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Hexenschuss Behandlung: Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei Lumbago

Hexenschuss Behandlung: Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei Lumbago

Plötzlich einsetzende Schmerzen im unteren Rückenbereich, die eine aufrechte Körperhaltung fast unmöglich machen, sind ein typisches Zeichen für einen Hexenschuss. In der Regel ist ein Hexenschuss harmlos und die Beschwerden bessern sich mit der Zeit. Andererseits können uns die intensiven Schmerzen zeitweise völlig lahmlegen. Wie entsteht ein Hexenschuss, welche Ursachen liegen ihm zugrunde und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und: Warum ist Bettruhe kontraproduktiv und wann solltest du zum Arzt gehen?

Was ist ein Lumbago?

Ein Hexenschuss ist ein plötzlich auftretender intensiver Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Mediziner sprechen dann von einem Lumbago. Fast jeder leidet mindestens einmal in seinem Leben unter einem Hexenschuss. Dieses Leiden mit dem Kreuz trifft häufig Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Interessanterweise sind ältere Menschen nicht so oft von einem Hexenschuss betroffen. Das könnte daran liegen, dass sich mit zunehmendem Alter die Wirbelsäule versteift. Oftmals reicht schon das Heben schwerer Lasten oder eine unbedachte, ruckartige Bewegung des Oberkörpers aus. Im Allgemeinen ist ein Hexenschuss zwar schmerzhaft, aber harmlos und die Symptome bessern sich mit der Zeit von allein.

Welche Symptome deuten auf einen Hexenschuss hin?

Bei einem Hexenschuss treten die Schmerzen typischerweise im Bereich der Lendenwirbelsäule, im unteren Rücken, auf. Ein Ausstrahlen auf angrenzende Regionen ist nicht ungewöhnlich. Von Ischialgie spricht man, wenn die Schmerzen sich bis in das Bein ziehen. Meist können sich Betroffene nicht mehr aufrichten und nehmen eine nach vorne oder auf die Seite gebeugte Schonhaltung ein. Patienten beschreiben die Symptome als stechenden, bohrenden oder ziehenden Schmerz und klagen oftmals über eine sehr verspannte Muskulatur. Je nach eingenommener Position kann der Schmerz mal stärker, mal schwächer ausstrahlen. Die eingeschränkte Beweglichkeit des steifen Rückens und die damit verbundene Fehlhaltung führen nicht selten zu weiteren Muskelverspannungen und in der Folge zu weiteren Beschwerden.

Welche Ursachen lösen die Schmerzen im Rücken aus?

Fehlbelastungen und Verspannungen zählen zu den häufigsten Gründen für einen Hexenschuss. Meist treten die typischen Symptome nach einer Überbelastung in Verbindung mit einer ruckartigen Bewegung des Rumpfes auf. Manchmal liegen zwischen einem Hexenschuss und dem zugrunde liegenden Ereignis mehrere Stunden. Eine schwache Rückenmuskulatur und zu wenig Bewegung können die Entstehung eines Hexenschusses begünstigen. Weitere mögliche Auslöser sind eine verspannte Muskulatur sowie gereizte Nerven und ein hoher Druck auf die einzelnen Wirbelkörper. Stress und damit verbundene Verspannungen machen sich ebenfalls oftmals durch Rückenschmerzen bemerkbar.

Welche Hexenschuss-Behandlung hilft wirklich?

Für die akute Behandlung eines Hexenschusses stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Therapie mit Wärme kann die quälenden Schmerzen lindern und so Erleichterung bringen.

  • Wärmeflaschen, Kirschkernkissen, Heizdecken oder Wärmepflaster wirken wohltuend und entspannen die Muskulatur.
  • Ein warmes Bad hat denselben, entspannenden Effekt.
  • Eine Massage lockert verspannte Muskeln und fördert die Durchblutung.
  • Stufenbettlagerung: Gute Erfahrungen haben Betroffene mit der sogenannten Stufenbettlagerung gemacht. Lege dich dafür rücklings auf eine harte Unterlage und winkle deine Beine in der Hüfte und den Knien im rechten Winkel an. Die Unterschenkel legst du auf einem Stuhl ab. Bleib so für etwa 30 Minuten liegen. Bei Bedarf kannst du diese Haltung mehrmals täglich wiederholen.
  • Schmerztherapie: Trage entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Salben und Cremes mehrmals täglich auf deinen unteren Rücken auf. Darüber hinaus können schmerzlindernde Medikamente die akuten Beschwerden erträglicher machen.
  • Infiltration: Bei besonders schweren Fällen helfen sogenannte Schmerzspritzen. Die Infiltration mit einem lokalen Betäubungsmittel sorgt rasch für Schmerzfreiheit.

Hilft Bewegung gegen einen Hexenschuss?

Entgegen früherer Meinungen ist Bettruhe für eine Hexenschuss-Behandlung denkbar ungeeignet. Experten raten davon ab, sich möglichst wenig zu bewegen. Eine komplette Ruhigstellung hat sich nicht bewährt. Besser ist es hingegen, rasch mit moderater Bewegung zu beginnen und Alltagsbewegungen wieder normal auszuführen. Dabei solltest du allerdings nicht über deine Schmerzgrenze hinausgehen. Ein ausgedehnter Spaziergang und Dehnungsübungen mobilisieren den Körper. Sportarten mit raschem Richtungswechsel, wie beispielsweise Tennis, sollten vermieden werden. Besser geeignet sind dagegen Walken, Radfahren oder Schwimmen.

Wann muss ich zum Arzt?

Der akute Schmerz beim Hexenschuss dauert meistens zwischen einigen Stunden und ein bis zwei Tagen. Im Allgemeinen lassen sich die Symptome gut selbst behandeln und bessern sich spätestens am dritten Tag. Verschlimmern sich die Rückenschmerzen allerdings oder treten andere Begleiterscheinungen auf, solltest du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in den Beinen können Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall sein. Auch wenn die starken Schmerzen über mehrere Tage anhalten oder gar Blasen- und Darmprobleme auftreten, solltest du einen Arzt zu Rate ziehen.

Wie einem Hexenschuss vorbeugen?

Die beste Vorbeugung gegen einen Hexenschuss ist eine starke Rückenmuskulatur. Aus diesem Grund empfehlen sich ein regelmässiges Training und entsprechende Übungen zur Stärkung der Muskeln im Rumpfbereich. Zusätzlich solltest du dich nach längerem Sitzen ausreichend strecken und auch dazwischen immer wieder einmal aufstehen. Manche Betroffene reagieren empfindlich auf Kälte und Nässe. In diesem Fall ist es wichtig, sich besonders im Rückenbereich immer warm zu halten.

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