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Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoe): Ursachen, Symptome und Behandlung

Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoe): Ursachen, Symptome und Behandlung

Fettig glänzende Hautstellen, gelbliche Schuppen auf der Kopfhaut, an den Augenbrauen oder neben der Nase – dahinter steckt häufig ein seborrhoisches Ekzem. Der Begriff „Seborrhoe“ beschreibt eigentlich eine verstärkte Talgproduktion; im Alltag werden damit meist die schuppenden, geröteten Hautveränderungen gemeint, die Fachleute als seborrhoische Dermatitis oder seborrhoisches Ekzem bezeichnen. Die Erkrankung ist häufig, nicht ansteckend und in den meisten Fällen harmlos – sie kann aber chronisch verlaufen und immer wieder aufflammen. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein seborrhoisches Ekzem entsteht, woran du es erkennst und welche Behandlungen helfen können.

Was ist ein seborrhoisches Ekzem?

Ein seborrhoisches Ekzem ist eine häufige, nicht ansteckende Entzündung der Haut, die vor allem talgdrüsenreiche Körperregionen wie Kopfhaut, Gesicht und Brustbein betrifft [1][2]. Die Begriffe seborrhoische Dermatitis, seborrhoisches Ekzem und – bei Babys – Kopfgneis meinen dasselbe Krankheitsbild.

Das Wort „Seborrhoe“ leitet sich vom lateinischen sebum (Talg) ab und steht ursprünglich für eine erhöhte Talgproduktion. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist chronisch oder in Schüben, bei Säuglingen tritt sie typischerweise in den ersten Lebensmonaten auf und heilt von allein wieder ab [1][2]. In der Schweiz sowie in Mitteleuropa ist etwa ein kleiner einstelliger Prozentbereich der Jugendlichen und Erwachsenen betroffen; eine Schweizer Übersichtsarbeit nennt rund 3 Prozent [4].

Wie sieht ein seborrhoisches Ekzem aus?

Typisch sind gerötete oder gelbliche Hautstellen mit fettig glänzenden, teils weisslichen Schuppen, die sich vor allem auf der Kopfhaut, am Haaransatz, an den Augenbrauen, neben der Nase und auf dem Brustbein bilden [1][4]. Auf dunklerer Haut können die betroffenen Stellen eher heller als die umgebende Haut erscheinen [2].

Betroffen sind häufig auch der Bereich hinter den Ohren, der äussere Gehörgang sowie Hautfalten. Juckreiz kann vorkommen, ist aber unterschiedlich stark ausgeprägt – auf der Kopfhaut tritt er häufiger auf [4]. Bei Säuglingen juckt das Ekzem in der Regel nicht [2]. Die Beschwerden verschlimmern sich bei vielen Betroffenen in den Wintermonaten, während Sonnenlicht das Hautbild oft bessert [1][4]. Das seborrhoische Ekzem betrifft etwas häufiger Männer als Frauen und zeigt sich vor allem bei Säuglingen sowie bei Erwachsenen zwischen etwa 30 und 70 Jahren [1].

Welche Ursachen hat ein seborrhoisches Ekzem?

Die genaue Ursache ist bis heute nicht abschliessend geklärt; man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus [1][2]. Eine zentrale Rolle spielt der Hefepilz Malassezia, der natürlicherweise auf der Haut fast aller Menschen vorkommt und sich in talgreichen Regionen besonders wohlfühlt. Bei empfindlichen Personen scheint die Reaktion der Haut auf diesen Pilz Entzündungen, Rötung und Schuppung auszulösen [1][3].

Neben Malassezia werden eine erbliche Veranlagung, eine gestörte Hautbarriere und eine veränderte Immunreaktion diskutiert [2][3]. Auch hormonelle Einflüsse und das Klima spielen eine Rolle. Häufiger und oft schwerer tritt ein seborrhoisches Ekzem zudem bei Menschen mit einer HIV-Infektion oder mit bestimmten neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit auf [1].

Gut zu wissen: Der Name „Seborrhoe“ legt nahe, dass zu viel Talg die Hauptursache ist. Untersuchungen zeigen jedoch, dass Zusammensetzung und Menge des Talgs bei vielen Betroffenen normal sind – entscheidend ist eher, wie die Haut auf den Malassezia-Pilz reagiert [1].

Welche Rolle spielen Stress und Schlafmangel?

Stress, Erschöpfung und Schlafmangel gelten als mögliche Auslöser für Schübe, sind aber keine alleinige Ursache der Erkrankung [1][3]. Wer ohnehin zu einem seborrhoischen Ekzem neigt, bemerkt unter starker Belastung deshalb manchmal eine Verschlechterung des Hautbildes.

Wissenschaftlich lässt sich der Einfluss einzelner Faktoren wie Schlafmangel nur schwer isoliert messen, weshalb solche Zusammenhänge mit Vorsicht zu interpretieren sind. Sinnvoll ist es dennoch, persönliche Auslöser zu beobachten: Wenn du etwa nach stressigen Phasen oder schlechtem Schlaf regelmässig stärkere Beschwerden bemerkst, kann es helfen, gezielt für Entlastung und Erholung zu sorgen. Eine gesunde, ausgewogene Lebensweise ersetzt zwar keine Behandlung, kann aber zur allgemeinen Stabilität beitragen [1].

