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Unterirdische Pickel sind tief in der Haut liegende, entzündete Knoten, die medizinisch zu den Hautveränderungen der Akne zählen. Während ein klassischer Pickel als eitergefülltes Bläschen an der Oberfläche sitzt, entstehen unterirdische Pickel in tieferen Hautschichten und sind deshalb zunächst nur als feste, druckempfindliche Erhebung zu ertasten [1][2].
Die Akne kennt verschiedene Formen von Hautveränderungen, die unterschiedlich tief reichen: von Mitessern (Komedonen) über entzündete Knötchen (Papeln) und eitergefüllte Pusteln bis hin zu tiefer liegenden, festen Knoten und grösseren, eitergefüllten Hohlräumen (Zysten) [2]. Was im Alltag als „unterirdischer“ oder „verkapselter“ Pickel beschrieben wird, entspricht fachlich meist einem solchen Knoten.
Gut zu wissen: „Unterirdisch“, „verkapselt“ oder „Pickel mit hartem Kern“ sind Alltagsbegriffe für dasselbe Phänomen – eine tief liegende, entzündliche Hautveränderung. Weil die Entzündung in der Tiefe sitzt, fehlt der typische Eiterkopf, und die Stelle bleibt oft länger schmerzhaft als ein oberflächlicher Pickel [1][2].
Unterirdische Pickel entstehen durch eine Kombination aus verstopften Poren, vermehrter Talgproduktion und Bakterien. Verbinden sich überschüssiger Talg und abgestorbene Hautzellen zu einem Pfropf, kann der Talgdrüsenfollikel verstopfen. Besiedeln dann Hautbakterien diesen Bereich, entsteht eine Entzündung [1][2].
Liegt diese Entzündung tief und reisst der entzündete Follikel in die umliegende Lederhaut ein, breitet sich die Reaktion im Gewebe aus – es bildet sich ein fester, schmerzhafter Knoten unter der Haut. Dieser Vorgang kann durch starkes Drücken oder Quetschen zusätzlich angestossen werden [2]. Eine wichtige Rolle spielen hormonelle Einflüsse: Vermehrt gebildete Androgene regen die Talgdrüsen an, weshalb Akne typischerweise in der Pubertät auftritt, aber auch Erwachsene – besonders Frauen mit hormonellen Schwankungen – betreffen kann [1].
Unterirdische Pickel treten bevorzugt dort auf, wo die Haut viele Talgdrüsen hat: im Gesicht, am Hals, auf der Brust und am Rücken [1].
Unterirdische Pickel solltest du nicht ausdrücken oder aufstechen, weil das die Entzündung verschlimmern und das Risiko für bleibende Narben deutlich erhöhen kann. Häufiges Ausdrücken von Hautunreinheiten macht Narben wahrscheinlicher [1]. Durch den Druck kann die Entzündung zudem tiefer ins Gewebe gedrückt werden, statt abzuheilen [2].
Weil unterirdische Pickel keinen Ausführungsgang an der Oberfläche haben, lassen sie sich ohnehin nicht „leeren“ – der Versuch reizt nur das umliegende Gewebe. Auch das Aufstechen mit Nadeln oder spitzen Gegenständen ist keine gute Idee: Es kann Keime in die offene Stelle bringen und eine zusätzliche Entzündung auslösen.
Sicherheitshinweis: Finger weg vom Aufstechen und Ausdrücken – besonders im Bereich zwischen Oberlippe, Nase und Augen. Lass tief sitzende, entzündete oder wiederkehrende Knoten lieber fachlich beurteilen, statt selbst daran zu manipulieren [1][2].
Zu Hause hilft vor allem eine sanfte, zurückhaltende Pflege – nicht möglichst viel, sondern möglichst passend. Wer die Haut zu stark bearbeitet und ständig neue Produkte aufträgt, kann die Akne sogar verstärken [1].
