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Akkommodation ist die Fähigkeit des Auges, seine Brechkraft zu verändern, um Objekte in unterschiedlicher Entfernung scharf abzubilden [1]. „Brechkraft" beschreibt dabei, wie stark das einfallende Licht gebündelt wird, damit ein scharfes Bild genau auf der Netzhaut entsteht.
Damit das gelingt, müssen Hornhaut und Linse das Licht passend bündeln. Die Hornhaut hat eine feste Brechkraft und steuert den grösseren Teil der Bündelung bei. Die Linse dagegen ist – besonders bei jüngeren Menschen – elastisch und kann ihre Form verändern. Genau diese Anpassung der Linsenform ist der Kern der Akkommodation [2].
Drei Strukturen arbeiten bei der Akkommodation zusammen:
Vereinfacht gilt: Der Ziliarmuskel stellt über die Spannung der Zonulafasern ein, wie stark sich die Linse krümmt – und damit, auf welche Entfernung das Auge scharf eingestellt ist [1][2].
Beim Blick in die Ferne ist der Ziliarmuskel entspannt. Dadurch sind die Zonulafasern gespannt und ziehen an der Linse, sodass diese flacher wird. Eine flachere Linse hat eine geringere Brechkraft – das passt zu den nahezu parallel einfallenden Lichtstrahlen entfernter Objekte, die nur wenig gebündelt werden müssen, um scharf auf der Netzhaut zu landen [2].
Dieser Zustand wird manchmal als Ruhezustand des Auges beschrieben, weil der Ziliarmuskel dabei nicht aktiv arbeiten muss.
Beim Blick in die Nähe kehrt sich das Verhältnis um: Der Ziliarmuskel zieht sich zusammen. Dadurch verringert sich der Zug der Zonulafasern, die Spannung lässt nach – und die elastische Linse kann sich aufgrund ihrer Eigenelastizität stärker krümmen. Eine stärker gekrümmte (rundere) Linse hat eine höhere Brechkraft und bündelt die von nahen Objekten ausgehenden, stärker auseinanderlaufenden Lichtstrahlen so, dass wieder ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht [1][2]. Das Nahsehen ist damit ein aktiver Vorgang: Der Ziliarmuskel muss arbeiten, während er beim Blick in die Ferne ruht. Wird über längere Zeit angestrengt in die Nähe gesehen, kann dieser anhaltende Muskeltonus zur Ermüdung der Augen oder zu Kopfschmerzen beitragen [2].
Beide Zustände lassen sich gut gegenüberstellen: Bei der Fernakkommodation – also beim Blick in die Ferne – ist der Ziliarmuskel entspannt, wodurch die Zonulafasern gespannt sind. Die Linse wird dadurch flacher und ihre Brechkraft geringer. Bei der Nahakkommodation – beim Blick in die Nähe – kehrt sich das Verhältnis um: Der Ziliarmuskel kontrahiert, die Zonulafasern entspannen sich, und die Linse krümmt sich stärker, was ihre Brechkraft erhöht.
Kurz gefasst: Für die Ferne wird die Linse flach und „schwach", für die Nähe rund und „stark". Diese ständige Anpassung läuft unbewusst und reflexartig ab.
Die Akkommodation hängt von der Elastizität der Linse ab. Mit zunehmendem Alter wird die Linse zusehends steifer und verliert an Verformbarkeit. Etwa ab Anfang bis Mitte 40 fällt es dadurch vielen Menschen schwerer, Objekte in der Nähe scharf zu sehen – Lesetexte werden zur besseren Sicht oft weiter weggehalten. Diese altersbedingte Abnahme der Naheinstellung wird Alterssichtigkeit (Presbyopie) genannt [2].
Die Alterssichtigkeit ist kein Krankheitszeichen, sondern eine normale Veränderung des Auges. Sie lässt sich in der Regel gut ausgleichen, etwa mit einer Lesebrille. Da Presbyopie ein eigenes Thema ist, wird sie hier nur als Folge der nachlassenden Akkommodation erwähnt.
Was ist Akkommodation einfach erklärt?
Akkommodation ist die Fähigkeit des Auges, durch Veränderung der Linsenform scharf zwischen Nähe und Ferne umzustellen. Die elastische Linse wird für die Nähe runder und für die Ferne flacher, gesteuert vom Ziliarmuskel.
Was ist der Unterschied zwischen Nah- und Fernakkommodation?
Bei der Fernakkommodation ist der Ziliarmuskel entspannt und die Linse flach (geringe Brechkraft). Bei der Nahakkommodation ist der Ziliarmuskel kontrahiert und die Linse stärker gekrümmt (höhere Brechkraft).
Welche Rolle spielt der Ziliarmuskel?
Der Ziliarmuskel steuert über die Spannung der Zonulafasern die Krümmung der Linse. Spannt er an, wird die Linse runder (Nähe); ist er entspannt, wird die Linse flacher (Ferne).
Warum kann ich im Alter nicht mehr so gut in der Nähe scharf sehen?
Mit dem Alter verliert die Linse an Elastizität und kann sich weniger stark krümmen. Dadurch lässt die Naheinstellung nach – das nennt man Alterssichtigkeit (Presbyopie). Sie ist normal und lässt sich meist gut korrigieren.
[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2026, Überblick über Refraktionsstörungen, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/%C3%BCberblick-%C3%BCber-refraktionsst%C3%B6rungen
[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2024, Übersicht über Refraktionsfehler, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/refraktionsfehler/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-refraktionsfehler
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