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Hoher Augendruck – Was kann man dagegen tun?

Hoher Augendruck – Was kann man dagegen tun?

Ein erhöhter Augeninnendruck verursacht meist keine Beschwerden – und ist gerade deshalb nicht zu unterschätzen. Er gilt als der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für den Grünen Star (Glaukom), eine Erkrankung, die den Sehnerv schädigen kann [1][4]. Dieser Ratgeber erklärt, was der Augeninnendruck ist, wie ein erhöhter Druck entsteht, wie er festgestellt wird und wann eine Behandlung sinnvoll ist.

Was ist der Augeninnendruck?

Der Augeninnendruck (fachlich intraokularer Druck, IOD) ist der Druck, der das Auge von innen in seiner Form hält. Er entsteht durch das Kammerwasser – eine klare Flüssigkeit, die ständig neu gebildet wird und über den sogenannten Kammerwinkel wieder abfliesst [1]. Solange Produktion und Abfluss im Gleichgewicht sind, bleibt der Druck stabil.

Als normal gilt ein Augeninnendruck im Bereich von etwa 10 bis 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) [2][3]. Der Wert schwankt im Tagesverlauf und von Person zu Person. Ein einzelner erhöhter Messwert bedeutet daher nicht zwingend, dass ein Problem vorliegt – entscheidend ist die ärztliche Gesamtbeurteilung.

Wie entsteht ein erhöhter Augeninnendruck?

Ein erhöhter Druck entsteht meist dann, wenn das Kammerwasser nicht ausreichend abfliessen kann [1][2]. Häufigste Ursache ist ein gestörter Abfluss im Bereich des Trabekelwerks, des feinen Abflusssystems im Kammerwinkel. Seltener spielt eine vermehrte Produktion von Kammerwasser eine Rolle.

Liegt der Augeninnendruck dauerhaft über dem Normalbereich, ohne dass bereits ein Schaden am Sehnerv nachweisbar ist, spricht man von einer okulären Hypertension [3]. Dieser Zustand ist selbst noch keine Erkrankung, kann aber in einen Grünen Star übergehen – deshalb ist die augenärztliche Beobachtung wichtig.

Welche Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Verschiedene Faktoren können das Risiko für einen erhöhten Augeninnendruck oder ein Glaukom erhöhen [1][4]:

  • höheres Lebensalter
  • Glaukomerkrankungen in der Familie
  • starke Kurzsichtigkeit
  • bestimmte Begleiterkrankungen wie Diabetes
  • frühere Augenverletzungen oder Augenentzündungen
  • die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Kortison)

Treffen mehrere dieser Faktoren auf dich zu, sind regelmässige augenärztliche Kontrollen besonders sinnvoll.

Verursacht hoher Augendruck Symptome?

In aller Regel nicht. Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck bleibt meist lange unbemerkt, weil er keine Beschwerden macht [3][4]. Genau das macht ihn gefährlich: Ohne Kontrolle kann er über Jahre unbemerkt den Sehnerv schädigen.

Eine Ausnahme ist der akute Glaukomanfall, bei dem der Druck plötzlich stark ansteigt. Er verursacht starke Augen- und Kopfschmerzen, ein gerötetes Auge, Sehstörungen sowie Übelkeit und ist ein augenärztlicher Notfall [1]. Solche plötzlichen, heftigen Beschwerden sind aber die Ausnahme – der häufige, chronisch erhöhte Druck verläuft still.

Wie wird ein hoher Augeninnendruck festgestellt?

Der Augeninnendruck wird beim Augenarzt mit einer Tonometrie gemessen. Ein etabliertes Verfahren ist die Applanationstonometrie, bei der das Auge örtlich betäubt und der Druck an der Hornhaut gemessen wird; daneben gibt es berührungslose Verfahren mit einem Luftstoss [3].

Da ein erhöhter Druck allein noch keine Diagnose ist, gehören weitere Untersuchungen dazu: die Beurteilung des Sehnervs (Ophthalmoskopie), eine Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) und die Untersuchung des Kammerwinkels (Gonioskopie) [3]. Erst dieses Gesamtbild zeigt, ob lediglich ein erhöhter Druck oder bereits ein Glaukom vorliegt.

Wann ist eine Behandlung sinnvoll – und wie sieht sie aus?

