Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Schmerzen im Ellenbogen: Ursachen erkennen und richtig behandeln

Schmerzen im Ellenbogen: Ursachen erkennen und richtig behandeln

Ellenbogenschmerzen sind Beschwerden am Gelenk zwischen Ober- und Unterarm und können beim Beugen, Strecken, Drehen, Greifen oder Stützen auftreten. Sie sind weit verbreitet und entstehen häufig durch Überlastung – etwa im Sport, im Beruf oder bei wiederholten Bewegungen im Alltag. Doch nicht immer steckt eine harmlose Reizung dahinter. Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick über die häufigsten Ursachen von Ellenbogenschmerzen, erklärt, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest, und zeigt, wie Behandlung und Physiotherapie aussehen können. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, hilft dir aber, deine Beschwerden besser einzuordnen.

Welche Ursachen sind häufig?

Ellenbogenschmerzen lassen sich grob danach unterscheiden, an welcher Stelle sie auftreten und wodurch sie ausgelöst werden. Die häufigsten im Überblick:

  • Sehnenansatzreizung (Tennis- oder Golferellenbogen): Beim Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis) sind die Sehnenansätze der Streckmuskulatur an der Aussenseite des Ellenbogens gereizt, beim Golferellenbogen (Epicondylitis medialis) die der Beugemuskulatur an der Innenseite. Beide entstehen meist durch wiederholte oder ungewohnte Belastung – betroffen sind längst nicht nur Sportler, sondern auch Menschen mit handwerklicher oder Bildschirmarbeit. [1][2]
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani): Sie betrifft den Schleimbeutel an der Ellenbogenspitze und äussert sich durch eine prall-elastische Schwellung. Auslöser sind oft Druck oder Reizung, etwa häufiges Aufstützen – manchmal aber auch eine Infektion. [3]
  • Nervenreizung (Sulcus-ulnaris-Syndrom, auch Kubitaltunnelsyndrom): Hier wird der Ellennerv (Nervus ulnaris) eingeengt, der an der Innenseite des Ellenbogens sehr oberflächlich verläuft – die Stelle ist als „Musikantenknochen" bekannt. Typisch sind Kribbeln und Taubheit, die in den Ring- und Kleinfinger ziehen, manchmal mit nachlassender Handkraft. [4]
  • Arthrose oder Verletzung: Seltener stecken ein Gelenkverschleiss (Arthrose), eine Verletzung nach einem Sturz oder andere Ursachen hinter den Beschwerden.

Welche Ursache vorliegt, lässt sich oft anhand der genauen Schmerzstelle und der auslösenden Bewegung eingrenzen – sicher klären lässt sie sich durch eine ärztliche Untersuchung. [5]

Welche Warnzeichen solltest du ernst nehmen?

Viele Ellenbogenschmerzen sind harmlos und bessern sich mit Entlastung. Es gibt aber Warnzeichen, bei denen du ärztliche Hilfe suchen solltest.

Sicherheitshinweis: Lass deinen Ellenbogen zeitnah ärztlich abklären, wenn er stark gerötet, überwärmt und deutlich geschwollen ist oder Fieber hinzukommt (möglicher Hinweis auf eine infektiöse Schleimbeutelentzündung), wenn er nach einem Sturz stark schmerzt oder verformt ist, wenn du ihn nicht mehr richtig bewegen kannst oder wenn anhaltendes Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust in Hand und Fingern auftreten. [3][4]

Ebenfalls in fachliche Hände gehören Beschwerden, die trotz Schonung über mehrere Wochen anhalten oder immer wiederkehren.

Wie wird die Ursache festgestellt?

Am Anfang stehen das Gespräch über die Beschwerden – einschliesslich beruflicher und sportlicher Belastung – und eine körperliche Untersuchung. Dabei prüft die Ärztin oder der Arzt Druckschmerz, Beweglichkeit und bestimmte Tests, die typische Schmerzen auslösen, etwa beim Tennis- oder Golferellenbogen. [2][5]

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen hinzukommen, etwa eine Ultraschall- oder Magnetresonanztomografie (MRT) zur Beurteilung von Sehnen und Weichteilen oder bei Verdacht auf eine Nervenreizung eine Messung der Nervenleitung. Welche Untersuchung sinnvoll ist, entscheidet sich im Einzelfall. [4][5]

Wie werden Ellenbogenschmerzen behandelt?

