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Naturkosmetik bezeichnet Pflege- und Schönheitsprodukte, deren Inhaltsstoffe überwiegend natürlichen Ursprungs sind – meist pflanzlich, teils mineralisch oder tierisch. Allerdings sind „Naturkosmetik“ und „Bio-Kosmetik“ keine gesetzlich geschützten Begriffe, eine einheitliche Definition gibt es deshalb nicht [1]. Anders als bei Lebensmitteln ist auch der Zusatz „bio“ bei Kosmetik nicht geschützt [1].
Das bedeutet: Werbeaussagen wie „98 % der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs“, „frei von …“ oder Pflanzenbilder auf der Packung sind keine Garantie für echte Naturkosmetik [1]. Solche Prozentangaben können zudem täuschen, weil nach der Norm ISO 16128 der oft hohe Wasseranteil eines Produkts zu den Inhaltsstoffen „natürlichen Ursprungs“ mitgerechnet werden darf [1]. Naturkosmetik ist ausserdem nicht automatisch Bio-Kosmetik und nicht zwangsläufig vegan, da auch natürliche tierische Rohstoffe wie Honig, Bienenwachs oder Lanolin vorkommen können [1].
Verlässlich erkennst du zertifizierte Naturkosmetik an unabhängigen Siegeln – nicht an Werbeaussagen oder Pflanzenmotiven auf der Vorderseite [1][2]. Bewährt hat sich ein einfacher Blick auf die Rückseite: Wer dort ein anerkanntes Siegel findet, kann sich auf geprüfte Standards verlassen [2].
Hilfreich ist auch die Inhaltsstoffliste (INCI). Sie listet die Bestandteile in absteigender Reihenfolge ihrer Konzentration auf, sodass schon die ersten Einträge viel über das Produkt verraten [2]. Die im deutschsprachigen Raum gängigen Siegel lassen sich so einordnen:
Die Siegel sind nicht identisch, gelten aber alle als verhältnismässig streng und vertrauenswürdig [2]. Welches Logo ein Produkt trägt, ist daher weniger entscheidend als die Tatsache, dass es überhaupt zertifiziert ist.
Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf eine ganze Reihe synthetischer Stoffe, die in konventioneller Kosmetik üblich sind – darunter Inhaltsstoffe auf Erdölbasis, Silikone, PEG (Polyethylenglykole) und synthetische Duftstoffe [1]. Diese Anforderungen gehen über die gesetzliche EU-Kosmetik-Verordnung hinaus [1].
Verboten sind in der Regel auch mineralölbasiertes Mikroplastik und viele synthetische Konservierungsstoffe; als Lichtschutzfilter sind nur mineralische Varianten wie Titandioxid oder Zinkoxid erlaubt [1]. Wer gezielt Produkte ohne bestimmte Problemstoffe sucht, orientiert sich also am besten an einem Siegel und an der Inhaltsstoffliste – nicht an pauschalen „frei von“-Versprechen [1][2].
Nein – auch natürliche Inhaltsstoffe können Allergien und Hautreizungen auslösen [1][3]. Ätherische Öle und Pflanzenextrakte sind dabei nicht harmloser als synthetische Substanzen: Pflanzliche Düfte lösen laut dem aha! Allergiezentrum Schweiz genauso häufig Allergien oder Reizreaktionen aus wie künstliche [3].
Kontaktallergien sind weit verbreitet. Studien zufolge sind mindestens 20 % der Bevölkerung gegen mindestens ein Kontaktallergen sensibilisiert, und Duftstoffe sind häufig beteiligt [3]. In Selbstauskünften gibt rund ein Drittel der Erwachsenen an, durch beduftete Konsumprodukte gesundheitliche Beschwerden zu erleben [3]. Wer zu empfindlicher Haut neigt oder bekannte Allergien hat, sollte deshalb bei jedem Produkt die Inhaltsstoffliste prüfen – idealerweise im Abgleich mit dem eigenen Allergiepass – und Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe bevorzugen [3].
