Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ist ein Virus aus der Familie der Herpesviren und der Erreger von zwei unterschiedlichen Krankheiten: Windpocken (Varizellen) und Gürtelrose (Herpes Zoster) [1][2]. Die erste Ansteckung im Leben löst Windpocken aus. Danach verschwindet das Virus nicht vollständig aus dem Körper, sondern verbleibt in einem ruhenden Zustand in bestimmten Nervenknoten [2][3]. Wird es später reaktiviert, entsteht daraus eine Gürtelrose.
In der Schweiz haben praktisch alle Erwachsenen (rund 98 Prozent) bereits Antikörper gegen das Virus – sie haben die Windpocken also meist in der Kindheit durchgemacht [1].
Das Virus wird vor allem über feinste virushaltige Tröpfchen in der Luft übertragen und gilt als hochansteckend [1]. Diese sogenannte Tröpfchenübertragung erfolgt beim Atmen, Husten oder Niesen, daher rührt auch der Name «Windpocken». Zusätzlich ist die Flüssigkeit in den Hautbläschen ansteckend, sodass eine Übertragung auch über direkten Kontakt möglich ist [1][2].
Wer sich angesteckt hat, kann das Virus bereits weitergeben, bevor die typischen Bläschen überhaupt sichtbar sind – und bleibt ansteckend, bis alle Bläschen verkrustet sind [2]. Bei einer Gürtelrose ist die Ansteckungsfähigkeit geringer, weil hier vor allem die Bläschenflüssigkeit infektiös ist [2].
Windpocken äussern sich vor allem durch einen stark juckenden Hautausschlag mit Bläschen, häufig begleitet von Fieber [2]. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch – liegt meist bei rund 14 bis 16 Tagen, kann aber zwischen 8 und 21 Tagen schwanken [2].
Oft beginnen ein bis zwei Tage vorher unspezifische Beschwerden wie Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen [2]. Danach entwickeln sich am Körper rote Flecken, die sich rasch in Knötchen und dann in flüssigkeitsgefüllte, juckende Bläschen umwandeln und später verkrusten [2]. Charakteristisch ist, dass die Bläschen schubweise auftreten – Flecken, frische Bläschen und Krusten sind dann gleichzeitig zu sehen. Bei gesunden Kindern heilt der Ausschlag in der Regel ohne Narben ab. Werden die Bläschen aufgekratzt oder entzünden sie sich bakteriell, können jedoch Narben zurückbleiben [2].
Bei gesunden Kindern werden Windpocken in der Regel nur symptomatisch behandelt, da die Erkrankung meist von selbst ausheilt [3]. Im Vordergrund steht, die Beschwerden zu lindern – etwa den Juckreiz mit kühlenden Massnahmen oder geeigneten äusserlichen Mitteln. Wichtig ist, möglichst nicht zu kratzen, um bakterielle Hautinfektionen und Narben zu vermeiden.
Gegen Fieber kann Paracetamol eingesetzt werden. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe – etwa Neugeborenen, Schwangeren oder Personen mit geschwächtem Immunsystem – kommen antivirale Medikamente (Virostatika) wie Aciclovir zum Einsatz, häufig als Infusion [3]. Ob und wann eine solche Therapie nötig ist, entscheidet die behandelnde Arztperson individuell.
Sicherheitshinweis: Kindern und Jugendlichen mit Windpocken sollte kein Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) gegen Fieber gegeben werden. In dieser Kombination kann das seltene, aber sehr ernste Reye-Syndrom auftreten, eine schwere Schädigung von Gehirn und Leber [3]. Fiebersenkende Mittel für Kinder daher immer ärztlich oder in der Apotheke abklären.
Windpocken sind die Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, während die Gürtelrose (Herpes Zoster) erst später durch eine Reaktivierung desselben Virus entsteht [2][3]. Nach den Windpocken verbleibt das Virus ruhend in den Nervenknoten von Rückenmark und Hirnnerven. Lässt die Immunabwehr nach – etwa mit zunehmendem Alter oder bei Immunschwäche –, kann es entlang einer Nervenbahn wieder aktiv werden [2].