Bei den meisten Ursachen wird zunächst konservativ, also ohne Operation, behandelt. Beim Tennis- und Golferellenbogen stehen das Entlasten und Anpassen der auslösenden Belastung, schmerzlindernde Massnahmen und gezielte Übungen im Vordergrund. [1][5]

Die Prognose ist dabei oft günstig: Bei vielen Betroffenen mit Tennisellenbogen bessern sich die Beschwerden im Lauf eines Jahres deutlich. [6] Studien deuten darauf hin, dass gezielte, schrittweise gesteigerte Übungen bei länger anhaltendem Tennisellenbogen helfen können; Art und Dosierung sollten an Beschwerden und Belastbarkeit angepasst werden. Ein bestimmtes festes Übungsprogramm ist dabei nicht allgemein als überlegen anzusehen – entscheidend ist die individuelle Anpassung. [7][8]

In der Physiotherapie geht es je nach Befund um das gezielte, dosierte Belasten und Kräftigen der betroffenen Sehnen und Muskeln, das Verbessern der Beweglichkeit sowie um Hinweise zur Ergonomie und Belastungsanpassung. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt vom Befund ab und wird individuell festgelegt. [5]

Bei einer Schleimbeutelentzündung ist die wichtigste Unterscheidung, ob eine Infektion vorliegt. Eine nicht-infektiöse, reizungsbedingte Bursitis lässt sich häufig mit Schonung, Entlastung und Kühlung behandeln. Bestehen dagegen Rötung, Überwärmung, eine rasch zunehmende oder starke Schwellung oder Fieber, kann eine bakterielle Infektion dahinterstecken – dann sollte nicht selbst behandelt, sondern zeitnah ärztlich abgeklärt werden, da eine gezielte Behandlung nötig sein kann. [3]

Führen konservative Massnahmen über längere Zeit nicht zum Ziel, kann in bestimmten Fällen ein Eingriff erwogen werden; das entscheidet sich individuell nach Abklärung. [5]

Was kannst du selbst tun?

Bei leichten, überlastungsbedingten Beschwerden ohne Warnzeichen kannst du einiges selbst beitragen:

  • Auslösende Belastung reduzieren: Die Tätigkeit, die die Schmerzen auslöst, für eine Zeit zurückfahren.
  • Wiederholte Greif- und Drehbewegungen pausieren: Gerade kraftvolles Greifen, Schrauben oder Drehen vorübergehend einschränken.
  • Arbeitsplatz und Grifftechnik prüfen: Werkzeuge, Maus oder Grifftechnik anpassen, um den Sehnenansatz zu entlasten.
  • Nicht in starken Schmerz hineintrainieren: Ein leichtes Anstrengungsgefühl ist in Ordnung, deutlicher Schmerz nicht – er ist ein Signal, zu pausieren.
  • Belastung langsam wieder steigern: Nach einer Beruhigungsphase die Belastung schrittweise und kontrolliert erhöhen.

Konkrete Übungen sind erst dann sinnvoll, wenn die Ursache bekannt ist – sie sollten zum Befund passen und fachlich angeleitet werden. Bessern sich die Beschwerden nicht, verstärken sie sich oder kommen Warnzeichen wie Infektzeichen, Taubheit oder Kraftverlust hinzu, ist eine ärztliche Abklärung der richtige nächste Schritt.

Wann ist fachliche Unterstützung sinnvoll?

Solange die Beschwerden mild sind und sich mit Entlastung bessern, kannst du sie meist selbst begleiten. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder unklaren Ellenbogenschmerzen ist eine fachliche Begleitung sinnvoll – zunächst ärztlich, um die Ursache zu klären, und anschliessend oft physiotherapeutisch, um die betroffenen Strukturen gezielt zu belasten und wieder belastbar zu machen.

