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Die Augengrippe ist eine durch Adenoviren ausgelöste, hochansteckende Infektion der Augenoberfläche, die sowohl die Bindehaut als auch die Hornhaut betreffen kann. Sie unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Bindehautentzündung vor allem durch ihre hohe Ansteckungsfähigkeit und einen mitunter intensiveren Verlauf [1][2].
Adenoviren sind sehr widerstandsfähig: Sie können bei Zimmertemperatur über Tage bis Wochen auf Oberflächen und Gegenständen ansteckend bleiben [1]. Das erklärt, warum sich die Erkrankung so leicht weiterverbreitet. Der Mensch ist dabei das einzige Reservoir des Erregers [1].
Wichtig: Eine Augengrippe lässt sich anhand der Symptome allein nicht sicher von anderen Augenentzündungen unterscheiden. Die Diagnose stellt eine ärztliche Fachperson – bei Bedarf mit einem Abstrich vom Auge. Das ist auch deshalb wichtig, weil sich hinter ähnlichen Beschwerden andere Ursachen verbergen können [2].
Typisch sind ein plötzlich gerötetes Auge, ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl, Tränenfluss, Juckreiz und Lichtempfindlichkeit. Häufig beginnt die Erkrankung an einem Auge und greift nach einigen Tagen auf das zweite über [1][2].
Mögliche Anzeichen sind:
Ein Merkmal, das die Augengrippe von vielen anderen Bindehautentzündungen abheben kann, ist die Schwellung der Lymphknoten direkt vor dem Ohr [1]. Allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber stehen meist nicht im Vordergrund.
Die Übertragung erfolgt überwiegend als Schmierinfektion – also über die Hände und kontaminierte Gegenstände –, seltener über Tröpfchen [1][4]. Berührt eine erkrankte Person ihr Auge und gibt danach jemandem die Hand oder fasst Gegenstände an, können die Viren weitergegeben werden.
Typische Übertragungswege sind:
Zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome vergehen in der Regel etwa 5 bis 12 Tage [1]. Die Ansteckungsgefahr besteht typischerweise während der ersten rund zwei Wochen der Erkrankung, solange der Erreger im Augensekret nachweisbar ist [1].
Sicherheitshinweis: Wenn der Verdacht auf eine Augengrippe besteht, sind konsequente Hygiene und das Vermeiden enger Kontakte besonders wichtig: Hände regelmässig waschen, das Auge möglichst nicht berühren, Handtücher und Kosmetik nicht teilen. In Schulen und Kindergärten lassen sich Hygienemassnahmen erfahrungsgemäss nur schwer lückenlos umsetzen, weshalb der Schutz anderer hier besonders zählt [1].
Eine ursächliche Behandlung gegen die Adenoviren gibt es nicht – die Therapie lindert die Beschwerden, bis die Erkrankung von selbst ausheilt. Die Augengrippe ist in der Regel selbstlimitierend und heilt meist innerhalb einiger Wochen vollständig aus [1][2].
Zur Linderung der Symptome kommen je nach Befund unter anderem befeuchtende oder abschwellende Augentropfen infrage; in schwereren Fällen entscheidet die behandelnde Fachperson über weitere Massnahmen [2]. In manchen Fällen können nach dem Abheilen kleine Trübungen auf der Hornhaut zurückbleiben, die vorübergehend zu Blendempfindlichkeit oder unscharfem Sehen führen [1]. Eine ärztliche Begleitung ist deshalb sinnvoll.
Wichtig: Ablauf und Behandlung können je nach Befund und Praxis unterschiedlich ausfallen. Die hier genannten Möglichkeiten sind ein allgemeiner Überblick und ersetzen keine persönliche Untersuchung und Beratung.
In Schulen und Betreuungseinrichtungen kann eine diagnostizierte Keratokonjunktivitis epidemica zu einem Schulausschluss führen. Im Kanton Zürich ist eine Rückkehr in die Schule nach schulärztlichen Vorgaben ab dem 15. Tag nach Krankheitsausbruch am betroffenen Auge möglich; erkrankt das zweite Auge später, beginnt die Frist für dieses Auge erneut [4].
