Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Gerötete Augen: Ursachen, Warnzeichen und was hilft

Gerötete Augen: Ursachen, Warnzeichen und was hilft

Gerötete Augen kennen die meisten Menschen: Nach einem langen Bildschirmtag, bei Pollenflug oder nach einer kurzen Nacht erscheint das Weisse im Auge plötzlich rosa oder rot. Häufig ist eine Augenrötung harmlos und vergeht von selbst. Manchmal steckt aber eine Ursache dahinter, die ärztlich abgeklärt werden sollte – vor allem, wenn Schmerzen oder Sehprobleme dazukommen. Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick: Wie eine Rötung überhaupt entsteht, welche Ursachen häufig sind, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und was du selbst tun kannst. Er ersetzt keine augenärztliche Untersuchung, hilft dir aber, deine Situation besser einzuordnen.

Wie entsteht eine Augenrötung?

Eine Rötung entsteht, wenn sich die feinen Blutgefässe in der Bindehaut erweitern – der dünnen, durchsichtigen Schicht, die das Weisse des Auges und die Innenseite der Lider bedeckt. Diese Gefässe treten dann stärker hervor, und das Auge wirkt rot oder rosa.

Die Erweiterung kann viele Auslöser haben: von harmlosen Reizen wie trockener Luft bis hin zu Entzündungen oder – seltener – ernsteren Augenerkrankungen. Die Rötung selbst ist also ein Symptom, keine Diagnose. Entscheidend ist, was sie verursacht und ob Begleitsymptome auftreten.

Welche Ursachen sind häufig?

Die folgende Übersicht zeigt häufige Auslöser geröteter Augen. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beurteilung, da sich die Ursachen anhand der Rötung allein oft nicht sicher unterscheiden lassen:

  • Trockenheit / Bildschirmarbeit: begleitet von Brennen, Fremdkörpergefühl und müden Augen.
  • Allergie (z. B. Pollen): starker Juckreiz und wässriges Sekret, oft an beiden Augen.
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Sekret, verklebte Lider und Tränen; je nach Form ansteckend.
  • Reizung (Staub, Rauch, Zugluft, Chlor): Brennen und Tränen, die meist nach Wegfall des Reizes nachlassen.
  • Geplatztes Äderchen (Hyposphagma): eine scharf begrenzte rote Fläche, meist schmerzlos.
  • Kontaktlinsen (Übergebrauch, zu langes Tragen): Reizung, Trockenheit und Fremdkörpergefühl.

Hinter einem roten Auge können auch ernstere Ursachen wie eine Entzündung im Augeninneren, eine Hornhautverletzung oder ein akuter Anstieg des Augeninnendrucks stehen. Diese gehen aber in der Regel mit deutlichen Warnzeichen einher (siehe unten). Ein einseitig rotes Auge, das weder juckt noch schmerzt und ohne Sehveränderung auftritt, geht dagegen häufig auf eine harmlose Einblutung in die Bindehaut zurück, die innerhalb einiger Tage bis Wochen von selbst verschwindet; eine Kontrolle des Blutdrucks bei der Hausärztin oder dem Hausarzt kann dann sinnvoll sein [4].

Gut zu wissen: Ein rotes Auge zählt zu den häufigsten Gründen für den Besuch einer Notfallambulanz. Meist ist die Ursache harmlos – entscheidend für die Einordnung ist aber nicht die Röte selbst, sondern ob Schmerzen, eine Sehverschlechterung oder eine Verletzung dazukommen [1].

Welche Warnzeichen solltest du ernst nehmen?

Die meisten geröteten Augen sind unbedenklich. Bestimmte Begleitsymptome sind jedoch ein Grund, zeitnah – und bei akutem Auftreten sofort – ärztliche Hilfe zu suchen [2]:

  • starke oder tief sitzende Augenschmerzen (anders als ein blosses Brennen oder Reiben)
  • eine Verschlechterung oder Veränderung des Sehvermögens
  • Lichthöfe (Ringe) um Lichtquellen, oft zusammen mit Übelkeit oder Erbrechen
  • ausgeprägte Lichtempfindlichkeit
  • eine vorausgegangene Verletzung oder ein Fremdkörper im Auge
  • Rötung im Zusammenhang mit Kontaktlinsen, die nicht rasch abklingt

Fachlich gilt: Bei Verletzungen, starken Schmerzen, einer Sehminderung oder einer Beteiligung der Hornhaut sollte ein rotes Auge umgehend augenärztlich untersucht werden [3]. Lieber einmal zu viel abklären lassen als ein ernstes Problem übersehen.

