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Zur Augenschminke zählen vor allem Eyeliner, Kajal, Lidschatten, Wimperntusche (Mascara) und Produkte für die Augenbrauen. Jedes davon erfüllt eine andere Aufgabe und lässt sich einzeln oder kombiniert einsetzen.
Wichtig ist, nur Produkte zu verwenden, die ausdrücklich für die Augenpartie gedacht sind. Ein Lippenkonturenstift gehört zum Beispiel nicht ans Auge, weil er Keime aus dem Mundbereich oder Farbstoffe enthalten kann, die für die Augenregion nicht zugelassen sind [3].
Gut zu wissen: Traditionelle Kajal- oder Kohlprodukte (auch als Surma oder Al-Kahal bekannt), die teils aus dem Ausland oder über das Internet vertrieben werden, können hohe Bleianteile enthalten und wurden wiederholt mit Bleivergiftungen in Verbindung gebracht – besonders bei Kindern. Die US-Arzneimittelbehörde FDA stuft echtes Kohl als nicht zugelassenen Farbzusatz ein [4]. Achte deshalb auf die Inhaltsstoffliste und auf Produkte aus regulierten Quellen.
Eine bewährte Reihenfolge ist: zuerst Lidschatten, dann Eyeliner oder Kajal und zum Schluss die Wimperntusche. So kannst du den Lidstrich sauber über den Lidschatten ziehen, ohne dass er verwischt, und vermeidest Farbkrümel auf den fertig getuschten Wimpern.
Beim Lidschatten gilt: weniger ist oft mehr. Filigrane, leichte Töne wirken meist natürlicher als ein flächig aufgetragenes dunkles Blau oder Grün. Du kannst hellere Farben in den inneren Augenbereich setzen und nach aussen hin etwas dunkler abtönen, um dem Auge Tiefe zu geben.
Mit dem Eyeliner ziehst du einen Strich möglichst nah am oberen Wimpernkranz. Ein dünner Strich am Anfang lässt sich später nachziehen und verstärken. Der Kajal eignet sich gut für eine weichere Betonung: Frisch aufgetragen und leicht verwischt entsteht der typische, verrauchte Smokey-Eye-Effekt.
Ein heller oder weisser Kajal auf der unteren Wasserlinie kann das Auge optisch grösser und wacher erscheinen lassen. Beachte dabei, dass der innere Lidrand sehr nah am Auge liegt: Wenn ein Produkt dort zu Rötung oder Reizung führt, solltest du es weglassen [3]. Zum Schluss betont die Wimperntusche den Wimpernkranz – am besten von der Wurzel aus zu den Spitzen.
Mit gezielt platziertem Lidschatten und Lidstrich lässt sich die Wirkung kleiner, eng oder weit stehender sowie mandelförmiger Augen optisch verändern. Es geht dabei nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern darum, die eigene Augenform zu unterstreichen. Die wichtigsten Augenformen im Überblick:
Diese Tipps sind als Anregung gedacht. Was am Ende gefällt, ist Geschmackssache – am besten probierst du ein paar Varianten in Ruhe aus.
Kontrastfarben bringen die Augenfarbe stärker zur Geltung. Zu blauen Augen passen oft warme, leicht bräunliche oder kupferfarbene Töne, weil sie das Blau betonen. Grüne Augen wirken mit rötlich-bräunlichen oder violetten Nuancen häufig intensiver. Braune Augen sind besonders vielseitig und vertragen von Beige und Roségold über Grün bis hin zu Grau eine grosse Bandbreite. Diese Empfehlungen sind Anhaltspunkte und keine festen Regeln – entscheidend ist, womit du dich wohlfühlst.
Make-up-Techniken lassen sich gut selbst erlernen, doch gerade bei der Auswahl von Farben, Texturen und einem zu dir passenden Augen-Look gibt eine persönliche Beratung oft mehr Sicherheit. In einer Schmink- oder Typberatung kannst du Produkte direkt ausprobieren und Schritt für Schritt mitnehmen, was zu deiner Augenform und deinem Hauttyp passt.
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Entferne Augen-Make-up jeden Abend gründlich, aber sanft – am besten mit einem milden Augen-Make-up-Entferner und ohne starkes Reiben [1]. Bleibt Make-up über Nacht auf den Augen, kann das die Augen reizen [1]. Die Haut rund ums Auge ist dünn, deshalb hilft kräftiges Rubbeln nicht weiter, sondern strapaziert die Region unnötig.
Trage den Entferner auf ein Wattepad auf und lass ihn kurz einwirken, bevor du die Schminke vorsichtig abnimmst. Wasserfeste Wimperntusche lässt sich meist nur mit ölhaltigen oder speziell für wasserfeste Produkte gedachten Entfernern lösen. Achte darauf, Reste des Entferners anschliessend abzuspülen, damit sie nicht ins Auge gelangen und es reizen [1].
Auch Make-up-Entferner aus Naturkosmetik sind erhältlich. Sie sind aber nicht automatisch verträglicher, denn auch natürliche Inhaltsstoffe wie Duftstoffe oder ätherische Öle können allergische Reaktionen auslösen [2].
Tausche Augen-Make-up regelmässig aus und teile es nicht mit anderen, da sich in den Produkten und Behältern mit der Zeit Keime ansammeln können [3][2]. Wimperntusche und flüssige Produkte solltest du nach Herstellerangaben ungefähr alle zwei bis vier Monate ersetzen, weil über den Applikator Bakterien ins Fläschchen gelangen [3][2].
