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Psoriasis pustulosa: Formen, Ursachen und Behandlung im Überblick

Psoriasis pustulosa: Formen, Ursachen und Behandlung im Überblick

Psoriasis pustulosa ist eine seltene Form der Schuppenflechte (Psoriasis), bei der sich kleine, mit hellem Sekret gefüllte Bläschen – sogenannte Pusteln – auf geröteter Haut bilden. Anders als bei einer eitrigen Infektion sind diese Pusteln steril: Sie enthalten keine Bakterien und sind nicht ansteckend [4,5]. Die Erkrankung kann auf Handflächen und Fusssohlen begrenzt bleiben oder – in seltenen, schweren Fällen – den ganzen Körper betreffen und mit Fieber und einem deutlich gestörten Allgemeinbefinden einhergehen [1,5]. Die generalisierte Form gilt als potenziell lebensbedrohlich und braucht rasch ärztliche Behandlung [1,5]. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich Psoriasis pustulosa in die Schuppenflechte einordnet, welche Formen es gibt, wodurch sie ausgelöst wird, wann eine ärztliche Abklärung dringend ist und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.

Wie ordnet sich Psoriasis pustulosa in die Schuppenflechte ein?

Psoriasis pustulosa ist eine Sonderform der Schuppenflechte, einer chronisch-entzündlichen, nicht ansteckenden Hauterkrankung, an der das Immunsystem massgeblich beteiligt ist. Die Schuppenflechte betrifft in den west- und nordeuropäischen Ländern rund 2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung [2]. Mit Abstand am häufigsten ist die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris), die etwa 90 Prozent aller Fälle ausmacht und sich durch scharf abgegrenzte, gerötete und silbrig schuppende Hautbezirke an Ellbogen, Knien, Kreuzregion und Kopfhaut zeigt [2].

Die pustulösen Formen sind dagegen selten – sie machen nur einen kleinen Teil der Erkrankungen aus [1]. Ihr unverwechselbares Merkmal sind die sterilen Pusteln, die das Krankheitsbild von der gewöhnlichen Schuppenflechte abheben. Wichtig zu wissen: Heute werden die pustulösen Formen zunehmend als eigenständige Krankheitsbilder verstanden, die sich von der Plaque-Psoriasis unterscheiden – auch wenn beide bei einer Person gleichzeitig vorkommen können [1,4].

Welche Formen der Psoriasis pustulosa gibt es?

Man unterscheidet vor allem zwischen einer auf Hände und Füsse begrenzten (lokalisierten) Form und einer den ganzen Körper betreffenden (generalisierten) Form. Daneben gibt es einige seltenere Varianten. Die wichtigsten Formen im Überblick:

  • Generalisierte Psoriasis pustulosa (Typ von Zumbusch, GPP): schubweise auftretende sterile Pusteln auf grossflächig geröteter Haut, oft mit Fieber und Krankheitsgefühl; gilt als potenziell lebensbedrohlich [1,5].
  • Palmoplantare Form (Typ Königsbeck-Barber, palmoplantare Pustulose): Pusteln und Krusten an Handflächen und Fusssohlen; chronisch und häufig wiederkehrend [4].
  • Akrodermatitis continua suppurativa (Typ Hallopeau): Pusteln an Finger- und Zehenspitzen, kann auch die Nägel betreffen [4].
  • Anuläre Psoriasis pustulosa: ring- und bogenförmig angeordnete Pusteln um den Entzündungsherd [1].
  • Impetigo herpetiformis: pustulöse Form, die in der Schwangerschaft auftreten kann [1].

Die palmoplantare Pustulose wird heute oft als eigenes Krankheitsbild betrachtet, das mit der Schuppenflechte verwandt ist, aber auf manche bei Psoriasis wirksame Medikamente weniger zuverlässig anspricht [4]. Welche Form vorliegt, lässt sich nur ärztlich sicher einordnen.

Was sind Pusteln – und ist Psoriasis pustulosa ansteckend?

Die Pusteln bei Psoriasis pustulosa sind steril und nicht ansteckend – sie entstehen durch eine Entzündungsreaktion der Haut, nicht durch Bakterien oder Viren [5]. Eine Pustel ist ein kleiner, mit hellem bis gelblichem Sekret gefüllter Hohlraum in der oberen Hautschicht. Umgangssprachlich werden solche Bläschen oft als „Eiterpickel" bezeichnet, obwohl bei dieser Erkrankung gerade kein Krankheitserreger beteiligt ist.

Genau das unterscheidet die Psoriasis pustulosa von vielen anderen pustulösen Hautveränderungen, bei denen tatsächlich eine Infektion vorliegt. Da die Abgrenzung im Alltag schwierig ist, gehört die Unterscheidung in ärztliche Hände – unter anderem mithilfe einer Untersuchung des Sekrets, um eine bakterielle oder Pilzursache auszuschliessen [1].