Nicht jeder erhöhte Augeninnendruck muss behandelt werden. Ob eine drucksenkende Therapie sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab – also von der Höhe des Drucks, dem Zustand des Sehnervs und weiteren Risikofaktoren [3][4]. Bei niedrigem Risiko kann eine sorgfältige Beobachtung mit regelmässigen Kontrollen ausreichen; bei höherem Risiko wird eine Behandlung empfohlen.

Wird behandelt, stehen vor allem drucksenkende Augentropfen zur Verfügung. Verschiedene Wirkstoffgruppen verringern entweder die Produktion des Kammerwassers oder verbessern dessen Abfluss; häufig eingesetzt werden Prostaglandin-Analoga und Beta-Blocker [1][4]. Reichen Medikamente nicht aus, kommen je nach Situation Laserbehandlungen oder operative Verfahren in Betracht. Welche Therapie geeignet ist, entscheidet die behandelnde Augenärztin oder der Augenarzt individuell.

Wichtig: Augentropfen wirken nur bei regelmässiger Anwendung. Da man von einem erhöhten Druck nichts spürt, wird die konsequente Anwendung manchmal unterschätzt – sie ist aber entscheidend, um den Sehnerv zu schützen [4].

Kann ich selbst etwas tun?

Ein erhöhter Augeninnendruck lässt sich nicht zuverlässig durch Lebensstil oder Hausmittel senken – die druckwirksame Behandlung gehört in augenärztliche Hand [3][4]. Ein insgesamt gesunder Lebensstil ist sinnvoll, ersetzt aber weder Kontrollen noch eine allenfalls nötige Therapie. Am wichtigsten ist die Früherkennung: Da ein erhöhter Druck keine Beschwerden macht, sind regelmässige augenärztliche Kontrollen der zuverlässige Weg, ihn rechtzeitig zu bemerken – besonders ab etwa dem 40. Lebensjahr oder bei Risikofaktoren [4][5].

Wenn bei dir ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt wurde oder du zu einer Risikogruppe gehörst, ist die augenärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle für Kontrolle und Beratung. Auf truVuna findest du Augenärztinnen und Augenärzte in deiner Region – vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Kontroll- oder Beratungstermin.

Häufige Fragen zu hohem Augendruck

Ab welchem Wert ist der Augendruck zu hoch?

Als normal gilt ein Bereich von etwa 10 bis 21 mmHg. Werte darüber gelten als erhöht, sind aber nicht automatisch krankhaft. Entscheidend ist die augenärztliche Gesamtbeurteilung, da der Druck schwankt und nicht jeder erhöhte Wert behandelt werden muss [2][3].

Merke ich, wenn mein Augendruck zu hoch ist?

In der Regel nicht. Ein chronisch erhöhter Augeninnendruck verursacht meist keine Beschwerden und bleibt ohne Kontrolle lange unbemerkt. Plötzliche starke Schmerzen mit Sehstörungen deuten dagegen auf einen akuten Glaukomanfall hin – einen Notfall [1][3].

Muss ein hoher Augendruck immer behandelt werden?

Nein. Ob eine drucksenkende Behandlung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab. Bei niedrigem Risiko kann eine Beobachtung mit Kontrollen ausreichen, bei höherem Risiko wird behandelt – das entscheidet die augenärztliche Untersuchung [3][4].

Kann ich meinen Augendruck mit Ernährung oder Übungen senken?

Ein erhöhter Augeninnendruck lässt sich nicht zuverlässig durch Lebensstil, Ernährung oder Übungen senken. Eine wirksame Drucksenkung erfolgt augenärztlich, etwa mit Augentropfen. Ein gesunder Lebensstil ist sinnvoll, ersetzt Kontrollen und Therapie aber nicht [3][4].

Quellen

[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Glaukom (Grüner Star), https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/glaukom-gr%C3%BCner-star/glaukom-gr%C3%BCner-star

[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2025, Glaukome im Überblick, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/glaukom/glaukome-im-%C3%BCberblick

[3] UniversitätsSpital Zürich (USZ), Okuläre Hypertension, https://www.usz.ch/krankheit/okulaere-hypertension/

[4] UniversitätsSpital Zürich (USZ), Augenklinik, Grüner Star, https://www.usz.ch/krankheit/glaukom/

[5] Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft (SOG-SSO), Glaukom (Grüner Star), https://www.sog-sso.ch/de/fuer-patientinnen/glaukom-gruener-star

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