Weil sich das Virus dann entlang eines bestimmten Hautsegments ausbreitet, zeigt sich die Gürtelrose typischerweise als halbseitiger, oft schmerzhafter Bläschenausschlag, der auf eine Körperregion begrenzt ist [2]. Rund ein Drittel aller Menschen, die Windpocken durchgemacht haben, erkrankt im Verlauf des Lebens an einer Gürtelrose [1].
Die wichtigsten Unterschiede betreffen Entstehung, Hautbild, typisches Alter und Ansteckung. Während Windpocken (Varizellen) die Erstinfektion mit dem Virus darstellen, entsteht die Gürtelrose (Herpes Zoster) durch eine Reaktivierung des im Körper ruhenden Virus. Beim Hautbild zeigen sich Windpocken als Ausschlag am ganzen Körper, die Gürtelrose dagegen meist halbseitig und auf ein einzelnes Hautsegment begrenzt. Windpocken treten vor allem in der Kindheit auf, die Gürtelrose hingegen vorwiegend im höheren Lebensalter. Auch in der Ansteckung unterscheiden sie sich: Windpocken sind über die Luft und die Bläschenflüssigkeit hochansteckend, während die Ansteckungsfähigkeit bei der Gürtelrose geringer ist und vor allem über die Bläschenflüssigkeit erfolgt.
Bei einer Gürtelrose ist ein früher Behandlungsbeginn wichtig: Eine antivirale Therapie sollte möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags starten, um Beschwerden und Komplikationen zu mindern [6]. Eine gefürchtete Folge ist die postzosterische Neuralgie – anhaltende Nervenschmerzen, deren Risiko mit dem Alter zunimmt [6].
Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben vor allem Jugendliche und Erwachsene, Schwangere, Neugeborene sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem [1][2]. Während Windpocken bei gesunden Kindern meist mild verlaufen, treten Komplikationen mit zunehmendem Alter häufiger auf [4].
Zu den möglichen Komplikationen gehören bakterielle Hautinfektionen – die häufigste Komplikation –, Lungenentzündung sowie seltener Entzündungen von Gehirn oder Hirnhäuten [2][3]. In der Schweiz müssen bei den über 16-Jährigen jährlich etwa 50 Personen wegen Komplikationen ins Spital, und in dieser Altersgruppe verlaufen Windpocken deutlich häufiger tödlich als bei Kindern [1].
Besonders heikel ist eine Ansteckung in der Schwangerschaft: Erkrankt eine nicht immune Schwangere zwischen der 5. und 24. Schwangerschaftswoche, kann das Virus in seltenen Fällen das Kind schädigen (fetales Varizellensyndrom) [2]. Auch eine Erkrankung der Mutter kurz vor oder nach der Geburt kann für das Neugeborene gefährlich sein [2]. Bei Menschen mit Immunschwäche sind ebenfalls schwere Verläufe möglich [2]. Deshalb sollten diese Personengruppen den Kontakt zu an Windpocken Erkrankten möglichst meiden.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Beschwerden schwer verlaufen, eine Risikogruppe betroffen ist oder Warnzeichen wie hohes Fieber, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder neurologische Auffälligkeiten auftreten [2][3]. In solchen Fällen sollte nicht zugewartet werden.
Wichtig ist eine rasche Beratung auch dann, wenn eine nicht immune Schwangere, ein Neugeborenes oder eine immungeschwächte Person Kontakt zu Erkrankten hatte. Hier kann je nach Situation eine vorbeugende Massnahme (etwa eine passive Immunisierung) oder eine zeitnahe Impfung sinnvoll sein – das wird individuell abgeklärt [2][3]. Auch bei Verdacht auf eine Gürtelrose lohnt sich ein zeitnaher Arztbesuch, da die Behandlung früh beginnen sollte [6].
In der Schweiz wird die Windpocken-Impfung seit 2023 als Basisimpfung für alle Säuglinge im Alter von 9 und 12 Monaten mit zwei Dosen empfohlen, vorzugsweise als kombinierte MMRV-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen [1][5]. Zusätzlich wird eine Nachholimpfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen 13 Monaten und dem 40. Geburtstag empfohlen, sofern sie weder an Windpocken erkrankt waren noch zwei Impfdosen erhalten haben [4][5]. Die Impfung schützt nach Angaben der Behörden zu rund 92 Prozent vor Windpocken und zu rund 98 Prozent vor schweren Verläufen [4].