Gut zu wissen: Begriffe wie „hypoallergen“ oder „dermatologisch geprüft“ sind keine geschützten Bezeichnungen und damit nur eine grobe Orientierung. Verlässlicher ist ein unabhängiges Allergie-Gütesiegel, das ausweist, welche häufigen Allergene nicht enthalten sind [3]. Auch „parfümfrei“ ist ein nützlicher Hinweis – ersetzt aber besonders bei empfindlicher Haut nicht den Blick auf die Inhaltsstoffliste.
Bei anhaltenden, entzündlichen oder unklaren Hautbeschwerden – etwa Ekzemen, starkem Juckreiz, Rissen oder Ausschlägen – ist die Wahl des „richtigen“ Pflegeprodukts ohnehin zweitrangig. Solche Beschwerden gehören dermatologisch abgeklärt, statt allein mit Kosmetik behandelt zu werden [3].
Welche Naturkosmetik zu dir passt, hängt vom Hauttyp ab – grob unterschieden werden normale, trockene, fettige, unreine Haut und Mischhaut. Trockene Haut spannt eher, neigt zu Schüppchen und profitiert von milder Reinigung ohne Alkohol sowie von reichhaltigen Cremes und pflegenden Ölen.
Fettige und unreine Haut zeigt sich oft mit grösseren Poren und Glanz und verträgt eine gründliche Reinigung und leichtere, weniger fettende Texturen meist besser. Mischhaut kombiniert beides – trockenere Wangen, fettende T-Zone – und kann mit unterschiedlichen Produkten je nach Zone gepflegt werden. Bei normaler Haut hast du bei der Auswahl die grösste Freiheit. Wichtig ist in allen Fällen: Der Hauttyp ist eine Orientierung, kein starres Schema, und er kann sich je nach Jahreszeit, Alter oder Lebensumständen verändern.
Naturkosmetik kann umweltfreundlicher sein, ist es aber nicht automatisch – entscheidend sind Inhaltsstoffe, Herkunft und Verpackung. Ein viel diskutierter Rohstoff ist Palmöl, das in chemisch veränderter Form auch in Kosmetika, Seifen und Reinigungsmitteln vorkommt [5]. Für den Anbau von Ölpalmen werden Regenwälder gerodet; Indonesien und Malaysia erzeugen zusammen über 80 % der Weltproduktion [5].
Zur Orientierung wurde das RSPO-Siegel (Roundtable on Sustainable Palm Oil) geschaffen, das der WWF 2004 mitbegründet hat. Es handelt sich jedoch um einen freiwilligen Mindeststandard, der nicht in allen Punkten den Forderungen von Umweltorganisationen entspricht und allein keine vollständig nachhaltige Produktion garantiert [5]. Manche Naturkosmetik-Standards setzen hier strengere Massstäbe an: Im COSMOS-System etwa müssen eingesetztes Palmöl beziehungsweise Palmölderivate RSPO-zertifiziert sein [2]. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, achtet daher am besten zusätzlich auf einen hohen Bio-Anteil und auf ressourcenschonende Verpackungen.
Beim Kauf hilft ein einfacher Dreischritt: Werbung auf der Vorderseite ausblenden, auf der Rückseite nach einem anerkannten Siegel suchen und die Inhaltsstoffliste prüfen [2]. Statt nach einzelnen „guten“ Stoffen zu fahnden, lohnt es sich, gezielt auf die Stoffe zu achten, die in zertifizierter Naturkosmetik nicht vorkommen dürfen – etwa Silikone, Paraffine oder synthetische Konservierungsstoffe [2].
Bei empfindlicher oder allergieanfälliger Haut steht die Verträglichkeit über allem: Hier sind möglichst kurze Inhaltsstofflisten, der Verzicht auf Duftstoffe und ein neues Produkt zunächst in kleiner Menge zu testen sinnvoll [3].
Bei der Auswahl der passenden Pflege – etwa für trockene, unreine oder empfindliche Haut – kann eine persönliche Beratung helfen, Produkte auf Hauttyp und Bedürfnisse abzustimmen. Bei anhaltenden, entzündlichen oder unklaren Hautbeschwerden gehört die Abklärung dagegen in dermatologische Hände.
