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Mikrodermabrasion und chemisches Peeling: Methoden, Wirkung und Kosten

Mikrodermabrasion und chemisches Peeling: Methoden, Wirkung und Kosten

Fahle Haut, grobe Poren oder feine Linien – viele suchen nach einer Methode, die die Hautoberfläche sichtbar erneuert, ohne gleich zum Skalpell zu greifen. Zwei der bekanntesten Ansätze sind die Mikrodermabrasion mit einem Schleifgerät und das chemische Peeling mit Säuren. Beide tragen abgestorbene Hautzellen ab, arbeiten aber sehr unterschiedlich – und reichen vom sanften Frischekick im Kosmetikstudio bis zur intensiven Behandlung in der Hautarztpraxis. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie die Verfahren funktionieren, was die Forschung über ihren Nutzen sagt, welche Risiken du kennen solltest und was die Behandlungen in der Schweiz kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Mikrodermabrasion und chemischem Peeling?

Mikrodermabrasion trägt die oberste Hautschicht mechanisch ab, ein chemisches Peeling löst sie mit Säuren – beide erneuern die Hautoberfläche, unterscheiden sich aber in Tiefe, Intensität und Anwendungsbereich. Die Mikrodermabrasion ist ein körperliches (mechanisches) Peeling: Ein Gerät schleift und saugt die äusserste Hornschicht ab. Das chemische Peeling nutzt dagegen Säuren, die je nach Stärke unterschiedlich tief in die Haut eindringen und dort eine kontrollierte Ablösung und anschliessende Regeneration auslösen.

Die beiden Verfahren lassen sich grob so einordnen:

  • Wirkprinzip: Bei der Mikrodermabrasion mechanisches Abschleifen + Unterdruck, beim chemischen Peeling Ablösung durch Säuren.
  • Eindringtiefe: Die Mikrodermabrasion wirkt oberflächlich (Hornschicht), das chemische Peeling je nach Säure oberflächlich bis tief.
  • Typische Anliegen: Mikrodermabrasion bei fahler Haut, groben Poren und feinen Unebenheiten; chemisches Peeling bei feinen Fältchen, Pigmentflecken, Aknenarben und Lichtschäden.
  • Ausfallzeit: Bei der Mikrodermabrasion meist keine; beim chemischen Peeling von keiner (oberflächlich) bis mehrere Wochen (tief).
  • Setting: Mikrodermabrasion im Kosmetikstudio, teils zu Hause; chemisches Peeling im Kosmetikstudio (oberflächlich) bis zur Arztpraxis (mitteltief/tief).

Diese Einordnung ist eine grobe Orientierung. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Hautzustand, vom Anliegen und von der gewünschten Intensität ab und sollte vorab fachlich beurteilt werden.

Wichtig: „Chemisches Peeling“ ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Behandlungen. Ein mildes Fruchtsäurepeeling im Studio und ein tiefes Phenol-Peeling in der Arztpraxis haben kaum etwas gemeinsam – ausser dem Namen. Tiefe und Setting entscheiden über Wirkung und Risiko.

Wie funktioniert ein Mikrodermabrasionsgerät?

Ein Mikrodermabrasionsgerät kombiniert eine schleifende Oberfläche mit einem leichten Unterdruck, um abgestorbene Zellen der obersten Hautschicht abzutragen und abzusaugen. Verbreitet sind zwei Bauarten: Geräte mit Diamantaufsatz, die mit einer fein beschichteten Spitze arbeiten, und Kristallgeräte, die feine Partikel auf die Haut bringen und wieder absaugen. Durch das Abtragen der Hornschicht wirkt die Haut unmittelbar glatter, und Pflegeprodukte können danach besser einziehen [1].

Weil nur die äusserste Schicht bearbeitet wird, gilt die Mikrodermabrasion als wenig eingreifendes Verfahren ohne nennenswerte Ausfallzeit. Übersichtsarbeiten beschreiben sie als gut verträglich mit meist nur leichten, vorübergehenden Reaktionen [3]. Über dünnen Hautarealen sollten Saugkraft und Intensität reduziert werden, um Reizungen oder kleine Einblutungen zu vermeiden [1].

Was bringt Mikrodermabrasion wirklich?

Mikrodermabrasion kann die Hautstruktur glätten und feine Unebenheiten verbessern, während der Nutzen bei Pigmentflecken und Akne nach derzeitiger Studienlage begrenzt ist [1]. Eine evidenzbasierte Übersicht kommt zum Schluss, dass das Verfahren messbare Veränderungen in der Hautoberfläche bewirken und die Aufnahme bestimmter Wirkstoffe verbessern kann; bei Pigmentstörungen (Dyschromien) und Akne ist die Wirkung dagegen eher gering [1].

