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Hyperkaliämie: Wie der Körper auf einen Kaliumüberschuss reagiert

Hyperkaliämie: Wie der Körper auf einen Kaliumüberschuss reagiert

Eine Hyperkaliämie ist eine Elektrolytstörung, die durch eine erhöhte Kaliumkonzentration gekennzeichnet ist. Leichte Erhöhungen des Kaliumspiegels können beschwerdefrei bleiben. Mittlere bis hohe Werte dagegen führen zu Symptomen wie Verwirrtheit, Empfindungsstörungen und einer Muskelschwäche, die auch das Herz betreffen kann. Da eine Hyperkaliämie lebensgefährlich sein kann, muss eine Therapie möglichst schnell eingeleitet werden. Dazu zählt auch, die Ursache zu identifizieren. Hier erfährst du, wodurch eine Hyperkaliämie entsteht und wie sie behandelt wird.

Was ist eine Hyperkaliämie?

Bei der Hyperkaliämie handelt es sich um eine Störung des Elektrolythaushalts des Körpers. Im Falle der Hyperkaliämie ist der Kaliumspiegel im Blutserum zu hoch. Der obere Referenzwert für Erwachsene liegt bei 5,2 Millimol pro Liter, der für Kinder bei bis zu sechs Millimol pro Liter. Alle Werte darüber werden als Kaliumüberschuss bezeichnet. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung erkranken jedes Jahr an einer Hyperkaliämie. Menschen, die an einer Niereninsuffizienz leiden, haben ein höheres Risiko für die Erkrankung. Bei ihnen liegt der Anteil der Neuerkrankungen pro Jahr bei 40 bis 50 Prozent. Neben der Nierenerkrankung gelten Alter, Herzerkrankungen und Diabetes als weitere Risikofaktoren. Eine zu hohe Kaliumkonzentration kann lebensgefährlich sein, daher solltest du rasch eine Therapie einleiten.

Was sind die Ursachen der Hyperkaliämie?

Kalium liegt im Körper zu über 90 Prozent innerhalb der Zellen vor. Ein Konzentrationsgradient und verschiedene Proteinpumpen sorgen dafür, dass die extrazelluläre Konzentration gering bleibt. Ein Kaliumüberschuss wird über die Nieren ausgeschieden. Ein erhöhter Kaliumspiegel kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören:

  • eine zu hohe Zufuhr durch die Nahrung oder durch Infusionen
  • Erkrankungen wie die Niereninsuffizienz oder Morbus Addison
  • Azidose
  • Zerfall von Zellen bei Tumoren, Hämolyse, Quetschungen oder Verbrennungen
  • diverse Medikamente

Die grösste Bedeutung haben Niereninsuffizienz und Medikamente. Bei der Niereninsuffizienz und vor allem bei einem akuten Nierenversagen kommt es zu einer Ausscheidungsinsuffizienz. Das Kalium wird im Körper zurückbehalten. Medikamente, die zu einer Erhöhung von Kalium führen, sind zum Beispiel Diuretika, ACE-Hemmer, Antirheumatika, aber auch Heparin, Cyclosporin oder Trimethoprim. Bei der Azidose verschiebt sich der Konzentrationsgradient. Das Kalium gelangt nicht mehr effektiv in die Zelle.

Welche Symptome treten bei einem Kaliumüberschuss auf?

Erhöht sich die Kaliumkonzentration im Blut, hat das Auswirkungen auf die Muskulatur oder das Herz. Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Folgende Symptome lassen den Verdacht auf eine Hyperkaliämie zu:

  • Zuckungen der Muskulatur oder Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen
  • Kribbeln der Haut und Veränderungen der Empfindung
  • Darmbeschwerden (Verstopfung oder Durchfall)
  • Herzrhythmusstörungen (können bis hin zum Kammerflimmern und dem plötzlichen Herztod führen!)
  • Probleme bei der Atmung, wenn die Atemmuskulatur betroffen ist

Stellst du eines der Symptome bei dir fest und befürchtest, an einer Hyperkaliämie zu leiden, solltest du einen Arzt aufsuchen und eine Untersuchung durchführen lassen. Mit einer Blutprobe wird der Kaliumwert getestet. Zusätzlich wird der Arzt ein EKG (Elektrokardiogramm) durchführen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Leidest du an weiteren Erkrankungen, nimmst du Medikamente ein oder hast du in letzter Zeit viele kaliumreiche Lebensmittel konsumiert (zum Beispiel Bananen, Tomaten, Kartoffeln oder Zitrusfrüchte), solltest du den Arzt darüber informieren.