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Ist Naturkosmetik immer vegan?
Nein. Naturkosmetik setzt auf Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs, dazu können aber auch tierische Rohstoffe wie Honig, Bienenwachs oder Lanolin gehören [1]. Wer vegane Produkte sucht, sollte daher zusätzlich auf eine entsprechende Kennzeichnung oder ein Vegan-Siegel achten und im Zweifel die Inhaltsstoffliste prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Naturkosmetik und Biokosmetik?
Naturkosmetik bezieht sich auf den natürlichen Ursprung der Inhaltsstoffe, Biokosmetik zusätzlich auf den biologischen Anbau. Sowohl beim NATRUE- als auch beim COSMOS-Siegel gibt es eine eigene Bio-Stufe: Bei „Organic“ müssen mindestens 95 % der pflanzlichen oder tierischen Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen [1][2]. Naturkosmetik ist also nicht automatisch auch Biokosmetik.
Hält Naturkosmetik kürzer als konventionelle Produkte?
Oft ja, denn zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf viele synthetische Konservierungsstoffe [1]. Das kann die Haltbarkeit verkürzen. Sinnvoll ist deshalb, Produkte kühl zu lagern, sie hygienisch zu entnehmen – etwa mit einem sauberen Spatel statt mit den Fingern – und keine übergrossen Packungen zu kaufen, die du nicht zeitnah aufbrauchst.
Kann ich Naturkosmetik selbst herstellen?
Grundsätzlich ja, allerdings mit einem wichtigen Hygiene-Vorbehalt. Wasserfreie Produkte wie Balsame, Körperbutter oder Peelings sind für Einsteiger:innen gut geeignet und vergleichsweise lange haltbar. Wasserhaltige Rezepturen wie Cremes oder Gesichtswasser verkeimen dagegen ohne fachgerechte Konservierung schnell – Hausmittel wie Zitronensaft sind dafür keine verlässliche Lösung. Solche Rezepte sind eher etwas für Fortgeschrittene.
Bedeutet „dermatologisch geprüft“ garantiert verträglich?
Nein. „Dermatologisch geprüft“ und „hypoallergen“ sind keine geschützten Begriffe und garantieren keine Verträglichkeit für jede Haut [3]. Sie können eine erste Orientierung bieten, ersetzen bei empfindlicher Haut aber nicht den Blick auf die Inhaltsstoffliste. Verlässlicher ist ein unabhängiges Allergie-Gütesiegel [3].
[1] Verbraucherzentrale, Was ist Naturkosmetik?, verbraucherzentrale.de, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/produkte/was-ist-naturkosmetik-26394
[2] ÖKO-TEST, Echte Naturkosmetik erkennen: So schützen Sie sich vor Greenwashing, oekotest.de, https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Echte-Naturkosmetik-erkennen-So-schuetzen-Sie-sich-vor-Greenwashing_10795_1.html
[3] aha! Allergiezentrum Schweiz, Pflege für sensible Haut, aha.ch, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/haut/pflege-fuer-sensible-haut
[4] aha! Allergiezentrum Schweiz, Duftfrei-Tag Schweiz, aha.ch, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/duftfrei-tag
[5] WWF Schweiz, Palmöl, wwf.ch, https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/palmoel
Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall. Wenn sich die Netzhaut von ihrer Unterlage löst, wird das lichtempfindliche Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt und kann dauerhaft Schaden nehmen – im schlimmsten Fall droht der Verlust der Sehkraft des betroffenen Auges [1][2]. Das Tückische daran: Eine Netzhautablösung verursacht keine Schmerzen. Sie kündigt sich aber häufig durch typische Warnzeichen an, die man kennen sollte. Dieser Ratgeber erklärt, was bei einer Netzhautablösung im Auge geschieht, an welchen Symptomen du sie erkennst, wer ein erhöhtes Risiko hat und wie die Behandlung abläuft. Das Wichtigste vorweg: Wer die Warnzeichen bemerkt, sollte nicht abwarten, sondern umgehend augenärztliche Hilfe suchen.
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