Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Okulomotorik ist der medizinische Fachbegriff für die Gesamtheit der Augenbewegungen. Synonym wird auch der Begriff Augenmotilität verwendet – damit ist gemeint, wie gut und wie koordiniert sich die Augen bewegen können [1]. Beide Begriffe beschreiben Bewegungen des Augapfels (Bulbus oculi), die es ermöglichen, das Sehfeld zu erweitern, bewegte Objekte zu verfolgen und ein dreidimensionales Bild zu erzeugen.
Man unterscheidet dabei zwei grosse Gruppen von Augenbewegungen:
Beide Anteile sind notwendig, um über den Tag hinweg ein stabiles, scharfes Bild zu erzeugen [2].
Jeder Augapfel wird von sechs äusseren Augenmuskeln bewegt – vier geraden und zwei schrägen. Die meisten dieser Muskeln entspringen an einem gemeinsamen Sehnenring im hinteren Bereich der Augenhöhle und setzen an der Lederhaut (Sklera) des Augapfels an. Die sechs Muskeln übernehmen dabei jeweils eine eigene Hauptfunktion:
Damit beide Augen synchron arbeiten, werden diese Muskeln von drei Hirnnerven versorgt: dem Nervus oculomotorius (III), dem Nervus trochlearis (IV) und dem Nervus abducens (VI). Fällt einer dieser Nerven aus oder ist er geschädigt, kommt es typischerweise zu Doppelbildern und Augenfehlstellungen [3].
Neben den äusseren Augenmuskeln gibt es innere Augenmuskeln im Augapfel selbst. Sie steuern die Pupillenweite und die Akkommodation, also die Anpassung der Linse beim Sehen in der Nähe. Diese Muskeln arbeiten unwillkürlich und werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert.
Dieser Ratgeber fokussiert auf Bewegungssteuerung, Bewegungsarten und Störungen. Den detaillierten anatomischen Aufbau der äusseren und inneren Augenmuskeln behandelt ein separater Ratgeber zur Augenmuskulatur.
Augenbewegungen lassen sich nach ihrer Richtung und Funktion in zwei grosse Gruppen einteilen: konjugierte Bewegungen, bei denen sich beide Augen gleichsinnig bewegen (etwa beide nach rechts), und Vergenzbewegungen, bei denen sich die Augen aufeinander zu oder voneinander weg bewegen (etwa beim Wechsel zwischen Nähe und Ferne) [1, 2].
Die wichtigsten Bewegungsformen im Überblick:
Zusätzlich gibt es feine, unbewusste Mikrobewegungen – winzige Sprünge, Zittern und langsames Driften – die selbst dann ablaufen, wenn das Auge scheinbar still einen Punkt fixiert. Sie verhindern, dass die Bildinformationen auf der Netzhaut „verblassen", indem sie ständig wechselnde Sinneszellen aktivieren.
Augenärzt:innen, Orthoptist:innen und Neurolog:innen können die Okulomotorik mit verschiedenen klinischen und apparativen Methoden prüfen. Die wichtigsten Untersuchungen:
Störungen der Augenbewegungen können viele Ursachen haben – von harmlosen Reizphänomenen bis zu ernsthaften neurologischen Erkrankungen. Die Medizin unterscheidet vereinfacht vier Hauptkategorien [1, 2]:
Ein häufiges, meist harmloses Phänomen ist das Lidzucken. Es hängt oft mit Stress, Schlafmangel, Bildschirmbelastung oder Reizung der Augen zusammen und hat mit der eigentlichen Augenmotilität meist wenig zu tun.
Nicht jede Augenbewegungsstörung ist sofort gefährlich – aber bestimmte Anzeichen sollten zügig abgeklärt werden:
Wichtig: Plötzlich auftretende Doppelbilder sollten rasch ärztlich abgeklärt werden. Treten zusätzlich einseitige Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, starker Schwindel, starke Kopfschmerzen oder eine akute Sehverschlechterung auf, kann eine neurologische Ursache wie ein Schlaganfall dahinterstehen – dann ist sofort der Notruf 144 oder eine Notfallstation die richtige Anlaufstelle.