Wenn dir eine physiotherapeutische Begleitung empfohlen wurde, kann ein Vergleich von Praxen in deiner Region helfen, eine passende Anlaufstelle für Ellenbogenbeschwerden zu finden. Auf truVuna kannst du dafür Profile, Leistungen und Bewertungen von Physiotherapeut:innen vergleichen und Anbieter:innen direkt kontaktieren.

Häufige Fragen zu Schmerzen im Ellenbogen

Was sind die häufigsten Ursachen für Ellenbogenschmerzen?

Sehr häufig sind Sehnenansatzreizungen (Tennis- oder Golferellenbogen) durch Überlastung. Auch eine Schleimbeutelentzündung, eine Nervenreizung (Sulcus-ulnaris-Syndrom), Arthrose oder eine Verletzung können Schmerzen verursachen. Welche Ursache vorliegt, klärt eine ärztliche Untersuchung. [1][3][4]

Was ist der Unterschied zwischen Tennis- und Golferellenbogen?

Beim Tennisellenbogen schmerzt die Aussenseite des Ellenbogens (gereizte Streckmuskel-Sehnen), beim Golferellenbogen die Innenseite (gereizte Beugemuskel-Sehnen). Beide entstehen meist durch wiederholte Belastung und betreffen nicht nur Sportler. [1][2]

Wann sollte ich mit Ellenbogenschmerzen zum Arzt?

Zeitnah abklären lassen solltest du starke Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Fieber, Schmerzen nach einem Sturz, eine Verformung, eingeschränkte Beweglichkeit sowie anhaltendes Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust. [3][4]

Hilft Physiotherapie bei Ellenbogenschmerzen?

Beim Tennis- und Golferellenbogen gehören gezielte, dosierte Übungen und Belastungsanpassung zu den zentralen Bausteinen. Studien deuten darauf hin, dass schrittweise gesteigerte Übungen den Verlauf günstig beeinflussen können; Art und Dosierung werden individuell festgelegt. [5][7]

Heilt ein Tennisellenbogen von allein?

Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden im Lauf eines Jahres deutlich. Gezielte, an die Belastbarkeit angepasste Übungen können den Verlauf unterstützen. Halten die Beschwerden an, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. [6][8]

Quellen

[1] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Laterale Epicondylitis (Tennisellenbogen), MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/heim/verletzungen-und-vergiftung/sportverletzungen/laterale-epicondylitis

[2] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2023, Epicondylitis medialis (Golferellenbogen), MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/profi/verletzungen-vergiftungen/sportverletzungen/epicondylitis-medialis

[3] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Bursitis, MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/erkrankungen-von-schleimbeutel-muskel-und-sehne/bursitis

[4] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2024, Kubitaltunnelsyndrom, MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/erkrankungen-der-h%C3%A4nde/kubitaltunnelsyndrom

[5] Swiss Sports & Exercise Medicine (SEMS-journal), 2023, Mehr als ein Tennisarm: Ellenbogenpathologien für Sportmediziner, SEMS-journal. https://sems-journal.ch/12752

[6] Johnson GW et al., 2007, Treatment of Lateral Epicondylitis, American Family Physician. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2007/0915/p843.html

[7] Peterson M et al., 2011, A randomized controlled trial of exercise versus wait-list in chronic tennis elbow, Upsala Journal of Medical Sciences. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3207303/

[8] Bisset L et al., Prognosis and clinical course of lateral epicondylalgia (Übersicht), peer-reviewte Fachpublikation. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10674892/

Das könnte dich auch interessieren

Trockene Haut im Gesicht: Ursachen erkennen und richtig pflegen

Das Gesicht spannt nach dem Waschen, an Wangen und Stirn schuppt es leicht, manchmal juckt die Haut – trockene Gesichtshaut ist unangenehm und für viele ein vertrautes Thema, besonders im Winter. Dahinter steckt meist eine geschwächte Hautbarriere, die Feuchtigkeit und Fett schlechter halten kann. Die gute Nachricht: Mit der passenden, sanften Pflege lässt sich der Hautzustand oft spürbar verbessern. Dieser Ratgeber zeigt dir, woran du trockene Haut erkennst, welche Ursachen dahinterstecken, was wirklich hilft – und wann eine dermatologische Abklärung sinnvoll ist.