Diese Massnahmen sind sinnvoll:
Frei verkäufliches Benzoylperoxid (als Gel, Lotion oder Creme) kann bei leichter bis mittelschwerer Akne helfen, das Hautbild innerhalb einiger Wochen zu bessern; es wirkt antibakteriell und fördert die Abstossung der obersten Hornschicht. Allerdings kann es Rötungen und Juckreiz verursachen, weshalb sich ein langsamer Start mit niedriger Dosierung empfiehlt [1]. Bei einem einzelnen, tief sitzenden Knoten sind solche Mittel jedoch nur begrenzt wirksam – sie wirken eher vorbeugend auf das gesamte Hautbild.
Wichtig zur Einordnung: Viele kursierende Hausmittel wie Zahnpasta, Backpulver oder Zitronensaft sind in ihrer Wirkung nicht belegt und können die Haut im schlimmsten Fall zusätzlich reizen [1].
Ärztliche Behandlungen richten sich nach Schweregrad und Form der Akne und reichen von Cremes über Tabletten bis zu speziellen Verfahren. Welche Therapie passt, entscheidet sich individuell nach einer Untersuchung. Die in Leitlinien beschriebene Stufenlogik lässt sich so zusammenfassen:
Medikamente zum Einnehmen kommen vor allem bei mittelschwerer bis schwerer Akne in Betracht. Isotretinoin, ein Vitamin-A-Säure-Präparat, kann auch schwere Verläufe deutlich bessern, erfordert aber regelmässige ärztliche Kontrollen. Besonders wichtig: In der Schwangerschaft darf Isotretinoin nicht angewendet werden, da es das ungeborene Kind schädigt – Frauen benötigen vor und während der Behandlung eine sichere Verhütung und ärztlich überwachte Schwangerschaftstests [6]. Für die schonende Entfernung hartnäckiger Mitesser bieten Praxen ausserdem eine fachgerechte Ausreinigung an, statt selbst daran zu drücken [1].
Wiederkehrende, schmerzhafte Knoten in Achseln, Leisten oder im Intimbereich können mehr sein als ein gewöhnlicher Pickel und gehören fachlich abgeklärt. Eine einzelne Unreinheit in diesen Bereichen entsteht manchmal durch ein eingewachsenes Haar oder eine gereizte Haarwurzel. Treten dort jedoch immer wieder entzündliche Knoten, Abszesse oder eitrige Gänge auf, kann eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung dahinterstecken: die Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) [4].
Die Akne inversa betrifft typischerweise Hautfalten wie Achseln, Leisten, den Genital- und Analbereich und bei Frauen auch die Region unter der Brust. Sie ist nicht ansteckend und kein Hygieneproblem [4]. Weil sie oft spät erkannt wird, ist eine frühzeitige dermatologische Abklärung wichtig – je nach Schweregrad stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung [4].
Sicherheitshinweis: Wenn in Achseln, Leisten oder im Intimbereich wiederholt schmerzhafte Knoten oder Abszesse auftreten, solltest du das ärztlich abklären lassen und nicht selbst behandeln. Eine frühe Abklärung kann den Verlauf günstig beeinflussen [4].
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Knoten sehr schmerzhaft sind, immer wieder an derselben Stelle auftreten, über Wochen nicht abheilen oder mit weiteren Beschwerden einhergehen. Auch eine ausgeprägte oder grossflächige Akne sowie eine starke seelische Belastung sind gute Gründe, fachlichen Rat zu suchen [1].
Hinweise, bei denen ein Termin in einer dermatologischen Praxis ratsam ist:
Die gute Nachricht: Akne lässt sich gut behandeln, wenn sie richtig erkannt und eingestuft wird – und eine rechtzeitige Behandlung kann helfen, Narben zu vermeiden [5][1]. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt von Ursache, Form und individuellem Befund ab; die genannten Möglichkeiten sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen.
Wenn du unsicher bist, ob es sich um einen harmlosen Pickel oder etwas Hartnäckigeres handelt, lohnt sich eine fachliche Einschätzung. Auf truVuna findest du dermatologische Praxen in deiner Region. Du kannst Profile und Leistungen vergleichen, Bewertungen lesen und passende Anbieter:innen direkt für einen Termin kontaktieren.