Welche Ursachen und Auslöser hat Psoriasis pustulosa?

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt; man geht von einem Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, einer fehlgesteuerten Immunreaktion und äusseren Auslösern aus [1,5]. Bei einem Teil der Betroffenen mit generalisierter Form lassen sich Veränderungen im Erbgut nachweisen, etwa im sogenannten IL36RN-Gen, das eine Rolle bei der Steuerung von Entzündungsbotenstoffen spielt [1,5].

Zu den bekannten Auslösern und begünstigenden Faktoren zählen:

  • Infekte, zum Beispiel der Atemwege [5]
  • das plötzliche Absetzen einer Behandlung mit Kortison-Tabletten (systemische Glukokortikoide) [3,5]
  • Rauchen – insbesondere bei der Hand-Fuss-Form [4]
  • Hautreizungen und mechanische Belastung
  • eine bereits bestehende Schuppenflechte
  • hormonelle Veränderungen, etwa eine Schwangerschaft [1]

Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit dem Rauchen bei der palmoplantaren Pustulose: Ein grosser Teil der Betroffenen raucht oder hat geraucht, und Rauchen kann die Schübe verstärken [4]. Auch genetische Untersuchungen stützen einen ursächlichen Beitrag des Rauchens zu dieser Form [7].

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald sich wiederholt Pusteln auf geröteter Haut bilden – und sie ist dringend, wenn gleichzeitig Fieber, Schüttelfrost oder ein starkes Krankheitsgefühl auftreten. Solche Allgemeinsymptome können auf die generalisierte Form hinweisen, die rasch behandelt werden muss [1,5]. Eine genaue Diagnose ist auch deshalb wichtig, weil andere Hauterkrankungen ähnlich aussehen können und manche davon eine ganz andere Behandlung brauchen [1].

Sicherheitshinweis: Plötzlich auftretende, grossflächige Pusteln zusammen mit Fieber, Schüttelfrost und ausgeprägtem Krankheitsgefühl können Zeichen eines schweren Schubs der generalisierten Form sein. Diese gilt als potenziell lebensbedrohlich – such bei solchen Beschwerden umgehend ärztliche Hilfe [1,5]. Im medizinischen Notfall in der Schweiz wählst du 144.

Zur Abklärung gehören neben der Untersuchung der Haut häufig Blutuntersuchungen, um Entzündungszeichen und mögliche Begleitreaktionen zu erfassen, sowie Abstriche zum Ausschluss einer Infektion [1].

Wie wird Psoriasis pustulosa behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Form und Schweregrad und reicht von äusserlich angewendeten Cremes über Lichttherapie bis zu Medikamenten, die im ganzen Körper wirken (systemische Therapie) [1,3]. Heilbar ist die Schuppenflechte nach heutigem Stand nicht, doch die Beschwerden lassen sich in vielen Fällen deutlich lindern [5].

Bei begrenzten Verläufen, etwa an Händen und Füssen, kommen zunächst äusserliche Mittel zum Einsatz, zum Beispiel kortisonhaltige Cremes; ihre Wirkung kann mit der Zeit aber nachlassen [4]. Bei ausgeprägteren oder generalisierten Verläufen sind innerlich wirkende Medikamente nötig. Dazu zählen unter anderem Retinoide wie Acitretin, die bei pustulösen Formen häufig eingesetzt werden, sowie Wirkstoffe wie Ciclosporin oder Methotrexat [1,3]. In den letzten Jahren sind zudem gezielt gegen Entzündungsbotenstoffe gerichtete Medikamente (Biologika) hinzugekommen; für schwere Schübe der generalisierten Form steht mit dem IL-36-Hemmer Spesolimab eine speziell dafür zugelassene Therapie zur Verfügung [3].

Ein wichtiger Punkt: Kortison-Tabletten (systemische Glukokortikoide) werden zur Behandlung der Schuppenflechte nicht empfohlen, weil ihr Absetzen einen pustulösen Schub auslösen kann [3,5]. Welche Therapie geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab und wird ärztlich festgelegt – die hier genannten Möglichkeiten sind ein allgemeiner Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung.

Was können Betroffene im Alltag selbst tun?

Selbst beeinflussen lässt sich vor allem das Meiden bekannter Auslöser – allen voran der Rauchstopp, der besonders bei der Hand-Fuss-Form günstig wirken kann [4]. Studien deuten darauf hin, dass sich die palmoplantare Pustulose nach dem Rauchstopp bessern kann; die Datenlage beruht jedoch teils auf kleineren Untersuchungen und sollte vorsichtig interpretiert werden [4,7].

