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Juckende Fusssohlen entstehen am häufigsten durch trockene oder gereizte Haut, Pilzinfektionen, Allergien oder – seltener – durch Erkrankungen, die den gesamten Körper betreffen. Juckreiz (medizinisch Pruritus) ist dabei zunächst ein Schutzreflex: Bei vielen Haut- und allergischen Reaktionen wird der Botenstoff Histamin freigesetzt, der das Jucken auslöst und zum Kratzen anregt [1].
Genau dieses Kratzen ist allerdings das Problem. Kratzen kann den Juckreiz verstärken und die Haut schädigen, wodurch ein Kreislauf aus Jucken und Kratzen entsteht [1]. An den Fusssohlen kommt hinzu, dass die Haut hier dick, oft trocken und durch Schuhe, Socken und Reibung zusätzlich beansprucht ist.
Gut zu wissen: Hält der Juckreiz mindestens sechs Wochen an, sprechen Fachleute von chronischem Pruritus. Er kann viele – auch innere – Ursachen haben und sollte ärztlich abgeklärt werden [3].
Zu den häufigsten Hautursachen für juckende Füsse zählen trockene Haut, Fusspilz und Ekzeme. Trockene Haut (Xerose) schwächt die natürliche Hautbarriere und kann dadurch Juckreiz auslösen; sie nimmt mit dem Alter zu und wird durch häufiges, heisses Waschen sowie reizende Reinigungsmittel verstärkt [1].
Fusspilz (Tinea pedis) ist eine sehr häufige Pilzinfektion der Füsse. Typisch sind eine zunehmende Schuppung, gelegentlich Rötungen und Juckreiz, oft beginnend in den Zehenzwischenräumen, manchmal aber auch an den Fusssohlen und Fersen [2]. Schwitzende Füsse begünstigen die Infektion, weil Feuchtigkeit in den warmen Bereichen zwischen den Zehen das Pilzwachstum fördert; übertragen wird der Erreger häufig in Schwimmbädern, Umkleiden und anderen feuchten Umgebungen [2].
Auch Ekzeme – etwa ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) – können die Fusssohlen betreffen und mit trockener, geröteter, juckender Haut einhergehen. Cremes mit Kortikosteroiden sollten dabei nur angewendet werden, wenn die Haut tatsächlich entzündet ist, also etwa bei einem Ausschlag, und nicht vorbeugend bei jedem Jucken [1].
Ja, Allergien gehören zu den möglichen Auslösern – vor allem das allergische Kontaktekzem. Dabei reagiert die Haut auf Stoffe, mit denen sie in Berührung kommt, oft erst nach wiederholtem Kontakt [4]. Bei den Füssen kommen zum Beispiel Inhaltsstoffe von Schuhmaterialien, Cremes oder Waschmitteln als Auslöser infrage.
Nicht jede Hautreaktion ist allerdings eine echte Allergie. Manche Produkte reizen die Haut direkt, etwa durch Alkohol oder Tenside; auch häufiges Waschen kann die Haut strapazieren. Diese sogenannte irritative Kontaktdermatitis entsteht ohne Beteiligung des Immunsystems, zeigt aber ähnliche Anzeichen wie Rötung, Brennen oder Spannungsgefühl [4]. Welcher Stoff hinter den Beschwerden steckt, lässt sich in einer dermatologischen Praxis – etwa mit einem Allergietest – genauer eingrenzen [4].
Neben Hautursachen können auch innere Erkrankungen Juckreiz auslösen. Systemische Erkrankungen sind insgesamt seltener die Ursache von Juckreiz als Hauterkrankungen, doch zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel sowie Leber- oder Nierenerkrankungen [1]. Bei solchen inneren Ursachen kann der Juckreiz auftreten, ohne dass sichtbare Hautveränderungen vorliegen [1].