Für die Behandlung oberflächlicher Aknenarben wird Mikrodermabrasion in systematischen Übersichten als grundsätzlich sicher beschrieben, mit wenigen und vorübergehenden Nebenwirkungen – allerdings betonen die Autor:innen, dass grössere Studien nötig sind, um den Nutzen genauer zu beurteilen [3]. Realistisch ist die Mikrodermabrasion damit eher ein Verfahren für den „Frische-Effekt“ und milde Anliegen als eine Methode, die tiefe Falten, ausgeprägte Narben oder stärkere Pigmentflecken zuverlässig beseitigt. Für sichtbare Resultate sind meist mehrere Sitzungen nötig.

Welche Arten von chemischem Peeling gibt es?

Chemische Peelings werden nach Eindringtiefe in oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Peelings unterteilt [2]. Mit der Tiefe steigen sowohl der mögliche Effekt als auch das Risiko und die Ausfallzeit. Die gängige Einteilung im Überblick:

  • Oberflächlich: Typische Säuren sind Fruchtsäuren (AHA) und Salicylsäure (BHA), eingesetzt bei fahler Haut, feinen Linien und leichten Unreinheiten; Setting: Kosmetikstudio oder Arztpraxis.
  • Mitteltief: Typisch ist Trichloressigsäure (TCA), z. B. mit Vorbehandlung, eingesetzt bei Lichtschäden, Pigmentflecken und oberflächlichen Narben; Setting: ärztlich/dermatologisch.
  • Tief: Typisch ist Phenol (Carbolsäure), eingesetzt bei tiefen Falten und ausgeprägten Lichtschäden; Setting: ärztlich, mit Überwachung.

Oberflächliche Peelings wirken nur in der Oberhaut und gelten als verhältnismässig sicher [4]. Mitteltiefe Peelings dringen bis in die obere Lederhaut vor, tiefe Peelings mit Phenol reichen noch tiefer und sind dadurch besonders wirksam, aber auch besonders risikoreich [2]. Hochkonzentrierte TCA-Peelings gelten heute als schwer steuerbar und werden wegen häufigerer Komplikationen seltener eingesetzt [2].

Was kann ein chemisches Peeling – und was nicht?

Ein chemisches Peeling kann Hauttextur, Pigmentierung und oberflächliche Fältchen verbessern, stösst bei tiefen Falten, ausgeprägten Narben oder erschlaffter Haut aber an Grenzen. Säuren, die bis in die Lederhaut wirken, regen dort die Bildung von Kollagen und Elastin an und können so feine Linien und ungleichmässige Pigmentierung verringern [2]. Auch bei Pigmentstörungen wie Altersflecken oder bestimmten Formen der Hyperpigmentierung können Peelings helfen [5].

Die Stärke der Wirkung hängt eng mit der Tiefe zusammen – und damit auch das Risiko. Erschlaffte Haut lässt sich mit einem Peeling nicht straffen, und tiefe Falten oder Narben sprechen nur begrenzt darauf an. Für solche Anliegen kommen andere Verfahren infrage, die in einem fachlichen Gespräch abgewogen werden sollten. Wichtig ist eine realistische Erwartung: Mehrere Sitzungen, eine sorgfältige Nachpflege und konsequenter Sonnenschutz gehören zum Ergebnis dazu. Bei oberflächlichen Fruchtsäurepeelings werden häufig mehrere Behandlungen über Wochen empfohlen [6].

Welche Risiken und Nebenwirkungen haben Peelings?

Typische Nebenwirkungen sind vorübergehende Rötung, Schuppung und Empfindlichkeit; mit zunehmender Tiefe steigt das Risiko für Pigmentveränderungen, Infektionen und Narben [4]. Oberflächliche Peelings sind bei korrekter Anwendung verhältnismässig sicher, können aber Juckreiz, Rötung, Reizungen und gelegentlich eine Pigmentverschiebung auslösen [4]. Bei mitteltiefen und tiefen Peelings nehmen die möglichen Komplikationen zu – bis hin zu bleibenden Narben; das Risiko ist bei dunkleren Hauttypen und bei Sonnenexposition nach der Behandlung höher [4].

Eine Besonderheit ist das tiefe Phenol-Peeling: Phenol kann den Herzrhythmus beeinflussen, weshalb solche Behandlungen eine ärztliche Überwachung mit entsprechender Ausstattung erfordern [2]. Schon das zeigt, dass tiefe Peelings keine reinen Kosmetikbehandlungen sind.