Ein paar einfache Gewohnheiten senken das Risiko zusätzlich:
Wenn du Kontaktlinsen trägst, setze sie vor dem Schminken ein. Make-up-Partikel können sonst zwischen Linse und Hornhaut gelangen, diese zerkratzen und im ungünstigen Fall eine Infektion begünstigen [1].
Wähle bei empfindlicher oder allergieanfälliger Haut Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe sowie ohne Parabene und teste neue Produkte vorab an einer unauffälligen Hautstelle, etwa der Unterarm-Innenseite [2]. Wer zu einer Nickelallergie neigt, sollte zudem auf nickelfreie Schminkprodukte achten [2].
Führe neue Produkte am besten einzeln ein. Wenn du mehrere neue Produkte gleichzeitig verwendest und es zu einer Reaktion kommt, lässt sich kaum erkennen, welches der Auslöser war [1]. Treten Rötung, Juckreiz oder Schwellung auf, solltest du das Produkt nicht weiter benutzen [3].
Hinweise wie „parfümfrei“ oder „dermatologisch getestet“ bieten eine hilfreiche Orientierung, ersetzen aber nicht den Blick auf die Inhaltsstoffliste – gerade bei empfindlicher Haut zählt die Transparenz der Inhaltsstoffe [2]. Vorsicht ist auch bei Glitzer-Make-up geboten: Grössere Glitzerpartikel können wie ein Fremdkörper wirken, ins Auge gelangen und die Hornhaut reizen oder zerkratzen, besonders bei Kontaktlinsenträger:innen [1].
Eine augenärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn nach dem Schminken anhaltende Rötung, Reizung, Schwellung, ein klebriger Ausfluss oder Sehveränderungen auftreten [3][1]. Halten Beschwerden an, solltest du die Augen ärztlich untersuchen lassen, statt es mit weiterem Make-up zu überdecken.
Bei einer bestehenden Augeninfektion oder gereizter Haut rund ums Auge lässt du das Make-up am besten weg, bis alles abgeheilt ist, und entsorgst die Produkte, die du währenddessen benutzt hast [3][1]. Ein Gerstenkorn ist eine meist harmlose Lidrandentzündung, die in der Regel von selbst abheilt; tritt es jedoch wiederholt auf oder kommt es zu stärkeren Beschwerden, ist eine augenärztliche Beurteilung ratsam [5]. Schwere Infektionen am Auge sind zwar selten, können aber ernste Folgen haben – deshalb gilt bei deutlichen oder anhaltenden Symptomen: lieber frühzeitig abklären lassen [3].
Erst Lidschatten oder erst Eyeliner?
In der Regel kommt zuerst der Lidschatten, danach der Eyeliner oder Kajal und zum Schluss die Wimperntusche. So lässt sich der Lidstrich sauber über den Lidschatten ziehen, ohne zu verwischen, und es entstehen keine Farbkrümel auf den frisch getuschten Wimpern. Die Reihenfolge ist aber keine starre Regel – mit etwas Übung findest du den Ablauf, der für dich am besten funktioniert.
Wie oft sollte ich Wimperntusche austauschen?
Wimperntusche solltest du nach Herstellerangaben ungefähr alle zwei bis vier Monate ersetzen [3]. Bei jeder Anwendung gelangen Bakterien über den Applikator ins Fläschchen, wo sie sich im feuchten, dunklen Behälter vermehren können [3][2]. Eingetrocknete Mascara gehört entsorgt; feuchte sie nicht mit Wasser oder Speichel an, weil dadurch zusätzlich Keime hineingelangen [3].
Macht weisser Kajal die Augen wirklich grösser?
Weisser oder heller Kajal auf der unteren Wasserlinie kann die Augen optisch grösser und wacher wirken lassen. Das ist ein gestalterischer Effekt durch den Kontrast zur Augenfarbe, keine Veränderung der tatsächlichen Augengrösse. Beobachte dabei, ob dein Auge auf das Produkt am inneren Lidrand empfindlich reagiert – bei Reizungen lässt du es besser weg [3].
Ist Augen-Make-up bei empfindlichen Augen ein Problem?
Nicht grundsätzlich, aber empfindliche oder allergieanfällige Haut reagiert eher auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Duft- und Konservierungsstoffe [2]. Wähle dann möglichst reizarme Produkte, teste sie vorab an einer kleinen Hautstelle und führe neue Produkte einzeln ein [2][1]. Bei anhaltender Rötung, Juckreiz oder Tränen lohnt sich eine ärztliche Abklärung [3].
[1] American Academy of Ophthalmology (AAO), 2025, How To Use Cosmetics Safely Around Your Eyes, aao.org, https://www.aao.org/eye-health/tips-prevention/eye-makeup
[2] aha! Allergiezentrum Schweiz, Kosmetika und Pflege für sensible Haut, aha.ch, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/haut/pflege-fuer-sensible-haut
[3] U.S. Food and Drug Administration (FDA), 2022, Eye Cosmetic Safety, fda.gov, https://www.fda.gov/cosmetics/cosmetic-products/eye-cosmetic-safety
[4] U.S. Food and Drug Administration (FDA), 2022, Kohl, Kajal, Al-Kahal, Surma, Tiro, Tozali, or Kwalli: By Any Name, Beware of Lead Poisoning, fda.gov, https://www.fda.gov/cosmetics/cosmetic-products/kohl-kajal-al-kahal-surma-tiro-tozali-or-kwalli-any-name-beware-lead-poisoning
[5] DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin, 2025, Gerstenkorn (Hordeolum), deximed.de, https://deximed.de/home/klinische-themen/augen/patienteninformationen/augenlid/gerstenkorn-hordeolum
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