Es gibt keine einheitliche Behandlung der Okulomotorikstörung; entscheidend ist die Ursache. Die Therapie unterscheidet sich grundsätzlich, je nachdem ob ein kindliches Schielen, Doppelbilder durch eine Fehlstellung, eine Hirnnervenlähmung oder eine neurologische Erkrankung vorliegt.
Wenn du den Verdacht hast, dass deine Augenbewegungen oder die deines Kindes nicht stimmen, findest du auf truVuna Augenärzt:innen in deiner Region und kannst passende Anlaufstellen für eine Abklärung vergleichen – bei Kindern idealerweise mit orthoptischem Angebot.
Wie viele Augenmuskeln gibt es?
Jeder Augapfel wird von sechs äusseren Augenmuskeln bewegt: vier geraden (medialis, lateralis, superior, inferior) und zwei schrägen (obliquus superior, obliquus inferior). Hinzu kommen die inneren Augenmuskeln, die Pupillenweite und Akkommodation steuern.
Was ist der Unterschied zwischen Sakkaden und Augenfolgebewegungen?
Sakkaden sind sprunghafte, sehr schnelle Bewegungen, mit denen der Blick von einem Punkt zum nächsten wechselt – zum Beispiel beim Lesen. Augenfolgebewegungen sind dagegen langsam und fliessend; sie ermöglichen das Verfolgen eines bewegten Objekts, etwa eines fliegenden Vogels oder eines vorbeifahrenden Autos.
Was bedeutet Nystagmus?
Nystagmus ist ein rhythmisches, unwillkürliches Augenzittern mit einer langsamen und einer schnellen Bewegungskomponente. Eine physiologische Form tritt zum Beispiel beim Blick aus einem fahrenden Zug auf. Krankhafter Nystagmus kann angeboren sein oder auf Erkrankungen des Innenohrs, des Hirnstamms oder des Kleinhirns hinweisen.
Sind Doppelbilder immer ein Notfall?
Nicht jede Form von Doppelbildern ist ein Notfall, aber plötzlich auftretende oder neu beobachtete Doppelbilder – besonders in Kombination mit Schwindel, Kopfschmerz oder Lähmungserscheinungen – sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden. Sie können Hinweis auf eine ernsthafte neurologische Ursache sein.
Hat Schielen immer mit der Okulomotorik zu tun?
Schielen entsteht durch ein Ungleichgewicht in der Steuerung oder Funktion der Augenmuskeln und gehört damit zum Bereich der Okulomotorik. Bei Kindern ist es besonders wichtig, Schielen frühzeitig zu erkennen, da unbehandeltes Schielen zu einer bleibenden Sehschwäche eines Auges (Amblyopie) führen kann.
[1] Strupp M., Brandt T. et al. (2021): S1-Leitlinie „Augenmotilitätsstörung inklusive Nystagmus". Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), AWMF-Registernummer 030-137. Verbindliche Referenz für Augenbewegungsstörungen und ihre Ursachen, https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-137l_S1_Augenmotilitaetsstoerung-inklusive-Nystagmus_2021-11.pdf
[2] Springer Medizin (eMedpedia, Klinische Neurologie): Augenbewegungsstörungen. Peer-reviewed Lehrbuchkapitel zu nukleären, infranukleären und supranukleären Ursachen, https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/klinische-neurologie/augenbewegungsstoerungen
[3] MSD Manual Profi-Ausgabe – Störungen des III. Hirnnerven (N. oculomotorius). Etabliertes medizinisches Fachreferenzwerk (Merck Manual) mit Fachredaktion, https://www.msdmanuals.com/de/profi/neurologische-krankheiten/neuroophthalmologische-erkrankungen-und-st%C3%B6rungen-der-hirnnerven/st%C3%B6rungen-des-iii-hirnnerven-n-oculomotorius
[4] Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie Nr. 26a „Amblyopie". S2e-Leitlinie, AWMF-Registernummer 045/009. Referenz für Schielerkrankungen und Amblyopie-Therapie im Kindesalter, https://www.augeninfo.de/leit/leit26a.pdf
[5] American Academy of Ophthalmology – Eye Anatomy: Parts of the Eye and How We See. Patientenressource der weltweit grössten ophthalmologischen Fachgesellschaft, https://www.aao.org/eye-health/anatomy/parts-of-eye
Ein erhöhter Augeninnendruck verursacht meist keine Beschwerden – und ist gerade deshalb nicht zu unterschätzen. Er gilt als der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für den Grünen Star (Glaukom), eine Erkrankung, die den Sehnerv schädigen kann [1][4]. Dieser Ratgeber erklärt, was der Augeninnendruck ist, wie ein erhöhter Druck entsteht, wie er festgestellt wird und wann eine Behandlung sinnvoll ist.
