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Ellenbogenschmerzen lassen sich grob danach unterscheiden, an welcher Stelle sie auftreten und wodurch sie ausgelöst werden. Die häufigsten im Überblick:
Welche Ursache vorliegt, lässt sich oft anhand der genauen Schmerzstelle und der auslösenden Bewegung eingrenzen – sicher klären lässt sie sich durch eine ärztliche Untersuchung. [5]
Viele Ellenbogenschmerzen sind harmlos und bessern sich mit Entlastung. Es gibt aber Warnzeichen, bei denen du ärztliche Hilfe suchen solltest.
Sicherheitshinweis: Lass deinen Ellenbogen zeitnah ärztlich abklären, wenn er stark gerötet, überwärmt und deutlich geschwollen ist oder Fieber hinzukommt (möglicher Hinweis auf eine infektiöse Schleimbeutelentzündung), wenn er nach einem Sturz stark schmerzt oder verformt ist, wenn du ihn nicht mehr richtig bewegen kannst oder wenn anhaltendes Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust in Hand und Fingern auftreten. [3][4]
Ebenfalls in fachliche Hände gehören Beschwerden, die trotz Schonung über mehrere Wochen anhalten oder immer wiederkehren.
Am Anfang stehen das Gespräch über die Beschwerden – einschliesslich beruflicher und sportlicher Belastung – und eine körperliche Untersuchung. Dabei prüft die Ärztin oder der Arzt Druckschmerz, Beweglichkeit und bestimmte Tests, die typische Schmerzen auslösen, etwa beim Tennis- oder Golferellenbogen. [2][5]
Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen hinzukommen, etwa eine Ultraschall- oder Magnetresonanztomografie (MRT) zur Beurteilung von Sehnen und Weichteilen oder bei Verdacht auf eine Nervenreizung eine Messung der Nervenleitung. Welche Untersuchung sinnvoll ist, entscheidet sich im Einzelfall. [4][5]
Bei den meisten Ursachen wird zunächst konservativ, also ohne Operation, behandelt. Beim Tennis- und Golferellenbogen stehen das Entlasten und Anpassen der auslösenden Belastung, schmerzlindernde Massnahmen und gezielte Übungen im Vordergrund. [1][5]
Die Prognose ist dabei oft günstig: Bei vielen Betroffenen mit Tennisellenbogen bessern sich die Beschwerden im Lauf eines Jahres deutlich. [6] Studien deuten darauf hin, dass gezielte, schrittweise gesteigerte Übungen bei länger anhaltendem Tennisellenbogen helfen können; Art und Dosierung sollten an Beschwerden und Belastbarkeit angepasst werden. Ein bestimmtes festes Übungsprogramm ist dabei nicht allgemein als überlegen anzusehen – entscheidend ist die individuelle Anpassung. [7][8]
In der Physiotherapie geht es je nach Befund um das gezielte, dosierte Belasten und Kräftigen der betroffenen Sehnen und Muskeln, das Verbessern der Beweglichkeit sowie um Hinweise zur Ergonomie und Belastungsanpassung. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt vom Befund ab und wird individuell festgelegt. [5]
Bei einer Schleimbeutelentzündung ist die wichtigste Unterscheidung, ob eine Infektion vorliegt. Eine nicht-infektiöse, reizungsbedingte Bursitis lässt sich häufig mit Schonung, Entlastung und Kühlung behandeln. Bestehen dagegen Rötung, Überwärmung, eine rasch zunehmende oder starke Schwellung oder Fieber, kann eine bakterielle Infektion dahinterstecken – dann sollte nicht selbst behandelt, sondern zeitnah ärztlich abgeklärt werden, da eine gezielte Behandlung nötig sein kann. [3]
Führen konservative Massnahmen über längere Zeit nicht zum Ziel, kann in bestimmten Fällen ein Eingriff erwogen werden; das entscheidet sich individuell nach Abklärung. [5]
Bei leichten, überlastungsbedingten Beschwerden ohne Warnzeichen kannst du einiges selbst beitragen:
Konkrete Übungen sind erst dann sinnvoll, wenn die Ursache bekannt ist – sie sollten zum Befund passen und fachlich angeleitet werden. Bessern sich die Beschwerden nicht, verstärken sie sich oder kommen Warnzeichen wie Infektzeichen, Taubheit oder Kraftverlust hinzu, ist eine ärztliche Abklärung der richtige nächste Schritt.
