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Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom): Anzeichen, Abklärung und Behandlung

Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom): Anzeichen, Abklärung und Behandlung

Eine raue, schuppige Stelle, die einfach nicht abheilen will – solche Hautveränderungen können harmlos sein, manchmal stecken aber ernstere Ursachen dahinter. Der Stachelzellkrebs gehört zum sogenannten weissen Hautkrebs und ist in der Schweiz weit verbreitet. Die gute Nachricht: Früh erkannt, ist er meist gut behandelbar. In diesem Ratgeber erfährst du, was Stachelzellkrebs ist, woran du Anzeichen erkennst, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist und welche Behandlungs- und Vorbeugemöglichkeiten es gibt.

Was ist Stachelzellkrebs?

Stachelzellkrebs ist eine bösartige Hautveränderung, die in den oberen Schichten der Haut entsteht und in der Fachsprache Plattenepithelkarzinom genannt wird. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Spinaliom oder spinozelluläres Karzinom. Das Plattenepithelkarzinom ist nach dem Basalzellkarzinom die zweithäufigste Art von Hautkrebs und entwickelt sich gewöhnlich an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, kann aber überall auf der Haut oder im Mund wachsen [3].

Gemeinsam mit dem Basalzellkarzinom (Basaliom) und Krebsvorstufen wie der aktinischen Keratose zählt das Spinaliom zum «weissen» oder «hellen» Hautkrebs. Davon abzugrenzen ist der schwarze Hautkrebs, das Melanom [1]. Plattenepithelzellen, auch Keratinozyten genannt, sind wichtige strukturgebende Zellen der äusseren Hautschicht; beim Plattenepithelkarzinom handelt es sich um eine Krebserkrankung dieser Zellen [3]. Hauptauslöser ist über viele Jahre einwirkende UV-Strahlung, die das Erbgut der Hautzellen schädigt [2][6].

Gut zu wissen: Wer beruflich viel im Freien arbeitet, kann weissen Hautkrebs unter bestimmten Voraussetzungen in der Schweiz als Berufskrankheit anerkennen lassen [7]. Konsequenter UV-Schutz am Arbeitsplatz ist deshalb auch aus arbeitsmedizinischer Sicht relevant.

Wie sieht Stachelzellkrebs aus?

Stachelzellkrebs zeigt sich meist als raue, schuppige oder verkrustete Stelle, die nicht abheilt und manchmal blutet. Das Spinaliom erscheint zunächst als schuppige, leicht krustig belegte Hautveränderung oder als derbes kleines Knötchen; es können sich Verhornungen bilden, die sich schwer entfernen lassen und darunter leicht zu bluten beginnen [6].

Ein Plattenepithelkarzinom entsteht bevorzugt an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Hals, Ohren oder Handrücken [6]. Es kann aber auch an den Lippen oder – bei wenig Haar – auf der Kopfhaut auftreten. Die Symptome sind anfangs oft unauffällig und unterscheiden sich je nach Lokalisation; Plattenepithelkarzinome sind meist schmerzlos und fühlen sich hart an [3]. Schmerzen treten in der Regel erst auf, wenn die Stelle verletzt ist oder fortgeschritten ist.

Was ist die aktinische Keratose als Vorstufe?

Die aktinische Keratose ist eine durch UV-Strahlung verursachte Hautveränderung, die als Vorstufe in ein Plattenepithelkarzinom übergehen kann. Aktinische Keratosen sind häufige Hautveränderungen bei hellhäutigen Menschen mit dem Potenzial, in ein kutanes Plattenepithelkarzinom überzugehen [2].

Typisch sind raue, schuppige Hautstellen, die sich anfühlen können wie feines Schleifpapier und sich vor allem auf den «Sonnenterrassen» der Haut bilden. Meist entsteht das Plattenepithelkarzinom aus einer solchen aktinischen Keratose, und der Übergang von der Vorschädigung zum Krebs vollzieht sich langsam und häufig unbemerkt [6]. Auch der Morbus Bowen zählt zu den Krebsvorstufen [1]. Werden solche Veränderungen früh erkannt und behandelt, lässt sich die Entstehung von Hautkrebs in vielen Fällen verhindern – ein wichtiger Grund, raue oder hartnäckige Hautstellen ärztlich anschauen zu lassen.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald eine Hautstelle über Wochen nicht abheilt, sich verändert, wiederholt blutet oder verkrustet. Nicht alle Hautveränderungen verschwinden von selbst, und einige können Anzeichen einer schwerwiegenden Krankheit sein – sie sollten daher von einer Hautärztin oder einem Hautarzt kontrolliert werden [4].

