Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Physikalische Therapien: Schmerzen und Krankheiten durch äussere Reize behandeln

Physikalische Therapien: Schmerzen und Krankheiten durch äussere Reize behandeln

Die Physikalische Therapie hat in der Medizin eine lange Tradition. Sie umfasst ein weites Feld unterschiedlicher Behandlungsformen und Anwendungen. Zur Behandlung von Schmerzen und diverser Krankheiten haben sich diese Therapieansätze schon lange bewährt und gelten häufig als sehr effektiv. Im Mittelpunkt stehen dabei stets äussere Reize und ihre Wirkung auf den Körper. Welche Behandlungsmethoden zu den Physikalischen Therapien zählen, wie sie funktionieren, für wen und wann sie geeignet sind und Antworten auf viele weitere Fragen zum Thema haben wir hier für dich zusammengestellt.

Was sind Physikalische Therapien?

Unter diesem Begriff werden unterschiedliche Behandlungsformen zusammengefasst. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie sich physikalische äussere Reize zunutze machen. Der Körper zeigt auf diese Anwendungen, je nach dem welcher Reiz gesetzt wurde, verschiedene Reaktionen. Entweder gibt es eine direkte Wirkung oder es kommt zu einer Gegenregulation beziehungsweise Anpassung durch den Körper.

Welche Reize werden für die verschiedenen Anwendungen genutzt?

In der Physikalischen Therapie kommen verschiedene Reize zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:

  • Wärme oder Kälte
  • Druck oder Zug
  • Schallwellen
  • Elektrischer Strom
  • Licht in unterschiedlichen Wellenlängen wie zum Beispiel Infrarot, UV-Licht oder Laser

Welche klassischen Behandlungsformen gibt es?

Zu den klassischen Physikalischen Therapien zählen unter anderem die folgenden Behandlungsformen:

  • Hydrotherapie: Hierunter versteht man verschiedene Behandlungsformen, bei denen Wasser zum Einsatz kommt. Deshalb bezeichnet man sie auch als Wasser- oder Bäderheilkunde. So kann zum Beispiel Wassertreten helfen, Muskeln aufzubauen, ohne die Gelenke zu belasten. Eine Sonderform der Hydrotherapie ist die Balneotherapie. Sie nutzt die Heilwirkung von gelösten Salzen und Mineralien im Wasser. Die Anwendungen erfolgen entweder in Form Duschen, Aufgüssen, Wickeln oder auch als Voll- und Teilbäder.
  • Thermotherapie: Bei der Thermotherapie wird mit Wärme- und Kältebehandlungen gearbeitet. Diese Methoden sollen Schmerzen lindern, zur Entspannung der Muskeln und Verbesserung der Durchblutung beitragen. Die Thermotherapie zählt zu den ältesten medizinischen Behandlungsformen überhaupt.
  • Elektrotherapie: Bei der Elektrotherapie werden über Elektroden Stromstösse in den Körper des Patienten weitergeleitet. Nervenzellen und Muskeln reagieren auf die elektrischen Reize. Verspannungen und Schmerzen können so gelindert werden. Darüber hinaus wirkt es durchblutungsfördernd und aktiviert die körpereigenen Heilungsprozesse. Der Effekt hängt jeweils von der gewählten Therapieform ab. Es gibt Gleichstrom-, Niederstrom-, Mittelfrequenz- und Hochfrequenztherapie.
  • Massagen: Diese Variante der physikalischen Therapien nutzt mechanischen Druck als Reiz. Ein klassisches Beispiel ist die traditionelle Massage. Ebenfalls zählen aber auch Therapieformen wie Lymphdrainage, Darmmassage, Unterwassermassage oder die Reflexzonenmassage dazu. Die Wirkung und Anwendungsgebiete von Massagen sind sehr vielseitig. Sie können den Stoffwechsel anregen, Verdauung fördern, Muskulatur und Gewebe lockern und die Durchblutung verbessern.
  • Inhalationstherapie: Bei der Inhalationstherapie geht es, ähnlich wie in der Balneotherapie, um die Wirkkraft von Salzen im Wasser. Aber auch Medikamente können als Inhaltsstoffe im Wasser gelöst sein. Die Flüssigkeit wird soweit erwärmt, dass Dampf entsteht. Der Patient atmet dann den Dampf ein. Diese Therapieform wird bei verschiedenen Lungen- und Atemwegserkrankungen verwendet.
  • Mechanotherapie: Viele der bisher vorgestellten Behandlungsformen waren eher passive Therapien. Das heisst, als Patient musst du nicht viel machen, sondern du erfährst die Behandlung. Die Bewegungstherapie hingegen verhält sich etwas anders. Eine bekannte Form der Mechanotherapie ist zum Beispiel die Krankengymnastik und zum Teil auch die Physiotherapie. Diese Methoden werden häufig nach Unfällen und Verletzungen genutzt, die eine längere Einschränkung der Beweglichkeit mit sich bringen, aber auch generell bei drohender oder bestehender Bewegungseinschränkung. Sie kann entweder eine therapiebegleitende oder eine vorbeugende Massnahme sein. Eine weitere Methode der Mechanotherapien ist die Manuelle Therapie. Hierbei kommen verschiedene mechanische Reize zum Einsatz. Dazu gehören zum Beispiel Druck, Dehnen, Strecken oder Ziehen von Gliedmassen und Gelenken.

