanagement und zur Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Komplikationen werden verschiedene Muster als akzeptabel angesehen, etwa eine mediterrane, eine vegetarische oder eine vegane Ernährung. [2]
In der Auswertung mehrerer Studien zeigt sich die mediterrane Ernährung – mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Fisch und wenig stark verarbeiteten Produkten – als ein besonders gut untersuchter Ansatz zur Verbesserung des Langzeitblutzuckers (HbA1c). [2] Gleichzeitig senkten in den ausgewerteten Untersuchungen auch andere Ernährungsformen den Blutzucker; die Aussagekraft dieser Vergleiche wird wegen Unterschieden zwischen den Studien jedoch insgesamt nur als gering bis moderat eingestuft. [2]
Entscheidend ist deshalb weniger das «perfekte» Schema als vielmehr eine Ernährung, die zu dir passt und die du langfristig durchhalten kannst. [2] Häufig genannte Muster lassen sich grob so einordnen: Die mediterrane Ernährung mit ihrem Schwerpunkt auf Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch ist ein gut untersuchter Ansatz mit günstigen Effekten auf den Blutzucker [2]. Eine vegetarische oder vegane, also pflanzenbetonte Ernährung mit wenig tierischen Produkten gilt ebenfalls als geeignetes Muster [2]. Eine kohlenhydratarme (Low-Carb-)Ernährung kann kurzfristig Effekte zeigen, langfristig ist der Nutzen jedoch weniger klar [2][6]. Und eine ausgewogene Mischkost mit viel Vielfalt, reichlich Gemüse und Vollkorn eignet sich grundsätzlich für die ganze Familie [1].
Diese Einordnung ist eine grobe Orientierung. Welches Muster für dich sinnvoll ist, lässt sich am besten individuell mit einer Fachperson klären – auch im Hinblick auf weitere Erkrankungen und deine Medikamente. [1]
Kohlenhydrate beeinflussen den Blutzucker am stärksten – verzichten musst du aber nicht auf sie. Wichtig ist, welche Art und Menge du wählst. [1] Einfache Kohlenhydrate, wie sie in Haushaltszucker, Süssigkeiten oder Fruchtsäften stecken, lassen den Blutzucker rasch ansteigen und sollten eher zurückhaltend konsumiert werden. [1] Komplexe Kohlenhydrate, etwa aus Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten, wirken sich weniger stark auf den Blutzucker aus. [1]
Ballaststoffreiche Lebensmittel spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie sättigen länger und lassen den Blutzucker langsamer ansteigen. [2] Eine ballaststoffreiche Ernährung mit reichlich Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten ist deshalb ein sinnvoller Baustein – sowohl bei Diabetes als auch im Sinne einer allgemein gesunden Ernährung.
Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion einer der wirksamsten Ansätze, um die Blutzuckerwerte zu verbessern. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann sich günstig auf Blutzucker, Blutfette und Blutdruck auswirken. [1] Deshalb gehört bei vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes die Senkung des Gewichts zu den zentralen Behandlungszielen. [1]
Gut zu wissen: Bei Typ-2-Diabetes kann sich der Verlauf durch eine deutliche Gewichtsabnahme so weit bessern, dass die Blutzuckerwerte zeitweise wieder im normalen Bereich liegen – Fachleute sprechen dann von einer Remission. [3] Ob und wie lange das gelingt, ist individuell sehr unterschiedlich und sollte ärztlich begleitet werden.
Wie die Gewichtsabnahme erreicht wird, ist weniger entscheidend als die Frage, welcher Weg sich langfristig durchhalten lässt. [2] Crash-Diäten oder sehr einseitige Konzepte sind in der Regel nicht der nachhaltigste Weg.
Eine kohlenhydratarme oder ketogene Ernährung kann den Blutzucker kurzfristig verbessern, die Vorteile nehmen mit der Zeit jedoch ab. In der Auswertung randomisierter Studien zeigte sich für kohlenhydratarme Kostformen eine bescheidene Senkung des Langzeitblutzuckers, mit dem grössten Effekt nach etwa drei Monaten; danach liessen die Effekte nach. [6] Auch der berichtete Gewichtsverlust war kurzfristig am grössten und schwächte sich später ab. [6]
Eine moderate Reduktion der Kohlenhydrate kann also vor allem kurzfristig eine mögliche Option sein. [2] Sehr strenge Konzepte wie eine ketogene Ernährung sind dagegen anspruchsvoll, langfristig schwerer durchzuhalten und nicht für alle geeignet – insbesondere nicht ohne fachliche Begleitung. Wer eine solche Umstellung erwägt, sollte das vorab ärztlich abklären lassen, vor allem bei bestehender Medikamenten- oder Insulintherapie.