Nicht jede Haut eignet sich für ein chemisches Peeling. Sinnvoll ist es, vor allem zwischen klaren Ausschlussgründen und Situationen zu unterscheiden, in denen besondere Vorsicht gilt:

  • In der Regel nicht geeignet (absolute Gegenanzeigen): Schwangerschaft und Stillzeit, eine aktive Infektion im Behandlungsbereich (z. B. Herpes), die Einnahme von Vitamin-A-Säure-Präparaten (z. B. Isotretinoin), eine ausgeprägte Wundheilungsstörung, Autoimmunerkrankungen der Haut sowie eine Neigung zu Keloiden oder abnormer Narbenbildung [5][2]. In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Peelings verschoben werden.
  • Besondere Vorsicht (relative Gegenanzeigen): entzündliche Hauterkrankungen wie Ekzem oder Schuppenflechte im Areal, sehr empfindliche Haut, dunklere Hauttypen mit erhöhtem Pigmentrisiko sowie frische Bräune oder starke Sonnenexposition [4].

Auch für die Mikrodermabrasion gilt: Bei akuten entzündlichen Hauterkrankungen, offenen Stellen, Infektionen oder unklaren Hautveränderungen ist das Verfahren nicht geeignet. In solchen Fällen sollte die Haut zuerst ärztlich beurteilt werden.

Kann man Mikrodermabrasion oder chemisches Peeling zu Hause anwenden?

Für zu Hause eignen sich nur milde Varianten – einfache Mikrodermabrasionsgeräte und niedrig dosierte Säurepeelings; mitteltiefe und tiefe Peelings mit TCA oder Phenol gehören ausschliesslich in ärztliche Hände [2][5]. Geräte für den Heimgebrauch arbeiten deutlich schonender als Studio- oder Praxisgeräte und liefern entsprechend mildere Ergebnisse. Achte auf mehrere Intensitätsstufen, halte dich an die Anleitung und teste empfindliche Haut zunächst an einer kleinen Stelle.

Bei chemischen Peelings für zu Hause sind frei verkäufliche Produkte bewusst niedrig konzentriert. Höher konzentrierte Säuren – und vor allem mitteltiefe und tiefe Peelings – sind kein Heimprojekt: Falsche Konzentration oder Einwirkzeit kann zu Verätzungen, Pigmentstörungen und Narben führen [2][4].

Sicherheitshinweis: Im Internet angebotene TCA- oder Phenol-Peelings zur Selbstanwendung sind mit einem erheblichen Risiko für Verätzungen, bleibende Narben und Pigmentschäden verbunden – Phenol kann zudem den Herzrhythmus beeinflussen [2][4]. Solche Behandlungen gehören ausschliesslich in eine dermatologische Praxis mit entsprechender Überwachung.

Nach jeder Behandlung – ob Gerät oder Säure – braucht die Haut Schonung: Verzichte einige Tage auf intensive Sonne, Solarium, Selbstbräuner, Sauna und weitere Peelings und schütze die Haut konsequent mit Sonnenschutz [5].

Was kosten Mikrodermabrasion und chemisches Peeling in der Schweiz?

Eine Mikrodermabrasion im Kosmetikstudio kostet in der Schweiz typischerweise rund CHF 100 bis 210 pro Sitzung, ein oberflächliches Fruchtsäurepeeling etwa CHF 150 bis 250. Die Preise hängen vom Umfang (nur Gesicht oder auch Hals und Dekolleté), von der Dauer und von zusätzlichen Pflegeschritten ab. Häufig werden mehrere Sitzungen als Kur oder Abo angeboten, was den Einzelpreis senken kann.

Mitteltiefe und tiefe Peelings in einer dermatologischen Praxis sind aufwendiger und liegen je nach Tiefe, Aufwand und Nachsorge spürbar höher – die Spanne reicht hier bis in den Bereich von mehreren Hundert Franken pro Sitzung. Eine verbindliche Auskunft erhältst du erst nach einer Hautbeurteilung im persönlichen Gespräch.

Für wen eignet sich welche Methode?

Mikrodermabrasion und oberflächliche Peelings eignen sich vor allem für milde Anliegen wie fahle Haut, grobe Poren oder feine Linien, während tiefere Veränderungen eine ärztlich begleitete Behandlung erfordern. Wer einen sanften Frischekick ohne Ausfallzeit sucht, ist mit Mikrodermabrasion oder einem milden Fruchtsäurepeeling oft gut bedient. Geht es um Pigmentflecken, Lichtschäden, Aknenarben oder ausgeprägtere Fältchen, sind tiefer wirkende – und damit ärztlich durchgeführte – Peelings besser geeignet.