Ob und welche Meldungen erforderlich sind, kann kantonal unterschiedlich geregelt sein. Bei Häufungen informiert die Schule beziehungsweise die behandelnde Fachperson die zuständigen Stellen [4]. Wer im Gesundheits- oder Betreuungsbereich arbeitet, sollte während der ansteckenden Phase besonders umsichtig sein. Im Zweifel gibt die behandelnde Praxis oder die zuständige kantonale Stelle Auskunft.
Sinnvoll ist eine augenärztliche Abklärung, sobald der Verdacht auf eine Augengrippe besteht – also bei plötzlicher Rötung, starkem Fremdkörpergefühl und geschwollenen Lymphknoten vor dem Ohr, besonders wenn im Umfeld weitere Personen betroffen sind. Eine frühe Diagnose hilft auch, andere Menschen zu schützen [2][4].
Dringlicher wird die Abklärung bei starken Schmerzen, deutlicher Sehverschlechterung oder anhaltenden Beschwerden. Da sich hinter ähnlichen Symptomen auch andere Augenerkrankungen verbergen können, schafft eine Untersuchung Klarheit.
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Wie lange ist man mit einer Augengrippe ansteckend?
Die Ansteckungsgefahr besteht typischerweise während der ersten rund zwei Wochen der Erkrankung, solange der Erreger im Augensekret nachweisbar ist. In dieser Zeit sind konsequente Hygiene und das Vermeiden enger Kontakte besonders wichtig, um andere zu schützen.
Was ist der Unterschied zwischen Augengrippe und einer normalen Bindehautentzündung?
Die Augengrippe ist eine spezielle, durch Adenoviren verursachte Form der Bindehautentzündung. Sie ist besonders ansteckend, kann auch die Hornhaut betreffen und verläuft mitunter intensiver. Anhand der Symptome allein lässt sie sich nicht sicher von anderen Bindehautentzündungen abgrenzen – das klärt eine ärztliche Untersuchung.
Hat die Augengrippe etwas mit der echten Grippe zu tun?
Nein. Die Augengrippe wird durch Adenoviren verursacht und betrifft das Auge, während die echte Grippe (Influenza) durch Influenzaviren ausgelöst wird und die Atemwege betrifft. Der Name weist nur auf den oft intensiveren Verlauf im Vergleich zu einer gewöhnlichen Bindehautentzündung hin.
Darf mein Kind mit Augengrippe in die Schule oder Kita?
Bei einer diagnostizierten Keratokonjunktivitis epidemica kann je nach kantonalen oder schulärztlichen Vorgaben ein Ausschluss von Schule oder Kita gelten. Im Kanton Zürich ist eine Rückkehr nach schulärztlichen Richtlinien in der Regel ab dem 15. Tag nach Krankheitsausbruch möglich. Die genauen Vorgaben klärst du am besten mit der behandelnden Praxis, der Schule/Kita oder der zuständigen kantonalen Stelle.
[1] Robert Koch-Institut (RKI) (2026). RKI-Ratgeber: Adenovirus-Konjunktivitis. rki.de. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Adenovirus_Konjunktivitis.html
[2] MSD Manual (Profi-Ausgabe) (2025). Virale Konjunktivitis. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/krankheiten-der-binde-und-lederhaut/virale-konjunktivitis
[3] Deutsches Ärzteblatt (2024). Keratokonjunktivitis epidemica. aerzteblatt.de. https://www.aerzteblatt.de/archiv/keratokonjunktivitis-epidemica-305eca5b-a23b-4f3b-ba68-9a3153932b38
[4] Kanton Zürich, Schulärztlicher Dienst. Ansteckende Krankheiten (Konjunctivitis epidemica). zh.ch. https://www.zh.ch/de/bildung/informationen-fuer-schulen/informationen-volksschule/volksschule-schulinfo-unterrichtsergaenzende-angebote/schulinfo-schulaerztlicher-dienst/ansteckende-krankheiten.html
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