Wasser und ungesüsste Getränke sind die beste Wahl, zuckerhaltige Getränke sollten die Ausnahme bleiben. Süssgetränke und Fruchtsäfte enthalten viele einfache Kohlenhydrate und lassen den Blutzucker rasch ansteigen. [1] Ungesüsste Kräuter- oder Früchtetees sind eine gute Alternative. Alkohol sollte nur in Massen und am besten nach Rücksprache mit der behandelnden Fachperson konsumiert werden, da er den Blutzucker beeinflussen kann.
Wenn du Insulin oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnimmst, kann eine plötzliche Ernährungsumstellung den Blutzucker zu stark senken. Veränderst du zum Beispiel die Kohlenhydratmenge deutlich, ohne die Therapie anzupassen, steigt das Risiko einer Unterzuckerung. Deshalb sollten grössere Ernährungsumstellungen immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. [1]
Sicherheitshinweis: Setze blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin nie eigenständig ab oder verändere die Dosis nicht selbst, wenn du deine Ernährung umstellst. Besprich grössere Änderungen vorab mit deiner behandelnden Fachperson, um Unterzuckerungen zu vermeiden. [1]
Eine Ernährungsberatung ist immer dann sinnvoll, wenn du deine Ernährung gezielt und sicher an deinen Diabetes anpassen möchtest. Gerade weil die passenden Empfehlungen von Diabetesform, Therapie, Begleiterkrankungen und persönlichen Vorlieben abhängen, lässt sich vieles nicht allein über allgemeine Tipps lösen. [1] In der Schweiz übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Ernährungsberatung, wenn sie ärztlich verordnet ist und von einer Fachperson mit anerkannter Ausbildung durchgeführt wird. [1]
Eine fachliche Begleitung hilft dir, einen Alltag mit Diabetes zu gestalten, der zu deinem Leben passt – ohne starre Verbote, aber mit klarer Orientierung. Auf truVuna findest du Anbieter:innen für Ernährungsberatung in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um einen Termin zu vereinbaren.
Muss ich bei Diabetes komplett auf Zucker verzichten?
Nein, ein vollständiger Verzicht ist nicht nötig. Zucker und einfache Kohlenhydrate lassen den Blutzucker zwar rasch ansteigen und sollten deshalb zurückhaltend konsumiert werden. [1] Entscheidend sind die Gesamtmenge und die Auswahl: Komplexe, ballaststoffreiche Kohlenhydrate sind die bessere Wahl. Kleine Mengen Süsses sind im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung meist möglich – im Zweifel hilft eine individuelle Beratung weiter.
Gibt es spezielle Diabetiker-Lebensmittel?
Spezielle «Diabetiker-Lebensmittel» sind nicht erforderlich. Fachgesellschaften empfehlen heute für Menschen mit Diabetes dieselbe ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung wie für alle anderen. [1] Statt teurer Spezialprodukte lohnt sich der Blick auf naturbelassene Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und gute Fette.
Kann ich Typ-2-Diabetes durch Ernährung rückgängig machen?
Bei manchen Menschen mit Typ-2-Diabetes kann sich der Blutzucker durch eine deutliche Gewichtsabnahme so weit verbessern, dass die Werte zeitweise wieder normal sind – eine sogenannte Remission. [3] Ob das gelingt und wie lange es anhält, ist individuell sehr unterschiedlich. Eine solche Umstellung sollte ärztlich begleitet werden und ersetzt keine eigenmächtige Änderung der Therapie.
Welche Ernährungsform senkt den Blutzucker am besten?
Mehrere Ernährungsmuster gelten als geeignet, darunter die mediterrane, vegetarische und vegane Ernährung. [2] Die mediterrane Kost ist dabei besonders gut untersucht. [2] Kohlenhydratarme Formen können den Blutzucker kurzfristig senken, langfristig schwächen sich die Effekte aber ab. [6] Am wichtigsten ist eine Ernährung, die du dauerhaft umsetzen kannst.