Was kannst du bei harmlosen Rötungen selbst tun?

Wenn keine Warnzeichen vorliegen und die Rötung etwa durch Trockenheit, Bildschirmarbeit oder eine leichte Reizung entstanden ist, kannst du einige Dinge selbst tun. Bei juckenden, gereizten Augen können eine kühle Auflage und befeuchtende Augentropfen (künstliche Tränen) die Beschwerden lindern [2]. Reibe das Auge möglichst nicht, da das die Reizung verstärkt.

Sinnvoll ist ausserdem, mögliche Auslöser zu reduzieren: regelmässige Pausen bei Bildschirmarbeit, ausreichend Luftfeuchtigkeit, weniger Rauch und Zugluft sowie ein massvoller Umgang mit Kontaktlinsen. Bessert sich die Rötung nach einigen Tagen nicht, kommt sie immer wieder oder treten Begleitsymptome hinzu, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Ein wichtiger Sonderfall sind Kontaktlinsen: Wenn du Linsen trägst und dein Auge gerötet, gereizt oder schmerzhaft ist, nimm die Linsen sofort heraus und trage vorübergehend eine Brille. Bessert sich die Rötung nicht rasch oder kommen Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehprobleme dazu, sollte das Auge zeitnah augenärztlich untersucht werden. Bei Kontaktlinsen sind Reizungen der Hornhaut und Infektionen relevanter, und solche Probleme sollten nicht abgewartet werden [3].

Gerade weil sich hinter einem roten Auge sehr unterschiedliche Ursachen verbergen können, ersetzt kein Hausmittel die fachliche Beurteilung. Wenn du unsicher bist oder die Beschwerden anhalten, findest du auf truVuna Augenärzt:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Praxen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu geröteten Augen

Warum sind meine Augen ohne erkennbaren Grund gerötet?

Häufig stecken harmlose Auslöser dahinter: trockene Luft, lange Bildschirmarbeit, Müdigkeit, Zugluft oder eine beginnende Reizung. Auch ein geplatztes Äderchen kann eine auffällige, aber meist harmlose Rötung verursachen. Hält die Rötung an oder kommen Schmerzen oder Sehprobleme dazu, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.

Wann muss ich mit einem roten Auge zum Arzt?

Zeitnah ärztlich abklären lassen solltest du eine Rötung, die mit starken Schmerzen, einer Sehverschlechterung, Lichthöfen um Lichtquellen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder einer Verletzung einhergeht. Auch wenn die Rötung nach einigen Tagen nicht abklingt oder immer wiederkehrt, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Helfen Augentropfen gegen rote Augen?

Befeuchtende Augentropfen (künstliche Tränen) können bei trockenheits- oder reizbedingter Rötung die Beschwerden lindern. Spezielle „weiss machende" Tropfen, die Gefässe verengen, beheben die Ursache nicht und sind für den Dauergebrauch nicht geeignet. Bei anhaltender Rötung sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.

Sind gerötete Augen ansteckend?

Das hängt von der Ursache ab. Eine durch Viren oder Bakterien verursachte Bindehautentzündung kann ansteckend sein, allergische oder reizbedingte Rötungen sind es nicht. Bei Sekret, verklebten Lidern und Ansteckungsverdacht hilft gute Händehygiene, und eine ärztliche Einschätzung schafft Klarheit.

Quellen

[1] Deutsches Ärzteblatt (2024). Rotes Auge – Leitfaden für den Nicht-Ophthalmologen. aerzteblatt.de. https://www.aerzteblatt.de/archiv/rotes-auge-leitfaden-fuer-den-nicht-ophthalmologen-56e04b80-12d6-4b24-baec-7bec6d743246

[2] MSD Manual (Ausgabe für Patienten) (2025). Rötung der Augen. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/symptome-von-augenkrankheiten/r%C3%B6tung-der-augen

[3] MSD Manual (Profi-Ausgabe) (2025). Rotes Auge. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/symptome-bei-augenerkrankungen/rotes-auge

[4] Universitätsspital Basel – Augenklinik. Häufige Fragen rund ums Auge (rotes Auge). unispital-basel.ch. https://www.unispital-basel.ch/augenklinik