Ein besonderer Fall sind Nervenstörungen an den Füssen. Eine diabetische Polyneuropathie – eine durch Diabetes bedingte Schädigung der peripheren Nerven – macht sich häufig zuerst an den Füssen bemerkbar, typischerweise mit Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl, die sich nachts oft verstärken [5]. Problematisch ist dabei der mögliche Verlust des Temperatur- und Schmerzempfindens, da kleine Verletzungen oder Druckstellen dann leicht unbemerkt bleiben [5].
Sicherheitshinweis: Wenn bei bekanntem Diabetes zusätzlich Taubheit, ein vermindertes Gefühl oder Wunden an den Füssen auftreten, solltest du das zeitnah ärztlich abklären lassen – unbemerkte Verletzungen können sich sonst entzünden [5].
Im Alltag helfen vor allem eine schonende Hautpflege und der Verzicht aufs Kratzen. Sinnvoll ist es, seltener und mit lauwarmem statt heissem Wasser zu waschen, milde Reinigungsprodukte zu verwenden und die Haut anschliessend mit feuchtigkeitsspendenden Cremes – zum Beispiel mit Harnstoff (Urea) – zu pflegen [1]. Das stabilisiert die Hautbarriere und kann das Spannungsgefühl und den Juckreiz verringern.
Weitere Massnahmen, die die Füsse entlasten:
Beliebte Hausmittel wie Fussbäder mit ätherischen Ölen sind wissenschaftlich kaum belegt. Vorsicht ist zudem geboten, weil pflanzliche und ätherische Inhaltsstoffe selbst Kontaktallergien auslösen können – gerade bei bereits gereizter oder empfindlicher Haut [4]. Auch frei verkäufliche Cremes mit dem Lokalanästhetikum Benzocain oder dem Antihistaminikum Diphenhydramin werden zur Juckreizlinderung nicht empfohlen, da sie die Haut sensibilisieren können [1].
Welches Apothekenmittel sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab. Steckt ein Fusspilz dahinter, kommen Antimykotika zum Einsatz – pilzhemmende oder pilzabtötende Mittel, die es als Creme, Gel, Spray oder Puder gibt und die häufig rezeptfrei erhältlich sind [2]. Bei unkompliziertem Fusspilz ist meist eine äusserliche Anwendung ausreichend [2].
Wichtig ist, die Behandlung lange genug fortzusetzen: Da viele Wirkstoffe vor allem auf wachsende Pilzzellen wirken, wird empfohlen, die Lokalbehandlung der Tinea pedis etwa drei bis vier Wochen über das Abklingen der Beschwerden hinaus weiterzuführen, um Rückfälle zu vermeiden [6]. Bringt eine konsequente Selbstbehandlung keine Besserung oder ist der Befall ausgedehnt, sind ärztlich verordnete Massnahmen – gegebenenfalls Antimykotika zum Einnehmen – nötig [2]. Antimykotika helfen allerdings nur, wenn Pilze die Ursache sind; bei Allergien, trockener Haut oder inneren Erkrankungen sind andere Massnahmen erforderlich.
Stress und psychische Belastung können Juckreiz beeinflussen, sind aber selten die alleinige Ursache. Die Fachleitlinie zum chronischen Juckreiz betont, dass psychosomatische Faktoren Auslösung, Ausprägung und Verlauf des Pruritus mitbestimmen können und umgekehrt anhaltender Juckreiz die Lebensqualität, den Schlaf und die Stimmung erheblich belastet [3].
Deshalb wird chronischer Juckreiz idealerweise fachübergreifend betrachtet: Neben der Behandlung der Haut und einer möglichen Grunderkrankung können bei starker psychischer Belastung auch psychologische oder psychotherapeutische Massnahmen sinnvoll sein [3]. Entspannungsverfahren und Stressabbau können unterstützend wirken, ersetzen aber keine Abklärung der eigentlichen Ursache.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn der Juckreiz länger anhält, wiederkehrt, sich verschlimmert oder mit weiteren Beschwerden einhergeht. Da sich hinter juckenden Fusssohlen sehr unterschiedliche Ursachen verbergen können – von Fusspilz über Ekzeme und Allergien bis zu inneren Erkrankungen –, lässt sich die richtige Behandlung erst nach einer genauen Diagnose festlegen [1].
