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Die eigene Gesichtscreme herzustellen, bietet dir die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe und ermöglicht es, auf Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe zu verzichten, die in kommerziellen Produkten oft enthalten sind. [1] Du kannst hochwertige, natürliche Öle und Fette auswählen, die deine Haut nähren, und die Rezeptur perfekt an deinen Hauttyp anpassen – sei es trockene, fettige oder empfindliche Haut.
Wusstest du schon?
Viele kommerzielle Feuchtigkeitscremes enthalten eine lange Liste an Inhaltsstoffen, darunter synthetische Emulgatoren und Konservierungsstoffe. Eine selbstgemachte Creme passendeht oft nur aus einer Handvoll natürlicher Komponenten wie Ölen, Wachsen und Wasser, deren pflegende Eigenschaften seit Jahrhunderten bekannt sind. [2]
Jede Creme basiert auf einer Emulsion, also einer stabilen Mischung aus Fett und Wasser, die sich normalerweise nicht verbinden. Dafür sind drei Hauptkomponenten nötig – die einzelnen Komponenten und ihre Funktion im Überblick:
Dieses Basisrezept ist ideal für Einsteiger und lässt sich leicht anpassen.
Wichtiger Hinweis: Hygiene ist entscheidend!
Da selbstgemachte Cremes keine starken chemischen Konservierungsstoffe enthalten, ist absolute Sauberkeit unerlässlich, um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Desinfiziere alle Arbeitsgeräte (Behälter, Rührstäbe, Tiegel) und die Arbeitsfläche vor Beginn gründlich mit hochprozentigem Alkohol (mind. 70%).
Zutaten für ca. 50 ml Creme:
Fettphase:
Wasserphase:
Wirkstoff- & Konservierungsphase (optional):
Utensilien:
Zwei kleine, hitzebeständige Gläser (z.B. Bechergläser)
Ein kleiner Topf für ein Wasserbad
Ein kleiner Milchaufschäumer oder Glasrührstab
Eine Digitalwaage
Ein desinfizierter Cremetiegel (50 ml)
Die Herstellung deiner Creme erfolgt in sieben einfachen Schritten und dauert etwa 20-30 Minuten.
Fettphase vorbereiten: Wiege Sheabutter, Mandelöl und Bienenwachs in einem der hitzebeständigen Gläser ab.
Wasserphase vorbereiten: Wiege das destillierte Wasser oder Rosenwasser im zweiten Glas ab.
Beide Phasen erhitzen: Stelle beide Gläser in ein Wasserbad und erhitze sie langsam, bis alle Zutaten in der Fettphase vollständig geschmolzen sind (ca. 65-70°C). Beide Phasen sollten die gleiche Temperatur haben.
Emulsion herstellen: Nimm beide Gläser aus dem Wasserbad. Giesse nun die Wasserphase langsam und in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase. Rühre kräftig mit dem Milchaufschäumer oder Glasstab, bis eine milchige, homogene Flüssigkeit entsteht.
Abkühlen und Rühren: Rühre die Emulsion weiter, während sie abkühlt. Du wirst bemerken, wie sie langsam andickt und eine cremige Konsistenz bekommt. Stelle das Glas zwischendurch kurz in ein kaltes Wasserbad, um den Prozess zu beschleunigen.
Wirkstoffe hinzufügen: Sobald die Creme handwarm ist (unter 40°C), kannst du die optionalen Wirkstoffe wie Vitamin E und ätherische Öle hinzufügen und gut unterrühren.
Abfüllen: Fülle die fertige Creme in deinen desinfizierten Tiegel. Beschrifte ihn mit dem Herstellungsdatum und den Inhaltsstoffen. Lasse die Creme vollständig abkühlen, bevor du den Deckel schliesst.
Ohne natürliche Konservierungsmittel wie Vitamin E oder bestimmte ätherische Öle ist eine reine Wasser-Öl-Emulsion nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. [3] Durch die Zugabe von Vitamin E (Tocopherol) und die Lagerung im Kühlschrank kannst du die Haltbarkeit auf etwa 4-6 Wochen verlängern. Entnimm die Creme immer mit einem sauberen Spatel, um eine Verunreinigung zu vermeiden, denn die Haltbarkeit deiner selbstgemachten Gesichtscreme hängt auch stark von der Hygiene bei der Herstellung und den verwendeten Zutaten ab.