Je früher ein Spinaliom entdeckt wird, desto besser sind in der Regel die Aussichten auf einen unkomplizierten Verlauf [6]. Das BAG empfiehlt, idealerweise alle ein bis zwei Jahre einen hautärztlichen Check-up durchführen zu lassen, insbesondere wenn in der Familie Fälle von Hautkrebs bekannt sind [4].

Sicherheitshinweis: Eine Wunde oder Kruste, die über mehrere Wochen nicht heilt, immer wieder aufbricht oder blutet, gehört ärztlich abgeklärt – auch wenn sie keine Schmerzen verursacht [4][6]. Warte nicht ab, ob sie von selbst verschwindet.

Wie wird Stachelzellkrebs diagnostiziert?

Die Diagnose stellt eine Hautärztin oder ein Hautarzt nach einer Untersuchung der Haut, meist ergänzt durch eine Gewebeprobe. Um die Erkrankung zu sichern, wird in der Regel eine Biopsie durchgeführt [3]. Laut der medizinischen Leitlinie soll bei Therapieresistenz und klinisch unklarem Befund eine Gewebeprobe gewonnen werden [2].

Zur Beurteilung der Hautoberfläche kann ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) zum Einsatz kommen. Bei fortgeschrittenem Verdacht prüft die Ärztin oder der Arzt zusätzlich, ob sich der Tumor ausgebreitet hat – etwa durch das Abtasten oder eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten und, falls nötig, weitere bildgebende Verfahren. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund ab und wird ärztlich entschieden.

Wie wird Stachelzellkrebs behandelt?

Die operative Entfernung des Tumors ist der zentrale Behandlungsansatz beim Plattenepithelkarzinom. Solange der Krebs noch nicht gestreut hat, kann eine Behandlung durch Operation, mit auf die Haut aufgetragenen Medikamenten und manchmal mit einer Strahlenbehandlung den Krebs meistens heilen [3].

Dabei wird die betroffene Stelle in der Regel ambulant mit einem Sicherheitsabstand herausgeschnitten. Die Strahlentherapie kann bei sehr alten Patientinnen und Patienten eine Alternative zur operativen Therapie sein [2]. Hat der Krebs bereits gestreut, können Medikamente wie PD-1-Hemmer eingesetzt werden; breitet er sich auf andere Körperteile aus, kann er gefährlich werden [3]. Krebsvorstufen wie aktinische Keratosen lassen sich häufig schonender behandeln, etwa mit oberflächlich wirkenden Cremes, einer photodynamischen Therapie oder Kältebehandlung [2].

Wie bei vielen bösartigen Tumorerkrankungen sind die Chancen auf einen guten Verlauf grösser, je früher das Spinaliom entdeckt wird [6]. Nach der Behandlung werden in der Regel regelmässige Nachsorgekontrollen empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für erneute Hautveränderungen besteht. Welche Therapie im Einzelfall geeignet ist, hängt von Grösse, Lage und Art des Tumors sowie vom Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person ab und wird individuell ärztlich festgelegt.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Der wichtigste Risikofaktor ist eine langjährige, intensive UV-Belastung der Haut. Zu viel Sonnenbestrahlung über längere Zeiträume ist die Hauptursache für ein Spinaliom, und das Risiko zu erkranken steigt mit dem Lebensalter [6]. Daneben spielen mehrere weitere Faktoren eine Rolle:

  • helle Haut, die schnell einen Sonnenbrand bekommt [3][6]
  • hohes Lebensalter und über Jahre angesammelte Sonnenschäden [6]
  • ein geschwächtes Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation oder bei einer HIV-Infektion [6]
  • chronische Wunden, Narben oder anderweitig vorgeschädigte Haut [3]
  • regelmässige Solariumnutzung [4]
  • bei Lippenveränderungen wird auch ein Zusammenhang mit Rauchen beschrieben [6]

Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei etwa 70 Jahren [6]. Jährlich erkranken in der Schweiz schätzungsweise 25'000 Personen an weissem beziehungsweise hellem Hautkrebs – damit hat die Schweiz eine der höchsten Hautkrebsraten weltweit [7].

