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Die Makula ist ein kleiner, besonders empfindlicher Bereich im Zentrum der Netzhaut, der für das scharfe zentrale Sehen verantwortlich ist. Die Netzhaut (Retina) ist die innerste Schicht an der Rückseite des Auges, auf der das einfallende Licht in Nervensignale umgewandelt wird. Inmitten dieser Netzhaut liegt die Makula – medizinisch Macula lutea, auf Deutsch „gelber Fleck" [1].
Ihren Namen verdankt sie einer gelblichen Färbung, die durch eingelagerte Pigmente entsteht (dazu später mehr). Die Makula ist nur wenige Millimeter gross, leistet aber einen überproportional grossen Anteil unseres Sehens: Alles, was wir direkt anschauen, bilden wir über die Makula ab [1][4].
Die Makula liegt im hinteren Bereich der Netzhaut, etwas seitlich (temporal) der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt. Sie befindet sich damit ungefähr dort, wo die Sehachse auf die Netzhaut trifft – also genau im Zentrum dessen, was wir „geradeaus" anschauen [1].
In der augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrunds ist die Makula als leicht abgegrenzter, etwas dunkler getönter Bereich erkennbar. Diese Tönung stammt von den Makulapigmenten und hilft Fachpersonen, den Bereich zu beurteilen [3].
Die Makula ist nicht gleichförmig, sondern in mehrere Zonen gegliedert, die sich von aussen nach innen unterscheiden. Im Zentrum liegt die wichtigste Struktur: die Fovea centralis, auch Sehgrube genannt.
Die Fovea centralis ist eine kleine, trichterförmige Vertiefung in der Mitte der Makula mit einem Durchmesser von etwa anderthalb Millimetern. In ihr ist die Dichte der Sehzellen am höchsten, und genau hier ist das Auflösungsvermögen des Auges am grössten [3]. Im innersten Punkt der Fovea liegt die noch kleinere Foveola, der absolut schärfste Punkt des Sehens.
Eine Besonderheit der Fovea: In ihrem Zentrum verlaufen beim gesunden Auge keine Blutgefässe. Dadurch kann das Licht nahezu ungehindert auf die Sinneszellen treffen, ohne von Gefässen abgeschattet zu werden [1]. Um die Fovea herum schliessen sich ringförmige Zonen an – Parafovea und Perifovea –, in denen sich der Zelltyp und die Dichte der Sehzellen allmählich verändern [2].
In der Netzhaut gibt es zwei Arten von lichtempfindlichen Sinneszellen, sogenannte Fotorezeptoren: Zapfen und Stäbchen. Die Zapfen sind für das Sehen bei Tageslicht, für scharfe Details und für das Farbsehen zuständig. Die Stäbchen ermöglichen das Sehen bei wenig Licht und das Erkennen von Bewegung, liefern aber keine Farben und kein scharfes Bild [1].
Das Besondere an der Makula: Hier sind die Zapfen besonders dicht gepackt. In der Fovea centralis kommen praktisch ausschliesslich Zapfen vor, Stäbchen fehlen dort fast vollständig [2]. Schätzungen zufolge enthält die Netzhaut insgesamt mehrere Millionen Zapfen, von denen ein grosser Teil in der Makula konzentriert ist [4]. Diese hohe Zapfendichte ist der Grund, warum genau dieser Bereich Farben und feine Details so präzise auflösen kann.
Gut zu wissen: Stäbchen, die für das Sehen in der Dämmerung wichtig sind, liegen überwiegend ausserhalb der Makula in den Randbereichen der Netzhaut. Das erklärt, warum wir bei schwachem Licht zwar Umrisse und Bewegungen wahrnehmen, Farben und Details aber kaum noch erkennen [4].
Die gelbliche Färbung der Makula entsteht durch eingelagerte Pigmente, vor allem Lutein und Zeaxanthin. Diese gehören zur Gruppe der Carotinoide und werden über die Nahrung aufgenommen [1]. Sie reichern sich in der Makula an und geben ihr die namensgebende gelbe Tönung.