Solange die Beschwerden mild sind und sich mit Entlastung bessern, kannst du sie meist selbst begleiten. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder unklaren Ellenbogenschmerzen ist eine fachliche Begleitung sinnvoll – zunächst ärztlich, um die Ursache zu klären, und anschliessend oft physiotherapeutisch, um die betroffenen Strukturen gezielt zu belasten und wieder belastbar zu machen.
Wenn dir eine physiotherapeutische Begleitung empfohlen wurde, kann ein Vergleich von Praxen in deiner Region helfen, eine passende Anlaufstelle für Ellenbogenbeschwerden zu finden. Auf truVuna kannst du dafür Profile, Leistungen und Bewertungen von Physiotherapeut:innen vergleichen und Anbieter:innen direkt kontaktieren.
Was sind die häufigsten Ursachen für Ellenbogenschmerzen?
Sehr häufig sind Sehnenansatzreizungen (Tennis- oder Golferellenbogen) durch Überlastung. Auch eine Schleimbeutelentzündung, eine Nervenreizung (Sulcus-ulnaris-Syndrom), Arthrose oder eine Verletzung können Schmerzen verursachen. Welche Ursache vorliegt, klärt eine ärztliche Untersuchung. [1][3][4]
Was ist der Unterschied zwischen Tennis- und Golferellenbogen?
Beim Tennisellenbogen schmerzt die Aussenseite des Ellenbogens (gereizte Streckmuskel-Sehnen), beim Golferellenbogen die Innenseite (gereizte Beugemuskel-Sehnen). Beide entstehen meist durch wiederholte Belastung und betreffen nicht nur Sportler. [1][2]
Wann sollte ich mit Ellenbogenschmerzen zum Arzt?
Zeitnah abklären lassen solltest du starke Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Fieber, Schmerzen nach einem Sturz, eine Verformung, eingeschränkte Beweglichkeit sowie anhaltendes Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust. [3][4]
Hilft Physiotherapie bei Ellenbogenschmerzen?
Beim Tennis- und Golferellenbogen gehören gezielte, dosierte Übungen und Belastungsanpassung zu den zentralen Bausteinen. Studien deuten darauf hin, dass schrittweise gesteigerte Übungen den Verlauf günstig beeinflussen können; Art und Dosierung werden individuell festgelegt. [5][7]
Heilt ein Tennisellenbogen von allein?
Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden im Lauf eines Jahres deutlich. Gezielte, an die Belastbarkeit angepasste Übungen können den Verlauf unterstützen. Halten die Beschwerden an, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. [6][8]
[1] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Laterale Epicondylitis (Tennisellenbogen), MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/heim/verletzungen-und-vergiftung/sportverletzungen/laterale-epicondylitis
[2] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2023, Epicondylitis medialis (Golferellenbogen), MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/profi/verletzungen-vergiftungen/sportverletzungen/epicondylitis-medialis
[3] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Bursitis, MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/erkrankungen-von-schleimbeutel-muskel-und-sehne/bursitis
[4] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2024, Kubitaltunnelsyndrom, MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/erkrankungen-der-h%C3%A4nde/kubitaltunnelsyndrom
[5] Swiss Sports & Exercise Medicine (SEMS-journal), 2023, Mehr als ein Tennisarm: Ellenbogenpathologien für Sportmediziner, SEMS-journal. https://sems-journal.ch/12752
[6] Johnson GW et al., 2007, Treatment of Lateral Epicondylitis, American Family Physician. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2007/0915/p843.html
[7] Peterson M et al., 2011, A randomized controlled trial of exercise versus wait-list in chronic tennis elbow, Upsala Journal of Medical Sciences. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3207303/
[8] Bisset L et al., Prognosis and clinical course of lateral epicondylalgia (Übersicht), peer-reviewte Fachpublikation. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10674892/
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