Welche modernen Therapieformen gibt es?

Neben diesen traditionellen und oft seit den Anfängen der Medizin praktizierten Methoden ermöglicht die moderne Technik auch neuartige Therapieformen, etwa:

  • Ultraschalltherapie: Sie macht sich Ultraschallwellen im Frequenzbereich zwischen 800 und 3000 Kilohertz zu nutze. Dabei kommt es durch diese Schallwellen zu einer leichten Erwärmung in der behandelten Region und gleichzeitig wird das Gewebe in Tiefenbewegung versetzt. Damit ist die Ultraschalltherapie eigentlich eine Mischung aus Thermotherapie und Mechanotherapie.
  • Lichttherapie: Je nach Art der genutzten Lichtwellen unterscheidet man zwischen Phototherapie, Heliotherapie und Lasertherapie. Die Phototherapie nutzt Licht mit einer Wellenlänge von etwa 460 Nanometern, wohingegen bei der Heliotherapie die Wirkung von UV-Licht, insbesondere die UV-B Strahlung, im Vordergrund steht. Schliesslich nutzt die Lasertherapie ein etwas breiteres Feld der Wellenlängen aus. Meist liegt sie zwischen 690 und 1064 Nanometern. Die Wellenlänge richtetet sich nach der Art der Anwendung und dem Therapiezweck.

Welche Art von Schmerzen und Krankheiten können mit der physikalischen Therapie behandelt werden?

Physikalische Therapien können sehr vielfältig eingesetzt werden. Besonders bei Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit zeigen sich verschiedene Methoden sowohl kurzfristig als auch langfristig äusserst wirkungsvoll. Ebenso sind Physikalische Therapien zur Rehabilitation, aber auch als Erste Hilfe nach einem Unfall und zur Linderung verschiedener Arten von Schmerzen sinnvoll. Darüber hinaus können verschiedene Therapiemethoden unter anderem für folgende Krankheiten und Beschwerden Anwendung finden:

  • Erkrankungen der Atemwege, zum Beispiel Asthma, Bronchitis oder Lungenleiden
  • Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis sowie Hautgeschwüre
  • Verhinderung oder Beseitigung von Narbengewebe bei schlecht heilenden Wunden
  • Arterielle und venöse Durchblutungsstörungen
  • Herz- und Kreislaufkrankheiten
  • Leichte Formen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit
  • Stoffwechselstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Rheuma
  • Arthritis
  • Osteoporose
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Verschiedene Krankheiten der Nieren, Blasen und Geschlechtsorgane
  • Gelbsucht bei Neugeborenen
  • Depressionen
  • Entzündungen

Wer darf Physikalische Therapien durchführen?

Physikalische Therapien können zum einen von Fachärzten für Physikalische Medizin, aber auch von Spezialisten für Rehabilitation sowie Unfall- oder Sportmedizinern durchgeführt werden. Zum anderen dürfen auch Physio-, Ergo- und Sporttherapeuten sowie Masseure einige Behandlungsformen der physikalischen Therapie anbieten. In jedem Fall müssen solche Anwendungen von speziell geschulten Personen durchgeführt werden, da die Beschwerden sonst verschlimmert werden könnten und in vielen Fällen ein Verletzungsrisiko besteht, wenn die Übungen und Therapien nicht korrekt ausgeführt werden.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Dauer der Behandlung richtet sich in erster Linie nach der Art der Erkrankung und den Symptomen, die ein Patient zeigt. In einigen Fällen kann es sogar sinnvoll sein, mehrere Behandlungsformen miteinander zu kombinieren. Darüber hinaus spielt neben der Art der Krankheit und dem Schweregrad der Schmerzen auch der Allgemeinzustand des Patienten eine Rolle. Der behandelnde Arzt oder Physiotherapeut wird sich die Krankengeschichte ansehen und gemeinsam mit dem Patienten realisierbare Ziele setzen. In der Regel sollten sich erste Verbesserungen der Symptome und Beschwerden nach sechs bis zehn Sitzungen einstellen. Ist dies nicht der Fall, ist eine neue Beurteilung und eine Veränderung oder Anpassung der Behandlungsmethoden angebracht.

Das könnte dich auch interessieren

Pflanzliche Antibiotika: Wirkung, Heilpflanzen und sinnvolle Anwendung

Viele Menschen möchten bei leichten Infekten zunächst auf die Kraft der Natur setzen, bevor sie zu einem klassischen Antibiotikum greifen. Pflanzliche Antibiotika sind Heilpflanzen mit antibakteriellen Inhaltsstoffen, die in der Naturheilkunde traditionell zur Unterstützung bei Infekten eingesetzt werden. Dieser Ratgeber erklärt dir, was hinter dem Begriff steckt, welche Pflanzen dazugehören, wie du sie sinnvoll anwendest – und wo ihre Grenzen liegen. Denn bei einer behandlungsbedürftigen bakteriellen Infektion ersetzen sie eine ärztliche Behandlung nicht.

