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Pickel im Ohr entstehen meist, wenn eine Talgdrüse verstopft, sich Talg staut und sich die Pore entzündet. Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie. Bildet sich am Ausgang einer Talgdrüse eine Hornschicht, kann der Talg nicht mehr abfliessen, sammelt sich an und bietet Bakterien einen Nährboden – es entsteht ein entzündeter Pickel [4].
Im und am Ohr gibt es Talgdrüsen und feine Härchen, an denen genau dieser Prozess ablaufen kann. Begünstigend wirken Reizungen der empfindlichen Haut, etwa durch häufiges Berühren, durch das Hineinschieben von Gegenständen oder durch eine zu intensive Reinigung. Anders als hartnäckige Aknepickel entstehen „normale" Pickel in der Regel schnell und verschwinden nach kurzer Zeit von selbst wieder [4].
Ohrenschmalz verursacht keine Pickel, sondern schützt den Gehörgang – Probleme entstehen vor allem dann, wenn der Gehörgang gereizt oder zu stark gereinigt wird. Das Ohr besitzt einen Selbstreinigungsmechanismus: Durch die Bildung von Ohrenschmalz hält es sich selbst sauber, sodass eine zusätzliche Reinigung des Gehörgangs in der Regel überflüssig ist [3].
Problematisch wird es, wenn man versucht, mit Wattestäbchen oder spitzen Gegenständen nachzuhelfen. Das birgt Verletzungsgefahr und schiebt das Ohrenschmalz eher tiefer hinein, statt es zu entfernen [3]. Solche kleinen Verletzungen und Reizungen der Gehörgangshaut können wiederum Entzündungen begünstigen.
Ein gewöhnlicher Pickel ist eine kleine, oberflächliche Entzündung einer verstopften Pore, während ein Gehörgangsfurunkel eine tiefere, durch Bakterien ausgelöste Entzündung eines Haarfollikels ist. Fachlich wird der Gehörgangsfurunkel als Otitis externa circumscripta bezeichnet: eine durch Staphylokokken verursachte Entzündung mit Einschmelzung eines Haarfollikels [5].
Typisch sind bohrende Ohrenschmerzen, gelegentlich begleitet von Fieber. Schwillt der Gehörgang zu, kann das Hören vorübergehend schlechter werden [5]. Ein Hinweis auf eine Gehörgangsentzündung sind zudem starke Schmerzen, wenn man an der Ohrmuschel zieht [1]. Allgemein gilt ein Furunkel als Hautabszess, der durch eine Staphylokokken-Infektion eines Haarfollikels und des umliegenden Gewebes entsteht [2]. Solche tieferen Entzündungen gehören in ärztliche Hände und sollten nicht selbst behandelt werden.
Pickel im Ohr solltest du nicht ausdrücken, weil dabei Bakterien tiefer ins Gewebe gelangen und sich die Entzündung ausbreiten kann. Gerade im engen, empfindlichen Gehörgang ist jede Manipulation schmerzhaft und kann die Haut zusätzlich reizen [1].
Kommt es bei einem Furunkel oder Abszess zu einer Eiteransammlung, wird diese ärztlich gezielt entlastet und drainiert – nicht durch Drücken in Eigenregie [2]. Wer selbst quetscht, riskiert eine Verschlimmerung der Entzündung. Lass den Pickel deshalb in Ruhe und vermeide es, immer wieder daran zu fühlen.
Bei einem kleinen Pickel am äusseren Ohr hilft meist Geduld und schonende Pflege – die meisten kleinen Pickel heilen von selbst ab [4]. Reinige die gut erreichbare Ohrmuschel sanft mit warmem Wasser und tupfe sie anschliessend trocken. Verzichte darauf, Cremes, Öle, Wattestäbchen oder andere Gegenstände tief in den Gehörgang einzuführen – das reizt die empfindliche Haut zusätzlich und kann das Trommelfell verletzen [3].
Das Ohr sollte zudem nicht eigenmächtig ausgespült werden [1]. Sitzt der Pickel tief im Gehörgang, lässt er sich ohnehin kaum sicher selbst behandeln; dann ist eine ärztliche Beurteilung der bessere Weg. Bei deutlichen Schmerzen können frei verkäufliche Schmerzmittel kurzfristig helfen – im Zweifel berätst du dich dazu in der Apotheke oder ärztlich.
Pickel am Ohrläppchen oder hinter dem Ohr entstehen wie anderswo durch verstopfte, entzündete Talgdrüsen, eine Schwellung an dieser Stelle kann aber auch andere Ursachen haben. Am weicheren Gewebe des Ohrläppchens ist ein Pickel oft gut erreichbar und meist harmlos.
Eine anhaltende oder wachsende Schwellung hinter dem Ohr ist hingegen nicht zwingend ein Pickel – sie kann andere Ursachen haben und sollte bei längerem Bestehen ärztlich abgeklärt werden. Auch ein geschwollenes, gerötetes und schmerzendes Ohrläppchen, das sich nicht bessert, ist ein Grund, fachärztlichen Rat einzuholen.
Eine Entzündung im Gehörgang kann Schmerzen verursachen, die bis in den Kiefer ausstrahlen oder sich beim Kauen verstärken. Da jede Bewegung und Manipulation am Ohr schmerzhaft ist, kann sich der Schmerz beim Sprechen oder Kauen verstärken und in den Kieferbereich ziehen [1].
Kieferschmerzen können allerdings auch ganz andere Ursachen haben. Halten die Beschwerden an, kommen Fieber oder eine zunehmende Schwellung dazu oder lässt sich kein klarer Zusammenhang erkennen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Schmerzen stark sind, Fieber dazukommt, die Schwellung zunimmt, der Pickel tief im Gehörgang sitzt oder das Hören schlechter wird. Solche Anzeichen können auf eine tiefere Entzündung wie einen Gehörgangsfurunkel hindeuten, der ärztlich behandelt werden sollte [5].
