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Die Pupille ist die Öffnung in der Mitte der Iris (Regenbogenhaut), durch die Licht ins Auge fällt. Zwei kleine Muskeln in der Iris regeln ihre Weite: Bei hellem Licht verengt sie sich, um weniger Licht einzulassen, bei Dunkelheit erweitert sie sich, um mehr Licht aufzunehmen [1]. Auch beim Blick in die Ferne, bei Aufregung oder Anspannung weiten sich die Pupillen.
Eine erweiterte Pupille wird medizinisch Mydriasis genannt. Sind beide Pupillen unterschiedlich gross, spricht man von einer Anisokorie [2]. Wichtig ist diese Unterscheidung, weil sie auf unterschiedliche Ursachen hinweist: Eine beidseitige Erweiterung hat oft andere Gründe als eine einseitige.
Grosse Pupillen sind in vielen Situationen völlig normal. Im Dämmerlicht oder Dunkeln weiten sich beide Pupillen gleichmässig – das ist eine gesunde Reaktion des Auges [1]. Auch starke Gefühle, Aufregung oder Konzentration können die Pupillen vorübergehend vergrössern.
Zudem ist ein geringer Grössenunterschied zwischen beiden Pupillen häufig und harmlos: Etwa jeder fünfte Mensch hat eine sogenannte physiologische Anisokorie, bei der die Differenz typischerweise unter einem Millimeter liegt und beide Pupillen normal auf Licht reagieren [2]. Eine Behandlung ist dann nicht nötig.
Wenn die Erweiterung nicht durch die Lichtverhältnisse erklärbar ist, kommen verschiedene Ursachen infrage – von harmlos bis behandlungsbedürftig. Häufig genannt werden [1][2][3]:
Da die Bandbreite gross ist, lässt sich aus der Pupillenweite allein nicht auf die Ursache schliessen. Wichtig sind die Begleitumstände: ob die Veränderung plötzlich kam, ob nur ein Auge betroffen ist und ob weitere Beschwerden bestehen [2].
Für die Einordnung ist entscheidend, ob beide Pupillen betroffen sind oder nur eine. Je nach Beobachtung lassen sich die folgenden Konstellationen unterscheiden [1][2][3]:
Diese Einordnung ersetzt keine Untersuchung. Welche Pupille die „auffällige“ ist, lässt sich oft erst durch die Reaktion auf Licht und durch fachärztliche Tests bestimmen [2].
Eine bewusst durch Augentropfen geweitete Pupille bei der Augenuntersuchung ist unbedenklich und bildet sich nach einigen Stunden zurück. In anderen Fällen ist eine Abklärung sinnvoll – und manchmal dringend. Such umgehend ärztliche Hilfe (Notfallnummer 144), wenn auftreten [1][2][3]:
Auch ohne Notfallzeichen sollte eine neu aufgetretene, unklare Pupillenveränderung augenärztlich untersucht werden – gerade wenn sie anhält oder nur ein Auge betrifft [2].
Am Anfang stehen eine augenärztliche Untersuchung und eine genaue Befragung – auch zu eingenommenen Medikamenten oder verwendeten Augentropfen und Pflastern, da diese die Pupille beeinflussen können [2]. Geprüft werden die Pupillengrösse bei Hell und Dunkel, die Reaktion auf Licht, die Sehfunktion und die Beweglichkeit der Augen.
Manchmal helfen spezielle Augentropfen, die Ursache einzugrenzen: Je nachdem, ob und wie die Pupille darauf reagiert, lässt sich etwa eine Adie-Pupille von anderen Ursachen unterscheiden [2][3]. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache – besonders bei plötzlichem Beginn mit Begleitsymptomen – ist eine Bildgebung des Kopfes per CT oder MRT erforderlich [2]. Die Abklärung erfolgt je nach Befund gemeinsam mit der Neurologie.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Pupillenerweiterung. Häufig geht es nicht darum, die Pupille selbst zu behandeln, sondern den Auslöser zu erkennen und gezielt zu versorgen [2][3]. Sind Medikamente oder Substanzen der Auslöser, bildet sich die Erweiterung meist zurück, sobald die Wirkung nachlässt. Eine Adie-Pupille ist in der Regel harmlos und bedarf oft keiner spezifischen Behandlung; bei Lichtempfindlichkeit kann eine Sonnenbrille die Beschwerden lindern [3]. Liegt eine neurologische oder strukturelle Ursache vor, richtet sich die Behandlung nach dieser Erkrankung.
Bei unerklärter Pupillenerweiterung sollte auf Selbstbehandlung verzichtet und die Ursache ärztlich geklärt werden [2]. So lässt sich eine harmlose von einer behandlungsbedürftigen Ursache sicher unterscheiden.
Grosse Pupillen sind oft harmlos – aber nicht immer. Bei plötzlich auftretenden Beschwerden oder neurologischen Warnzeichen ist die Notfallversorgung zuständig. Bei anhaltenden oder unklaren Pupillenveränderungen ohne Notfallzeichen ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll. Auf truVuna findest du Augenärztinnen und Augenärzte in deiner Region und kannst passende Profile vergleichen.
Sind grosse Pupillen immer ein Krankheitszeichen?
Nein. Im Dunkeln, bei Aufregung oder beim Blick in die Ferne weiten sich die Pupillen ganz normal [1]. Auch ein kleiner, gleichbleibender Grössenunterschied zwischen beiden Augen ist häufig und harmlos. Abklären sollte man eine Erweiterung, die plötzlich auftritt, nur ein Auge betrifft oder von weiteren Beschwerden begleitet wird [2].
Warum ist nur eine Pupille grösser als die andere?
Ein geringer Unterschied ist bei etwa jedem fünften Menschen normal (physiologische Anisokorie) [2]. Ist der Unterschied jedoch neu, ausgeprägt oder mit Symptomen wie Lidsenkung, Doppelbildern oder Kopfschmerzen verbunden, kann eine behandlungsbedürftige Ursache dahinterstecken und sollte ärztlich untersucht werden [2][3].
Wie lange bleiben Pupillen nach Augentropfen geweitet?
Werden die Pupillen für eine Augenuntersuchung mit Tropfen geweitet, bildet sich die Erweiterung in der Regel innerhalb einiger Stunden von selbst zurück [2]. In dieser Zeit können das Sehen in der Nähe und die Lichtempfindlichkeit vorübergehend beeinträchtigt sein; eine Sonnenbrille hilft.
Wann sind grosse Pupillen ein Notfall?
Dringend ist eine plötzliche, vor allem einseitige Pupillenerweiterung mit starken Kopfschmerzen, hängendem Lid, Doppelbildern, Verwirrtheit oder Schwäche – das kann auf eine ernste neurologische Ursache hinweisen. Dann sollte sofort die Notfallnummer 144 gewählt werden [1][2].
[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Ungleiche Pupillen, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/symptome-von-augenkrankheiten/ungleiche-pupillen
[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2023, Anisokorie, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/symptome-bei-augenerkrankungen/anisokorie
[3] Springer Medizin / eMedpedia, 2019, Klinische Neurologie: Sehstörungen (Pupillenstörungen), https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/klinische-neurologie/sehstoerungen
[4] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2025, Störungen des III. Hirnnerven (N. oculomotorius), https://www.msdmanuals.com/de/profi/neurologische-krankheiten/neuroophthalmologische-erkrankungen-und-stoerungen-der-hirnnerven/stoerungen-des-iii-hirnnerven-n-oculomotorius
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