Besonders ratsam ist eine Abklärung, wenn der Juckreiz mindestens sechs Wochen besteht (chronischer Pruritus) [3], wenn keine sichtbaren Hautveränderungen vorliegen, der Juckreiz aber stark ist [1], wenn eine Selbstbehandlung des vermuteten Fusspilzes nach rund zwei Wochen nicht anschlägt oder der Befall sich ausbreitet [2], oder wenn zusätzliche Anzeichen wie Taubheit, Wunden oder Schwellungen auftreten – vor allem bei Diabetes [5].
Wenn Hausmittel und Pflege an ihre Grenzen stossen, hilft eine dermatologische Untersuchung, die Ursache einzugrenzen und eine passende Therapie zu finden. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.
Warum jucken meine Fusssohlen vor allem nachts?
Nächtlicher Juckreiz an den Füssen hat oft mit Wärme, Ruhe und fehlender Ablenkung zu tun, die das Jucken bewusster machen. Auch bestimmte Ursachen können nachts stärker auftreten: Bei einer diabetischen Polyneuropathie verstärken sich Missempfindungen wie Brennen oder Kribbeln häufig in den nächtlichen Ruhephasen [5]. Hält das Jucken an, lohnt sich eine ärztliche Abklärung.
Juckende Zehen müssen immer Fusspilz sein?
Nein, juckende Zehen oder Fusssohlen bedeuten nicht automatisch Fusspilz. Auch trockene Haut, Ekzeme, Kontaktallergien oder innere Erkrankungen können dahinterstecken [1][4]. Fusspilz zeigt sich typischerweise mit Schuppung und Rötung, oft zwischen den Zehen [2]. Bleibt unklar, was die Ursache ist, oder hilft eine Antipilz-Behandlung nicht, sollte die Haut ärztlich untersucht werden.
Hilft Kortisoncreme gegen juckende Fusssohlen?
Kortisonhaltige Cremes sind nur dann sinnvoll, wenn die Haut entzündet ist, etwa bei einem Ekzem, und sollten nicht bei jeder Art von Juckreiz vorbeugend verwendet werden [1]. Bei einem Fusspilz wären sie sogar kontraproduktiv, weil dort Antimykotika nötig sind [2]. Welche Behandlung passt, hängt von der Ursache ab und sollte bei Unsicherheit ärztlich geklärt werden.
Wie lange muss ich Fusspilz behandeln?
Bei unkompliziertem Fusspilz reicht meist eine äusserliche Behandlung mit Antimykotika [2]. Empfohlen wird, die Lokalbehandlung rund drei bis vier Wochen über das Abklingen der Beschwerden hinaus fortzuführen, um Rückfälle zu vermeiden [6]. Bessern sich die Beschwerden trotz konsequenter Anwendung nicht oder ist der Befall ausgedehnt, ist eine ärztliche Behandlung nötig [2].
[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Juckreiz, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/juckreiz
[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Fusspilz (Tinea pedis), msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/pilzinfektionen-der-haut/fußpilz-tinea-pedis
[3] Ständer S. et al. / Deutsche Dermatologische Gesellschaft, 2025, S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus, AWMF Register-Nr. 013-048, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-048
[4] aha! Allergiezentrum Schweiz, 2025, Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) und Pflege für sensible Haut, aha.ch, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/haut
[5] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Polyneuropathie, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/störungen-der-hirn-rückenmarks-und-nervenfunktion/erkrankungen-der-peripheren-nerven-und-verwandte-erkrankungen/polyneuropathie
[6] Österreichische Gesellschaft für STD und dermatologische Mikrobiologie / AWMF, Leitlinie Tinea der freien Haut (Reg.-Nr. 013-002), oegstd.at, https://www.oegstd.at/net/images/doc/leitlinien/013-002.pdf
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