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Der Fettstoffwechsel umfasst alle Vorgänge, mit denen der Körper Fette aufnimmt, umbaut, speichert und wieder abbaut. [2] Fachleute sprechen auch vom Lipidstoffwechsel, weil der Oberbegriff «Lipide» sämtliche Fette und fettähnlichen Substanzen bezeichnet. Dazu gehören vor allem die Triglyceride (die eigentlichen Speicherfette) sowie das Cholesterin. [1]
Die Fette stammen aus zwei Quellen: Ein Teil wird mit der Nahrung aufgenommen, einen anderen Teil stellt der Körper – vor allem die Leber – selbst her. [1] Der Fettstoffwechsel verbindet beide Wege und stimmt sie auf den jeweiligen Energiebedarf ab.
Fette liefern Energie, sind Baustoff für Zellen und Ausgangsmaterial für wichtige Botenstoffe. Triglyceride sind der grösste Energiespeicher des Organismus und werden überwiegend im Fettgewebe und in Muskelzellen abgelegt. [1] Cholesterin wiederum ist ein Baustein von Zellmembranen und dient als Ausgangsstoff für Steroidhormone, Gallensäuren und Vitamin D. [1][3]
Fett ist also nicht per se ungesund. Entscheidend ist das Gleichgewicht zwischen aufgenommener und verbrauchter Energie sowie die Zusammensetzung der einzelnen Blutfette.
Die Fettverdauung zerlegt die mit der Nahrung aufgenommenen Fette in kleine, transportfähige Bausteine. Da Fette nicht wasserlöslich sind, werden sie im Darm zunächst durch Gallensäuren in feine Tröpfchen zerteilt (emulgiert). Anschliessend spalten Enzyme – die Lipasen aus Bauchspeicheldrüse und Darm – die Triglyceride in freie Fettsäuren und Monoglyceride auf. [2]
Wie es danach weitergeht, hängt von der Grösse der Fettsäuren ab: Kurz- und mittelkettige Fettsäuren gelangen direkt ins Blut, während langkettige Fettsäuren in grössere Transportpartikel, die Chylomikronen, verpackt und über die Lymphe in den Blutkreislauf geschleust werden. [2] Leber und Bauchspeicheldrüse spielen dabei eine zentrale Rolle.
Lipoproteine sind Transportpartikel, die Fette durch das wässrige Blut befördern. Weil Lipide im Blut nicht löslich sind, werden sie an Eiweisse gebunden und so transportfähig gemacht. [1] Je nach Dichte und Zusammensetzung unterscheidet man mehrere Klassen – vor allem Chylomikronen, VLDL (Lipoproteine sehr niedriger Dichte), LDL (niedrige Dichte) und HDL (hohe Dichte). [1]
Für die Gesundheit besonders relevant sind LDL und HDL. Das LDL bringt Cholesterin von der Leber zu den Zellen, wo es zum Beispiel für Zellmembranen und die Hormonbildung gebraucht wird. Befindet sich jedoch mehr LDL-Cholesterin im Blut, als die Zellen aufnehmen können, kann es sich in den Wänden der Blutgefässe ablagern. [4] Das HDL übernimmt eine gegenläufige Aufgabe: Es bindet überschüssiges Cholesterin und transportiert es zurück zur Leber. [4]
Gut zu wissen: Den grössten Teil des Cholesterins stellt der Körper selbst her – vor allem in der Leber. Nur ein kleiner Anteil von rund 5 bis 10 Prozent stammt aus der Nahrung. [3] Der Cholesterinspiegel lässt sich deshalb nicht allein über das Essen steuern.
Bei Energiebedarf setzt der Körper gespeicherte Fette aus dem Fettgewebe frei und baut sie ab. Dabei spalten Lipasen die gespeicherten Triglyceride in Glycerin und freie Fettsäuren auf, die ins Blut abgegeben werden. [2] Die Fettsäuren werden anschliessend über die sogenannte Beta-Oxidation schrittweise zu Acetyl-CoA abgebaut, einem zentralen Molekül der Energiegewinnung. [2]
Umgekehrt kann der Körper aus einem Überschuss an Energie – etwa aus Kohlenhydraten – auch neue Fettsäuren aufbauen und als Reserve einlagern. [2] So passt sich der Fettstoffwechsel laufend an Hunger, Aktivität und Nahrungsangebot an.
Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor, wenn die Blutfettwerte dauerhaft erhöht oder ungünstig verschoben sind. Fachleute fassen die Formen mit erhöhten Werten unter dem Begriff Hyperlipidämie zusammen: Bei der Hypercholesterinämie ist das Cholesterin erhöht, bei der Hypertriglyzeridämie sind es die Triglyceride, und bei der gemischten Form beides – häufig zusätzlich begleitet von einem zu niedrigen HDL-Cholesterin. [5]
Die Ursachen sind unterschiedlich. Eine wichtige Rolle spielt der Lebensstil, etwa eine unausgewogene, fettreiche Ernährung und zu wenig Bewegung. [3] Daneben können erbliche Faktoren oder andere Erkrankungen die Werte beeinflussen. [3][5] Eine bekannte erbliche Form ist die familiäre Hypercholesterinämie, bei der die LDL-Cholesterinwerte aufgrund eines defekten Gens lebenslang stark erhöht sind. [3]
Warum das wichtig ist: Erhöhte Blutfette – insbesondere ein hoher LDL-Wert – gelten als entscheidender Risikofaktor für die Arteriosklerose und damit für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt und Hirnschlag. [3]
Ernährung und Lebensstil können die Blutfettwerte spürbar beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Nikotin tragen dazu bei, das LDL-Cholesterin günstig zu beeinflussen. [6] Auch das Körpergewicht und die Zusammensetzung der Nahrung – etwa ein hoher Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten und pflanzlichen Ölen – spielen eine Rolle bei der Vorbeugung erhöhter Blutfette. [5]
Wichtig ist die Einordnung: Lebensstilmassnahmen helfen vielen Menschen, sind aber nicht bei jeder Form gleich wirksam. Bei erblich bedingten Störungen lassen sich die Werte über die Ernährung oft nur begrenzt senken. [3] Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund und vom persönlichen Risiko ab.
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Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, weil erhöhte Blutfette in der Regel keine Beschwerden verursachen und nur über eine Blutuntersuchung erkennbar sind. [3] Gerade weil sich hohe Werte lange nicht bemerkbar machen, lohnt sich eine Kontrolle, bevor Folgen am Herz-Kreislauf-System entstehen.
Die Schweizerische Herzstiftung empfiehlt, die Blutfette ab 40 Jahren regelmässig – mindestens alle fünf Jahre – kontrollieren zu lassen. [3] Bei familiärer Vorbelastung oder bekannten Risikofaktoren kann eine frühere oder häufigere Kontrolle angezeigt sein. Erste Anlaufstelle für Fragen zu den Blutfettwerten ist die Hausärztin oder der Hausarzt. [3]
Was ist der Unterschied zwischen LDL und HDL?
LDL und HDL sind Transportpartikel für Cholesterin mit gegenläufiger Aufgabe. Das LDL bringt Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen; ist zu viel davon im Blut, kann es sich in den Gefässwänden ablagern. Das HDL bindet überschüssiges Cholesterin und führt es zur Leber zurück. [4] Deshalb gilt ein hoher LDL-Wert als ungünstig, während HDL als günstiges Blutfett eingeordnet wird. [3]
Kann man den Fettstoffwechsel über die Ernährung beeinflussen?
Ja, Ernährung und Lebensstil können die Blutfettwerte beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung und der Verzicht auf Nikotin wirken sich günstig auf das LDL-Cholesterin aus. [6] Allerdings produziert der Körper den grössten Teil des Cholesterins selbst, weshalb sich nicht alle Werte allein über das Essen steuern lassen. [3] Bei erblichen Formen sind die Möglichkeiten begrenzter.
Sind Fette ungesund?
Nein, Fette sind grundsätzlich lebenswichtig. Sie liefern Energie, sind Baustoff für Zellen und dienen als Ausgangsstoff für Hormone, Gallensäuren und Vitamin D. [1][3] Entscheidend sind die Menge und die Zusammensetzung: Dauerhaft erhöhte oder ungünstig verschobene Blutfette gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. [3] Ein ausgewogenes Verhältnis ist also wichtiger als ein pauschaler Verzicht.
Woran erkennt man eine Fettstoffwechselstörung?
Eine Fettstoffwechselstörung verursacht meist keine spürbaren Symptome und wird oft zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt. [3] Erhöht oder verschoben sind dabei vor allem Cholesterin- und Triglyceridwerte. [5] Da die Werte über Jahre unbemerkt erhöht sein können, ist eine regelmässige Kontrolle ab dem mittleren Erwachsenenalter sinnvoll – besonders bei familiärer Vorbelastung. [3]
[1] MSD Manual, Profi-Ausgabe, Überblick über den Fettstoffwechsel, https://www.msdmanuals.com/de/profi/endokrine-und-metabolische-krankheiten/fettstoffwechselst%C3%B6rungen/%C3%BCberblick-%C3%BCber-den-fettstoffwechsel
[2] Spektrum Akademischer Verlag, Lexikon der Ernährung, Stichwort «Lipidstoffwechsel», https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/lipidstoffwechsel/5377
[3] Schweizerische Herzstiftung, Blutfette (Cholesterin), https://swissheart.ch/so-bleiben-sie-gesund/gesund-leben/blutfette
[4] Stiftung Gesundheitswissen, Blutfette: gutes oder schlechtes Cholesterin?, https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/unser-koerper/cholesterin
[5] Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at), Erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie), https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/erhoehte-blutfette-hyperlipidaemie.html
[6] Bundesamt für Gesundheit BAG / Obsan, MonAM – Erhöhter Cholesterinspiegel (Alter: 15+), https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/erhoehter-cholesterinspiegel-alter-15
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