Vorbeugen lässt sich vor allem durch eine konsequente, milde Hautpflege und den Verzicht auf Manipulation der Haut. Eine an den Hauttyp angepasste Reinigung mit milden, pH-angepassten Produkten und leichte, nicht-fettende Pflege halten die Poren eher frei [1].
Weitere Punkte, die helfen können:
Wichtig ist die Entlastung: Akne ist weder Folge mangelnder Hygiene noch einer „falschen“ Lebensweise – hormonelle und genetische Faktoren spielen die Hauptrolle [1][5]. In der Pubertät betrifft sie einen Grossteil der Menschen; in der Schweiz erleben rund vier von fünf Jugendlichen eine Akne [5].
Was tun bei einem unterirdischen Pickel?
Am besten in Ruhe lassen und nicht ausdrücken. Reinige die Haut sanft mit einem milden, pH-angepassten Produkt und vermeide fettende Cremes. Frei verkäufliches Benzoylperoxid kann das Hautbild über einige Wochen verbessern. Wenn der Knoten sehr schmerzhaft ist, lange bleibt oder wiederkehrt, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll [1].
Wie lange dauert ein unterirdischer Pickel?
Weil die Entzündung tief in der Haut sitzt, heilen unterirdische Pickel langsamer als oberflächliche und können mehrere Wochen bestehen. Aknepickel entwickeln sich generell über einen längeren Zeitraum und sind hartnäckiger als gewöhnliche Pickel [1]. Bleibt ein Knoten über Wochen unverändert oder kehrt er immer wieder, solltest du ihn ärztlich abklären lassen.
Darf man unterirdische Pickel aufstechen?
Nein. Aufstechen oder Ausdrücken kann Keime in die Haut bringen, die Entzündung verstärken und das Risiko für Narben erhöhen [1][2]. Da unterirdische Pickel keinen Ausführungsgang an der Oberfläche haben, lässt sich ohnehin nichts „herausdrücken“. Für eine schonende Entfernung hartnäckiger Mitesser gibt es die fachgerechte Ausreinigung in einer Praxis [1].
Können unterirdische Pickel im Intimbereich gefährlich sein?
Einzelne Unreinheiten sind meist harmlos, etwa durch ein eingewachsenes Haar. Treten in Achseln, Leisten oder im Intimbereich jedoch wiederholt schmerzhafte Knoten oder Abszesse auf, kann eine Akne inversa dahinterstecken – eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die früh abgeklärt werden sollte [4]. Selbst behandeln ist hier nicht ratsam.
Mein unterirdischer Pickel geht seit Monaten nicht weg – was bedeutet das?
Ein Knoten, der über Monate bestehen bleibt, ist nicht zwingend ein typischer Pickel. Dahinter können auch andere Hautveränderungen wie Zysten stecken [2]. Eine dermatologische Praxis kann die Ursache einordnen und eine passende Behandlung vorschlagen, statt weiter abzuwarten oder daran zu manipulieren.
[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Akne, https://www.gesundheitsinformation.de/akne.html
[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten / Profi-Ausgabe, Akne / Acne vulgaris, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/akne-und-verwandte-erkrankungen/akne
[3] Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) / AWMF, S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne (Acne vulgaris), AWMF-Register-Nr. 013-017, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-017
[4] Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) / AWMF, 2024, S2k-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa, AWMF-Register-Nr. 013-012, https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-012l_S2k_Therapie-Hidradenitis-suppurativa-Acne-inversa_2024-08.pdf
[5] Universitätsspital Basel, Dermatologie, Akne, https://www.unispital-basel.ch/ueber-uns/bereiche/spezialkliniken-und-augenklinik/kliniken/dermatologie/patienten-und-besucher/erkrankungen/akne/
[6] Universitätsspital Zürich (USZ), Dermatologische Klinik, Akne Abklärung und Therapie, https://www.usz.ch/fachbereich/dermatologie/angebot/akne-therapie/
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