Wann wird die Hyperkaliämie gefährlich?

Lebensgefährlich wird eine Hyperkaliämie, wenn die Kaliumkonzentration Werte von sechs Millimol pro Liter oder höher erreicht und wenn sich Veränderungen im EKG zeigen. In solchen Fällen wird der Arzt Notfallmassnahmen einleiten. Diese sind mit einer stationären Behandlung verbunden. So kann das Herz überwacht, die Kaliumverschiebung mit Infusionen behandelt und eine forcierte Kaliumausscheidung bewirkt werden. Sind Medikamente die Ursache für die Symptome, wird die Einnahme unter ärztlicher Kontrolle unterbrochen.

Wie erfolgt die Therapie einer erhöhten Kaliumkonzentration?

Ist die Kaliumkonzentration erhöht, befindet sie sich aber noch unter den kritischen Werten, erfolgt die Therapie durch Flüssigkeitszufuhr, die Einschränkung der Kaliumaufnahme und das Absetzen ursächlicher Medikamente. Bleiben Erfolge aus, wird die Therapie um kaliumsenkende Medikamente erweitert. Insulin führt zum Beispiel dazu, dass Kalium aus dem Extrazellularraum in die Zellen aufgenommen wird. Weitere Massnahmen sind unter anderem kaliumbindende Mittel, Kalzium- oder Bikarbonat-Infusionen zur Stabilisierung der Zellen und zum Ausgleich einer Azidose sowie die Gabe von Kationenaustauscherharzen zur Erhöhung der Kaliumausscheidung.

Welche Ernährung ist geeignet, um die Kaliumausscheidung zu fördern?

Die Ernährung anzupassen, ist eine Massnahme, den Kaliumspiegel zu senken oder das Risiko für eine Hyperkaliämie zu minimieren. Vor allem für Patienten mit Nierenerkrankungen, bei denen die Kaliumausscheidung beeinträchtigt ist, ist die kaliumarme Diät sinnvoll. Besonders Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte besitzen einen hohen Kaliumgehalt. Kaliumreich sind beispielsweise Bananen, Avocados, Tomaten, Kartoffeln, dunkle Schokolade, Hülsenfrüchte sowie Dinkel- oder Roggenprodukte. Möchtest du deine Kaliumaufnahme einschränken, eignen sich auch folgende Lebensmittel:

  • Beeren oder Äpfel
  • Shiitake-Pilze, Zwiebeln, Gurken oder Zucchini
  • weisser Reis
  • Geflügelfleisch
  • Hüttenkäse
  • Weissbrot

Zudem hilft es, Gemüse und Obst vor dem Essen gründlich abzuspülen und zu wässern. Je besser das Gemüse vor dem Kochen zerkleinert wird, desto mehr Kalium geht beim Erhitzen verloren. Eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme (Kaffee, Tee oder Wasser) fördert die Kaliumausscheidung.

Welche zusätzlichen Massnahmen sind hilfreich, um Komplikationen einer Hyperkaliämie zu verhindern?

Da die Hyperkaliämie in den meisten Fällen auf Grunderkrankungen zurückgeht, ist es nötig, diese durch einen Arzt abklären und diagnostizieren zu lassen. Nur durch die Behandlung der auslösenden Erkrankung kann der Kaliumspiegel effektiv und dauerhaft gesenkt werden. Um solche Krankheiten zu identifizieren, wird dein Arzt ein ausführliches Anamnese-Gespräch mit dir führen sowie entsprechende Untersuchungen vorschlagen.

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