Was ist Kopfgneis beim Baby?

Kopfgneis ist die Säuglingsform des seborrhoischen Ekzems und zeigt sich als fest haftende, gelblich-fettige Schuppen auf der Kopfhaut [2]. Er tritt meist in den ersten drei Lebensmonaten auf und heilt in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres von allein wieder ab – eine Behandlung ist normalerweise nicht nötig [1][2].

Kopfgneis ist harmlos, nicht ansteckend und stört die Babys selbst kaum [2]. Wichtig ist die Abgrenzung zum Milchschorf, der ein mögliches frühes Zeichen einer Neurodermitis sein kann und meist mit stärkerem Juckreiz einhergeht [2]. Wenn die Schuppen stören, lassen sie sich vorsichtig lösen, indem man die Kopfhaut abends mit etwas Öl einreibt, über Nacht einwirken lässt und die gelösten Schuppen am nächsten Tag mit einem milden Babyshampoo auswäscht. Die Schuppen sollten nicht mit dem Fingernagel abgekratzt werden, um die zarte Haut nicht zu verletzen. Bist du unsicher, ob es sich um Kopfgneis oder Milchschorf handelt, lohnt sich eine ärztliche oder kinderärztliche Abklärung.

Wie wird ein seborrhoisches Ekzem diagnostiziert?

Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt in der Regel anhand des typischen Erscheinungsbildes und der betroffenen Hautstellen [1][4]. Aufschlussreich sind dabei der wiederkehrende Verlauf, die typische Lokalisation und die charakteristische fettige Schuppung.

Im Gespräch wird meist erfragt, seit wann die Beschwerden bestehen, ob sie immer wieder auftreten und ob andere Hauterkrankungen bekannt sind. In unklaren Fällen kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) oder eine mikroskopische Untersuchung helfen, ähnliche Erkrankungen wie eine Schuppenflechte (Psoriasis), eine Neurodermitis oder eine Pilzinfektion abzugrenzen [1][4]. Häufig kann eine dermatologische Fachperson das seborrhoische Ekzem jedoch schon mit blossem Auge erkennen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Behandelt wird ein seborrhoisches Ekzem vor allem mit antimykotischen (pilzhemmenden) Wirkstoffen und kurzzeitig mit entzündungshemmenden Präparaten [1][5]. Ziel ist es, die Schuppung und Rötung zu mindern, den Juckreiz zu lindern und die Besiedlung mit Malassezia zu reduzieren.

Auf der Kopfhaut kommen häufig Shampoos mit Wirkstoffen wie Ketoconazol oder Ciclopirox zum Einsatz, im Gesicht entsprechende Cremes [1][3]. Bei stärkerer Entzündung können kurzzeitig milde kortisonhaltige Cremes verordnet werden; höher wirksame Kortikosteroide sind im Gesicht meist nicht nötig und sollten wegen möglicher Nebenwirkungen wie dünner werdender Haut nur zurückhaltend eingesetzt werden [1]. Als weitere Option gelten Calcineurininhibitoren (Pimecrolimus, Tacrolimus), insbesondere für die längerfristige Anwendung [1].

Eine Cochrane-Übersichtsarbeit kommt zum Schluss, dass pilzhemmende Wirkstoffe wie Ketoconazol und Ciclopirox die Beschwerden wirksamer lindern als ein Scheinpräparat, wobei die Aussagekraft der Studien begrenzt ist und vor allem kurze Behandlungszeiträume untersucht wurden [5]. Welche Mittel im Einzelfall geeignet sind, hängt von der betroffenen Stelle, der Schwere und individuellen Faktoren ab und wird ärztlich entschieden.

Gängige Behandlungsbausteine lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Pilzhemmende Mittel: Shampoos oder Cremes mit Ketoconazol oder Ciclopirox, die die Besiedlung mit Malassezia reduzieren [1][5].
  • Entzündungshemmende Mittel: kurzzeitig angewendete milde kortisonhaltige Cremes zur Linderung von Rötung und Juckreiz im Schub [1].
  • Längerfristige Alternative: Calcineurininhibitoren (Pimecrolimus, Tacrolimus) als Option bei längerer Anwendung [1].
  • Hautpflege: eine milde, regelmässige Reinigung zur Pflege der Hautbarriere und zum Lösen der Schuppen [3].

Diese Übersicht bietet eine allgemeine Orientierung. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab und sollte mit einer dermatologischen Fachperson besprochen werden.

Ist ein seborrhoisches Ekzem heilbar?

Ein seborrhoisches Ekzem bei Erwachsenen ist meist nicht dauerhaft heilbar, lässt sich mit der passenden Behandlung und Pflege aber gut kontrollieren [1][2]. Weil die Erkrankung chronisch verläuft, können die Beschwerden nach dem Absetzen der Behandlung wiederkehren.

