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Die Schädelknochen eines Babys sind noch weich und nicht alle sind fest miteinander verbunden. Das ist wichtig, damit der Kopf den Geburtskanal passieren kann. Ausserdem muss der Kopf ja noch wachsen. Bei vielen Babys ist der Kopf bei der Geburt daher leicht verformt. Das ist ganz normal. Diese Verformung verschwindet nach wenigen Wochen vollständig. Wird ein Baby mithilfe einer Saugglocke geboren, ist an der Stelle, wo die Glocke angesetzt hat, meistens ein Bluterguss sowie eine charakteristische Schwellung des Kopfes zu beobachten. Auch diese Veränderung der Kopfform verschwindet wieder von selbst. Eine Verformung kann auch bereits im Mutterleib durch Kraniosynostose entstehen. Dabei verknöchern Nahtstellen des Schädels vorzeitig. Das behindert im Säuglingsalter das Schädelwachstum. Unbehandelt kann auch das Gesicht deformiert werden. Um solche Folgen zu verhindern, ist eine korrigierende Operation in der Kinderklinik notwendig. Es gibt aber auch weniger gravierende Kopfverformungen, die erst später nach der Geburt auftreten.
Zu den häufigsten Ursachen zählt, dass kleine Babys zum Schlafen in der Regel auf den Rücken gelegt werden. Das ist sinnvoll, denn damit kann das Risiko des plötzlichen Kindstodes vermindert werden. Wenn das Kind fast immer gerade auf dem Rücken liegt, plattet sich der noch formbare Schädel mittig ab, das nennt man Brachiocephalus. Spezielle Babykopfkissen können dem eventuell vorbeugen. Bewährt hat sich auch die „Tummy Time“ (Bauch-Zeit), in welchem das Kind, am besten spielerisch gemeinsam mit einem Elternteil, regelmässig unter Aufsicht auf dem Bauch liegt. Wenn aber das Kind den Kopf fast immer zur selben Seite hin dreht, vielleicht weil von dort interessante Reize kommen, kann es geschehen, dass sich der Hinterkopf einseitig abplattet und Plagiozephalie entsteht. Auch Haltungsasymmetrien wie Kopfgelenks-Fehlstellungen können vorkommen.
Die einfache Abflachung des Hinterkopfes ist leicht zu erkennen. Um beurteilen zu können, ob die Kopfform unregelmässig und schief ist, musst du den Kopf des Säuglings direkt von oben ansehen. Stelle dir jetzt eine gerade Linie von Ohr zu Ohr vor und dann eine Gerade von der Mitte der Stirn zum Hinterkopf im Winkel von 90 Grad. So kannst du feststellen, ob an einer Seite das Ohr nach vorn zur Nase hin verschoben erscheint. Ist das rechte Ohr nach vorn verschoben, lege das Kind ungefähr zu zwei Dritteln der Zeit auf die linke Seite – und umgekehrt. Mache die beschriebene Sichtkontrolle der Kopfverformung am besten jede Woche, um die Lagerung anzupassen.
Wie bereits beschrieben, kann oft schon durch eine einfache Kontrolle der Lagerung des Babys dem Plagiocephalus entgegengewirkt werden. Ansonsten gibt es die folgenden Behandlungsmöglichkeiten:
Im frühen Säuglingsalter können Babys sich noch nicht von selbst in der Seitenlage halten, sie würden wieder auf den Bauch oder in Rückenlage rollen. Deshalb benötigen sie eine Unterstützung im Rücken. Bei diesen kleinen Babys reicht oft schon ein gerolltes Handtuch aus. Wenn das Baby älter wird, ungefähr nach dem dritten Monat, kann es schon selbst drehen. Weil die Bauchlage unbedingt wegen des erhöhten Risikos für den plötzlichen Kindstod vermieden werden sollte, kannst du ein spezielles Lagerungskissen, zum Beispiel ein Babykeilkissen oder eine Seitenlagerungsschiene verwenden. Vielleicht verordnet auch der Kinderarzt ein geeignetes Medizinprodukt.
Wenn die Plagiocephalie erst relativ spät erkannt wird und das Schädelwachstum sich verlangsamt, also ungefähr ab dem siebten Monat, bietet eine Helmtherapie zusätzlich zur Lagerungstherapie Vorteile. Die individuell angefertigte Helmorthese funktioniert im Prinzip ähnlich regulierend wie eine Zahnspange. Sie lenkt das Schädelwachstum und beeinflusst damit die Kopfform in die gewünschte Richtung. Die Wirkung der Helmtherapie wird mit mehreren Nachteilen erkauft.
Plagiocephalie verursacht keine Entwicklungsverzögerung des Gehirns oder gar Autismus, wie manchmal befürchtet wird. Unbehandelt kann die Deformation aber kieferorthopädische Probleme oder Schielen bewirken. Auch Nacken- und Kopfschmerzen aufgrund der einseitigen Belastung können auftreten sowie ein unschönes Gesamtbild.
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