Das könnte dich auch interessieren

Blutdrucksenkende Lebensmittel: Ernährung bei Hypertonie

Bluthochdruck ist oft leise: Viele Menschen spüren lange nichts und sind überrascht, wenn die Werte bei einer Messung dauerhaft erhöht sind. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen. Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress können viel bewirken – nicht als schnelle Wunderlösung, sondern als verlässliche Unterstützung im Alltag. Wenn du nach blutdrucksenkenden Lebensmitteln suchst, wünschst du dir vermutlich konkrete Orientierung: Was darf öfter auf den Teller, wo versteckt sich zu viel Salz und welche Getränke sind sinnvoll? Dieser Ratgeber hilft dir, die wichtigsten Punkte einzuordnen, ohne aus einzelnen Lebensmitteln falsche Heilversprechen zu machen.

Gesichtspeeling: Arten, Wirkung und richtige Anwendung

Ein müder, fahler Teint, raue Stellen oder Make-up, das nicht mehr richtig sitzt – oft sammeln sich dann abgestorbene Hautzellen auf der Hautoberfläche. Genau hier setzt ein Gesichtspeeling an: Es trägt diese Zellen ab und unterstützt die Haut bei ihrer natürlichen Erneuerung. Doch Peeling ist nicht gleich Peeling. Mechanische, chemische und enzymatische Varianten wirken unterschiedlich und passen je nach Hauttyp besser oder schlechter. Dieser Ratgeber erklärt, wie Gesichtspeelings wirken, welche Arten es gibt, worauf du bei der Anwendung achten solltest und wann ein Peeling besser in fachliche Hände gehört.

Was hilft gegen Augenringe? Ursachen, Pflege und sinnvolle Massnahmen

Ein Blick in den Spiegel am Morgen – und unter den Augen liegen wieder diese dunklen Schatten, die müde und abgespannt wirken lassen. Augenringe gehören zu den häufigsten kosmetischen Anliegen, und die Suche nach dem passenden Mittel beginnt meist mit der falschen Frage. Denn was wirklich hilft, hängt davon ab, warum die Schatten überhaupt entstehen: Mal scheinen feine Gefässe durch die dünne Haut, mal steckt vermehrtes Pigment dahinter, mal ein altersbedingter Volumenverlust. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Ursachen ein, zeigt, was Pflege, Hausmittel und Behandlungen leisten können – und wann ein dunkler Schatten ein Fall für eine ärztliche Abklärung ist.

Strabismus – Symptome, Formen, Ursachen und Behandlung

Als Strabismus oder Schielen werden in der Augenheilkunde Augenmuskelgleichgewichtsstörungen bezeichnet, die mit einer Fehlstellung der Augen einhergehen. Die Folgen sind zum einen kosmetischer Natur, zum anderen wirkt sich das Schielen jedoch auch beeinträchtigend auf die Sehfähigkeit und somit auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Hier kannst du nachlesen, welche Schielformen es gibt, wie Strabismus behandelt werden kann und wodurch die Fehlstellungen der Augen verursacht werden.

Ab wann drehen sich Babys? Sieben Antworten auf wichtige Fragen

Im ersten Lebensjahr durchlaufen Babys zahlreiche entscheidende Lernphasen und Meilensteine. Viele Eltern und Paare mit Kinderwunsch beschäftigen sich mit zahlreichen Fragen rund um die Entwicklung: Ab wann drehen sich Babys in die Bauchlage, wann können sie ihren Kopf selber halten und wie verhält es sich mit dem Sitzen? Wir liefern dir die wichtigsten Antworten rund um das Herumdrehen deines Babys und geben dir ausserdem wertvolle Tipps zur Sicherheit deines Nachwuchses.

Kalkschulter: Ursachen, Symptome und Behandlung im Überblick

Eine Kalkschulter zählt zu den häufigen Ursachen von Schulterschmerzen – manchmal bleibt sie unbemerkt, manchmal löst sie über Nacht heftige Beschwerden aus. Der Fachbegriff lautet «Tendinosis calcarea», übersetzt Sehnenverkalkung. Tatsächlich verkalkt dabei nicht die Schulter selbst, sondern eine Sehne der Rotatorenmanschette. In diesem Ratgeber erfährst du, wie eine Kalkschulter entsteht, welche Beschwerden typisch sind, welche Behandlungen es gibt und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.