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Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen. Damit sich diese Knochen gegeneinander bewegen können, ohne aneinander zu reiben, sind ihre Kontaktflächen mit einer glatten Knorpelschicht überzogen [1]. Die Gelenke halten gemeinsam mit Muskeln, Sehnen und Bändern das Skelett zusammen und ermöglichen ihm zugleich Beweglichkeit.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei grosse Gruppen: echte Gelenke und unechte Gelenke. Der Unterschied liegt im Aufbau und darin, wie viel Bewegung sie zulassen [1][2].
Echte Gelenke (in der Fachsprache Diarthrosen) sind die beweglichen Verbindungen, an die die meisten Menschen denken, wenn sie das Wort „Gelenk" hören – etwa Knie, Hüfte oder Schulter. Ihr Aufbau folgt im Grundprinzip immer demselben Bauplan [1]:
Der Knorpel besitzt keine eigenen Blutgefässe. Er wird über die Gelenkflüssigkeit ernährt, und diese verteilt sich vor allem durch Bewegung im Gelenk. Vereinfacht gesagt verhält sich der Knorpel bei Belastung und Entlastung wie ein Schwamm, der Flüssigkeit aufnimmt und wieder abgibt [3]. Deshalb ist regelmässige, massvolle Bewegung wichtig, um Gelenke geschmeidig zu halten.
Unechte Gelenke (Synarthrosen) sind Verbindungen zwischen Knochen, die kein echtes Gelenkspaltsystem besitzen. Statt eines beweglichen Spalts sind die Knochen hier direkt durch Füllmaterial wie Knorpel oder Bindegewebe miteinander verbunden [1][2]. Dadurch sind sie nur eingeschränkt oder kaum beweglich.
Je nach Verbindungsgewebe unterscheidet man unter anderem [2]:
Eine Sonderform sind die sogenannten Amphiarthrosen (straffe Gelenke). Sie besitzen zwar Merkmale eines echten Gelenks, sind aber durch sehr straffe Bänder so fest verbunden, dass kaum Bewegung möglich ist – ein Beispiel ist das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Iliosakralgelenk) [2].
Gut zu wissen: Unechte Gelenke spielen vor allem während des Wachstums eine wichtige Rolle. Manche dienen als Wachstumszonen der Knochen und verknöchern später ganz, etwa an den Schädelknochen [2].
Echte Gelenke werden zusätzlich nach ihrer Form eingeteilt. Die Form bestimmt, in welche Richtungen und um wie viele Achsen sich das Gelenk bewegen lässt. Fachleute sprechen dabei von Freiheitsgraden: Je mehr Bewegungsachsen ein Gelenk hat, desto beweglicher ist es [1].
Die wichtigsten Gelenkformen mit ihrer Beweglichkeit und je einem typischen Beispiel im Körper:
Die Begriffe lassen sich am eigenen Körper gut nachvollziehen [1]:
In der Praxis sind viele Gelenke Mischformen. Das Kniegelenk etwa verbindet Eigenschaften eines Scharnier- und eines Drehgelenks, weshalb es gebeugt auch ein Stück weit gedreht werden kann [1].
Gelenke erfüllen drei zentrale Aufgaben zugleich: Sie verbinden die Knochen, sie ermöglichen gezielte Bewegungen und sie dämpfen Belastungen ab. Ohne sie wären weder das Greifen einer Tasse noch das Treppensteigen möglich.
Damit Gelenke ihre Funktion behalten, sind sie auf Bewegung angewiesen. Bewegung hält die Gelenkflüssigkeit geschmeidig und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen [3]. Wird ein Gelenk dagegen über lange Zeit kaum bewegt, kann die Versorgung des Knorpels leiden. Die Rheumaliga Schweiz weist darauf hin, dass regelmässige Alltagsbewegung Gelenke, Muskeln und das umliegende Gewebe unterstützt [3]. Das bedeutet nicht, dass intensiver Sport nötig ist – gemeint ist regelmässige, dem eigenen Körper angepasste Bewegung.
Ist ein Gelenk steif, schmerzhaft oder instabil, verändern sich oft auch Bewegungsmuster, Muskelkraft und die Art, wie das Gelenk belastet wird – häufig unbewusst. Solche Veränderungen können andere Gelenke und die umliegende Muskulatur zusätzlich beanspruchen. Hier setzt die Physiotherapie an: Sie kann gezielt an Beweglichkeit, Muskelkraft, Koordination und einer gelenkschonenden Belastung arbeiten. Welche Massnahmen sinnvoll sind, richtet sich nach der jeweiligen Ursache und wird individuell festgelegt.
Dieser Artikel erklärt den anatomischen Aufbau und ersetzt keine ärztliche Beurteilung. Anhaltende Gelenkschmerzen, Schwellungen, deutliche Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden nach einem Sturz sollten ärztlich abgeklärt werden, damit die Ursache eingeordnet werden kann.
Bei vielen Beschwerden des Bewegungsapparats spielt die Physiotherapie eine Rolle – etwa, um Beweglichkeit und Muskelkraft rund um ein Gelenk gezielt zu fördern. Welche Massnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab und wird individuell festgelegt.
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Wie viele Gelenke hat der menschliche Körper?
Eine exakte Zahl lässt sich nicht eindeutig festlegen, weil die Zählweise davon abhängt, ob man echte und unechte Gelenke zusammenfasst und wie man zusammengesetzte Gelenke zählt. In anatomischen Darstellungen werden die echten Gelenke häufig mit rund hundert oder mehr angegeben [1]. Für den Alltag ist weniger die genaue Zahl wichtig als das Verständnis, dass jede Gelenkart eine bestimmte Funktion erfüllt.
Was ist der Unterschied zwischen echten und unechten Gelenken?
Echte Gelenke besitzen einen Gelenkspalt, eine Gelenkkapsel und Gelenkflüssigkeit und sind frei beweglich, etwa Knie oder Schulter. Unechte Gelenke haben keinen Gelenkspalt; die Knochen sind direkt durch Knorpel oder Bindegewebe verbunden und nur eingeschränkt beweglich, zum Beispiel die Bandscheiben oder die Schädelnähte [1][2].
Warum ist Bewegung für die Gelenke wichtig?
Der Gelenkknorpel hat keine eigenen Blutgefässe und wird über die Gelenkflüssigkeit ernährt. Diese verteilt sich vor allem durch Bewegung, die abwechselnd Belastung und Entlastung auf den Knorpel bringt [3]. Regelmässige, massvolle Bewegung unterstützt daher die Versorgung des Knorpels und den Erhalt der Beweglichkeit.
Welches ist das beweglichste Gelenk?
Die grösste Beweglichkeit bieten Kugelgelenke, weil sie Bewegungen um mehrere Achsen erlauben. Das Schultergelenk gehört zu den beweglichsten Gelenken des Körpers, ist dafür aber weniger stabil als etwa das Hüftgelenk, das als Nussgelenk eine tiefere Pfanne und damit mehr Halt besitzt [1].
[1] Schünke M, Schulte E, Schumacher U, Prometheus – Lernatlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, Thieme, 2018.
[2] Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at), 2021, Gelenke – Anatomie, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/koerper/bewegungsapparat/gelenke.html
[3] Rheumaliga Schweiz, Bewegung und Gelenkgesundheit, https://www.rheumaliga.ch/medien/bewegung-in-alltaeglicher-dosis-4-tipps-der-rheumaliga-schweiz
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