Nach einer Magenoperation läuft die Verdauung nicht mehr so ab wie zuvor. Beim Dumping-Syndrom gelangt die Nahrung zu schnell und teils unverdaut aus dem Magen in den Dünndarm – mit Beschwerden, die kurz nach dem Essen oder erst Stunden später auftreten können. Die gute Nachricht: Bei den meisten Betroffenen lassen sich die Symptome durch eine angepasste Ernährung deutlich lindern. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was im Körper passiert, wie sich Früh- und Spätdumping unterscheiden und worauf du bei der Ernährung achten kannst.
Abnehmen mit Hypnose klingt verlockend: keine strenge Diät, keine Kalorientabellen – stattdessen das Essverhalten über das Unterbewusstsein steuern. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Nach heutiger Studienlage kann Hypnose beim Abnehmen höchstens unterstützen, vor allem als Ergänzung zu einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Ein eigenständiges Wundermittel gegen überschüssige Kilos ist sie nicht. Dieser Ratgeber ordnet ein, was Hypnose beim Abnehmen leisten kann, wie eine Sitzung abläuft, was sie in der Schweiz kostet und für wen sie infrage kommt.
Auch wenn sie von Aussenstehenden häufig als ein charmantes und sympathisches Merkmal wahrgenommen werden, sind sie für die Betroffenen selbst eher ein Makel. Dabei sind Krähenfüsse weder ungewöhnlich noch schädlich, sondern treten bei den meisten Menschen mit zunehmendem Alter irgendwann auf. In unserem Ratgeber erläutern wir, was die Ursachen für die Augenfalten sind, welche Möglichkeiten es gibt, sie zu reduzieren oder sogar ganz verschwinden zu lassen und mit welchen Tipps du vorbeugend etwas gegen Krähenfüsse tun kannst.
Ein stechender oder ziehender Schmerz, der vom unteren Rücken über das Gesäss bis ins Bein zieht – so beschreiben viele Menschen Ischiasnerv-Schmerzen. Sie können sehr unangenehm sein, sind aber in den meisten Fällen nicht gefährlich und bessern sich häufig wieder. Wichtig ist, die typischen Anzeichen einzuordnen, sinnvolle Massnahmen zu kennen und bestimmte Warnzeichen nicht zu übersehen. Dieser Ratgeber erklärt dir die Ursachen, die Rolle von Bewegung und Physiotherapie und wann eine rasche ärztliche Abklärung nötig ist. Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der grösste Nerv des Körpers. Er verläuft vom unteren Rücken über das Gesäss bis ins Bein. Werden seine Nervenwurzeln im Bereich der Lendenwirbelsäule gereizt oder eingeengt, kann ein Schmerz entstehen, der entlang des Nervs ausstrahlt. Fachlich spricht man von einer Ischialgie oder, wenn eine Nervenwurzel betroffen ist, von einer lumbalen Radikulopathie [1].
Das Wohlbefinden des Menschen hängt stark mit der Ernährung, körperlichen Fitness und der Stressbewältigung zusammen. Wenn nach dem hektischen Alltag keine Entspannung möglich ist, kommt es zu Beschwerden, die von einfachen Verspannungen und Rückenschmerzen bis zu schwerwiegenderen Erkrankungen führen können. Stress hat eine sehr starke Auswirkung auf Geist, Körper und Psyche, die sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht. Abhilfe schaffen Massagen, die Meditation oder die Verwendung einer Akupressurmatte, die beide Elemente vereint.