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Wenn das Baby schielt: Symptome, Ursachen und mögliche Behandlungen

Wenn das Baby schielt: Symptome, Ursachen und mögliche Behandlungen

Wenn Babys in den ersten Lebenswochen mit einem leichten Silberblick ihre Welt erkunden, finden das Eltern meist noch niedlich. Tatsächlich gibt es kurz nach der Geburt meist noch keinen Grund zur Sorge, wenn dein Baby schielt. Sollte das Schielen jedoch andauern, ist für die optimale Gesundheit der Augen deines Kindes eine ärztliche Behandlung notwendig. Woran du erkennst, ob dein Baby schielt, welche Ursachen es für den Strabismus gibt und welche Therapien jetzt sinnvoll sind, erfährst du in folgendem Ratgeber rund um das Thema Schielen beim Baby.

Was bedeutet Strabismus beim Baby?

Strabismus ist der fachmedizinische Ausdruck für das Schielen. Bezeichnet wird damit eine Fehlstellung der Augen zueinander. Bei Babys erkennst du das Schielen, wenn die Augen nicht dieselbe Blickrichtung haben. Für das Kind bedeutet dies, dass das räumliche Sehen beeinträchtigt ist, da die jeweiligen Seheindrücke der Augen sich nicht zu einem Bild zusammenfügen können. Beim Strabismus gibt es verschiedene Formen. Möglich ist, dass das Kind mit beiden Augen entweder nach aussen oder nach innen schielt. Einseitiges Schielen kann genauso vorkommen wie ein Schielen mit Höhenabweichungen. Unterschieden wird zudem hinsichtlich der Ausprägung des Schielens: Neben dem manifesten, dauerhaften Strabismus gibt es auch das latente beziehungsweise versteckte Schielen, das nur temporär auftritt.

Wann ist Schielen bei Babys normal?

Wenn dein Baby in den ersten Lebenswochen und -monaten schielt, solltest du dir zunächst keine Sorgen machen. In den meisten Fällen handelt es sich um ein latentes und vorübergehendes Schielen, das bei Babys häufig vorkommt und völlig normal ist. Die Augen sind noch nicht trainiert und das Kind hat die Augen noch nicht vollständig unter Kontrolle. Vor allem bei starker Müdigkeit oder direkt nach dem Aufwachen kann es häufiger vorkommen, dass dein Baby dich mit einem Silberblick anschaut. Nach etwa einem halben Jahr sollte die Koordination der Augen aber so gut vorhanden sein, dass sich das Schielen „verwächst“ und die weitere Entwicklung der Augen normal verläuft.

Welche Ursachen gibt es, wenn mein Baby schielt?

Nicht immer ist es die noch nicht ausgebildete Koordination beziehungsweise die Kontrolle der Augen, die das Schielen auslöst. Vor allem dann, wenn das Schielen über einen längeren Zeitraum anhält, können auch andere Ursachen dahinter stecken. Dazu gehören:

  • Vererbung und genetische Veranlagung
  • geburtsbedingte Verletzungen oder Frühgeburt
  • Belastung des Ungeborenen im Mutterleib, zum Beispiel durch Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum der Mutter
  • organische Augenprobleme, zum Beispiel Entzündungen des Sehnervs, Linsentrübungen, Fehlsichtigkeit und Tumore in der Augenhöhle
  • schwere Kindheits- und Allgemeinkrankheiten
  • Gendefekte, zum Beispiel Down-Syndrom

An welchen Anzeichen erkenne ich, dass mein Baby schielt?

Nicht immer ist es für die Eltern eindeutig zu erkennen, ob das Baby tatsächlich schielt. Treten mehrere der folgenden Symptome regelmässig auf, solltest du hellhörig werden:

  • Das Baby schafft es nicht, Objekte über einen längeren Zeitraum zu fixieren.
  • Die Blickrichtung beider Augen weicht voneinander ab.
  • Das Kind greift häufig an Gegenständen vorbei.
  • Die Augen scheinen besonders lichtempfindlich zu sein.
  • Selbst bei geringer Lichteinstrahlung kneift das Baby die Augen zusammen und blinzelt.
  • Dem Kind fällt es schwer, aus einer Entfernung von mehr als einem Meter den Blickkontakt zu halten.

Wann muss ich bei einer Fehlstellung der Augen mit meinem Baby zum Arzt?

Wenn dein Baby im Alter von etwa sechs Monaten immer noch regelmässig schielt und deutliche Symptome zeigt, ist ein Besuch beim Augenarzt, dem eine Sehschule angeschlossen ist, unbedingt empfehlenswert. Hier gilt: Je früher du mit einer Therapie beginnst, desto besser ist der Strabismus noch behandelbar. Wird das Schielen rechtzeitig erkannt, kannst du lebenslange Fehlstellungen der Augen sowie eine sogenannte Schwachsichtigkeit noch verhindern.

Welche Behandlung ist bei Strabismus die richtige?

Vor allem bei Babys kommen als erste Behandlungsmöglichkeit in der Regel Augenpflaster als sogenannte Okklusionstherapie zum Einsatz. Bei dieser wird zunächst das stärkere Auge zugeklebt, damit das schwächere Auge die Gelegenheit hat, sich gleichermassen zu entwickeln. Im weiteren Verlauf ist ein wechselseitiges Abkleben empfehlenswert, damit jede Seite einzeln trainiert werden kann. Im Kleinkindalter verschreiben Augenärzte dann meist zusätzlich noch eine Brille, die die Sehfehler zusätzlich ausgleicht. Eher selten und nur bei einem sehr gross ausgeprägten Schielwinkel ist auch ein operativer Eingriff nötig. Bei dieser Operation werden die Augenmuskeln entweder versetzt oder verkürzt, sodass die Augen wieder parallel stehen.

Was bedeutet Pseudoschielen beim Baby?

Nicht immer verbirgt sich tatsächlich ein Strabismus hinter einer scheinbaren Fehlstellung der Augen zueinander. Manchmal entsteht lediglich der Eindruck, dass das Baby schielt. In dem Fall ist die Rede von Pseudoschielen. Dieses Phänomen tritt dadurch ein, dass das Baby einen im Vergleich zu Erwachsenen deutlich breiten Nasenrücken hat, durch den das innere Weiss der Augen schnell verdeckt ist und das äussere Weiss mehr in den Vordergrund tritt. In der Folge wirkt es für den Betrachter so, als wenn das Baby ständig seinen Blick auf die Nasenspitze richtet. Da das Pseudoschielen nicht immer von dem „richtigen“ Schielen zu unterscheiden ist, solltest du im Zweifel immer einen Augenarzt konsultieren.

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