Den Pigmenten wird zugeschrieben, dass sie kurzwelliges, energiereiches Licht filtern und so zum Schutz der empfindlichen Sehzellen beitragen können [1][2]. Die genaue Schutzwirkung ist Gegenstand der Forschung; die Pigmente wirken zusammen mit anderen Mechanismen des Auges. Eine über die Makulapigmente hinausgehende Aussage über gesundheitliche Effekte einzelner Nahrungsbestandteile lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Makula ist für das zentrale, scharfe Sehen zuständig – also für alles, was wir direkt fixieren. Lesen, Gesichter erkennen, Autofahren, am Bildschirm arbeiten oder feine Handarbeiten: All das funktioniert nur dank der hohen Auflösung der Makula und insbesondere der Fovea [4][5].
Das übrige, grössere Areal der Netzhaut ausserhalb der Makula liefert das periphere Sehen. Dieses ist wichtig für die Orientierung im Raum und für das Wahrnehmen von Bewegungen am Rand des Blickfelds, kann aber bei Weitem nicht so scharf und farbgenau abbilden wie die Makula [1]. Zentrales und peripheres Sehen ergänzen sich also: Das eine liefert Schärfe und Farbe im Fokus, das andere den Überblick.
Weil die Makula für das zentrale Sehen so entscheidend ist, können Erkrankungen in diesem Bereich das Sehvermögen deutlich beeinträchtigen. Eine bekannte Erkrankung ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), bei der die Sehzellen im Bereich der Makula mit der Zeit Schaden nehmen. Sie betrifft vor allem das zentrale Sehen, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt [4][5].
Auch andere Veränderungen – etwa im Rahmen einer Diabeteserkrankung – können die Makula betreffen [5]. Dieser Ratgeber erklärt die Anatomie der Makula; die einzelnen Erkrankungen, ihre Symptome und ihre Behandlung werden in eigenen Beiträgen ausführlicher behandelt. Wer Veränderungen des zentralen Sehens bemerkt, etwa verzerrtes Sehen oder einen Fleck im Zentrum des Blickfelds, sollte dies augenärztlich abklären lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Makula und gelbem Fleck?
Es gibt keinen Unterschied – beides bezeichnet dieselbe Struktur. „Gelber Fleck" ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Begriffs Macula lutea. Die Bezeichnung geht auf die gelbliche Färbung durch eingelagerte Pigmente zurück [1].
Wo genau befindet sich die Makula?
Die Makula liegt im Zentrum der Netzhaut an der Rückseite des Auges, etwas seitlich des Sehnervs, ungefähr dort, wo die Sehachse auf die Netzhaut trifft. In diesem Bereich bilden wir alles ab, was wir direkt anschauen [1].
Warum sehen wir mit der Makula am schärfsten?
In der Makula, besonders in der zentralen Fovea, sind die Zapfen extrem dicht gepackt, und es liegen dort keine Blutgefässe im Lichtweg. Diese Kombination ermöglicht das höchste Auflösungsvermögen und damit das schärfste Sehen [1][3].
Welche Aufgabe haben Lutein und Zeaxanthin in der Makula?
Lutein und Zeaxanthin sind Pigmente, die der Makula ihre gelbe Färbung geben. Ihnen wird zugeschrieben, kurzwelliges Licht zu filtern und so zum Schutz der Sehzellen beizutragen. Die genaue Wirkung wird weiter erforscht [1][2].
Kann man ohne funktionierende Makula noch sehen?
Bei einer geschädigten Makula bleibt das periphere Sehen über die übrige Netzhaut meist erhalten, das scharfe zentrale Sehen ist jedoch beeinträchtigt. Betroffene können dann Umrisse und Bewegungen am Rand wahrnehmen, während Details im Zentrum unscharf werden [5].
[1] Mahabadi N, Al Khalili Y, Anatomy, Head and Neck: Eye Retina, StatPearls / National Center for Biotechnology Information (NIH), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK542332/
[2] Kolb H, Simple Anatomy of the Retina, Webvision – University of Utah / Moran Eye Center, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK11533/
[3] Kenhub, Fovea centralis: Anatomie, Lage und Funktion, kenhub.com, https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/fovea-centralis-de
[4] American Academy of Ophthalmology, Understanding Macular Degeneration, aao.org, https://www.aao.org/eye-health/diseases/amd-macular-degeneration
[5] MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, NIH), Age-related macular degeneration, medlineplus.gov, https://medlineplus.gov/genetics/condition/age-related-macular-degeneration/
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