Ansprechpartner sind je nach Lage eine hautärztliche oder eine HNO-Praxis. Eine Gehörgangsentzündung gehört zu den häufigeren Ursachen von Ohrenschmerzen; sie verläuft zwar meist mild und heilt oft innerhalb von Tagen bis Wochen ab, sollte bei deutlichen Beschwerden aber beurteilt werden [3].
Sicherheitshinweis: Suche zeitnah ärztliche Hilfe, wenn starke oder bohrende Ohrenschmerzen, Fieber, eine zunehmende Schwellung, austretender Eiter oder eine merkliche Hörverschlechterung auftreten. Diese Anzeichen können auf eine behandlungsbedürftige Entzündung hindeuten und sollten nicht in Eigenregie behandelt werden [1][5].
Ein Furunkel und eine Gehörgangsentzündung werden ärztlich meist mit lokalen Massnahmen behandelt – bei der Gehörgangsentzündung kommen je nach Schweregrad desinfizierende oder antibiotische Tropfen zum Einsatz. Bei leichten Fällen helfen Tropfen mit Essigsäure und einem entzündungshemmenden Wirkstoff, bei mittelschweren bis schweren Fällen topische und gelegentlich systemische Antibiotika [1].
Ein Furunkel wird in der Regel mit lokalen Massnahmen und bei Bedarf mit Antibiotika behandelt; eine grössere Eiteransammlung wird ärztlich eröffnet und entlastet [2]. Entscheidend ist, dass die Beurteilung und Behandlung ärztlich erfolgt, statt selbst am Eiterherd zu manipulieren. Welche Therapie im Einzelfall passt, hängt vom Befund ab und wird individuell festgelegt.
Pickeln im Ohr beugst du am besten vor, indem du den empfindlichen Gehörgang in Ruhe lässt und auf Wattestäbchen sowie spitze Gegenstände verzichtest. Das Ohr reinigt sich durch die Bildung von Ohrenschmalz selbst; es genügt, die äussere Ohrmuschel sanft zu reinigen [3].
Weitere sinnvolle Massnahmen:
Wenn deine Haut immer wieder zu Unreinheiten oder Pickeln neigt oder Beschwerden am Ohr wiederkehren, lohnt sich eine ärztliche Einschätzung. So lässt sich klären, ob mehr dahintersteckt und welche Pflege oder Behandlung für dich geeignet ist. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Region: Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.
Sind Pickel im Ohr gefährlich?
Kleine Pickel im äusseren Ohr sind meist harmlos und heilen von selbst ab. Vorsicht ist geboten, wenn starke Schmerzen, Fieber, eine zunehmende Schwellung oder eine Hörverschlechterung auftreten – das kann auf eine tiefere Entzündung wie einen Gehörgangsfurunkel hindeuten, der ärztlich behandelt werden sollte [5]. Im Zweifel ist eine hautärztliche oder HNO-Abklärung der sichere Weg.
Darf man einen Pickel im Ohr ausdrücken?
Nein, du solltest einen Pickel im Ohr nicht ausdrücken. Durch das Quetschen können Bakterien tiefer ins Gewebe gelangen und die Entzündung kann sich ausbreiten; im engen Gehörgang ist jede Manipulation zudem schmerzhaft [1]. Eine Eiteransammlung wird bei Bedarf ärztlich entlastet, nicht selbst gedrückt [2]. Lass den Pickel besser in Ruhe abheilen.
Was tun bei einem geschwollenen Ohrläppchen mit Pickel?
Ein geschwollenes Ohrläppchen mit Pickel solltest du schonend behandeln und nicht ausdrücken. Reinige die Stelle sanft und beobachte sie. Bessert sich die Schwellung nicht, nimmt sie zu, schmerzt stark oder kommt Fieber dazu, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, da nicht jede Schwellung am Ohr ein einfacher Pickel ist.
Können Pickel im Ohr Kieferschmerzen verursachen?
Eine Entzündung im Gehörgang kann Schmerzen verursachen, die in den Kiefer ausstrahlen oder sich beim Kauen verstärken, weil Bewegungen am Ohr schmerzhaft sind [1]. Kieferschmerzen haben aber oft andere Ursachen. Halten sie an oder kommen Fieber und Schwellung dazu, solltest du die Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Wie lange dauert es, bis ein Pickel im Ohr abheilt?
Ein gewöhnlicher kleiner Pickel verschwindet meist innerhalb weniger Tage von selbst [4]. Auch eine leichte Gehörgangsentzündung verläuft in der Regel mild und heilt nach Tagen bis Wochen ab [3]. Heilt die Stelle nicht ab, verschlimmert sie sich oder treten starke Schmerzen und Fieber auf, ist eine ärztliche Beurteilung ratsam.
[1] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2024, Akute Otitis externa, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/profi/hals-nasen-ohren-krankheiten/au%C3%9Fenohrerkrankungen/akute-otitis-externa
[2] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2023, Furunkel und Karbunkel, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/bakterielle-hautinfektionen/furunkel-und-karbunkel
[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gehörgangsentzündung, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/gehoergangsentzuendung.html
[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Akne, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/akne.html
[5] Kwok P., in: Strutz J., Mann W. (Hrsg.), 2023, Otitis externa circumscripta (Gehörgangsfurunkel), Praxis der HNO-Heilkunde, Thieme eRef, https://eref.thieme.de/cockpits/0/0/coHNO0020/0
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