Besonders wichtig ist der Schutz für nicht immune Personen mit erhöhtem Risiko, etwa für Frauen mit Kinderwunsch oder für Menschen mit Immunschwäche und ihr enges Umfeld [4][2]. Da der Windpocken-Impfstoff abgeschwächte lebende Viren enthält, sollte nach der Impfung für eine bestimmte Zeit keine Schwangerschaft eintreten; die genaue Dauer klärst du am besten ärztlich ab [2]. Eine Impfung gegen Windpocken senkt zudem das Risiko, später an einer Gürtelrose zu erkranken [5].
Für den Schutz vor Gürtelrose gibt es eine eigene Impfung: In der Schweiz wird seit 2022 ein nicht-lebender Impfstoff für gesunde Personen ab 65 Jahren sowie – je nach Ausmass der Immunschwäche – für Personen mit Immundefizienz ab 50 beziehungsweise ab 18 Jahren empfohlen, jeweils mit zwei Dosen [1].
Gut zu wissen: Seit 2023 werden die Kosten der Windpocken-Impfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zum 40. Geburtstag von der obligatorischen Grundversicherung übernommen [1].
Ob in deinem Fall ein Schutz besteht oder eine Impfung sinnvoll ist, lässt sich am besten in einer ärztlichen oder dermatologischen Sprechstunde klären – etwa bei unklarem Hautausschlag, vor einer geplanten Schwangerschaft oder bei Fragen rund um Windpocken und Gürtelrose. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte sowie weitere Praxen in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt.
Sind Windpocken gefährlich?
Bei gesunden Kindern verlaufen Windpocken meist mild und heilen von selbst ab. Bei Jugendlichen, Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie jedoch schwerer verlaufen, und es treten häufiger Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen auf [2][4]. Bei Warnzeichen oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Wie lange ist man mit Windpocken ansteckend?
Ansteckend ist man bereits ein bis zwei Tage, bevor der Ausschlag erscheint, und bleibt es, bis alle Bläschen vollständig verkrustet sind [2]. Da das Virus über die Luft sehr leicht übertragen wird, sollten Erkrankte in dieser Zeit den Kontakt zu Risikopersonen wie Schwangeren oder Immungeschwächten meiden [1].
Bekommt jeder, der Windpocken hatte, später Gürtelrose?
Nein, aber das Risiko ist beträchtlich: Rund ein Drittel aller Menschen, die Windpocken durchgemacht haben, erkrankt im Lauf des Lebens an einer Gürtelrose [1]. Das Virus bleibt nach den Windpocken ruhend im Körper und kann später, vor allem im höheren Alter oder bei geschwächter Abwehr, wieder aktiv werden [2].
Kann man trotz Windpocken-Impfung erkranken?
Ein vollständiger Impfschutz verhindert die meisten Erkrankungen, einen hundertprozentigen Schutz gibt es jedoch nicht. Kommt es trotz Impfung zu Windpocken, verläuft die Erkrankung in der Regel deutlich milder, mit weniger Fieber und weniger Bläschen [4]. Die Impfung schützt zudem besonders gut vor schweren Verläufen [4].
[1] Bundesamt für Gesundheit (BAG), 2024, Windpocken (Varizellen) & Gürtelrose (Herpes Zoster), bag.admin.ch, https://www.bag.admin.ch/de/windpocken-guertelrose
[2] Robert Koch-Institut (RKI), 2025, RKI-Ratgeber: Varizellen (Windpocken), Herpes zoster (Gürtelrose), rki.de, https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Varizellen.html
[3] MSD Manual, 2025/2026, Windpocken sowie Reye-Syndrom, MSD Manual Ausgaben für Fachkreise und Patienten, https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/infektionskrankheiten/herpesviren/windpocken
[4] infovac – Schweizerische Informationsplattform für Impffragen, 2025, Windpocken (Varizellen): die Krankheit und der Impfstoff, infovac.ch, https://www.infovac.ch/de/impfunge/nach-krankheiten-geordnet/windpocken-varizellen
[5] pädiatrie schweiz, 2023, Impfung gegen Varizellen (Windpocken), paediatrieschweiz.ch, https://www.paediatrieschweiz.ch/news/impfung-gegen-varizellen-windpocken/
[6] Deutsches Ärzteblatt, 2024, Herpes zoster: Sofort antiviral und analgetisch behandeln, aerzteblatt.de, https://www.aerzteblatt.de/archiv/herpes-zoster-sofort-antiviral-und-analgetisch-behandeln
Augenkrebs gehört zu den seltenen Krebserkrankungen, kann aber das Sehvermögen und – je nach Tumorart – auch andere Organe betreffen. Weil viele Tumoren im Auge lange keine Beschwerden machen, werden sie oft erst spät bemerkt. Dieser Artikel erklärt dir, welche Formen von Augenkrebs es gibt, welche Anzeichen auf einen Tumor hinweisen können, wie die Diagnose abläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wichtig vorab: Die hier beschriebenen Symptome sind kein Beweis für eine Krebserkrankung – viele haben harmlose Ursachen.