Asparaginsäure: Funktion, Vorkommen und Wirkung im Überblick

Asparaginsäure taucht immer wieder in Diskussionen über Eiweiss, Sportnahrung und Süssstoffe auf – mal als angeblicher Testosteron-Booster, mal im Zusammenhang mit Acrylamid oder Aspartam. Dahinter steckt schlicht eine Aminosäure, also ein Baustein von Eiweissen, die dein Körper grösstenteils selbst herstellt. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was Asparaginsäure im Organismus tut, in welchen Lebensmitteln sie vorkommt und wie belastbar die Versprechen rund um Nahrungsergänzungsmittel mit D-Asparaginsäure tatsächlich sind.

Gesichtsmassage gegen Falten – der richtige Effekt für jeden Hauttyp

Eine Gesichtsmassage gegen Falten kann wahre Wunder wirken und sollte zur täglichen Routine deiner Hautpflege gehören. Verspannungen verschwinden, kleinen Fältchen wird wirksam vorgebeugt, mit wenigen Handgriffen regst du die Durchblutung an. Das Ergebnis ist verblüffend: Ein strahlender Teint, deutlich weniger Hautunreinheiten und Reizungen stellen sich bereits nach kurzer Zeit ein. Von Zeit zu Zeit solltest du dir eine professionelle Massage zur Gesichtspflege gönnen. Lass dir dabei individuelle Tipps zu deinem Hauttyp geben und sammle zusätzlich Informationen, wie du mit einer Gesichtsmassage gegen Falten die Rekreation deiner Haut anregst und für ein wirksames Anti-Aging-Programm daheim sorgst.

Skoliose: Ursachen, Symptome und Behandlung der Wirbelsäulenverkrümmung

Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, bei der sich die einzelnen Wirbelkörper zusätzlich verdrehen. Viele Betroffene bemerken sie lange nicht, weil sie oft keine Schmerzen verursacht – häufig fällt sie zuerst durch eine ungleiche Schulter- oder Hüfthöhe auf. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie eine Skoliose entsteht, welche Beschwerden möglich sind, wie die Diagnose abläuft und welche Behandlungen sinnvoll sein können. Dabei wird auch eingeordnet, welche unterstützende Rolle Osteopathie bei Begleitbeschwerden, Beweglichkeit und muskulären Spannungen spielen kann – und wo ihre Grenzen liegen. So bekommst du eine sachliche Orientierung, ohne dass dieser Text eine persönliche ärztliche Abklärung ersetzt.

Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft: Ursachen, Hilfe und Warnzeichen

Schon in den ersten Wochen einer Schwangerschaft spüren manche Frauen ein Ziehen im unteren Rücken oder im Kreuz. Das verunsichert oft, weil vom Babybauch noch nichts zu sehen ist und unklar bleibt, woher die Beschwerden kommen. Dieser Ratgeber erklärt ruhig und sachlich, warum Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft auftreten können, was du selbst tun kannst, wann eine Physiotherapie unterstützt und welche Warnzeichen du ärztlich abklären lassen solltest. Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Mehr als zwei Drittel der Schwangeren erleben im Verlauf Schmerzen im unteren Rücken, und fast ein Fünftel Beckenschmerzen; die Beschwerden nehmen typischerweise mit fortschreitender Schwangerschaft zu und können Alltag, Arbeit und Schlaf beeinträchtigen [1]. In der Frühschwangerschaft sind sie meist harmlos – es gibt aber Situationen, in denen ärztlicher Rat wichtig ist.

Atemtechniken – mit Übung zu einer gesunden Lebensweise finden

Wir atmen rund 20 000 Mal pro Tag – meist unbewusst und auf Autopilot. Dabei ist die Atmung eine der wenigen Körperfunktionen, die wir gleichzeitig automatisch steuern und willentlich beeinflussen können. Genau diese Doppelnatur macht sie zu einem mächtigen Werkzeug für Selbstregulation. Wer atmet, lebt – wer bewusst atmet, kann Einfluss nehmen: auf Stress, Konzentration, Schlaf, sogar auf den Blutdruck. In diesem Ratgeber findest du einen Überblick über die wichtigsten Atemtechniken, die heute in Yoga, Atemtherapie, Stressmedizin und Achtsamkeitsschulung verbreitet sind. Dazu erfährst du, welche Wirkung welche Technik hat, wann sich welche Übung besonders eignet – und wie du den passenden Einstieg für dich findest. Egal ob du gegen Stress üben, deine Konzentration verbessern oder einfach besser schlafen möchtest: Eine passende Atemtechnik gibt es fast immer.