Viele Betroffene benötigen deshalb eine längerfristige oder wiederholte Anwendung, etwa pilzhemmende Shampoos ein- bis zweimal pro Woche zur Vorbeugung neuer Schübe [1]. Bei Säuglingen ist die Prognose deutlich günstiger: Der Kopfgneis heilt fast immer von selbst und folgenlos ab [1][2]. Geduld und eine konsequente, an die Haut angepasste Routine sind im Umgang mit der chronischen Form besonders hilfreich.

Wie lässt sich einem seborrhoischen Ekzem vorbeugen?

Einem seborrhoischen Ekzem lässt sich nicht sicher vorbeugen; eine regelmässige, milde Hautpflege und das Vermeiden bekannter Auslöser können Schübe aber seltener und milder machen [1][3]. Eine bestimmte Ernährungsform, die den Ausbruch verhindert, ist nicht belegt.

Hilfreich kann es sein, die Kopfhaut regelmässig zu waschen, milde Produkte ohne reizende Inhaltsstoffe zu verwenden und auf zu heisses Wasser zu verzichten. Bei chronischem Verlauf trägt eine sorgfältige Pflege dazu bei, beschwerdefreie Phasen zu verlängern [1]. Ob und wie häufig Medikamente angewendet werden sollten, besprichst du am besten mit einer dermatologischen Fachperson.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden nicht auf milde Pflege ansprechen, stark jucken, nässen, sich ausbreiten oder dich im Alltag belasten [1][2]. Auch bei Unsicherheit über die Ursache der Hautveränderungen ist ein Termin ratsam.

Weil ein seborrhoisches Ekzem anderen Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis ähneln kann, ist eine fachliche Einschätzung wichtig, um die richtige Behandlung zu finden. Zeichen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion – etwa zunehmende Rötung, Nässen oder geschwollene Lymphknoten – sollten zeitnah ärztlich beurteilt werden [4]. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der Ursache und vom individuellen Befund ab; die genannten Möglichkeiten sind daher als allgemeine Orientierung zu verstehen.

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Häufige Fragen zum seborrhoischen Ekzem

Ist ein seborrhoisches Ekzem ansteckend?

Nein, ein seborrhoisches Ekzem ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine entzündliche Reaktion der Haut, an der unter anderem der natürlich vorkommende Hautpilz Malassezia beteiligt ist – nicht um eine übertragbare Infektion [1][2]. Du kannst die Erkrankung also nicht durch Berührung oder gemeinsame Gegenstände an andere weitergeben.

Was ist der Unterschied zwischen Kopfgneis und Milchschorf?

Kopfgneis ist die Säuglingsform des seborrhoischen Ekzems mit fettigen, gelblichen Schuppen, die meist nicht jucken und von allein abheilen [2]. Milchschorf dagegen kann ein frühes Zeichen einer Neurodermitis sein, geht oft mit stärkerem Juckreiz einher und sollte bei Unsicherheit ärztlich beurteilt werden [2].

Verschwindet ein seborrhoisches Ekzem von selbst?

Bei Säuglingen heilt es in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres von allein ab [1][2]. Bei Erwachsenen verläuft es dagegen meist chronisch und kann immer wieder aufflammen. Mit der passenden Behandlung und Pflege lassen sich die Beschwerden aber gut kontrollieren [1].

Hilft Sonnenlicht bei einem seborrhoischen Ekzem?

Viele Betroffene bemerken, dass sich ihr Hautbild in den Sommermonaten bessert und sich im Winter verschlechtert [1][4]. Sonnenlicht in Massen wird daher oft als günstig erlebt. Das ersetzt jedoch keine Behandlung, und übermässige UV-Belastung sollte vermieden werden. Bei der Wahl geeigneter Massnahmen hilft eine dermatologische Beratung.

Quellen

[1] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2025, Seborrhoische Dermatitis, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/dermatitis/seborrhoische-dermatitis

[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Seborrhoisches Ekzem und Seborrhoisches Ekzem bei Säuglingen, https://www.gesundheitsinformation.de/seborrhoisches-ekzem.html

[3] DermNet (Bholah/Oakley/Gomez), 2024, Seborrhoeic dermatitis: Causes and treatment, https://dermnetnz.org/topics/seborrhoeic-dermatitis

[4] Dermatologie & Ästhetische Medizin (Rosenfluh Publikationen), 2016, Seborrhoische Dermatitis bei Jugendlichen und Erwachsenen, https://www.rosenfluh.ch/dermatologie-aesthetische-medizin-2016-02/seborrhoische-dermatitis-bei-jugendlichen-und-erwachsenen

[5] Okokon EO et al., Cochrane Database of Systematic Reviews, Topical antifungal treatments for seborrhoeic dermatitis (CD008138), https://www.cochrane.org/evidence/CD008138_antifungal-treatments-applied-skin-treat-seborrhoeic-dermatitis

[6] AMBOSS, 2024, Seborrhoisches Ekzem, https://www.amboss.com/de/wissen/seborrhoisches-ekzem

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