Kohlenhydratarme Ernährung gehört zu den bekanntesten Ansätzen, wenn es ums Abnehmen geht. Eine Low Carb Diät bedeutet, dass du weniger Brot, Pasta, Reis und Zucker isst und stattdessen mehr Gemüse, Eiweiss und Fett auf den Teller bringst. Doch hält die Methode, was sie verspricht – und ist sie auf Dauer sinnvoll? Dieser Ratgeber fasst zusammen, wie Low Carb funktioniert, was die Forschung zum Abnehmen zeigt, welche Lebensmittel dazu passen und worauf du achten solltest.
Gepflegte Haut ohne lästige Härchen ist vor allem in den Sommermonaten für viele Menschen ein Muss. Für die Haarentfernung stehen dir zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl. Das Rasieren etwa geht zwar fix und ist schmerzfrei, leider wachsen die Haare aber auch schnell wieder nach. Mit einem Epiliergerät dagegen profitierst du lange Zeit von glatten Beinen. Durch einen entsprechenden Aufsatz trimmst du mit solchen Geräten auch die Bikinizone. Die Anwendung ist denkbar einfach, wenn auch je nach persönlichem Schmerzempfinden nicht ganz ohne. Gute Epiliergeräte erhältst du bei allen bekannten Herstellern. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Epilation genau funktioniert, worauf du beim Kauf achten solltest und wie du Hautirritationen vermeidest.
Schnell, schmerzfrei und ganz ohne Klingen: Enthaarungscremes versprechen glatte Haut in wenigen Minuten – ein Grund, warum viele sie als bequeme Alternative zur Rasur schätzen. Doch wie lösen die Cremes die Härchen eigentlich auf, wie lange hält das Ergebnis und worauf solltest du gerade im Gesicht oder im Intimbereich achten? Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie Enthaarungscremes funktionieren, wie du sie möglichst sicher anwendest, welche Risiken es gibt und welche Methoden sich sonst noch zur Haarentfernung eignen.
Volle, gleichmässig definierte Augenbrauen rahmen das Gesicht und prägen den Gesichtsausdruck – doch nicht jede Braue ist von Natur aus dicht oder ebenmässig gewachsen. Ein Augenbrauenstift gleicht kleine Lücken aus, betont die Form und sorgt mit wenigen Strichen für einen frischeren Blick. Damit das Ergebnis natürlich wirkt und nicht hart oder aufgemalt aussieht, kommt es vor allem auf die passende Farbe, die richtige Stiftart und eine ruhige Hand an. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du deinen Augenbrauenstift Schritt für Schritt aufträgst, welche Farbe zu deinem Typ passt und worauf du bei Produkten und empfindlicher Haut achten solltest.
Wenn das Knie beim Strecken schmerzt oder sich nicht mehr ganz durchstrecken lässt, steckt dahinter fast immer eine erklärbare Ursache – von einer Reizung der Kniescheibe über einen Meniskusschaden bis hin zu Gelenkverschleiss. Die gute Nachricht: Viele dieser Beschwerden lassen sich gut behandeln, und nicht jeder Schmerz ist ein Grund zur Sorge. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ursachen typisch sind, woran du sie grob erkennst und wann eine ärztliche Abklärung wichtig wird. Eine Ferndiagnose ersetzt er nicht – aber er hilft dir, deine Beschwerden besser einzuordnen.