Darüber hinaus helfen eine sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Cremes, um schmerzhafte Einrisse zu vermeiden, sowie das Schützen der Haut vor Reizungen [4]. Eine ausgewogene Ernährung und ein insgesamt gesundheitsbewusster Lebensstil können das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.

Von Hausmitteln oder homöopathischen Mitteln allein sollte man sich keine gezielte Wirkung gegen die Erkrankung erwarten: Für ihre Wirksamkeit bei Psoriasis pustulosa gibt es keine belegten wissenschaftlichen Nachweise. Gerade bei einer Erkrankung, die schwer verlaufen kann, ist es wichtig, eine ärztliche Behandlung nicht durch unbelegte Massnahmen zu ersetzen oder zu verzögern.

Da Psoriasis pustulosa oft schubweise verläuft und die richtige Form genau eingeordnet werden muss, ist eine dermatologische Begleitung sinnvoll – sie hilft, die Behandlung an deinen Befund anzupassen und Auslöser zu erkennen. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.

Häufige Fragen zur Psoriasis pustulosa

Ist Psoriasis pustulosa heilbar?

Nein, die Schuppenflechte und ihre pustulösen Formen sind nach heutigem Stand nicht heilbar. Sie verlaufen meist chronisch und schubweise. Mit einer auf Form und Schweregrad abgestimmten Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch häufig deutlich lindern und Schübe besser kontrollieren [1,5]. Welche Therapie geeignet ist, wird ärztlich festgelegt.

Ist Psoriasis pustulosa ansteckend?

Nein. Die Pusteln sind steril, das heisst, sie enthalten keine Krankheitserreger und entstehen durch eine Entzündungsreaktion der Haut, nicht durch Bakterien oder Viren [5]. Die Erkrankung kann also nicht durch Berührung oder Kontakt übertragen werden. Sie ist eine immunvermittelte Hauterkrankung, die unter anderem von der genetischen Veranlagung beeinflusst wird.

Hilft Homöopathie bei Psoriasis pustulosa?

Für eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel bei Psoriasis pustulosa gibt es keine belegten wissenschaftlichen Nachweise. Da besonders die generalisierte Form schwer verlaufen kann, sollte eine ärztliche Behandlung nicht durch unbelegte Massnahmen ersetzt oder hinausgezögert werden [1,5]. Sinnvoller sind belegte Schritte wie das Meiden von Auslösern, etwa ein Rauchstopp bei der Hand-Fuss-Form [4].

Was ist der Unterschied zwischen Typ von Zumbusch und Typ Barber?

Der Typ von Zumbusch bezeichnet die generalisierte Form, die den ganzen Körper betreffen kann und oft mit Fieber und Krankheitsgefühl einhergeht; sie gilt als potenziell lebensbedrohlich [1,5]. Der Typ Königsbeck-Barber meint dagegen die palmoplantare Form, die auf Handflächen und Fusssohlen begrenzt bleibt und meist chronisch wiederkehrend verläuft [4].

Kann Psoriasis pustulosa in der Schwangerschaft auftreten?

Ja, es gibt eine Form, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten kann und als Impetigo herpetiformis bezeichnet wird [1]. Sie zählt zu den pustulösen Formen der Schuppenflechte. Da hier sowohl die werdende Mutter als auch die Schwangerschaft betroffen sein können, ist eine enge ärztliche Begleitung besonders wichtig. Behandlung und Überwachung werden individuell festgelegt.

Quellen

[1] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), 2025, S1-Leitlinie Therapie der generalisierten pustulösen Psoriasis (GPP), Leitlinienregister 013-107, https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-107l_S1_Therapie-der-generalisierten-pustuloesen-Psoriasis-GPP_2025-06.pdf

[2] Swiss Medical Forum / EbM-Guidelines, 2019, Psoriasis, Schweizerisches Medizin-Forum 2019;19(33–34):562–564, https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2019.08307

[3] MSD Manual Professional Edition, 2026, Psoriasis, https://www.msdmanuals.com/professional/dermatologic-disorders/psoriasis-and-scaling-diseases/psoriasis

[4] DermNet, 2025, Palmoplantar pustulosis (localised pustular psoriasis), https://dermnetnz.org/topics/palmoplantar-pustulosis

[5] National Organization for Rare Disorders (NORD), 2024, Generalized Pustular Psoriasis, https://rarediseases.org/rare-diseases/generalized-pustular-psoriasis/

[6] Deutsches Ärzteblatt International, 2023, Psoriasis im Kindes- und Jugendalter: Kurzes Update und leitliniengerechte Therapie, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10043838/

[7] Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2024, A genome-wide meta-analysis of palmoplantar pustulosis implicates TH2 responses and cigarette smoking in disease pathogenesis, https://www.jacionline.org/article/S0091-6749(24)00553-0/fulltext

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