Aromamassage: Ablauf, Wirkung und sichere Anwendung ätherischer Öle

Eine Aromamassage verbindet Massagegriffe mit dem Duft ätherischer Öle. Die Öle werden stark verdünnt in ein Trägeröl gemischt und auf die Haut aufgetragen. Viele Menschen empfinden die Kombination aus Berührung, Duft und ruhiger Umgebung als entspannend. Medizinische Heilversprechen sind daraus jedoch nicht abzuleiten.

Shellac Nägel: Anwendung, Vorteile und Tipps

Du kennst das Spiel: frisch lackiert, und zwei Tage später ist der erste Splitter da. Shellac verspricht genau dagegen Abhilfe – wochenlang glänzende Nägel, ohne ständiges Nachlackieren. Kein Wunder, dass die Hybrid-Maniküre zu den beliebtesten Nageltrends gehört. Aber was ist Shellac eigentlich genau, wie läuft die Behandlung ab, wie lange hält das Ergebnis wirklich, und was kostet es in der Schweiz? Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick – inklusive der Frage, für wen sich Shellac eignet und für wen vielleicht eher nicht.

Schmerzen im Schienbein: Symptome, Ursachen und Tipps zur Behandlung

Vor allem Läufer und Jogger kennen das Problem: Wenn beim Laufen oder Gehen plötzlich stechende Schmerzen im Schienbein auftreten, kann das so unangenehm sein, dass ein weiteres Training nicht mehr möglich ist. Betroffen von den Schienbeinschmerzen sind aber nicht immer nur Sportler, sondern auch Menschen, die eine Fussfehlstellung haben. In unserem Ratgeber erfährst du, durch welche Symptome sich die Schmerzen äussern können, welche Ursachen es dafür gibt und was du selbst tun kannst, um die Beschwerden zu lindern. Wir erläutern zudem, wann eine ärztliche Behandlung bei Schmerzen im Schienbein sinnvoll ist und welche Therapien es gibt.

Sauna selber bauen: Planung, Material, Kosten und worauf du achten solltest

Eine eigene Sauna zu Hause – das klingt nach Wellness ohne Wartezeiten, ohne Anfahrt, ohne Eintrittsgeld. Wer den Selbstbau in Betracht zieht, hat allerdings einiges zu bedenken: Welche Saunaart soll es werden? Wo wird sie aufgestellt? Reicht ein Bausatz, oder lohnt sich der vollständige Eigenbau? Wie hoch sind die Kosten wirklich? Und worauf muss man bei Material, Sicherheit und gesetzlichen Vorgaben achten? In diesem Ratgeber findest du die wichtigsten Antworten – von der Planung über die Materialauswahl bis zur Inbetriebnahme. Sauna selber bauen ist machbar – wenn du strukturiert vorgehst.

Wurzelchakra (Muladhara): Bedeutung, Lage und traditionelle Übungen

«Wurzelstütze» – so lässt sich der Sanskrit-Name Muladhara wörtlich übersetzen. In der klassischen indischen Yoga-Tradition gilt das Wurzelchakra als das erste der sieben Hauptchakren – das Energiezentrum, das mit dem Element Erde, Sicherheit, Erdung und der körperlichen Verankerung im Leben in Verbindung gebracht wird. In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung: Was das Wurzelchakra in der Tradition bedeutet, wo es klassisch lokalisiert wird, welche Symbolik mit ihm verbunden ist und welche Yoga-Übungen ihm in der Tradition zugeordnet werden – ehrlich eingeordnet zwischen klassischer Lehre und moderner Praxis.