Du kannst das Basisrezept gezielt an die Bedürfnisse deiner Haut anpassen, indem du die Öle und Wirkstoffe austauschst:
Trockene Haut: Verwende reichhaltige Öle wie Avocadoöl oder Arganöl. Sheabutter ist ebenfalls ideal. Als Wirkstoff eignet sich Aloe Vera Gel.
Fettige & unreine Haut: Leichte Öle wie Jojobaöl oder Traubenkernöl sind hier die passende Wahl. Einige Tropfen Teebaumöl als Wirkstoff können entzündungshemmend wirken.
Reife Haut: Hagebuttenkernöl und Granatapfelsamenöl sind bekannt für ihre regenerierenden Eigenschaften. Vitamin E ist hier besonders empfehlenswert.
Gesichtscreme selber zu machen, ist ein kreativer und bewusster Akt der Selbstpflege. Du entscheidest, was deine Haut berührt, und kannst sicher sein, dass dein Produkt frei von unerwünschten Zusatzstoffen ist. Es ist ein kleiner Schritt mit grosser Wirkung – für deine Haut und für ein nachhaltigeres Leben. Wenn du deine Kenntnisse vertiefen möchtest, findest du auf truVuna eine Vielzahl von Kursen und Workshops, die dich in die faszinierende Welt der Naturkosmetik einführen.
Brauche ich wirklich einen Emulgator?
Ja, ein Emulgator ist unerlässlich, um die Wasser- und Fettphase dauerhaft zu einer stabilen Creme zu verbinden. Ohne ihn würden sich die beiden Phasen nach kurzer Zeit wieder trennen.
Warum muss ich destilliertes Wasser verwenden?
Leitungswasser enthält Keime und Mineralien, die die Haltbarkeit deiner Creme drastisch verkürzen und zu unvorhersehbaren Reaktionen führen können. Destilliertes Wasser ist keimfrei und sorgt für ein stabiles Produkt.
**Meine Creme wird nicht fest. Was habe ich falsch gemacht?**Meist liegt es an einem falschen Verhältnis von Fett- zu Wasserphase oder an zu wenig Emulgator. Überprüfe dein Rezept und die abgewogenen Mengen. Manchmal hilft es auch, die Creme länger und kräftiger zu rühren, während sie abkühlt.
Kann ich auch eine Creme ohne Erhitzen herstellen?
Nein, für eine stabile Emulsion müssen die Fette und Wachse geschmolzen und mit der Wasserphase bei ähnlicher Temperatur verbunden werden. Das Erhitzen ist zudem wichtig, um Keime abzutöten.
Welche natürlichen Konservierungsmittel gibt es?
Vitamin E (Tocopherol) ist ein ausgezeichnetes natürliches Antioxidans, das die Öle vor dem Ranzigwerden schützt. Auch bestimmte ätherische Öle wie Teebaumöl oder Rosmarinextrakt haben konservierende Eigenschaften. Für eine längere Haltbarkeit bei Raumtemperatur sind jedoch spezielle kosmetische Konservierungsmittel (z.B. auf Basis von Benzylalkohol) notwendig.
[1] Couteau, C. & Coiffard, L., 2022, Analysis of 275 DIY recipes for eye cosmetics and their possible safety issues, International Journal of Cosmetic Science, https://doi.org/10.1111/ics.12776.
[2] Nohynek, G. J. et al., 2010, Safety assessment of personal care products/cosmetics and their ingredients, Toxicology and Applied Pharmacology, https://doi.org/10.1016/j.taap.2009.12.001.
[3] U.S. Food and Drug Administration, 2022, Shelf Life and Expiration Dating of Cosmetics, FDA, https://www.fda.gov/cosmetics/resources-consumers-cosmetics/cosmetics-safety-qa-shelf-life.
[4] U.S. Food and Drug Administration, 2022, Cosmetic Products & Ingredients, FDA, https://www.fda.gov/cosmetics/cosmetic-products-ingredients.
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