Wie kannst du Stachelzellkrebs vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung ist ein konsequenter Schutz der Haut vor UV-Strahlung. Die beste Vorbeugungsstrategie bei weissem Hautkrebs ist der bewusste und dosierte Umgang mit der Sonne [6]. Dazu empfehlen Schweizer Fachstellen ein abgestuftes Vorgehen aus Schatten, Kleidung und Sonnencreme:

  • Schatten ist der beste Sonnenschutz, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am intensivsten scheint [5].
  • Kleidung bietet einen guten Schutz; mit Kleidern bedeckte Körperstellen bleiben den ganzen Tag konstant geschützt, etwa durch ein T-Shirt und einen Hut mit breiter Krempe [5].
  • Die konsequente Anwendung eines Sonnenschutzmittels, das vor UVB- und UVA-Strahlen schützt, wird als Ergänzung empfohlen und kann das Hautkrebsrisiko reduzieren [5].

Von Solarien wird abgeraten: Laut der Weltgesundheitsorganisation kann UV-Strahlung erwiesenermassen Krebs verursachen, zu vorzeitiger Hautalterung führen und in schweren Fällen Verbrennungen verursachen [4]. In der Schweiz ist die Nutzung von Solarien für Minderjährige untersagt [4]. Besonders wichtig ist der Schutz im Kindes- und Jugendalter: Die Kindheit ist eine besonders sensible Phase, da die in dieser Zeit aufgenommenen UV-Dosen das zukünftige Hautkrebsrisiko stark beeinflussen und die Gewohnheiten zum Sonnenschutz erworben werden [4]. Achte daher auch bei Kindern auf Schatten, schützende Kleidung und Sonnencreme.

Neben dem UV-Schutz hilft die Früherkennung: Beobachte deine Haut, und lass auffällige oder hartnäckige Stellen ärztlich anschauen. Gerade Krebsvorstufen wie die aktinische Keratose lassen sich gut behandeln, bevor daraus ein Karzinom entsteht.

Wenn du eine verdächtige Hautveränderung bemerkst oder einen Hautcheck zur Früherkennung wünschst, ist eine dermatologische Abklärung der richtige Schritt – nur eine fachliche Untersuchung kann klären, ob eine Behandlung nötig ist. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu Stachelzellkrebs

Ist Stachelzellkrebs gefährlich?

Früh erkannt ist Stachelzellkrebs meist gut behandelbar und bildet selten Ableger. Weisser Hautkrebs bildet seltener Metastasen als das Melanom [1]. Unbehandelt kann ein Spinaliom jedoch wachsen, umliegendes Gewebe zerstören und sich auf andere Körperteile ausbreiten, was es gefährlich machen kann [3]. Deshalb ist eine rechtzeitige Abklärung wichtig.

Was ist der Unterschied zwischen weissem und schwarzem Hautkrebs?

Weisser Hautkrebs umfasst unter anderem das Spinaliom und das Basaliom, der schwarze Hautkrebs ist das Melanom [1]. Weisser Hautkrebs tritt deutlich häufiger auf, bildet aber seltener Metastasen. Das Melanom ist seltener, streut jedoch häufiger und wird oft erst spät erkannt [1]. Beide Formen hängen stark mit UV-Strahlung zusammen.

Wie schnell wächst ein Stachelzellkrebs?

Stachelzellkrebs entwickelt sich meist langsam und häufig unbemerkt, oft über eine Vorstufe wie die aktinische Keratose [6]. Anfangs ist die Veränderung unauffällig und schmerzlos [3]. Weil das Wachstum schleichend verläuft, lohnt es sich, raue oder nicht heilende Stellen früh ärztlich anschauen zu lassen.

Verschwindet ein Stachelzellkrebs von selbst?

Nein, ein Stachelzellkrebs heilt nicht von selbst ab und muss ärztlich behandelt werden [3]. Auch Hautveränderungen, die zunächst harmlos wirken, verschwinden nicht zwangsläufig wieder und können Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein [4]. Eine hautärztliche Kontrolle schafft Klarheit und ermöglicht eine frühe Behandlung.

Quellen

[1] Krebsliga Schweiz, 2023, Hautkrebs, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs

[2] Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe), 2023, S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, register.awmf.org, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/032-022OL

[3] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Plattenepithelkarzinom, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/hautkrebs/plattenepithelkarzinom

[4] Bundesamt für Gesundheit BAG, Sonne und UV-Strahlung / Solarien, bag.admin.ch, https://www.bag.admin.ch/de/sonne-und-uv-strahlung

[5] Krebsliga Schweiz, Vor der Sonne schützen, krebsliga.ch, https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/praevention/vor-der-sonne-schuetzen

[6] Universitätsspital Zürich (USZ), 2026, Spinaliom, usz.ch, https://www.usz.ch/krankheit/spinaliom/

[7] BAG, Krebsliga Schweiz, Suva und Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, Schütze dich vor Hautkrebs, gegen-hautkrebs.ch, https://www.gegen-hautkrebs.ch/de/home

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