Ob eine Mikrodermabrasion, ein sanftes Fruchtsäurepeeling oder eine andere Methode zu deiner Haut passt, lässt sich am besten in einer persönlichen Hautberatung klären. Für milde, nicht-medizinische Anliegen – etwa eine frischere Hautoberfläche oder den Aufbau einer passenden Pflegeroutine – ist ein Kosmetikstudio die richtige Anlaufstelle. Bei entzündlichen, krankhaften oder unklaren Hautveränderungen sowie bei mitteltiefen und tiefen Peelings gehört die Behandlung dagegen in eine dermatologische Praxis.

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Häufige Fragen zu Mikrodermabrasion und chemischem Peeling

Wie oft sollte man eine Mikrodermabrasion machen?

Mikrodermabrasion wird meist in mehreren Sitzungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt, da einzelne Anwendungen vor allem einen kurzfristigen Frische-Effekt haben. Wie oft sinnvoll ist, hängt vom Hauttyp und Anliegen ab. Empfindliche Haut verträgt seltenere Abstände besser. Wichtig ist, der Haut zwischen den Sitzungen Zeit zur Regeneration zu geben und nicht zu häufig zu peelen, um Reizungen zu vermeiden.

Hilft Mikrodermabrasion gegen Aknenarben?

Bei oberflächlichen Aknenarben kann Mikrodermabrasion das Hautbild etwas verbessern, gilt nach aktueller Studienlage aber als wenig eingreifendes Verfahren mit begrenzter Wirkung [3]. Tiefere Narben sprechen kaum darauf an. Für ausgeprägte Aknenarben kommen eher tiefer wirkende Methoden infrage, die ärztlich beurteilt und durchgeführt werden. Eine fachliche Einschätzung hilft, realistische Erwartungen zu setzen.

Ist ein chemisches Peeling für zu Hause sinnvoll?

Für zu Hause eignen sich nur niedrig dosierte, frei verkäufliche Produkte. Mitteltiefe und tiefe Peelings mit Trichloressigsäure (TCA) oder Phenol gehören ausschliesslich in ärztliche Hände, da falsche Anwendung Verätzungen, Pigmentstörungen und Narben verursachen kann [2][4]. Halte dich bei Heimprodukten strikt an Konzentration und Einwirkzeit und schütze die Haut danach konsequent vor der Sonne.

Was sollte man nach einem Peeling beachten?

Nach Mikrodermabrasion oder Peeling ist die Haut empfindlicher und braucht einige Tage Schonung. Verzichte auf intensive Sonne, Solarium, Selbstbräuner, Sauna und weitere Peelings und verwende einen konsequenten Sonnenschutz [5]. Löse abschuppende Haut nicht ab, da dies Infektionen und Narben begünstigen kann. Eine milde, feuchtigkeitsspendende Pflege unterstützt die Regeneration.

Worin unterscheiden sich mechanisches und chemisches Peeling?

Mechanische Peelings wie die Mikrodermabrasion tragen die Hornschicht durch Abschleifen und Absaugen ab, chemische Peelings lösen sie mit Säuren. Mechanische Verfahren wirken oberflächlich und ohne Ausfallzeit, chemische Peelings können je nach Säure und Konzentration deutlich tiefer wirken – mit stärkerem Effekt, aber auch höherem Risiko und längerer Erholung [2].

Quellen

[1] Karimipour DJ, Karimipour G, Orringer JS, 2010, Microdermabrasion: an evidence-based review, Plastic and Reconstructive Surgery, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20048628/

[2] Brody HJ et al. / StatPearls, 2023, Chemical Peels for Skin Resurfacing, StatPearls (NCBI Bookshelf), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK547752/

[3] Bhargava S et al., 2018, A systematic review of treatments for acne scarring. Part 1: Non-energy-based techniques, PMC / Scars, Burns & Healing, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5965325/

[4] Nikalji N et al., 2012, Complications of Medium Depth and Deep Chemical Peels, Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery (PMC), https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3560165/

[5] Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), 2025, Fruchtsäure-Peeling: Kosten, Nutzen und Risiken, Dermatologen im Netz, https://dermatologen-im-netz.de/fruchtsaeure-peeling-kosten-nutzen-und-risiken/

[6] DocMedicus, Fruchtsäurepeeling, DocMedicus Gesundheitslexikon, https://www.gesundheits-lexikon.com/Aesthetische-Medizin/Faltenbehandlung/Fruchtsaeurepeeling

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