[1] Schweizerische Diabetesgesellschaft (diabetesschweiz), Diabetes und Ernährung sowie Ernährungsberatung, https://www.diabetesschweiz.ch/ueber-diabetes/leben-mit-diabetes/diabetes-und-ernaehrung
[2] Skurk T. et al. / Ausschuss Ernährung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), 2023, Empfehlungen zur Ernährung von Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus, Die Diabetologie / PMC, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10166058/
[3] Deutsches Ärzteblatt, 2024, Ernährungsempfehlungen bei Typ-2-Diabetes: Grundlegendes Umdenken, https://www.aerzteblatt.de/archiv/ernaehrungsempfehlungen-bei-typ-2-diabetes-grundlegendes-umdenken-df9a2406-088a-43af-b522-b1d88bd61328
[4] Bundesamt für Gesundheit (BAG), Nichtübertragbare Krankheiten und Diabetes, https://www.bag.admin.ch/de/diabetes
[5] Obsan / MonAM (BAG), 2024, Prävalenz nichtübertragbarer Krankheiten (Alter 15+), https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/praevalenz-ncd-alter-15
[6] Effectiveness of low-carbohydrate diets on type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials, 2025, Clinical Nutrition / ScienceDirect, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168822725004784
Wer sich mit Traditioneller Chinesischer Medizin beschäftigt, stösst rasch auf die Fünf-Elemente-Ernährung. Sie ordnet Lebensmittel nicht nach Kalorien oder Nährwert, sondern nach ihrer angenommenen Wirkung auf Körper und Wohlbefinden. In diesem Ratgeber erfährst du, wie das Prinzip aufgebaut ist, was die fünf Elemente und die thermische Wirkung bedeuten, wie eine Beratung abläuft, was sie in der Schweiz kostet und worauf du beim Einstieg achten solltest.
Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine afrikanische Heilpflanze, deren Wurzel traditionell bei leichten Gelenk-, Rücken- und Verdauungsbeschwerden angewendet wird [1]. Bekannt ist sie vor allem als pflanzliche Option bei Arthrose und länger anhaltenden Rückenschmerzen – wobei ihre Wirkung erst nach mehreren Wochen einsetzt und sie sich nicht für akute Schmerzen eignet [2]. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Teufelskralle eingesetzt wird, was die Studienlage zeigt und worauf du bei der Einnahme achten solltest – besonders bei Vorerkrankungen oder wenn du andere Medikamente nimmst.
Stell dir vor, du liegst auf einer warmen Liege, im Raum duftet es nach Kräuterölen, und gleichmässige, ruhige Handbewegungen ziehen vom Kopf bis zu den Zehen über deinen Körper. Genau dieses Bild verbinden viele mit einer Ayurvedamassage – einer Anwendung, die ursprünglich aus der indischen Heiltradition stammt und sich heute auch in der Schweiz grosser Beliebtheit erfreut. Wenn du überlegst, ob so eine Behandlung etwas für dich ist, hilft dir dieser Ratgeber weiter. Er erklärt ruhig und ehrlich, was eine Ayurvedamassage ausmacht, wie sie abläuft, was sich über ihre Wirkung sagen lässt – und was realistisch ist und was nicht. Und natürlich: was sie in der Schweiz ungefähr kostet.
Sportliche Aktivitäten sind sehr wichtig, um sich fit und gesund zu halten. Doch nicht immer führt regelmässige Bewegung zu einer Verbesserung des Wohlbefindens. Wer sich zu sehr anstrengt, belastet Knochen und Gelenke. Vor allem die schützende Knochenhaut, die unser Skelett umgibt, reagiert auf übermässige Belastung sehr empfindlich. Schmerzhafte Entzündungen sind die Folge. In den nächsten Abschnitten erfährst du, wie Knochenhautentzündungen entstehen, welche Symptome auftreten und wie du die Schmerzen linderst. Zudem findest du zahlreiche Tipps zum Umgang mit der Erkrankung.
Barfuss joggen ist nicht nur ein grosser Trend, sondern bringt auch zahlreiche Vorteile mit sich. Welche das sind und warum es so gesund ist, barfuss zu laufen erfährst du in diesem Artikel. Darüber hinaus erhältst du wissenswerte Fakten und wir beantworten alle wichtigen Fragen rund um das Thema Barfuss laufen.
Die verschiedenen Bereiche des Gehirns unterliegen einem komplexen Aufbau. Dazu gehören nicht nur Kleinhirn, Grosshirn und Zwischenhirn, sondern auch die sogenannten Basalganglien. Was man darunter versteht, wie sie aufgebaut sind, welche Krankheiten an ihnen auftreten können und welche Funktionen sie erfüllen – das alles erfährst du in diesem Artikel.